19. Das Glücksei.

Einmal lebte in einem großen Walde ein armer Mann mit seinem Weibe; Gott

hatte ihnen acht Kinder gegeben, von denen die ältesten schon ihr Brod

bei fremden Leuten verdienten, und so machte es den Eltern gerade nicht

viel Freude, als ihnen im späten Alter noch ein neuntes Söhnlein geboren

wurde. Aber Gott hatte es ihnen einmal geschenkt, und so mußten sie es

nehmen, und ihm nach Christenbrauch die Taufe geben lassen. Nun wollte

aber Niemand zu dem Kinde Gevatter stehen, weil Jeder besorgte: wenn die

Eltern sterben, so fällt mir das Kind zur Last. Da dachte der Vater: ich

nehme das Kind, und trage es am Sonntag in die Kirche, und sage, daß ich

nirgends Gevattern habe finden können, mag dann der Prediger thun, was

er will, mag er das Kind taufen oder nicht, auf meine Seele kann keine

Sünde fallen. Als er sich am Sonntag aufmachte, fand er nicht weit von

seinem Hause einen Bettler am Wege sitzen, der ihn um ein Almosen bat.

Der Mann sagte: »Ich habe dir nichts zu geben, Brüderchen, die wenigen

Kopeken, die ich in der Tasche habe, muß ich für die Kindtaufe

ausgeben; willst du mir aber einen Gefallen thun, so komm und steh bei

meinem Kinde Gevatter, nachher gehen wir nach Hause und nehmen vorlieb

mit dem, was uns die Hausfrau zum Taufschmaus beschert hat.« Der

Bettler, den bis dahin noch niemand zu Gevatter gebeten hatte, erfüllte

mit Freuden die Bitte des Mannes, und ging mit ihm zur Kirche. Als sie

eben dort angekommen waren, fuhr eine prächtige Kutsche mit vier Pferden

vor, und eine junge vornehme Dame stieg aus. Der arme Mann dachte, hier

will ich zum letzten Male mein Glück versuchen, trat mit demüthigem

Gruße vor die Frau oder das Fräulein, was sie nun sein mochte, und

sagte: »Geehrtes Fräulein, oder was ihr sonst sein mögt! würdet ihr euch

nicht der Mühe unterziehen, bei meinem Kinde Gevatter zu stehen?« Das

Fräulein sagte zu.

Als nun nach der Predigt das Kind zur Taufe gebracht wurde, verwunderten

sich Prediger und Gemeinde sehr darüber, daß ein armseliger Bettelmann

und eine stolze vornehme Dame zusammen bei dem Kinde Gevatter standen.

Das Kind erhielt in der Taufe den Namen Pärtel. Die reiche Pathe

bezahlte das Taufgeld und machte noch ein Pathengeschenk von drei

Rubeln, worüber der Vater des Kindes höchlich erfreut war. Der Bettler

ging dann mit zum Taufschmause. Ehe er am Abend fortging, nahm er ein in

einen kleinen Lappen gewickeltes Schächtelchen aus der Tasche, gab es

der Mutter des Kindes, und sagte: »Mein Pathengeschenk ist zwar

unbedeutend, aber verschmähet es dennoch nicht, vielleicht erwächst

eurem Söhnlein einmal Glück daraus. Ich hatte eine sehr kluge Tante, die

sich auf vielerlei Zauberkünste verstand, die gab mir vor ihrem Tode

das Vogelei in diesem Schächtelchen, indem sie sagte: »Wenn dir einmal

etwas ganz Unerwartetes begegnet, was du niemals ahnden konntest, dann

entäußere dich dieses Eies; wenn es demjenigen zu Theil wird, für den es

bestimmt ist, so kann es ihm großes Glück bringen. Aber hüte das Ei wie

deinen Augapfel, damit es nicht zerbricht, denn die Glücksschale ist

zart.« Nun ist mir bis auf den heutigen Tag, obwohl ich nahe an sechzig

Jahre alt bin, noch nichts so Unerwartetes begegnet, als daß ich heute

morgen zu Gevatter gebeten wurde, und es war gleich mein erster Gedanke:

