Fünfte Szene

DIE VORIGEN. MARIA, _von einer Schar jugendlich amorettenhaft

gekleideter Engel, die ihr vorauseilen und ihr Blumen streuen, sowie

von erwachsenen Engels-Knaben, die Lilienstengel tragen, gefolgt und

begleitet, kommt in hochmütig-stolzer Haltung, eine kleine Krone

auf dem Haupte, in einem blauen, sternbesäten Kleid, welches vorne

das weiß-seidene Untergewand erblicken läßt, durch die Haupt-Thüre

herein, macht in Front von Gott Vater, von dessen Thrones-Stufen

sich der Cherubim inzwischen zurückgezogen, eine steife, hofmäßige

Verbeugung und begibt sich dann auf einen zweiten, in der Zwischenzeit

von dienstbaren Engeln, etwas entfernt von Gott Vater, ebenfalls

an der Wand zurechtgerichteten Thron, der, mit hoher Rücklehne, im

Stile sich der Zeit der Minnesänger anpaßt. Sie verweilt dort während

des Folgenden, von ihrem Engels-Chor umgeben, ausschließlich mit

Herrichtung ihrer Toilette, Benutzung eines kleinen Spiegels sowie

Selbst-Besprengung mit wohlriechenden Wässern, beschäftigt.--Ein

weiches Geflüster schalkhafter, augenschmeißender Amoretten macht

sich um ihn vernehmbar.--Währenddem unterhalten sich auf der

entgegengesetzten Seite, links im Vordergrund, die drei aus der ersten

Szene bekannten_ ENGEL.

ERSTER ENGEL. DER MANN kommt.

ZWEITER ENGEL (_in die Hände patschend_). Der Mann, der Mann kommt.

Das Liebeskonzil: Eine Himmels-Tragödie in fünf Aufzügen · 第 19 / 56 题