im lieben Sachsenlande. Jede Anlage hat ihre Eigentümlichkeiten, ihre
besonderen Reize für den Wandrer, der an ihrem Ufer streift. Unser
Graben ist dadurch merkwürdig und besonders anziehend, daß er nur zum
Teil im offenen Bett dahinfließt. Fünfmal wird das Wasser vom Felsen
verschlungen und durch Tunnel geleitet. Dazu kommt seine herrliche
Waldumgebung und die malerische Lage hoch am Hange des Bobritzschtals.
Der Weg am Graben hin bietet dem Wandrer Bilder einzigartiger
Naturschönheit; anmutige friedliche Waldblicke wechseln ab mit Bildern
voll wildromantischer Wucht. Unberührte Natur und Menschenwerk einen
sich harmonisch.
Bald nach dem Eintritt in den Wald kommen wir an die erste offene
Grabenstelle. Etwa dreihundert Meter weit plätschert das klare Wasser,
um im ersten Tunnel zu verschwinden und durch den Berg dem Reinsberger
Lichtloch zuzufließen. Ein schroffer Felsvorsprung schiebt sich nun ins
Tal, vom zweiten Grabentunnel durchzogen. Wohl dreißig Meter tief im
Grunde braust die Bobritzsch hin, von gewaltigen Fichten beschattet.
Ein neues schöneres Bild tut sich hinter dem Felsen auf; wir kommen
wieder an den offenen Graben. Ein Felsriegel ist durchschnitten für
das Grabenbett. So geht es weiter im bunten Wechsel. Über eine alte
Berghalde führt der Weg, Sedum begrünt den Schutt und im Schatten
von Linden und Eschen laden Bänke zu kurzer Rast ein. Auch hier ein
herrlicher Blick hinab ins Bobritzschtal, hinüber in den schönen Wald.
Die Halde und ein Wehr am Graben erinnern an den Bau des fünften
Lichtloches des Rothschönberger Stollens, das einst hier in die Tiefe
führte. Es ist heute zugewölbt und verschüttet. Der Fußweg senkt sich
hinab zur Bobritzsch, auf schmalem Pfade geht die Wanderung weiter,
oben am Berge fließt der Graben. Dort, wo er zum viertenmal in den
Felsen verschwindet, ist sein Geburtszeugnis eingemeißelt:
Ausgeführt 18 ~L~ 44/~C~ 46
durch
Ob. Ef. ~E. v. W.~
Ostg. ~A. J.~
Mstg. ~G. B.~
Die Namen des Bauleiters Oberbergrat von Warnsdorff, des Obersteigers
Jobst und des Maschinensteigers sind hier verewigt. In nur drei Jahre
fällt also die Bauzeit des Grabens; wahrlich eine beachtliche Leistung!
Noch manches herrliche Bild landschaftlicher Schönheit zieht vor unserm
Auge vorüber. Dort gähnt eine dunkle Felshöhle, hier liegt am Ufer der
Bobritzsch eine kleine blumenübersäte Wiese, umrahmt von hohen Fichten.
Jungwald zieht sich zum Gipfel des Berghanges empor und dort, wo die
Sonne ungehindert durch Bäume in den Graben scheint, spielen Scharen
kleiner Fische im blanken Wasser.
Viel zu früh für den wanderfrohen Heimatfreund tritt der Wald zurück
und bald tauchen die ersten Häuser von Krummenhennersdorf auf. Wir sind
am Ende der Grabenwanderung angelangt! Oberhalb des »Gasthauses zur
Grabentour« liegt das Wehr, welches das Bobritzschwasser in den Graben
leitet. Wir verlassen die Bobritzsch auf hoher Brücke und biegen in
das Seitental ein, in dem der eigentliche alte Ort Krummenhennersdorf
liegt.
Krummenhennersdorf – heute kaum genannt, oder höchstens bekannt als
Ausgangs- oder Endpunkt der Grabentour, und doch hat Klio den Namen
mehrfach eingezeichnet in die Annalen der sächsischen Geschichte.
