undurchdringliche Schleier, der ihm die letzte Vergangenheit verhüllte,
und blitzschnell zog alles noch einmal an seinem Geiste vorüber.
Die Anfänge der Bewegung traten vor seine Seele, sein Zaudern, das
Marschallsche Haus, seine Erkenntnis der wahren Sachlage, der Abschied
von Valentine, Ursulas Zürnen und der Kampf und der Sturmangriff auf
Stadt Rom. Dann sah er Valentine Marschall mit der Pistole in der Hand,
entsann sich des heftigen Schlags, den er im Rücken gespürt, -- und
zuletzt, schon ganz verschwommen, tauchte der weite, menschenleere
Neumarkt in seiner Erinnerung herauf.
»Und wo befinde ich mich?« fragte er noch einmal.
»Du bist bei Abendroths, lieber Kurt. Das ist Ursulas Zimmer. Und
Ursula ist es auch gewesen, der du es neben unserm lieben Herrgott
verdankst, wenn du jetzt wieder auf dem Wege der Genesung bist.«
Das alte Fräulein machte in das Zimmer eine bejahende Handbewegung.
Dann fuhr sie rasch fort:
»Denn Ursula hat dich so gepflegt, wie es ein Engel nicht besser hätte
tun können.«
Da hörte Kurt leise Schritte sich hastig entfernen, und eine Tür
schnappte gedämpft ins Schloß.
Er verstand das Geräusch. Eine tiefe Bewegung ergriff ihn. Tante
Sidonie bemerkte es.
»Nun ist es aber für heute genug,« sagte sie. »Jetzt mußt du dich ganz
still verhalten, und wir dürfen nicht mehr zusammen sprechen. Morgen
wieder, so Gott will.«
Kurt ergriff die Hand des alten Fräuleins und schloß die Augen. Nachdem
er eine Weile still gelegen hatte, sah er wieder auf und fragte:
»Wie lange ist es her, daß ich verwundet wurde, Tante Sidonie?«
Das alte Fräulein sah ihn bittend an.
»Laß es für heute genug sein, lieber Kurt. Du bist ja noch so schwach.
-- Na, meinetwegen. Vorgestern waren es vier Wochen, daß sie dich als
Sterbenden hierher brachten.«
Und sie beschrieb mit kurzen Worten, wie er zu Abendroths gekommen war.
Nachdem Tante Sidonie geendet, blickte Kurt lange ruhig vor sich hin.
Dann kam eine unwiderstehliche Müdigkeit über ihn, und er schlief ein.
Als er nach einigen Stunden erwachte, brachte ihm Tante Sidonie ein
Glas Wein. Die Freude des alten Fräuleins war unbeschreiblich. Kurt
erkannte sie gegen früher kaum wieder. Alle Gemessenheit war von ihr
gewichen, und auf ihrem sonst so ernsten Gesicht lag der Schimmer eines
unermeßlich großen Glücks.
»Sprich noch etwas zu mir,« bat er.
»Kurt, nicht gleich so viel fürs erstemal,« sagte Tante Sidonie in
zärtlicher Besorgnis. »Während du vorhin schliefst, war der Arzt da und
verordnete Ruhe, -- viel Ruhe!«
Kurt versuchte zu lächeln.
»Ich fühle mich gar nicht so schwach, wie du glaubst,« erwiderte er.
Da erzählte sie nach einigem Zögern, wie der Aufstand niedergeschlagen
worden sei, sprach von seinen verwundeten Kameraden und von den
vielen Verhaftungen und den großen Prozessen, die die Gerichte jetzt
beschäftigten.
So hatte sie zuletzt alle Bekannten erwähnt. Aber noch immer sah Kurt
sie fragend an. Tante Sidonie wußte die stumme Bitte in seinem Blick zu
deuten. Unruhig rückte sie auf dem Stuhl hin und her. Aber die Augen
des Kranken wandten sich nicht von ihr. Bis sie endlich versetzte:
»Nun, weil du mich so quälst: Advokat Marschall ist ebenfalls in
Untersuchungshaft gesetzt worden. Aber man hat ihn wieder freigelassen,
als man sah, daß der Arme seinen Verstand nicht mehr richtig beisammen
hat. Er soll sich in seinem wieder hergerichteten Hause befinden, wo
ihn seine Frau pflegt.«
Tante Sidonie schwieg und sah beiseite. Dann stand sie auf.