Du mußt dem Kinde das Ei zum Pathengeschenk geben.«

Der kleine Pärtel gedieh vortrefflich, und wuchs seinen Eltern zur

Freude auf, bis er im Alter von zehn Jahren in ein anderes Dorf zu einem

wohlhabenden Wirthe als Hüterknabe kam. Alle im Hause waren mit dem

Hüterknaben sehr zufrieden, da er ein frommer stiller Bursche war, der

seiner Brotherrschaft niemals Verdruß machte. Die Mutter hatte ihm beim

Abschied das Pathengeschenk in die Tasche gesteckt, und ihm empfohlen,

es sorgsamlich zu hüten, wie seinen Augapfel, was Pärtel auch befolgte.

Auf dem Weideplatz stand ein alter Lindenbaum, und unter diesem lag ein

großer Kieselstein; diesen Ort hatte der Knabe sehr lieb, so daß den

Sommer über kein Tag verging, an dem er nicht unter der Linde auf dem

Steine gesessen hätte. Auf diesem Steine verzehrte er auch gewöhnlich

das Brot, welches ihm alle Morgen mitgegeben wurde, und seinen Durst

stillte eine kleine Quelle in der Nähe des Steines. Mit den anderen

Hirtenknaben, die viel Muthwillen trieben, hielt Pärtel keine

Freundschaft. Wunderbar war es, daß ringsum nirgends so schönes Gras

anzutreffen war, als zwischen dem Stein und der Quelle; obwohl die Herde

jeden Tag hier weidete, so hatte doch am andern Morgen der Rasen mehr

das Ansehen einer geschonten Wiese als das einer Weide.

Wenn Pärtel zuweilen an einem heißen Tage auf dem Steine ein wenig

einschlummerte, so erfreuten ihn jedesmal wunderbare Träume, und noch

beim Erwachen klangen ihm Spiel und Gesang in den Ohren, so daß er mit

offenen Augen weiter träumte. Der Stein war ihm wie ein theurer Freund,

von dem er täglich mit schwerem Herzen schied, und zu dem er den andern

Morgen voll Sehnsucht zurückeilte. So war Pärtel funfzehn Jahre alt

geworden, und sollte nun nicht länger mehr Hüterknabe bleiben. Der Wirth

nahm ihn zum Knecht, ohne ihm jedoch schwerere Arbeit aufzulegen, als er

zu leisten vermochte. Am Sonntage oder an Sommerabenden, wenn die

anderen Bursche mit den Dirnen schäkerten, gesellte sich Pärtel nicht zu

ihnen, sondern ging still sinnend auf den Weideplatz an seinen lieben

Lindenbaum, unter welchem er nicht selten die halbe Nacht zubrachte. So

saß er einmal wieder an einem Sonntag Abend auf dem Steine und schlug

die Maultrommel, da kroch eine milchweiße Schlange unter dem Steine

hervor, hob den Kopf, als wollte sie zuhören, und blickte den Pärtel mit

ihren klaren Augen an, die wie feurige Funken glänzten. Dies wiederholte

sich in der Folge, weßhalb Pärtel, sobald er nur freie Zeit hatte, immer

nach seinem Steine eilte, um die schöne weiße Schlange zu sehen, die

sich zuletzt so an ihn gewöhnt hatte, daß sie sich oftmals um seine

Beine wand.

Pärtel war nun in das Jünglingsalter getreten, seine beide Eltern waren

gestorben, und seine Brüder und Schwestern lebten alle weit entfernt, so

daß sie nicht viel von einander hörten, geschweige denn einander sahen.