Zu der Zeit, als man Freiberg erbaute, mag auch Krummenhennersdorf
mit andern Bergbaudörfern der Umgebung entstanden sein. Ursprünglich
nach seinem Gründer Hinrichsdorf, also Heinrichsdorf genannt,
erhielt der Ort später wegen seiner Lage am gebogenen, krummen
Laufe des ihn durchfließenden Baches und zum Unterschiede vom nahen
Langhennersdorf seinen heutigen, etwas merkwürdig anmutenden Namen.
Vor über siebenhundert Jahren wird Krummenhennersdorf erstmals in
der sächsischen Landesgeschichte erwähnt, in den Tagen, da deutsche
Fürsten harte Fehden unter einander und gegen den Kaiser ausfochten.
Im Juni 1195 endete hier das kampfesfrohe Leben des ritterlichen
Meißner Markgrafen Albrecht des Stolzen. Er wurde, wie wenige Tage
später auch seine Gemahlin, die schöne Sophie von Böhmen, nach der
Inschrift in der Grufthalle zu Altenzella »~veneno sublati~«, durch
Gift hinweggenommen. Völlig geklärt ist das trübe Geschehnis nicht; die
Chronisten berichten, Kaiser Heinrich VI. sei der Anstifter zu diesem
Morde gewesen, da ihm daran gelegen war, den kampfeslustigen und ihn
selbst wiederholt befehdenden Fürsten zu beseitigen. Vielleicht fand
der Kaiser willige Helfer in Altenzella, lud doch Markgraf Albrecht den
Haß des Klosters auf sich, als er einen Teil der Schätze einzog, mit
denen sein Vater Otto der Reiche das junge, von ihm begründete Kloster
in verschwenderischer Weise ausgestattet hatte. Es wird überliefert,
eine gedungene Kreatur des Kaisers habe dem Fürsten in Freiberg den
Todestrunk gereicht; auf der Reise nach Meißen erkrankte Albrecht
und in der Mühle zu Krummenhennersdorf hauchte er sein Leben aus.
Irgendwelche sichtbare Zeichen, die das Gedächtnis an dieses Drama in
der Mark Meißen alten Tagen wachhalten, sind nicht zu finden und wohl
auch kaum vorhanden gewesen. Im Jahre 1910 ist die wahrscheinlich im
Laufe der Jahrhunderte schon mehrmals erneuerte Mühle niedergebrannt;
ein stattlicher Neubau in schmucker heimatlicher Bauweise ist dafür
erstanden. Der eben aus der Bobritzsch abgeleitete Graben liefert der
Mühle die Wasserkraft.
Noch eine andre geschichtliche Erinnerung birgt Krummenhennersdorf.
In der Ortsmitte, hoch auf dem Berge liegt neben der neuen Kirche das
uralte Rittergut, einst ein Besitztum Altenzellas. Hierher übersiedelte
im Jahre 1545 der letzte, der einundvierzigste Abt des Klosters,
Andreas Schmiedewalt, als die Macht des reichen und in seinem Besitz
einem kleinen Fürstentum gleichenden Klosters Altenzella in den Stürmen
der Reformation zusammenbrach. Aus dem Klostergewaltigen war ein
schlichter Pächter geworden, der mit seinem Schicksal ausgesöhnt hier
hochbetagt im Jahre 1586 starb. Er war friedliebend und glich nicht im
entferntesten seinem Vorgänger, dem kampfeslustigen und wortgewandten
Abte Martin, der unter dem Schutze des Landesherrn Georg des Bärtigen
den Siegeslauf der Lehre Luthers aufzuhalten suchte. Manch kräftig
Wörtlein wurde gewechselt von hüben und drüben. Am bekanntesten
geworden ist davon wohl des Abtes Flugschrift aus dem stillen
Altenzella: »Wider das wildgeyfernde Eberschwein, Marten Luthern, so
mit seinem Riesel umzustossen sucht die Canonisation S. Bennonis,
Bischofs zu Meißen.«
[Illustration: Abb. 7 =Schloß Bieberstein=]
Das Andenken an Andreas wurde etwas getrübt, als sich später
herausstellte, daß er einen Teil der Klosterschätze und goldenen
Kleinodien beiseite geschafft und der Sequestierung entzogen hatte.
