Sie war weiß wie eine Französin mit einem metallischen Schimmer der Haut.
Ihre Glieder waren schlank und weich. Sie stand auf.
Sie hob die Arme. In den Achselhöhlen saß kupferner Flaum. Ihre Haare waren
tiefrot und glatt.
Sie hob die Arme und legte sie um seinen Hals. Er trug sie in die Hütte
voll Erleben des zärtlichen Druckes, mit dem sie sich an ihn lehnte, so,
als stürbe sie an ihm.
Er fragte sie, wie sie heiße.
Sie wagte ihren Namen vor ihm nicht zu sagen. Da nannte er sie Kalekua,
weil sie dieser ähnlich war.
Aber nach wenigen Tagen bedrückte es ihn, daß er deren Erlebnis noch
ungelöst und schwingend hinter sich trage. Er brach auf und ging zwei
Wochen durch den Wald mit ihr bis Honoruru zur südlichen Küste. Dort hörte
er, Kalekua sei gestorben, und dies erfüllte ihn mit Freude, denn nun
schien ihm alles auf diese Frau übergegangen zu sein.
Er baute zwei Tage von der kleinen Stadt der Natives ein Haus auf einem
schwarzen Lavafelsen, der die Bai überragte.
Morgens sahen sie gleich aufs Meer, in dem Kanoes lichte Schaumstreifen
hinter sich zogen und silberne Rollen an den Madreporen rannten. Einmal lag
ein Schiff lang draußen unbeweglich, das amerikanischen Kaufleuten gehörte,
die Sandelholz nach China brachten, wo es als Weihrauch durch die Pagoden
stieß. Sonst kamen keine Schiffe.
Oft regnete es. Aber der Himmel blieb strahlend blau, und die Tropfen
hingen wie tanzende Seile in die See.
An einem Morgen nahm Kalekua ihn bei der Hand und führte ihn stundenweit.
Sie bahnten sich durch Farrengestrüpp und Unterholz einen Weg. Spät kamen
sie in eine Schlucht. Kalekua ließ seine Hand nicht frei. Plötzlich,
nachdem sie unter überhängenden Felsen lang gegangen waren, traten sie
hinaus.
Über ihnen war ein Brausen. Sie hoben die Köpfe. Er sah auf der einen Seite
der Schlucht einen Strom herabfallen, aber in der Mitte der Luft fing ihn
ein Windstrom, der strudelnd gerade vor ihnen hochstürzte, und trug ihn auf
die andere Seite hinüber. Der Wind stand wie eine blaue Spirale in dem Tal.
Kalekua sah fragend zu ihm auf.