Einmal lebte in einem großen Walde ein armer Mann mit seinem Weibe; Gott
hatte ihnen acht Kinder gegeben, von denen die ältesten schon ihr Brod
bei fremden Leuten verdienten, und so machte es den Eltern gerade nicht
viel Freude, als ihnen im späten Alter noch ein neuntes Söhnlein geboren
wurde. Aber Gott hatte es ihnen einmal geschenkt, und so mußten sie es
nehmen, und ihm nach Christenbrauch die Taufe geben lassen. Nun wollte
aber Niemand zu dem Kinde Gevatter stehen, weil Jeder besorgte: wenn die
Eltern sterben, so fällt mir das Kind zur Last. Da dachte der Vater: ich
nehme das Kind, und trage es am Sonntag in die Kirche, und sage, daß ich
nirgends Gevattern habe finden können, mag dann der Prediger thun, was
er will, mag er das Kind taufen oder nicht, auf meine Seele kann keine
Sünde fallen. Als er sich am Sonntag aufmachte, fand er nicht weit von
seinem Hause einen Bettler am Wege sitzen, der ihn um ein Almosen bat.
Der Mann sagte: »Ich habe dir nichts zu geben, Brüderchen, die wenigen
Kopeken, die ich in der Tasche habe, muß ich für die Kindtaufe
ausgeben; willst du mir aber einen Gefallen thun, so komm und steh bei
meinem Kinde Gevatter, nachher gehen wir nach Hause und nehmen vorlieb
mit dem, was uns die Hausfrau zum Taufschmaus beschert hat.« Der
Bettler, den bis dahin noch niemand zu Gevatter gebeten hatte, erfüllte
mit Freuden die Bitte des Mannes, und ging mit ihm zur Kirche. Als sie
eben dort angekommen waren, fuhr eine prächtige Kutsche mit vier Pferden
vor, und eine junge vornehme Dame stieg aus. Der arme Mann dachte, hier
will ich zum letzten Male mein Glück versuchen, trat mit demüthigem
Gruße vor die Frau oder das Fräulein, was sie nun sein mochte, und
sagte: »Geehrtes Fräulein, oder was ihr sonst sein mögt! würdet ihr euch
nicht der Mühe unterziehen, bei meinem Kinde Gevatter zu stehen?« Das
Fräulein sagte zu.
Als nun nach der Predigt das Kind zur Taufe gebracht wurde, verwunderten
sich Prediger und Gemeinde sehr darüber, daß ein armseliger Bettelmann
und eine stolze vornehme Dame zusammen bei dem Kinde Gevatter standen.
Das Kind erhielt in der Taufe den Namen Pärtel. Die reiche Pathe
bezahlte das Taufgeld und machte noch ein Pathengeschenk von drei
Rubeln, worüber der Vater des Kindes höchlich erfreut war. Der Bettler
ging dann mit zum Taufschmause. Ehe er am Abend fortging, nahm er ein in
einen kleinen Lappen gewickeltes Schächtelchen aus der Tasche, gab es
der Mutter des Kindes, und sagte: »Mein Pathengeschenk ist zwar
unbedeutend, aber verschmähet es dennoch nicht, vielleicht erwächst
eurem Söhnlein einmal Glück daraus. Ich hatte eine sehr kluge Tante, die
sich auf vielerlei Zauberkünste verstand, die gab mir vor ihrem Tode
das Vogelei in diesem Schächtelchen, indem sie sagte: »Wenn dir einmal
etwas ganz Unerwartetes begegnet, was du niemals ahnden konntest, dann
entäußere dich dieses Eies; wenn es demjenigen zu Theil wird, für den es
bestimmt ist, so kann es ihm großes Glück bringen. Aber hüte das Ei wie
deinen Augapfel, damit es nicht zerbricht, denn die Glücksschale ist
zart.« Nun ist mir bis auf den heutigen Tag, obwohl ich nahe an sechzig
Jahre alt bin, noch nichts so Unerwartetes begegnet, als daß ich heute
morgen zu Gevatter gebeten wurde, und es war gleich mein erster Gedanke:
Du mußt dem Kinde das Ei zum Pathengeschenk geben.«
Der kleine Pärtel gedieh vortrefflich, und wuchs seinen Eltern zur
Freude auf, bis er im Alter von zehn Jahren in ein anderes Dorf zu einem
wohlhabenden Wirthe als Hüterknabe kam. Alle im Hause waren mit dem
Hüterknaben sehr zufrieden, da er ein frommer stiller Bursche war, der
seiner Brotherrschaft niemals Verdruß machte. Die Mutter hatte ihm beim
Abschied das Pathengeschenk in die Tasche gesteckt, und ihm empfohlen,
es sorgsamlich zu hüten, wie seinen Augapfel, was Pärtel auch befolgte.