Freilich ist nie aufgeklärt worden, ob der sonst so gewissenhafte Abt
sich damit einen Notpfennig für sein Alter sichern wollte, oder ob er
in der Hoffnung lebte, das Land werde wieder katholisch werden und sein
Kloster in neuem Glanze erstehen. Sagen von vergrabenen Schätzen, die
sich gern um verfallenes Klostergemäuer ranken, wurde damit auf recht
realistische Weise der Nährboden geraubt.
[Illustration: Abb. 8 =Kirche zu Bieberstein=]
Frühlingssonnenglanz lag auf der Landschaft, als ich die Höhe erstiegen
hatte, und nun, an blühenden Kastanien vorüber, durch die gewölbte
Toreinfahrt eintrat in den weiten, von Linden beschatteten Hof des
alten Klosterguts Krummenhennersdorf. Ein Bild des Friedens bot sich
meinem Auge, Schwalben umzwitscherten die von wildem Wein umrankten
Gebäude, die von Efeu dicht übersponnenen altersgrauen Mauern und aus
dem malerischen Taubenhaus in der Mitte des Hofes klang vielstimmiges
Gurren. Kein andrer Laut störte die klösterliche Stille. So mag’s auch
einst gewesen sein, als Abt Andreas hier seine Tage verlebte. An den
Gutshof grenzt der sehr große und heute noch wohlgepflegte Park. Eine
hohe Mauer umgibt ihn, ein Anklang an die gewaltige Mauer, welche das
Kloster Altenzella von der Außenwelt abschloß.
Nach kurzer Wanderung erreichen wir die hohe Esse und blicken hinab
auf die rußgeschwärzte Halsbrücker Hütte. Noch einmal taucht die
Erinnerung auf an den Rothschönberger Stollen; dicht bei der Esse
steht ein kleines Schachtgebäude, unter dem das siebente Lichtloch
hundertdreiundzwanzig Meter tief auf die Stollensohle führt. Und nun
geht unsre Fahrt weiter auf Freiberg zu; wir schlagen den Fußweg über
»Herders Ruhe« ein und besuchen die denkwürdige Stätte, wo unter einer
Berghalde »der Knappen treuester Freund«, der Oberberghauptmann von
Herder seine letzte Schicht verfährt. Auch uns war er heute ein Freund
und eine herrliche Wanderfahrt hat er uns beschieden. Herders genialer
Geist hat den Plan zu der gewaltigen Grubenwasserabführung erdacht,
aus dem der Rothschönberger Stollen und der Graben an der Grabentour
hervorgegangen sind.
Sächsische »Schweiz«?
Von ~Dr.~ _Kurt Schumann_
Gelegentlich der Ausstellung der Gilde vom Berge: Das sächsische
Felsengebirge in Literatur, Bild und Kartographie im Japanischen Palais
in Dresden ist wieder einmal der Streit um den Namen des bekanntesten
sächsischen Gebirges entbrannt. ~Dr.~ Kuhfahl, der bekannte
Bergsteiger, Photograph und Steinkreuzforscher schreibt im Dresdner
Anzeiger im Anschluß an eine Besprechung der genannten Ausstellung:
»Mit der richtigen Würdigung dieses Gebirgscharakters taucht aber in
denkenden Köpfen gleichzeitig eine Art Beschämung darüber auf, daß
der Name für diese heimatliche Felsenwildnis in denkbar läppischster
Weise aus hochalpinen Verhältnissen herbeigezogen worden ist, mit denen
er auch nicht die allergeringsten Vergleichspunkte besitzt. Das Wort
»Sächsische Schweiz«, das jedem Alpenkenner als eine Herabwürdigung der
Heimat erscheinen muß, hat sich seit 1780 gedankenlos fortgepflanzt und
selbst in wissenschaftlichen Werken hier und da Eingang gefunden. Der
Ausdruck Elbsandsteingebirge besitzt keine Volkstümlichkeit, und wenn
die Gilde vom Berge heute ihre Ausstellung Sächsisches Felsengebirge
betitelt, so ist sie sich gleichfalls bewußt, daß dies noch nicht die
erwünschte Lösung der Namenfrage bedeutet.« Deshalb regt ~Dr.~ Kuhfahl
an, man möge sich, wie schon vor Jahren gelegentlich eines von einer
Zeitschrift ausgeschriebenen Wettbewerbs, mit dieser Frage befassen und
nach einem treffenden, knappen und klangvollen Namen suchen.