Aber lieber als Brüder und Schwestern war ihm die weiße Schlange

geworden; bei Tage waren seine Gedanken auf sie gerichtet, und fast jede

Nacht träumte er von ihr. Deßhalb wurde ihm die Winterzeit sehr lange,

wo tiefer Schnee lag und der Boden gefroren war. Als im Frühling die

Sonnenstrahlen den Schnee geschmolzen und den Boden aufgethaut hatten,

war Pärtels erster Gang wieder zum Steine unter der Linde, obwohl noch

kein Blättchen am Baume zu sehen war. O die Freude! Sobald er seine

Sehnsucht in den Tönen der Maultrommel ausgehaucht hatte, kroch die

weiße Schlange unter dem Stein hervor und spielte zu seinen Füßen, aber

dem Pärtel schien es heute, als wenn die Schlange Thränen vergossen

hätte, und das that seinem Herzen weh. Er ließ nun keinen Abend mehr

hingehen, ohne zum Steine zu kommen, und die Schlange wurde immer

dreister, so daß sie sich schon streicheln ließ, aber wenn Pärtel sie

festhalten wollte, schlüpfte sie ihm durch die Finger und kroch wieder

unter den Stein.

Am Abend des Johannistages, da alle Dorfbewohner, alt und jung, mit

einander zum Johannisfeuer gingen, durfte doch auch Pärtel nicht

zurückbleiben, obwohl sein Herz ihn auf einen andern Weg lockte. Aber

mitten in der Lustbarkeit, als die andern sangen, tanzten und andere

Kurzweil trieben, schlich er sich von ihnen fort zum Lindenbaum, denn

das war der einzige Ort, wo sein Herz Ruhe fand. Als er näher kam,

glänzte ihm vom Steine her ein helles kleines Feuer entgegen, was ihn

sehr in Verwunderung setzte, da, so viel er wußte, Menschen sich um

diese Zeit dort nicht aufhielten. Als er ankam, war das Feuer erloschen,

und hatte weder Asche noch Funken zurückgelassen. Er setzte sich auf den

Stein und fing an, wie gewöhnlich, die Maultrommel zu rühren. Mit einem

Male tauchte das Feuer wieder auf, und es war nichts anderes als das

funkelnde Augenpaar der weißen Schlange. Diese spielte wieder zu seinen

Füßen, ließ sich streicheln, und sah ihn so durchdringend an, als wollte

sie sprechen. Mitternacht konnte nicht weit sein, als die Schlange unter

den Stein in ihr Nest schlüpfte, und auch auf Bartels Spiel nicht wieder

zum Vorschein kam. Als er sein Instrument vom Munde nahm, in die Tasche

steckte, und sich anschickte, nach Hause zu gehen, da säuselte das Laub

der Linde im Hauch des Windes so wunderbar, daß es wie eine

Menschenstimme an sein Ohr schlug, und er mehrmals die Worte zu hören

glaubte:

»Zarte Schale hat das Glücksei,

Zähen Kernes ist die Trübsal;[83]