Auf dem Weideplatz stand ein alter Lindenbaum, und unter diesem lag ein
großer Kieselstein; diesen Ort hatte der Knabe sehr lieb, so daß den
Sommer über kein Tag verging, an dem er nicht unter der Linde auf dem
Steine gesessen hätte. Auf diesem Steine verzehrte er auch gewöhnlich
das Brot, welches ihm alle Morgen mitgegeben wurde, und seinen Durst
stillte eine kleine Quelle in der Nähe des Steines. Mit den anderen
Hirtenknaben, die viel Muthwillen trieben, hielt Pärtel keine
Freundschaft. Wunderbar war es, daß ringsum nirgends so schönes Gras
anzutreffen war, als zwischen dem Stein und der Quelle; obwohl die Herde
jeden Tag hier weidete, so hatte doch am andern Morgen der Rasen mehr
das Ansehen einer geschonten Wiese als das einer Weide.
Wenn Pärtel zuweilen an einem heißen Tage auf dem Steine ein wenig
einschlummerte, so erfreuten ihn jedesmal wunderbare Träume, und noch
beim Erwachen klangen ihm Spiel und Gesang in den Ohren, so daß er mit
offenen Augen weiter träumte. Der Stein war ihm wie ein theurer Freund,
von dem er täglich mit schwerem Herzen schied, und zu dem er den andern
Morgen voll Sehnsucht zurückeilte. So war Pärtel funfzehn Jahre alt
geworden, und sollte nun nicht länger mehr Hüterknabe bleiben. Der Wirth
nahm ihn zum Knecht, ohne ihm jedoch schwerere Arbeit aufzulegen, als er
zu leisten vermochte. Am Sonntage oder an Sommerabenden, wenn die
anderen Bursche mit den Dirnen schäkerten, gesellte sich Pärtel nicht zu
ihnen, sondern ging still sinnend auf den Weideplatz an seinen lieben
Lindenbaum, unter welchem er nicht selten die halbe Nacht zubrachte. So
saß er einmal wieder an einem Sonntag Abend auf dem Steine und schlug
die Maultrommel, da kroch eine milchweiße Schlange unter dem Steine
hervor, hob den Kopf, als wollte sie zuhören, und blickte den Pärtel mit
ihren klaren Augen an, die wie feurige Funken glänzten. Dies wiederholte
sich in der Folge, weßhalb Pärtel, sobald er nur freie Zeit hatte, immer
nach seinem Steine eilte, um die schöne weiße Schlange zu sehen, die
sich zuletzt so an ihn gewöhnt hatte, daß sie sich oftmals um seine
Beine wand.
Pärtel war nun in das Jünglingsalter getreten, seine beide Eltern waren
gestorben, und seine Brüder und Schwestern lebten alle weit entfernt, so
daß sie nicht viel von einander hörten, geschweige denn einander sahen.