Zunächst eine kleine Richtigstellung, die für unsre weiteren
Darlegungen nicht ohne Bedeutung ist: Der Name »Sächsische Schweiz«
hat nicht selbst in wissenschaftlichen Werken hier und da Eingang
gefunden, sondern wird seit Jahrzehnten beinahe ausnahmslos von allen
Wissenschaftlern und vor allem von den Geographen gebraucht. Als Beleg
nur die Verfassernamen der mir gerade zugänglichen Werke, in denen
er an hervorragender Stelle gebraucht wird: Beck, Freiberg; Beyer,
Dresden; Hettner, Heidelberg; Ruge, Dresden; Stübler, Bautzen; Berg,
Göttingen; Machatschek, Prag; Weicker, Dresden; Meiche, Dresden;
Schmaler, Dresden; Philippson, Bonn; Partsch, Leipzig; Koßmat, Leipzig;
Pietzsch, Leipzig usw. Besonders stutzig muß uns die Tatsache machen,
daß es ein geborener Dresdner, der jetzige Ordinarius für Geographie
in Heidelberg, _A. Hettner_, war, der mit seinem klassischen Werk über
den _Gebirgsbau_ und die _Oberflächengestaltung_ der _Sächsischen
Schweiz_ das Wort in die wissenschaftliche Literatur einführte.
Man kann wohl kaum annehmen, daß bei ihm wie bei all den genannten
Geographen, Geologen, Historikern und Heimatforschern, denen man das
Attribut denkende Köpfe kaum verweigern dürfte, reine Gedankenlosigkeit
die Ursache zu diesem Brauche war. Schmaler schreibt in seiner
trefflichen Landeskunde von Sachsen: »Der Geologe wird die Bezeichnung
Elbsandsteingebirge lieber anwenden als den Begriff Sächsische Schweiz.
Jedoch hat sich dieser so _allgemein eingebürgert_, daß ihn heute auch
die wissenschaftliche Geographie braucht. Es ist darum zwecklos, über
seine Berechtigung zu streiten. Interessant ist es, daß er in der
Zeit der Aufschließung des Gebirges für den Reiseverkehr auch von den
bekannten Schweizer Malern Adrian Zingg und Anton Graff angewendet
worden ist.«
Ich glaube, wir kommen nicht um die Notwendigkeit herum, dem was
Schmaler sagt, zuzustimmen. Es ist auch bei den Verfechtern dieses
Namens kein Zweifel darüber, daß es wenige Gebirge gibt, die in
Gesteinsaufbau und Oberflächenform weniger Ähnlichkeit mit den
Schweizer Alpen haben, als die Sächsische Schweiz. Die Kardinalfrage
bei der ganzen Erörterung ist deshalb: Wollten diejenigen, die zuerst
diesen Namen brauchten, und wollen alle die, die ihn heute in Schrift
und Wort anwenden, überhaupt einen Vergleich zwischen den Alpen und
unserm »Salongebirge«, wie es Ruge scherzhaft, wenn auch nicht für alle
Teile zutreffend genannt hat, ziehen? Diese Frage aber muß unbedingt
verneint werden. Wer heute Sonntags »in die Schweiz fährt«, um zu
wandern oder zu klettern, um zu botanisieren oder Leitfossilien zu
sammeln, um die Spuren alter Raubnester zu suchen oder sich im Schatten
der Kiefern im Angesicht einer erhabenen Landschaft philosophischen
Spekulationen oder dichterischen Träumen hinzugeben, denkt nicht
im entferntesten an das für die meisten nicht erst seit dem Kriege
unerreichbare Gebiet der Berner oder Walliser Alpen, und wäre er
gleich am Vorabend erst im Tell oder einer Filmvorführung gewesen,
die ihm die ganze Herrlichkeit dieser Landschaften vor Auge und Seele
stellte. Ebensowenig wie sich der Schüler, der morgens ins Gymnasium
geht, des Gegensatzes bewußt ist, der zwischen der Anstalt, die also
bezeichnet wird und ihrem Vorbild besteht, denkt der Schweizfahrer an
das Land, das – man ist versucht zu sagen »zufällig« – denselben
Namen trägt wie sein geliebtes Felsengebirge. Es verbinden sich
einfach mit dem _Wortklang_ nicht nur für den Dresdner, sondern für
jeden, der die besondere Schönheit dieses Gebirges genossen hat, so
starke Gefühlswerte, daß er den Namen ebensowenig missen möchte, wie
den der Frauenkirche, des Zwingers oder der im Volksmund auch in der
Zeit des albernsten Byzantinismus nie ausgestorbenen Augustusbrücke.