Zaudre nicht das Glück zu haschen.«

Da fühlte er ein so schmerzliches Verlangen, daß ihm das Herz zu brechen

drohte, und doch wußte er selber nicht, wonach er sich sehnte. Bittre

Thränen rannen ihm von den Wangen, und er klagte: »Was hilft mir

Unglücklichem das Glücksei, da mir auf dieser Welt doch kein Glück

beschieden ist! Von klein auf fühle ich, daß ich für die Menschen nicht

passe, sie verstehen mich nicht, und ich sie nicht: was ihnen Freude

macht, das schafft mir Qual, was mich aber glücklich machen könnte, das

weiß ich selbst nicht, wie sollten es Andere wissen. Der Reichthum und

die Armuth haben beide bei mir zu Gevatter gestanden, darum habe ich

auch zu nichts Rechtem kommen können.« Da wurde es plötzlich so hell um

ihn her, als ob Linde und Stein von der vollen Sonne beschienen würden,

so daß er eine Weile die Augen nicht öffnen konnte, sondern sich erst an

die Helligkeit gewöhnen mußte. Da sah er neben sich auf dem Steine ein

schönes Frauenbild stehen, in schneeweißen Kleidern, wie wenn ein Engel

vom Himmel herunter gestiegen wäre. Aus dem Munde der Jungfrau aber

tönte eine Stimme, die ihm süßer klang, als der Gesang der Nachtigall,

und die Stimme sprach: »Lieber Jüngling, fürchte dich nicht, sondern

erhöre die Bitte eines unglücklichen Mädchens! Ich Arme lebe in einem

trübseligen Kerker, und wenn du dich meiner nicht erbarmst, so habe ich

nimmer Hoffnung auf Erlösung. O, lieber Jüngling, habe Mitleid mit mir,

und weise mich nicht ab. Ich bin eines mächtigen Königs Tochter aus dem

Ostlande, unendlich reich an Gold und Schätzen, aber das kann mir nichts

helfen, weil ein Zauber mich zwang, in Gestalt einer Schlange hier unter

dem Felsen zu leben, wo ich schon viele hundert Jahre weile, ohne je

älter zu werden. Obwohl ich noch nie einem Menschenkinde Böses zugefügt

habe, so fliehen doch Alle vor meiner Gestalt, so wie sie mich

erblicken. Du bist das einzige lebende Wesen, das meine Annäherung nicht

scheute; ja, ich durfte zu deinen Füßen spielen, und deine Hand hat mich

oftmals freundlich gestreichelt. Darum erwachte in meinem Herzen die

Hoffnung, daß du mein Retter werden könntest. Dein Herz ist rein, wie

das eines Kindes, in welchem Lug und Trug noch nicht wohnen. Auch trifft

bei dir Alles zu, was zu meiner Rettung erforderlich ist: eine vornehme

Dame und ein Bettler standen zusammen Gevatter bei dir, und das Glücksei

wurde dein Pathengeschenk. Nur einmal nach je fünf und zwanzig Jahren in

der Johannisnacht ist es mir vergönnt, in Menschengestalt eine Stunde

lang auf der Erde zu wandeln, und wenn dann ein Jüngling reinen Herzens,

der diese besonderen Gaben besitzt, kommen und meine Bitte erhören

würde, so könnte ich aus meiner langen Gefangenschaft erlöst werden.

Rette, o rette mich aus der endlosen Kerkerhaft, ich bitte dich in aller

Engel Namen.« So sprechend fiel sie dem Pärtel zu Füßen, umfaßte seine

Knie und weinte bitterlich.

Dem Pärtel schmolz das Herz bei diesem Anblick und bei dieser Rede, er

bat die Jungfrau aufzustehen und ihm zu sagen, wie die Rettung möglich

sei. »Ich würde ja ohne Zögern durch Feuer und Wasser gehen,« sagte er,

»wenn dadurch deine Rettung möglich würde, und hätte ich zehn Leben zu

verlieren, ich würde sie alle für deine Rettung hingeben! Eine nie

gekannte Sehnsucht läßt mir keine Ruhe mehr, aber wonach ich mich sehne,

weiß ich selbst nicht.«

Die Jungfrau sagte: »Komm morgen Abend gegen Sonnenuntergang wieder

hierher, und wenn ich dir dann als Schlange entgegen komme, und mich wie

einen Gürtel um deinen Leib winde, und dich dreimal küsse, so erschrick

nicht, und bebe nicht zurück, sonst muß ich wieder weiter seufzen unter

dem Fluche der Verzauberung, und wer weiß auf wie viel hundert Jahre.«

Mit diesen Worten war die Jungfrau den Blicken des Jünglings

entschwunden, und wieder säuselte es aus dem Laube der Linde:

»Zarte Schale hat das Glücksei,

Zähen Kernes ist die Trübsal;