»In Oberschlesien haust die Cholera in erschreckender Weise,« begann
sie noch einmal, »sie ist über die russische Grenze herübergekommen.
Wie man sagt, sind schon ganze Dörfer ausgestorben. Täglich stehen in
der Zeitung Aufrufe, daß sich Frauen zur Pflege melden möchten. Aber
niemand will es tun, da der Umgang mit den Kranken fast den sicheren
Tod bedeutet. Unter den Wenigen, die sich aus Sachsen gemeldet haben,
stand in den ›Nachrichten‹ obenan der Name -- Valentine Marschall.«
Das alte Fräulein sah, wie Kurt tiefatmend die Augen schloß.
Da blieb sie noch so lange neben ihm, bis seine ruhigen Atemzüge
verkündeten, daß er schlief. Dann verließ sie auf den Zehen das Zimmer.
Am andern Morgen fühlte sich Kurt schon viel kräftiger. Als er
erwachte, stand Ursula neben dem Bett und beglückwünschte ihn zu seiner
endlichen Besserung. Auch der Kriegsrat kam mit strahlendem Gesicht
hereingehumpelt und verließ den Kranken nicht eher wieder, bis Ursula
den alten Herrn unerbittlich zur Tür hinausschob.
Von nun an machte Kurts Genesung rasche Fortschritte, und er aß und
trank mit Behagen. Seine Pflege versah Ursula. Tante Sidonie saß
tagsüber stundenlang an seinem Bett und vertrieb ihm durch ihr Plaudern
die Zeit. Aber sie bemerkte, daß er oft zerstreut war und ihren Worten
kaum folgte. In solchen Augenblicken hingen Kurts Augen, wie sie mit
unbeschreiblicher Freude wahrnahm, heimlich an Ursula.
Zwischen den beiden jungen Menschen herrschte eine tiefinnerliche,
stille Herzlichkeit. Tante Sidonie war eine scharfe Beobachterin und
empfand deutlich, daß jeder von ihnen eine schwere Last trug.
So war eine Woche vergangen. Kurt durfte heute zum erstenmal das Bett
auf ein paar Stunden verlassen.
Nun saß er auf der kleinen Veranda an der Elbseite des Hauses in dem
warmen Sonnenschein. Auf seinen Wangen zeigte sich schon eine leichte
Röte, das sichere Zeichen der jungen Kraft, die wieder in seinen Körper
eingezogen war. Die Mattigkeit war aus seinen Augen verschwunden. Aber
sie blickten nicht so heiter in den herrlichen Sonntagmorgen hinein,
wie es das Recht des dem Tode Entronnenen gewesen wäre.
Tante Sidonie saß neben ihm, bemüht, seine stille Traurigkeit durch
ihre Unterhaltung zu verscheuchen. Endlich mochte sie jedoch überzeugt
sein, daß es nutzlos war. Von da an saßen sie stumm beieinander.
Da trat Ursula auf die Veranda.
Das alte Fräulein erhob sich rasch vom Stuhl.
»Beinahe hätte ich's vergessen,« sagte sie, »ich muß ja Herrn von
Abendroth ...«
Mit diesen Worten eilte sie in das Zimmer.
Ursula stand regungslos hinter Kurts Lehnstuhl. Eine lange Weile
drückenden Schweigens verstrich so. Kurt hörte Ursulas Atem schwer
gehen. Da wandte er sich im Stuhl plötzlich um und ergriff ihre Hand.
Das Mädchen zitterte, daß sie sich an den steinernen Pfeiler der Tür
lehnen mußte.
Kurt wollte sprechen, aber eine tiefe Bewegung hinderte ihn daran.
Endlich sagte er:
»Ursula, ich habe deine Liebe schlecht belohnt. Das tut mir bitter weh.
Du aber hast das Schlimme, was ich dir zugefügt, mit Aufopferung und
Großmut vergolten. Ursula, -- kannst du mir verzeihen?«
Ursula war bei diesen Worten bleich geworden. Eine Sekunde lang stand
sie mit niedergeschlagenen Augen stumm und unbeweglich. Dann entfuhr
ihr ein gepreßter Schrei, und sie sank neben dem Sitzenden auf die Knie
nieder und legte ihre Stirn in seinen Schoß.
»Liebste, steh auf,« bat Kurt tief ergriffen, »die Beschämung, die ich
erleide, tötet mich sonst!«
Da hob das Mädchen den Kopf und richtete ihre in Tränen schwimmenden
Augen auf ihn.
