welche frühere Reisende auf dem Fischmarkt von Ochrida konstatiert
haben wollen, drei fehlen und dazu vielleicht noch manche andere,
die zu entdecken gewesen wäre, hat seine Ursache in einem seltsamen
Mißgeschick. Die große Auswahl von Seefischen, welche durch die Sorge
des Erzbischofs für meine wissenschaftliche Sammlung bestimmt war,
fiel leider durch Dummheit des Fischers und durch die Energie des
Kasinovorstandes des Offizierkasinos der deutschen Division diesem in
die Hände und wurde dort verzehrt.
Vor allem von den Seeforellen Ersatz zu schaffen, war in jenen Tagen,
also Mitte September, sehr schwer, da sie nur mit komplizierten
Apparaten einer Fischerflottille in der Tiefe des Sees gefangen werden
konnten, wo sie sich in dieser Jahreszeit aufhielten. Stürmisches
Wetter hinderte in den Tagen, die ich damals noch in Ochrida weilte,
das Ausfahren dieser Boote.
Andere Forschungen gaben die Möglichkeit, eine Erklärung des
Tiefenvorkommens der Seeforelle in diesem Teil des Jahres zu finden.
Ich hatte mich mit Apparaten ausgerüstet, um auch in diesem See
_Plankton_ zu fangen. Um das auch in größeren Tiefen ausführen
zu können, hatte ich mir von der Telegraphenabteilung in Prilep
Kabel und dünne, feste Stahldrähte in der Länge von mehreren 100
Metern verschafft, mit denen Lotungen und Fänge in größeren Tiefen
durchgeführt werden konnten.
[Illustration: Abb. 279. Auslegerboot auf dem Ochridasee.]
Fahrten auf dem See zum Zwecke solcher Forschungen wurden mehrere
noch in diesem Herbst von mir unternommen; im Jahre 1918 übernahm Dr.
_Nachtsheim_ diesen Teil der Untersuchungen. Ich will nur kurz über
meine Fahrten berichten, um dann die wesentlichen Resultate unserer
Forschungen darzustellen.
Im Hafen von Ochrida, wie in allen Orten am See, lagen jene
eigenartigen, schweren Ruderboote, welche für diesen See ganz besonders
charakteristisch sind. Es sind breite, plumpe Schiffe mit erheblichem
Rauminhalt, welche an beiden Seiten in ausgehöhlten Baumstämmen
eine Art von Auslegern besitzen. Sie machen die Boote ziemlich stabil,
aber schwer beweglich. Auch sind sie bei hohem Seegang für das Boot
durch ihre dünnen Wandungen nicht ungefährlich, da starke Wellen,
Anstoß an harte Gegenstände, diese leicht durchschlagen und damit das
Boot zum Sinken bringen. Das Rudern ist in ihnen sehr beschwerlich
und kommt gegen starken Wind und Wellengang nicht an. Gesegelt wird
in diesen Booten nicht, wie denn überhaupt das verschönende Motiv des
Segelschiffs auf diesem malerischen See vollkommen fehlte.
[Illustration: BLICK ÜBER DEN OCHRIDASEE. -- Im Hintergrund Tomoros und
Malisat.]
Mit einem solchen Boot machte ich verschiedene kürzere Fahrten, bei
denen vor allem das Plankton der Oberfläche in Landnähe, also über
geringeren Tiefen studiert wurde. Das Oberflächenplankton war im
Ochridasee meist bräunlich oder braun, Fänge in der Bucht von Struga
waren durch Algen grünlich gefärbt. Sehr viel reicher als in den
Oberflächenschichten war das Plankton aus Tiefenfängen von 30 m Tiefe
ab.
Um solche auszuführen, mußte man weiter auf den See hinaus. Sollte
das nicht allzuviel Zeit rauben, so brauchte man dazu die Hilfe eines
Motorbootes. In jenen bewegten Tagen standen diese aber nicht zur
Verfügung, und da ich im September 1917 noch solche Fänge durchsetzen
wollte, mußte ich mich in einem der großen Eingeborenenboote mit einem
kleinen Motorkahn hinausschleppen lassen; in letzterem wäre nicht Platz
genug für meine Apparate und meine Hilfskräfte gewesen. Dies Motorboot
hatte sofort eine Panne und mußte liegen bleiben, während wir uns durch
Rudern langsam südwärts arbeiteten. Wir langten schließlich gegenüber
Lin vor einem roten Vorgebirge an. Dort ergab eine Lotung eine Tiefe
von über 100 m. Darauf wurde ein Fang mit dem Planktonnetz in etwa 80 m
Tiefe ausgeführt. Dieser ergab eine ganz riesige Ausbeute; das Glas
war mit einem Brei von vielen Tausenden von kleinen Tieren gefüllt,
unter denen Krebse vorherrschten, deren Färbung den ganzen Tierbrei
paprikarot erscheinen ließ.