Als mir neulich eine Kollegin erzählte, sie sei am Sonntag im
Elbsandsteingebirge gewesen, lief mir ein kalter Schauer den Rücken
hinunter, und mit dem Sächsischen Felsengebirge geht es mir nicht viel
besser. Am wärmsten klingt noch Meißner Hochland, aber auch nur dem,
der unter der Schwelle des Bewußtseins die ganze sächsische Geschichte
liegen hat. Die weiteren Folgen einer Namensänderung will ich hier
nicht ausmalen. Nur die bescheidene Frage: Wem wäre es nicht komisch
zu Mute, wenn er von Ostern ab statt mit dem Schweizzuge mit dem
Felsengebirgs- oder Elbgebirgszuge nach Schöna fahren und anschließend
eine Meißner Hochlandstour unternehmen sollte?
Und wer doch beim Klange des Wortes Schweiz es nicht lassen kann,
nach den Gletschern des Engadin und den Firnspitzen von Zermatt einen
ängstlichen Blick zu werfen, den werden vielleicht die folgenden Worte
beruhigen, die ich in einem Wegweiser durch die Gegend um Dresden im
Jahre 1804, als man sich auch schon einmal nach neuen Namen den Kopf
zerbrach, fand, und mit denen ich meine Verteidigung der »Sächsischen
Schweiz«, deren ragende Steine schon mein Söhnlein vom Landgraben aus
mit dem Jubelruf grüßt: »Water, die Weiz! die Weiz!!«, schließen: »Doch
das Gebirge heiße, wie es wolle, es ist unendlich malerisch. Alle
Kontraste des Großen und Gefälligen, des Wunderbaren und Schönen, des
Kühnen und Leichten, des Grausenden und Sanften sind mit romantischer
Mannigfaltigkeit an den triumphierenden Lauf des Elbstroms gefesselt,
und Schweizer, die hier weder ein Haslital noch die Spitzen der
Jungfrau und des Finsteraarhorns fanden, die hier keinen Kuhreigen
hörten und keinem Gemsenjäger begegneten, wurden dem allen ungeachtet
von dem wunderbaren Charakter der Landschaft ergriffen und mit
magischer Gewalt in die ferne Welt ihrer geliebten Heimat versetzt.«
Bücherbesprechung
»=Das Deutsche Haus=« von Paul Ehmig, 3. Band – 5. und 6. Buch
– ist soeben bei Ernst Wasmuth, Berlin, erschienen. Somit ist in
glücklichster Weise dieses großzügig angelegte Werk zum Abschluß
gebracht worden. Die künstlerischen Bedingungen des deutschen
Hauses, Anlage, Aufbau, Hauskörper, Innenraum und Garten werden
in tiefgründiger Weise vom Standpunkte des schaffenden Künstlers
behandelt. Der dritte Band ist ebenso wie seine Vorgänger hervorragend
ausgestattet und mit 131 wertvollen Abbildungen illustriert. Wir
empfehlen allen Baulustigen wie Freunden der nationalen künstlerischen
Kultur das Buch aufs wärmste, aber auch den Jüngern der Baukunst.