»Nein, Kurt,« sagte sie mit fester Stimme, »du darfst mich nicht um
Verzeihung bitten! Ich konnte dir wohl zürnen, aber ich war grausam
gegen dich, denn ich hörte nicht auf deine Worte, aus denen ich alles
erfahren hätte. Als meine Heftigkeit verflogen war, bereute ich sie.
Und Tante Sidonie lehrte mich vollends das bittere Unrecht erkennen,
das ich dir zugefügt. Kurt, verzeihe ...«
Der Sitzende beugte sich erschüttert herab.
»Sprich nicht weiter,« stammelte er mit bebenden Lippen. »Wer sich
von uns schuldig fühlt, mag den andern mit doppelter Liebe für die
schlimmen Tage entschädigen. Du hast mir durch deine aufopfernde Pflege
das Leben noch einmal geschenkt. Geliebte! Dein soll es nun aber auch
fortan gehören, -- bis zu meinem letzten Atemzuge!«
»Kurt!« jubelte Ursula hell auf und warf ihre Arme um seinen Hals.
In diesem Augenblick kam Tante Sidonie zurück. Hilflos blieb sie in
der Tür stehen. Zwar hatte sie in den letzten Wochen im Träumen und
Wachen schon immer das Bild vor Augen gehabt, das sich ihr jetzt so
überraschend bot. Aber es war ja doch nur ihre Einbildung gewesen, der
höchste Ausdruck ihrer Sehnsucht. Was sie jetzt aber hier sah, war
Wirklichkeit -- -- --
Dem alten Fräulein rannen die Tränen über die faltigen Wangen, und sie
trippelte fassungslos hin und her.
»Richtig, der Herr Kriegsrat!« kam es mit einem Mal wie eine
innerliche Befreiung von ihren Lippen. »Ach, ich werde ja schon so
vergeßlich ...«
Damit schoß sie wieder hinein.
* * * * *
Die Sonne stand leuchtend am Himmel, über Sachsens Hauptstadt schwebte
Sonntagsfrieden. Der leichte Wind trug vom Kreuzturm, halb verweht,
das Geläute der Glocken herüber. Ihr eherner Mund lud alle, die die
feierlichen Klänge hören wollten, zum Kirchgang ein.
Von demselben Verfasser erschien 1912:
Siebeneichen
Roman aus dem Alt-Meißner Land von
[Illustration: Gustav Hildebrand.]
Geheftet 3 M; -- Elegant gebunden 4 M
Eine Reihe glänzender Beurteilungen liegen über dieses schöne,
ausgereifte Werk vor, von denen wir Raummangels wegen nur einige
abdrucken können. Es schreiben die
»_Literarische Neuigkeiten_«, Leipzig:
Das Meißner-Land hat seinen Dichter gefunden! Gustav Hildebrands
Roman »Siebeneichen« versetzt uns an die rauschende Elbe, nach der
alten Markgrafenstadt, und zaubert ein Bild längst vergangener Zeiten
hervor, Zeiten geistiger Not, wo alles in heller Begeisterung eintrat
für die geläuterte Lehre des Wittenbergers und Ringen nach Erkenntnis
die Herzen erfüllte. Die Glaubenskämpfe, welche die wackeren Bürger
mit ihrem stolzen Burgemeister Waltklinger an der Spitze zu bestehen
hatten, geben dem Buche seinen Grundton, und herrliches Lokalkolorit
durchzieht das ganze Werk, in dem ein Dichter das hohe Lied der
Heimatliebe erschallen läßt. Der Roman wirkt in der Zeit literarischer
Verflachung überaus erquickend, und auch in die Hände der reiferen
Jugend darf dieses wahre Volksbuch unbedenklich gegeben werden.
S.-A.
»_Sachsensport_«, Dresden:
Ins Alt-Meißner Land führt er uns hinein, wie es sich in der ersten
Hälfte des 16. Jahrhundert darstellt, von Religionswirren durchtobt,
von regem Handel belebt. Zwei Männer stehen im Vordergrund: der
strenge päpstlich gesinnte Amtmann Ernst von Miltitz, Schloßherr
zu Siebeneichen, der stolzen meißnischen Burg, die dem Buch den
Namen gegeben, und Georg Waltklinger, Meißens ehrenfester, treu
evangelischer Burgemeister. Zwei Eisenköpfe, die keinen Schritt breit
von ihrer Überzeugung weichen und deren Hader verdunkelnd auf dem
Liebesglück ihrer Kinder, Bernhard und Sonnhild, ruht. Mit straffer
Hand führt Gustav Hildebrand seine mannigfach verwickelte Handlung
bis zum befriedigenden Schluß durch. Packend ist's geschildert, wie,
jubelnd vom Volk begrüßt, die Reformation ihren Einzug in Meißen
hält. Liebevoll, mit historischer Treue sind die alten schönen Sitten
aufgezeichnet. Ein echter Dichter voll Poesie und Humor steht hinter
diesem Buch, das den, der es zu lesen angefangen, nicht losläßt bis zum
Schluß.