Aber lieber als Brüder und Schwestern war ihm die weiße Schlange
geworden; bei Tage waren seine Gedanken auf sie gerichtet, und fast jede
Nacht träumte er von ihr. Deßhalb wurde ihm die Winterzeit sehr lange,
wo tiefer Schnee lag und der Boden gefroren war. Als im Frühling die
Sonnenstrahlen den Schnee geschmolzen und den Boden aufgethaut hatten,
war Pärtels erster Gang wieder zum Steine unter der Linde, obwohl noch
kein Blättchen am Baume zu sehen war. O die Freude! Sobald er seine
Sehnsucht in den Tönen der Maultrommel ausgehaucht hatte, kroch die
weiße Schlange unter dem Stein hervor und spielte zu seinen Füßen, aber
dem Pärtel schien es heute, als wenn die Schlange Thränen vergossen
hätte, und das that seinem Herzen weh. Er ließ nun keinen Abend mehr
hingehen, ohne zum Steine zu kommen, und die Schlange wurde immer
dreister, so daß sie sich schon streicheln ließ, aber wenn Pärtel sie
festhalten wollte, schlüpfte sie ihm durch die Finger und kroch wieder
unter den Stein.
Am Abend des Johannistages, da alle Dorfbewohner, alt und jung, mit
einander zum Johannisfeuer gingen, durfte doch auch Pärtel nicht
zurückbleiben, obwohl sein Herz ihn auf einen andern Weg lockte. Aber
mitten in der Lustbarkeit, als die andern sangen, tanzten und andere
Kurzweil trieben, schlich er sich von ihnen fort zum Lindenbaum, denn
das war der einzige Ort, wo sein Herz Ruhe fand. Als er näher kam,
glänzte ihm vom Steine her ein helles kleines Feuer entgegen, was ihn
sehr in Verwunderung setzte, da, so viel er wußte, Menschen sich um
diese Zeit dort nicht aufhielten. Als er ankam, war das Feuer erloschen,
und hatte weder Asche noch Funken zurückgelassen. Er setzte sich auf den
Stein und fing an, wie gewöhnlich, die Maultrommel zu rühren. Mit einem
Male tauchte das Feuer wieder auf, und es war nichts anderes als das
funkelnde Augenpaar der weißen Schlange. Diese spielte wieder zu seinen
Füßen, ließ sich streicheln, und sah ihn so durchdringend an, als wollte
sie sprechen. Mitternacht konnte nicht weit sein, als die Schlange unter
den Stein in ihr Nest schlüpfte, und auch auf Bartels Spiel nicht wieder
zum Vorschein kam. Als er sein Instrument vom Munde nahm, in die Tasche
steckte, und sich anschickte, nach Hause zu gehen, da säuselte das Laub
der Linde im Hauch des Windes so wunderbar, daß es wie eine
Menschenstimme an sein Ohr schlug, und er mehrmals die Worte zu hören
glaubte:
»Zarte Schale hat das Glücksei,
Zähen Kernes ist die Trübsal;[83]
Zaudre nicht das Glück zu haschen.«
Da fühlte er ein so schmerzliches Verlangen, daß ihm das Herz zu brechen
drohte, und doch wußte er selber nicht, wonach er sich sehnte. Bittre
Thränen rannen ihm von den Wangen, und er klagte: »Was hilft mir
Unglücklichem das Glücksei, da mir auf dieser Welt doch kein Glück
beschieden ist! Von klein auf fühle ich, daß ich für die Menschen nicht
passe, sie verstehen mich nicht, und ich sie nicht: was ihnen Freude
macht, das schafft mir Qual, was mich aber glücklich machen könnte, das
weiß ich selbst nicht, wie sollten es Andere wissen. Der Reichthum und
die Armuth haben beide bei mir zu Gevatter gestanden, darum habe ich
auch zu nichts Rechtem kommen können.« Da wurde es plötzlich so hell um
ihn her, als ob Linde und Stein von der vollen Sonne beschienen würden,
so daß er eine Weile die Augen nicht öffnen konnte, sondern sich erst an
die Helligkeit gewöhnen mußte. Da sah er neben sich auf dem Steine ein
schönes Frauenbild stehen, in schneeweißen Kleidern, wie wenn ein Engel
vom Himmel herunter gestiegen wäre. Aus dem Munde der Jungfrau aber
tönte eine Stimme, die ihm süßer klang, als der Gesang der Nachtigall,
und die Stimme sprach: »Lieber Jüngling, fürchte dich nicht, sondern