Ist es doch frei von der in technischen Gebieten allzu üblichen
schematischen Behandlung der Aufgaben, betont es doch immer
wieder die Notwendigkeit, die Erfahrungen der Alten zu benützen
und die Bedürfnisse aus ihnen zu entwickeln. Alles in allem eine
bedeutsame Weiterentwicklung der in den letzten Jahren erschienenen
Veröffentlichungen ähnlichen Charakters –, auf die vom Deutschen Bund
Heimatschutz herausgegebenen Grundlagen für das Bauen in Stadt und Land
von Steinmetz, Berlin, und die sechs Bücher vom Bauen Ostendorfs sei
hierbei hingewiesen. –
Daß dem Siedelungsproblem, Reihenhaus und Bebauungsplan umfangreiche
Teile des Buches gewidmet sind, mag hervorgehoben werden, aber auch,
daß die künstlerische Gestaltung des Hausinneren in Verbindung mit
den Gartenräumen unter Beibringung schönen Abbildungsmaterials mit
besonderer Liebe behandelt ist.
Paul Goldhardt
Für die Schriftleitung des Textes verantwortlich: Werner Schmidt –
Druck: Lehmannsche Buchdruckerei
Klischees von Römmler & Jonas, sämtlich in Dresden
An unsre geschätzten Mitglieder!
Die immer weitere Zunahme unsrer Mitglieder, der Aufschwung
unsrer Bewegung macht eine vollständige Umorganisation unsrer
Mitglieder-Kartothek notwendig. Dabei werden nach Möglichkeit alle
die Wünsche berücksichtigt, die uns seitens unsrer Mitglieder zur
Geschäftsvereinfachung und zur Erzielung von Ersparnissen mitgeteilt
wurden.
Der =jetzige= Versand unsrer Mitteilungen erfolgt noch auf Grund unsrer
alten Kartothek, und da die Briefumschläge seit Wochen geschrieben
sind, ist in vielen Fällen die neue Anschrift, die uns in den letzten
Monaten mitgeteilt wurde, noch nicht berücksichtigt worden.
Um bei der Neuordnung unsrer Geschäftsführung auch nach Möglichkeit
alle veränderten Anschriften berücksichtigen zu können, bitten wir
unsre geschätzten Mitglieder, uns die jetzige und frühere Anschrift
dann mitzuteilen, wenn die Anschrift auf dem Briefumschlag, in dem
dieses Heft versandt wurde, nicht mehr stimmt.
Jede Neuorganisation und Umänderung von Geschäftseinrichtungen
bringt Versehen und Unstimmigkeiten naturgemäß mit sich. Wir bitten
daher in den kommenden Wochen und Monaten – denn die vollständige
Neueinrichtung unsrer Kartothek wird bei dem umfangreichen
Mitgliederbestand diese Zeit erfordern – um freundliche Nachsicht.
Wir danken allen, die uns durch Ratschläge bisher unterstützt haben;
wir ersehen daraus die Liebe zu unsrem Verein, das Interesse an dem
weiteren Heranwachsen unsrer Bewegung zum Wohle des letzten Schatzes,
der uns blieb: zum Wohle unsrer geliebten Heimat.
Landesverein Sächsischer Heimatschutz
März 1923
Einbanddecken in Leinen
Einzelbände M. 3000.--
Doppelbände M. 3500.--
Heimatbücherei des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz
Band I (2. Auflage): _Gerhard Platz_ »Vom Wandern und Weilen im
Heimatland«
M. 7500.--
Band II. _Max Zeibig_ »Bunte Gassen, helle Straßen«
M. 4000.--
Band III. _Edgar Hahnewald_ »Sächsische Landschaften«
M. 6000.--
Bestellkarte in diesem Heft
Lehmannsche Buchdruckerei, Dresden-A.