Zaudre nicht das Glück zu haschen!«

Pärtel war nach Hause gekommen und hatte sich vor Tages Anbruch schlafen

gelegt, aber wunderbar bunte Träume, theils freundliche, theils

häßliche, scheuchten die Ruhe von seinem Lager. Mit einem Schrei sprang

er auf, weil ein Traum ihm vorgespiegelt hatte, daß die weiße Schlange

sich um seine Brust schlang und ihn erstickte. Zwar achtete er nicht

weiter auf dieses Schreckbild, vielmehr war er fest entschlossen, die

Königstochter aus den Banden der Verzauberung zu erlösen, und wenn er

selber darüber zu Grunde gehen sollte -- aber dennoch wurde ihm das Herz

immer schwerer, je näher die Sonne dem Horizonte kam. Zur festgesetzten

Zeit stand er am Steine unter der Linde, und blickte seufzend zum Himmel

empor, den er um Muth und Kraft anflehte, damit er nicht vor Schwäche

zittere, wenn sich die Schlange um seinen Leib winden und ihn küssen

werde. Da fiel ihm plötzlich das Glücksei ein; er zog das Schächtelchen

aus der Tasche, wickelte es los, und nahm das kleine Ei, das nicht

größer war, als das Ei einer Grasmücke, zwischen die Finger.

In demselben Augenblicke war die schneeweiße Schlange unter dem Steine

hervorgeschlüpft, hatte sich um seinen Leib gewunden, und richtete eben

ihren Kopf empor, um ihn zu küssen, da -- der Mann wußte selbst nicht

wie es geschah -- hatte er der Schlange das Glücksei in den Mund

gesteckt. Er stand, ob auch mit frierendem Herzen, ohne zu beben, bis

die Schlange ihn dreimal geküßt hatte. Jetzt erfolgte ein Krachen und

Leuchten, als hätte der Blitz in den Stein geschlagen, und schwerer

Donner machte die Erde erzittern, so daß Pärtel wie todt zu Boden fiel,

und nicht mehr wußte, was mit ihm oder um ihn her geschah.

Aber in diesem furchtbaren Augenblicke waren die Bande des Zaubers

gebrochen, und die königliche Jungfrau war aus ihrer langen Haft erlöst.

Als Pärtel aus seiner schweren Ohnmacht erwachte, fand er sich auf

weichen Seidenkissen, in einem prächtigen Glasgemach von himmelblauer

Farbe. Das schöne Mädchen kniete vor seinem Bette, streichelte seine

Wangen, und rief, als er die Augen aufschlug: »Dank dem himmlischen

Vater, der mein Gebet erhört hat! und tausend, tausend Dank auch dir,

theurer Jüngling, der du mich aus der langen Verzauberung erlöst hast.

Nimm jetzt zum Lohne mein Reich, dieses prachtvolle Königsschloß mit

allen seinen Schätzen, und wenn du willst, auch mich als Gemahlin mit in

den Kauf. Du sollst fortan hier glücklich leben, wie es dem Herrn des

Glücksei's gebührt. Bis heute war dein Loos wie das deines _Taufvaters_,

jetzt harrt deiner ein besseres Loos, ein solches, wie es deiner

_Taufmutter_ zugefallen war.«

Pärtel's Glück und Freude vermöchte wohl Niemand zu schildern; alle

unbegriffene Sehnsucht seines Herzens, die ihn ruhelos immer wieder

unter die Linde trieb, war jetzt gestillt. Von der Welt geschieden lebte

er mit seiner theuren Gemahlin im Schooße des Glückes bis an sein Ende.

-- In dem Dorfe aber und auf dem Bauerhofe, wo er gedient hatte, und wo

man ihn um seines frommen Wesens willen lieb hatte, erregte sein

Verschwinden große Betrübniß. Darum machten sich Alle auf, ihn zu

suchen, und ihr erster Gang war zur Linde, welche Pärtel so häufig zu

besuchen pflegte, und wohin man ihn auch Abends zuvor noch hatte gehen

sehn. Groß war das Erstaunen der Leute, als sie dort weder den Pärtel,

noch die Linde, noch den Stein mehr vorfanden; auch die kleine Quelle in

der Nähe war vertrocknet, und keines Menschen Auge hat selbige Dinge

jemals wieder erblickt.

[Fußnote 83: Aus Kalewipoëg =XIX=, 140, 141, wo aber der Gehörnte mit

diesen Versen den Kalewsohn vor Uebermuth warnt. L.]

Ehstnische Märchen · 第 48 / 69 题