Dies Resultat war nicht ohne große Not erreicht. Während wir
arbeiteten, erhob sich ein starker Wind von Norden. Er fegte über die
Oberfläche des Sees und erregte hohe Wellen. Es war ein prachtvoller
Anblick, wie der See sich immer dunkler färbte und die mächtigen
Wellen, mit weißen Schaumkämmen gekrönt, sich zu uns heranwälzten.
Vergebens suchten wir durch Rudern gegen diesen gewaltigen Seegang
anzukämpfen. Die meterhohen Wellen warfen unser plumpes Boot hilflos
umher; es war unheimlich, sie krachend gegen die dünnen Seitenwände
anprallen zu hören. Es kostete die größte Mühe, das Boot wenigstens
gegen die Wellen zu stellen; ein Rückwärtsrudern nach Ochrida zu
war ganz unmöglich. Wir sahen beim Blick gegen das Land, daß wir,
statt nordwärts voranzukommen, immer weiter nach Süden abgetrieben
wurden. Wir kamen schließlich über _Pescani_ und immer weiter über die
feindliche Front hinaus. Das Boot schwankte hin und her, stieg hoch auf
die Wogenkämme hinauf, um mit Krachen und Gepolter in die Wellentäler
hinabzustürzen.
Die See wurde immer schwerer, die Wellen erreichten eine Höhe von fast
zwei Metern. Selbst auf dem Meer hatte ich in kleinem gebrechlichen
Boot selten etwas Derartiges erlebt. Schließlich wurde ich sogar
seekrank, was mir selbst auf dem Meer unter ähnlichen Umständen
nicht passiert war. Zu unserer Freude nahte jetzt unser Motorboot,
das repariert worden war. Kaum hatte es, wie toll von den Wellen
herumgeworfen, das Tau zu uns herüber geworfen und gerade angefangen
uns nordwärts zu fahren, als neue Havarie eintrat. Der Motor versagte,
die Leine verfing sich in die Schraube des Bootes, beide Boote
taumelten hilflos auf den Wellen umher und stießen wiederholt heftig
aneinander.
Die Situation wurde immer kritischer und trotzdem genoß ich den
prachtvollen Anblick, als der Matrose des Motorbootes sich auszog und
nackt sich ins Wasser stürzte, um zu tauchen und unter Wasser mit
einem Messer die Leine aus der Schraube herauszuschneiden. Rot wie ein
Krebs tauchte er aus dem indigoblauen Wasser empor. Ich zitterte für
sein Leben; aber mit bewunderungswerter Gewandheit brachte er, was er
wollte, fertig und stieg heftig atmend ins Boot zurück. Aber bei dem
schweren Wogengang kam er nicht mit dem Motor zurecht.
Woge auf Woge brauste gegen uns heran, der Nordwind wurde immer
stärker. Der Abend sank hernieder. Leuchtend hoben sich die Wogenkämme
von dem schwarzblauen Wasser ab. Rot lag der Abendschein auf den
Hängen des Tomoros und seinen Kalkfelsen. So weit waren wir nach Süden
getrieben und schon weit hinter den feindlichen Linien. Schon berieten
wir, der mich begleitende Husarenleutnant und meine Matrosen, wie wir
wohl ans Land kommen und uns durch die feindlichen Linien in der Nacht
hindurchschleichen könnten.
Da nahte ein kritischer Augenblick; wir hörten einen Motor
arbeiten; aus dem Dunst tauchte ein Patrouillenboot auf. War es
feindlich? Sie hielten uns jedenfalls für Feinde; denn sie machten
ihre Maschinengewehre klar. Da im letzten Moment erkannte der
österreichische Oberleutnant, der das Patrouillenboot führte, mich und
sein Boot, das er mir am Morgen geliehen hatte. Wir waren gerettet.
Das starke Motorboot nahm uns ins Schlepptau und nun ging es in
sausender Fahrt nordwärts gegen den Wind und die Wellen auf Ochrida
los. Der Nordwind brauste uns um die Ohren, der Gischt spritzte über
uns und unser ganzes Boot. Als wir in Ochrida anlangten und unsere
Ausbeute nebst den Instrumenten heil an Land brachten, wartete eine
vielhundertköpfige Menge am Kai auf das „erbeutete feindliche Boot‟.
