Mein Herz war noch lange nachher so voll, daß ich auf unserem ganzen

Rückwege kein Wörtchen sprach; nur empfand, und dachte. Ich hatte nun

wieder eine Ursache mehr gefunden, die mir die Momolyten beneidenswerth

machte. O drei und viermal glückliches Land! rief ich endlich voll

Begeisterung aus: das keine Pfaffen, keine Aerzte, keine Soldaten und --

keine Könige hat!!!!

Gerne würde ich hier mein ganzes Leben zugebracht haben, wenn nicht der

Gedanke an die Meinigen mich an meinen Planeten hingezogen hätte; wozu

sich noch der fromme Wunsch gesellte: das, was ich hier gesehen und

gehört hätte, zum Besten meines Vaterlandes zu benutzen. Vielleicht,

dacht ich, wird einmal Warheit, durch Beispiele und Erfahrungen

unterstützet, Eingang finden. Mein Entschluß ward dadurch beschleunigt,

unmittelbar in mein Vaterland zurücke zu kehren, und die ^Videnda^ in

der #Venus#, die mir mein Freund, der große Astrolog auf Erden in meine

Schreibtafel notirt hatte, einem andern zu überlassen.

Ich theilte dies Vorhaben meinen Reisegefährten mit; und wir machten die

nöthigen Anstalten zu unserer Rückkehr. Unser Wirth und alle

Whashangauer verloren uns sehr ungerne, und drangen in uns, noch länger

zu bleiben. Allein wir traten, ohne ferneren Verzug, wiewohl mit

schweren und gepreßten Herzen, unsere Rückreise, unter allgemeinem

Zusammenlaufe und Erstaunen des Volks, an, und verliesen vom lauten

Zurufe der Segenswünsche begleitet, dies Land, wo noch itzt meine Sele

oft im Dämmerscheine wandelt.

Ich will mich bei Beschreibung meiner Rückreise nicht aufhalten: sie

liegt ausser meinem Plane. Genug: wir kamen nicht ohne Beschwernisse und

Gefahren -- wobei die ganze Geschicklichkeit unserer Steuermänner nöthig

war -- wieder zur Erde.

Das Erste, was ich nun hienieden thue, ist, diese merkwürdige Erzählung

ganz neu den Mitbürgern meines Planeten vorzulegen, um sie zu

überzeugen, #daß nur Natur und Einfalt warhaft glücklich machen#. O!

mögten sie, durch Beispiele klug, diese große Warheit doch einmal

erkennen, und befolgen! Wie reichlich würde ich mich für meine Reise

belohnt halten!

Anmerkungen zur Transkription

Der Originaltext ist in Fraktur gesetzt. Hervorhebungen, die im

Original g e s p e r r t sind, wurden mit Unterstrichen wie _hier_

gekennzeichnet. Fremdsprachige Textstellen, die im Original in Antiqua

gesetzt sind, wurden ^so^ und Fettdruck #so# markiert.

Einfache Anführungszeichen wurden durch ">" und "<" ersetzt.

Die kräftig variierende Schreibweise, Grammatik und Interpunktion des

Originales wurden unverändert beibehalten. Lediglich offensichtliche

Druckfehler wurden korrigiert wie hier aufgeführt (vorher/nachher):

[S. 46]:

... eine gute That thue, haben mir Nachlaslassung ...

... eine gute That thue, haben mir Nachlassung ...

Reise eines Erdbewohners in den Mars · 第 3 / 3 段