erhöre die Bitte eines unglücklichen Mädchens! Ich Arme lebe in einem
trübseligen Kerker, und wenn du dich meiner nicht erbarmst, so habe ich
nimmer Hoffnung auf Erlösung. O, lieber Jüngling, habe Mitleid mit mir,
und weise mich nicht ab. Ich bin eines mächtigen Königs Tochter aus dem
Ostlande, unendlich reich an Gold und Schätzen, aber das kann mir nichts
helfen, weil ein Zauber mich zwang, in Gestalt einer Schlange hier unter
dem Felsen zu leben, wo ich schon viele hundert Jahre weile, ohne je
älter zu werden. Obwohl ich noch nie einem Menschenkinde Böses zugefügt
habe, so fliehen doch Alle vor meiner Gestalt, so wie sie mich
erblicken. Du bist das einzige lebende Wesen, das meine Annäherung nicht
scheute; ja, ich durfte zu deinen Füßen spielen, und deine Hand hat mich
oftmals freundlich gestreichelt. Darum erwachte in meinem Herzen die
Hoffnung, daß du mein Retter werden könntest. Dein Herz ist rein, wie
das eines Kindes, in welchem Lug und Trug noch nicht wohnen. Auch trifft
bei dir Alles zu, was zu meiner Rettung erforderlich ist: eine vornehme
Dame und ein Bettler standen zusammen Gevatter bei dir, und das Glücksei
wurde dein Pathengeschenk. Nur einmal nach je fünf und zwanzig Jahren in
der Johannisnacht ist es mir vergönnt, in Menschengestalt eine Stunde
lang auf der Erde zu wandeln, und wenn dann ein Jüngling reinen Herzens,
der diese besonderen Gaben besitzt, kommen und meine Bitte erhören
würde, so könnte ich aus meiner langen Gefangenschaft erlöst werden.
Rette, o rette mich aus der endlosen Kerkerhaft, ich bitte dich in aller
Engel Namen.« So sprechend fiel sie dem Pärtel zu Füßen, umfaßte seine
Knie und weinte bitterlich.
Dem Pärtel schmolz das Herz bei diesem Anblick und bei dieser Rede, er
bat die Jungfrau aufzustehen und ihm zu sagen, wie die Rettung möglich
sei. »Ich würde ja ohne Zögern durch Feuer und Wasser gehen,« sagte er,
»wenn dadurch deine Rettung möglich würde, und hätte ich zehn Leben zu
verlieren, ich würde sie alle für deine Rettung hingeben! Eine nie
gekannte Sehnsucht läßt mir keine Ruhe mehr, aber wonach ich mich sehne,
weiß ich selbst nicht.«
Die Jungfrau sagte: »Komm morgen Abend gegen Sonnenuntergang wieder
hierher, und wenn ich dir dann als Schlange entgegen komme, und mich wie
einen Gürtel um deinen Leib winde, und dich dreimal küsse, so erschrick
nicht, und bebe nicht zurück, sonst muß ich wieder weiter seufzen unter
dem Fluche der Verzauberung, und wer weiß auf wie viel hundert Jahre.«
Mit diesen Worten war die Jungfrau den Blicken des Jünglings
entschwunden, und wieder säuselte es aus dem Laube der Linde:
»Zarte Schale hat das Glücksei,
Zähen Kernes ist die Trübsal;
Zaudre nicht das Glück zu haschen!«
Pärtel war nach Hause gekommen und hatte sich vor Tages Anbruch schlafen
gelegt, aber wunderbar bunte Träume, theils freundliche, theils
häßliche, scheuchten die Ruhe von seinem Lager. Mit einem Schrei sprang
er auf, weil ein Traum ihm vorgespiegelt hatte, daß die weiße Schlange
sich um seine Brust schlang und ihn erstickte. Zwar achtete er nicht
weiter auf dieses Schreckbild, vielmehr war er fest entschlossen, die
Königstochter aus den Banden der Verzauberung zu erlösen, und wenn er
selber darüber zu Grunde gehen sollte -- aber dennoch wurde ihm das Herz
immer schwerer, je näher die Sonne dem Horizonte kam. Zur festgesetzten
Zeit stand er am Steine unter der Linde, und blickte seufzend zum Himmel
empor, den er um Muth und Kraft anflehte, damit er nicht vor Schwäche
zittere, wenn sich die Schlange um seinen Leib winden und ihn küssen
werde. Da fiel ihm plötzlich das Glücksei ein; er zog das Schächtelchen
aus der Tasche, wickelte es los, und nahm das kleine Ei, das nicht
größer war, als das Ei einer Grasmücke, zwischen die Finger.