Soldaten und Zivilisten waren sehr enttäuscht, daß es nur Gelehrte
waren, die da eingebracht wurden. Unsere Fahrt hinter die feindliche
Front bildete eine Zeitlang das Armeegespräch an der westlichen Front
in Mazedonien.
Eine Reihe harmloserer Fahrten brachten mir und im nächsten Jahr
Dr. _Nachtsheim_ die erwünschten Aufschlüsse über das Plankton
des Ochridasees. Es erwies sich als viel ärmer an _pflanzlichen_
Bestandteilen als dasjenige des Doiran- und Prespasees. Das hing wohl
mit der größeren Tiefe des Sees zusammen.
Das tierische Plankton war dagegen außerordentlich reich. Vor allem in
größeren Tiefen enthielt es ein Gewimmel von kleinen Krebsen aus den
Gruppen der _Copepoden_ und _Daphniden_. Dazu kamen große Massen von
_Muschellarven_, wohl Glochidien der im See so häufigen _Dreissensia_.
Die Copepoden gehörten zu den Arten +Cyclops strenuus+ und +Diaptomus
Steindachneri+ und +D. vulgaris+. Von Daphniden sind es _Bosminen_,
Arten von _Scapholeberis_ u. dgl. _Leptodora_, welche im Doiran- und
Prespasee häufig vorkam, vermißten wir im Ochridasee.
Von Interesse ist die Tatsache, daß zu der Zeit, in der die Seeforellen
in der Tiefe sich aufhielten und dort von den Fischern gefangen wurden,
in diesen Tiefen die großen Massen von Planktontieren lebten. So fanden
denn die Fische dort ihren gedeckten Tisch, ihre reichen Weidegründe.
Die Magenuntersuchung bewies, daß tatsächlich das Plankton zu dieser
Zeit ihre Hauptnahrung ist. So zeigt also ihre Verbreitung in den
verschiedenen Tiefen des Sees ähnliche Gesetzmäßigkeiten wie sie z. B.
für die Fische des Bodensees, besonders für die Felchen nachgewiesen
worden sind.
VIERZIGSTES KAPITEL
ENDE DES FELDZUGES UND DER FORSCHUNGSARBEITEN IN MAZEDONIEN
Im August 1918 hatte ich, durch persönliche Verhältnisse gezwungen und
ermüdet durch 7 Monate intensiver und strapazenreicher Arbeit, für
einige Wochen nach Deutschland zurückkehren müssen. Im September war
ich, gut ausgerüstet für neue große Unternehmungen, auf der Rückreise
zu meinem Standquartier in Üsküb. Unglücksschwangere Nachrichten hatten
mich schon unterwegs erreicht. Der Sommer war ja schon von bösen
Ahnungen erfüllt gewesen. Aber noch hoffte ich, daß es gelingen würde
zu meiner Arbeitsstätte zu gelangen und weiter arbeiten zu können.
Noch während der Reise aber mußte ich alle Hoffnung aufgeben; General
_von Krane_, den ich als Mitpassagier im Balkanzug in Ungarn traf, riet
mir sogar sofort umzukehren. Ich beschloß aber, soweit wie möglich
weiter zu fahren und meine Mitarbeiter, meine Ausrüstung, und das, was
von Sammlungen noch in Mazedonien war, nicht im Stich zu lassen.
Glücklich gelangte ich noch nach Serbien, aber nicht über _Nisch_
hinaus. Schon war _Üsküb_ unerreichbar. Die Front war durchbrochen und
in voller Aufrollung begriffen. Dort, wo schon im Frühjahr die Bulgaren
eine schwere Schlappe erlitten hatten, an der Front südlich der _Mala
Rupa_, war dem Feind der Durchbruch gelungen. In diesem Gebiet hatten
schon im Sommer bulgarische Regimenter gemeutert. Die Bulgaren haben
zuerst versagt. Hier an der Front begann der Zusammenbruch, der alle
Fronten erfassen sollte.
Die Ursachen sind durchsichtig. Daß die Bulgaren zusammenbrechen
mußten, war vorauszusehen. Wer unter ihnen lebte, mußte es voraussagen.
Das Volk war zermürbt durch fast ein Jahrzehnt Kriegszustand. Drei
Kriege hatte es hintereinander bestehen müssen, die ihm Viele seiner
Besten gekostet hatten. Das ganze bulgarische Heer war kriegsmüde.