»_Dorfzeitung_«, Hildburghausen:
Der Verfasser versucht es, uns ein eingehendes Kulturbild aus jener
großen und interessanten Zeit zu geben, in der sich die Reformation
zu entwickeln beginnt und sich siegreich dem alten Glauben gegenüber
durchsetzt. Der Ort der Handlung ist die alte Markgrafenschaft
Meißen, die uns Hildebrand mit großer Liebe in allen Einzelheiten
ihres damaligen Bildes schildert. Die Hauptträger der Handlung sind
ein junges Liebespaar, der katholische Junker Bernhard von Miltitz
und Sonnhild, des tatkräftigen Meißner Bürgermeisters Waltklinger
liebreizendes Töchterlein, die, wie ihr Vater sich zum neuen Glauben
bekennt. Vorzüglich hat der Verfasser es verstanden, in einer hie
und da etwas altertümelnden Sprache uns den Geist und die Eigenart
jener merkwürdigen Zeit zu schildern; mit plastischer Deutlichkeit
treten uns die Hauptpersonen entgegen, die zum Teil als Vertreter der
Hauptströmungen des politischen, religiösen und gesellschaftlichen
Lebens jener Zeit aufzufassen sind. So verkörpert, um nur zwei
Beispiele anzuführen, des Liebhabers Vater Ernst von Miltitz, der
herzogliche Amtmann von Meißen, den Adel jener Tage, der voll stolzen
Selbstgefühls sich höher dünkt, als die Bürger hinter den Mauern ihrer
Stadt, während wir in der Person eben des Bürgermeisters Waltklinger
einen Vertreter des aufstrebenden Bürgertums jener Zeit sehen, das,
voll Stolz auf sein wirtschaftliches Vorwärtskommen, sich dem Adel
ebenbürtig fühlt und diesem voll trotzigen Selbstgefühls die Spitze
bietet. -- Alle Stände des 16. Jahrhunderts ziehen in bunter Reihe
an uns vorüber, der heimatlose Spielmann, das fahrende Kriegsvolk,
die Juden u. a. m. Es ist ein Buch, das sich vorzüglich auch für
unsere Jugend zur Lektüre eignet und das darum allen Volks- und
Schulbibliotheken warm empfohlen sei.
_Franz Mießner_ in »Leipziger Neueste Nachrichten«, Leipzig:
Das ist eine ganz prächtige Geschichte, ohne jeden übermodernen
Klimbim, aber dafür voll von Heimatpoesie und echtem gutem Menschentum.
Eine kulturgeschichtlich hochinteressante Zeit taucht auf. Deutscher
Bürgerstolz im Kampfe mit stolzem Adel, und dazu das sieghafte Ein-
und Vordringen von Luthers Lehre; Meißen, die alte Markgrafenstadt,
gibt das spezielle Bild, und Schloß Siebeneichen mit seinen Bewohnern
spielt eine besondere Hauptrolle. Eine zarte, sinnige Liebesgeschichte
klingt glücklich aus und wirkt versöhnend zwischen dem bürgerlichen und
adligen Milieu. Die beigegebenen Federzeichnungen von Josef Windisch
sind ganz reizend und stimmen vortrefflich zu der feinen, unmittelbaren
Schilderungskunst des Verfassers. Ein kerndeutsches Buch! Für die
Familie eine prächtige Lektüre.
