Ich hab' einen Freund -- in schlafloser Nacht
tönt mir sein Friedensgruß.
Wenn das Licht erstirbt und das Grau'n erwacht
naht er auf leisem Fuß.
Nie redet in harten Worten sein Mund --
selbst kennt er Leid und Reu' --
sein weicher Blick macht Krankes gesund --
wer ist, wie er, so treu?
Begangene Sünde, die mich kränkt,
nimmt still er auf sein Herz,
und wenn mein Glaube die Flügel senkt,
hebt er ihn himmelwärts.
So kämpft er auch heute, wie immerdar,
mein einsames Ringen mit --
Übers Jahr, mein Freund, wird offenbar,
um was ich heute stritt!