Kaum klammerte es sich noch an die alten mazedonischen Traditionen und
Hoffnungen. Die Kraft versagte, die Organisation versagte, Nachschub
und Verpflegung versagten. Als der Hunger an der Front nagte, versagten
auch die Verbündeten; auf die Türken und Österreicher war schon längst
kein Verlaß mehr.
Nun hatten noch wir, diejenigen ihrer Verbündeten, die bis jetzt sie
gestützt und versorgt hatten, sie im Stich gelassen. Die ungeheueren
Kämpfe an der Westfront hatten die oberste Heeresleitung gezwungen
ein Regiment nach dem anderen, eine Batterie nach der anderen von
der mazedonischen Front wegzunehmen. Schließlich waren nur noch die
Spezialwaffen übrig geblieben.
Da hatten die Feinde gegen die zermürbte Front einen energischen Stoß
gerichtet, waren durch einsame Wälder und Gebirge von dem Gebiet der
Dudica durch die Marianska Planina und die Ketten südlich Drenovo
unbemerkt bis _Demirkapu_ vorgestoßen und hatten damit mit einem Schlag
die ganze Front aufgerollt. Die Wardarfroht war abgeschnitten, die
einzige normale Rückzugslinie bedroht.
Als ich in Nisch anlangte erfuhr ich, daß schon Veles genommen
und Üsküb bedroht sei. Nun galt es auch für mich, zu retten, was
zu retten war. Schon hatte ich telephonisch und telegraphisch
Verbindung mit meinen Mitarbeitern erzielt. Mein Eigentum,
Sammlungen, Laboratoriumsausrüstung war gerettet, meine Leute alle in
Sicherheit. Allmählich sammelten sie sich um mich; Kisten und Koffer
langten mit den verschiedensten Transportmethoden in Nisch an. Das
Heerespferdedepot, meine freundlichen Nachbarn auf dem Zitadellenberg
in Üsküb, hatten mit all dem ihrigen auch mein Laboratorium gerettet.
Nun galt es selbst mit all diesen Dingen aus dem Wirrwar, das sich nun
entwickelte, nordwärts zu entrinnen. Die Stäbe rückten an, brauchten
alle Quartiere und allen Raum. Für uns und unsere Schätze war kein
Platz mehr. So war man froh, uns mit einem leeren Güterwaggon zufrieden
zu stellen; den ließ ich in der Folge an alle möglichen Güter- und
Personenzüge anhängen und fuhr so langsam durch Serbien nordwärts
und sammelte unterwegs allmählich Menschen und Besitztümer der
mazedonischen Forschungskommission auf.
Es waren noch qualvolle Tage, die ich in _Paracin_ und schließlich
in _Semendria_ verbrachte, immer wartend auf Menschen, eintreffende
Sammlungen, Instrumente und vor allem auf die mit Spannung erwarteten
Nachrichten von Freund und Feind. Immer weiter verschob sich die Front,
die gehalten werden sollte, nach Norden. An einem Ort nach dem anderen
sausten die Autos der hohen Stäbe weiter nordwärts an uns vorbei.
Mein Bursche, meine Präparatoren, Prof. _Müller_, Dr. _Nachtsheim_,
langten bei mir an, oder kamen für kurze oder längere Zeit mit mir
zusammen. So erhielt ich nach und nach Nachrichten von den befreundeten
Abteilungen. Ich hörte vom _Hain Mamre_ und den Truppen der dortigen
Front, daß sie nach Osten ausgebogen seien und nach Zerstörung
wichtiger Vorräte durch Bulgarien nordwärts strebten. Hauptmann
_Jungmann_ kam kurz vor der Besetzung noch aus Veles heraus; ich war in
Semendria mit ihm beisammen, wo er eine Kiste mit Säugetierfossilien
noch unter dem Arm trug, die er gerettet hatte.
Ein Rest unserer Armee bei _Prilep_ und am _Ochridasee_ hatte sich
westwärts wenden müssen und schlug sich durch Albanien ans Adriatische
Meer durch und kam über Fiume nach Ungarn. Mein Bursche war noch im
verlassenen Üsküb gewesen, der Pionierpark in Hudova, die großen
Magazine in Gradzko waren in die Hände der Feinde gefallen.
Ach, was war da zerstört und vernichtet; wie lag man am Boden nach all
den Träumen, mit denen man einst südwärts gezogen. Da galt es den Kopf
aufrecht zu halten. Und ich mit meinen Leuten hatte alles Recht dazu.