Einer reichgefüllten Schatzkammer für alle Kunst- und Literaturfreunde
gleicht
Rafael von Urbino
Kunstgeschichtlicher Roman in Bildern
von
Heinrich von Schoeler
300 Seiten mit 10 Kunstblättern
In vornehmem Geschenkband M. 4.50
Wie der bekannte Autor in seinem vor drei Jahren erschienenen und
glänzend aufgenommenen historischen Roman »Kaiser Tiberius auf Capri«
den Versuch wagte, den genialen Cäsar zu schildern, abweichend von dem
Bilde, das eine unkritische Schultradition uns von ihm übermittelt hat,
so bietet ~Dr.~ H. von Schoeler in seinem neuesten kunstgeschichtlichen
Roman »Rafael von Urbino« ein auf der Grundlage sorgfältiger Studien
gezeichnetes Bildnis Rafael Santis, das den großen Urbinaten der
historischen Wirklichkeit entsprechend darstellt. -- Mit Riesenfleiß
zeichnet der Verfasser aus dem unermeßlich reichen Borne lebhafter
Gestaltungskraft und kunsthistorischen Wissens Blatt um Blatt den
Werdegang eines in rastloser Arbeit durch unermüdliche, vorbereitende
Studien und konzentrierte Geisteskraft sich emporringenden Genius,
der zielbewußt sein Lebenswerk der höchsten Vollendung entgegenführt.
Denn Rafael Santi war das Genie, das in seinem gewaltigen Können
alle zerstreuten Zeitkräfte sammelte und als zusammenfassender Geist
repräsentativ für sein Zeitalter offenbarte.
Nur ein absoluter Beherrscher historischer Darstellungkunst konnte
aus dem Vollen heraus ein solch großzügiges Lebensbild des genialen
Künstlers und zugleich ein wichtiges Dokument der Blüte der
italienischen Renaissancezeit schaffen.
Es ist kein Buch, das man nur zur Unterhaltung zur Hand nimmt. Den
Künstler sowohl als den Kunstverehrer, den Lehrer wie den Schüler,
kurz die Gebildeten aller Stände fesselt das verdienstvolle Werk durch
seine machtvolle Gestaltenfülle und durch den hehren Ausdruck der
Kunstbegeisterung eines hoch über den Parteien stehenden Historikers.
Schaffet gute Bücher ins Haus!
37.--42. Tausend
Leonardo da Vinci
Historischer Roman aus der Wende des 15. Jahrhunderts von
Dmitry Mereschkowski
Einzige autorisierte Übersetzung. Vollständige Ausgabe. 584 Seiten mit
16 Kunstbeilagen, gebunden in elegantem, modernem Leinenband.
_Preis nur Mark 3.--_
Einige Urteile:
Das Buch gehört zu den seltenen Schriften, deren Wirkung auf
nachdenkliche Leser bleibend ist, ja deren Lektüre wie ein Schicksal
in das Leben vieler einzugreifen imstande ist. Es kann nicht dringend
genug empfohlen wenden. Um ihm gerecht zu werden, müßte man allerdings
mehr als ein paar Ankündigungszeilen zur Verfügung haben. Hier müssen
einige wenige Worte warmer Bewunderung genügen.
(_Blätter für Volksbiblioth. und Lesehallen_)
... Gewöhnliche Romane hat Mereschkowski nicht geschrieben, es sind
gewaltige Seelen- und Kulturbilder.
(_Liter. Echo_, Berlin)
... so steht dieses machtvolle Werk als das bedeutendste, das
Riesenfleiß und geniale Phantasie bisher einen modernen Dichter aus
der Lebens- und Gestaltenfülle der italienischen Renaissancezeit hat
erschaffen lassen.
(_Westermanns illustr. Monatshefte._)
Kein Gelehrter, ein Romancier hat uns die beste Arbeit über Leonardo
geschenkt ... und so wollte ich auf das Werk verweisen, das besser als
gelehrte Erörterungen in die Werkstatt seines Geistes einführt.
(_Prof. R. Muther_, Breslau.)
Nur ein absoluter Beherrscher schriftstellerischer Darstellungskunst
konnte dieses Buch ins Leben rufen, das seinem Autor eine den
bedeutendsten Erzählern ebenbürtige Stellung anweist ...
(_Monatsberichte über Kunstwissenschaft_, München)
Mereschkowski, der jüngste der russischen Schriftsteller, ist ein
würdiger Nachfolger Tolstois und Dostojewskis.
(_Daily Telegraph_, London.)
Ein packendes Buch, das höher steht als die besten Romane der Neuzeit,
höher als es sich sagen läßt ...
(_Spectator_, London.)
... Und ich wüßte keinen, der auch nur annähernd in dieser
Anschaulichkeit die große Zeit vor uns lebendig gemacht hätte ... Über
das wundervolle Material eines Gelehrten ist ein Dichter geraten,
der über die seltene historische Phantasie verfügt. Das ist so
außerordentlich wie Mereschkowski aus dem Vollen schöpft. Und man denkt
an sein Werk zurück wie an eine gefüllte Schatzkammer. Es liegt so viel
Reichtum darin, daß man ihn auf einmal nicht übersehen kann.