In demselben Augenblicke war die schneeweiße Schlange unter dem Steine
hervorgeschlüpft, hatte sich um seinen Leib gewunden, und richtete eben
ihren Kopf empor, um ihn zu küssen, da -- der Mann wußte selbst nicht
wie es geschah -- hatte er der Schlange das Glücksei in den Mund
gesteckt. Er stand, ob auch mit frierendem Herzen, ohne zu beben, bis
die Schlange ihn dreimal geküßt hatte. Jetzt erfolgte ein Krachen und
Leuchten, als hätte der Blitz in den Stein geschlagen, und schwerer
Donner machte die Erde erzittern, so daß Pärtel wie todt zu Boden fiel,
und nicht mehr wußte, was mit ihm oder um ihn her geschah.
Aber in diesem furchtbaren Augenblicke waren die Bande des Zaubers
gebrochen, und die königliche Jungfrau war aus ihrer langen Haft erlöst.
Als Pärtel aus seiner schweren Ohnmacht erwachte, fand er sich auf
weichen Seidenkissen, in einem prächtigen Glasgemach von himmelblauer
Farbe. Das schöne Mädchen kniete vor seinem Bette, streichelte seine
Wangen, und rief, als er die Augen aufschlug: »Dank dem himmlischen
Vater, der mein Gebet erhört hat! und tausend, tausend Dank auch dir,
theurer Jüngling, der du mich aus der langen Verzauberung erlöst hast.
Nimm jetzt zum Lohne mein Reich, dieses prachtvolle Königsschloß mit
allen seinen Schätzen, und wenn du willst, auch mich als Gemahlin mit in
den Kauf. Du sollst fortan hier glücklich leben, wie es dem Herrn des
Glücksei's gebührt. Bis heute war dein Loos wie das deines _Taufvaters_,
jetzt harrt deiner ein besseres Loos, ein solches, wie es deiner
_Taufmutter_ zugefallen war.«
Pärtel's Glück und Freude vermöchte wohl Niemand zu schildern; alle
unbegriffene Sehnsucht seines Herzens, die ihn ruhelos immer wieder
unter die Linde trieb, war jetzt gestillt. Von der Welt geschieden lebte
er mit seiner theuren Gemahlin im Schooße des Glückes bis an sein Ende.
-- In dem Dorfe aber und auf dem Bauerhofe, wo er gedient hatte, und wo
man ihn um seines frommen Wesens willen lieb hatte, erregte sein
Verschwinden große Betrübniß. Darum machten sich Alle auf, ihn zu
suchen, und ihr erster Gang war zur Linde, welche Pärtel so häufig zu
besuchen pflegte, und wohin man ihn auch Abends zuvor noch hatte gehen
sehn. Groß war das Erstaunen der Leute, als sie dort weder den Pärtel,
noch die Linde, noch den Stein mehr vorfanden; auch die kleine Quelle in
der Nähe war vertrocknet, und keines Menschen Auge hat selbige Dinge
jemals wieder erblickt.
[Fußnote 83: Aus Kalewipoëg =XIX=, 140, 141, wo aber der Gehörnte mit
diesen Versen den Kalewsohn vor Uebermuth warnt. L.]