(_Carl Busse_ in »Liter. Monatsberichte«.)
Von =Dmitry Sergejewitsch Mereschkowski= erschienen ferner:
Julian Apostata
der letzte Hellene auf dem Throne der Cäsaren
Ein biographischer Roman
Deutsch von =C. von Gütschow=
Preis gebunden M. 4.--
»Julian Apostata bringt uns nicht nur die Erzählung des Lebens jenes
letzten Hellenen auf dem Throne der Cäsaren, sondern auch eine
bewegte Schilderung der damaligen zivilisierten Welt des Westens in
mit dramatischer Lebhaftigkeit vor dem inneren Auge des Lesers sich
abspielenden wechselvollen, interessanten Szenen.«
_Mülheimer Zeitung_ vom 19. Dezember 1902.
Peter der Große
und sein Sohn Alexei
Historischer Roman aus Rußlands großer Zeit
Deutsch von =C. von Gütschow=
Preis gebunden M 7.--
»Noch kein Romanschriftsteller hat die Gabe besessen, eine längst
vergangene Zeit in solcher Lebensfülle wieder wachzurufen. Es grenzt
ans Wunderbare. Und darum glauben wir, daß von allen russischen
Schriftstellern der Jetztzeit sich Mereschkowski am längsten halten
wird.«
_~République française~_, Paris
Julian Apostata (Christ und Antichrist Band 1: Tod der Götter),
Leonardo da Vinci (Christ und Antichrist Band 2: Auferstehung der
Götter), Peter der Große (Christ und Antichrist Band 3: Der Antichrist)
bilden eine Romantrilogie. Jeder Band hat selbständigen Wert u. ist
einzeln käuflich.
Michelangelo
und andere Novellen aus der Renaissancezeit
Deutsch von =C. von Gütschow=
Preis gebunden M. 3.--
_Inhalt_: Michelangelo. -- Die Liebe ist stärker als der Tod. -- Die
Wissenschaft der Liebe. -- Der heilige Satyr.
Mereschkowski zeigt sich hier als Meister einer Kleinkunst von
köstlicher Feinheit. Daß uns auch aus diesen vier Erzählungen der
lebendige Odem einer reichbewegten Zeit geistigen Erwachens und
eines einzig dastehenden künstlerischen Aufschwunges machtvoll
entgegenweht, wird niemand wundernehmen, der des Dichters, von vielen
namhaften Kritikern als eines der gewaltigsten Bücher unserer Zeit
gekennzeichneten, großen biographischen Roman »Leonardo da Vinci«
gelesen hat.
Henryk Sienkiewicz, Roman-Trilogie
Deutsch von =Clara Hillebrand= und =~Dr.~ R. Löwenfeld=
6 Bände
Elegant gebunden in 6 Original-Leinenbänden M. 28.--
Daraus einzeln:
=Mit Feuer und Schwert.= Zweite Auflage. 2 Bände. Elegant
gebunden M. 9.--
=Sturmflut.= Dritte Auflage. 3 Bände. Elegant gebunden M. 13.50
=Der kleine Ritter= (Pan Wolodyjowski). Zweite Auflage. Elegant
gebunden M. 6.--
Jede der drei Abteilungen bildet einen Roman für sich
Sienkiewicz, ~Quo vadis?~
Deutsch von =Clara Hillebrand=
2 Bände. Elegant geb. M. 7.--
Erste korrekte und vollständige, mit vielen Erklärungen versehene
Übersetzung
Sienkiewicz, Die Kreuzritter
Deutsch von =Clara Hillebrand=
2 Bände. Elegant geb. M. 9.--
Sienkiewicz, Die dritte Braut
Gebunden M. 1.50
Sienkiewicz, Lilian Moris
Gebunden M. 1.50
Die Vorzüge unserer Sienkiewicz-Ausgaben sind:
=Vollständigkeit, mustergültige Übersetzung, vorzügliche Ausstattung
und Billigkeit.=
Verlagsbuchhandlung Schulze & Co. in Leipzig
Weitere Anmerkungen zur Transkription
Offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Die
Darstellung der Ellipsen wurde vereinheitlicht.
End of Project Gutenberg's Rund um den Kreuzturm, by Gustav Hildebrand