Alles wirklich Wesentliche von unseren Resultaten, ja sogar der größte
Teil der Ausrüstung war gerettet. Fast alle Sammlungen waren schon in
der Heimat, vieles rollte auf dem Wege dorthin oder war unter meiner
Obhut. So galt es jetzt mit Energie diese Schätze noch über die Donau
zu bringen. Dann hatte man seine Pflicht erfüllt, hatte sich in die
Heimat zu begeben und dort neuer Aufgaben zu harren.
Als alles gerettet war, alle Sammlungen in der Heimat angelangt,
gesichert und geordnet waren, da galt es für jeden einzelnen der
Mitglieder der Forschungskommission in seine Stellung und Pflichten
als Staatsbürger wieder einzutreten. Jeder hatte zu arbeiten, um im
Land nach der Niederlage und den Wirren der Revolution wieder Ordnung
schaffen zu helfen.
Trotz der gehäuften beruflichen Arbeit, trotz der schwierigen
Lebensverhältnisse, trotz der Last, die vor allem auf der Seele all
der beteiligten Männer lastete, gelang es doch in den zwei seit der
Niederlage verflossenen Jahren einen guten Teil unserer Resultate
zu verarbeiten. Manches davon ist in den Kapiteln dieses Buchs
niedergelegt.
Niemals ist es natürlich in einer so kurzen Zeit möglich, die
wissenschaftlichen Ergebnisse reicher Sammlungen und vieler Tagebücher,
vieler Beobachtungen und Gedankenarbeit in abgeschlossenem Zustand zu
überliefern. Noch manches Jahr mag darüber hingehen, bis alle Resultate
der verschiedenen Forscher, die teils in dem fernen Lande mitgearbeitet
haben, teils an unseren Sammlungen als Bearbeiter einzelner Gruppen und
Probleme mitwirken, fertig vorliegen.
Ein Buch, wie das vorliegende, soll mit seinem vorläufigen Ergebnis ein
Zeugnis davon ablegen, wie in dem zerstörenden Krieg aufbauende Arbeit
mit Hilfe der Armee geleistet wurde. Es soll ein bisher unbekanntes
Land, einen weißen Fleck auf der Karte Europas dem Verständnis unseres
Volkes näher führen und zeigen, was dort für alle Zweige unseres
Wissens und unserer Kultur noch zu suchen ist.
Und so schließe ich dies Buch in dankbarer Gesinnung gegen alle, welche
mir zur Erreichung meiner Ziele in Mazedonien Hilfe geleistet haben.
Wie viele Namen durfte ich in diesem Band nennen von Heerführern,
Offizieren, Mannschaften, von Kollegen und Mitarbeitern, von Deutschen,
Österreichern, Bulgaren, die mithalfen, all das auszuführen, was in
diesem Buch beschrieben ist. Ihnen allen sei mein Dank ausgesprochen
und die Hoffnung, daß der Inhalt des Bandes ihnen schöne, wertvolle
Erinnerungen an das farbige, eigenartige Land Mazedonien erwecke.
ANMERKUNGEN ZU DEN KAPITELN.
=Anmerkungen zum 1. und 2. Kapitel.=
=Frühling in Mazedonien und Kaluckova und das Forscherhaus.=
=Pflanzen bei Kaluckova.=
Thymian +Thymus lanuginosus+ Mill.
Kamille +Anthemis austriaca+ Jacq.
Rosa Cistrose +Cistus villosus+ L.
Strohblume +Xeranthemum annuum+ L.
Labkraut +Galium verum+ L.
{ +Silene racemosa+ Otte.
Lichtnelken { +Lychnis coronaria+ Lam.
Goldklee +Trifolium campestre+ Schreb.
Rote Wicke +Vicia tenuifolia+ Roth.
Gelbe Schafgarbe +Achillea coarctata+ Schreb.
Großes Zittergras +Briza maxima+ L.
Diptam +Dictamnus albus+ L. var. +macedonicus+ Borb.
Aronsstab +Dracunculus vulgaris+ Schott.
Stacheleiche +Quercus coccifera+ L.
{ +Quercus macedonica+ L.
{ +Quercus pubescens+ L.
Weichblätterige Eichen { +Quercus lanuginosa+ Lam.
{ +Quercus conferta+ WK.
Esche +Ornus fraxinus+ L.
Judendorn +Paliurus spina cristi+ Miller.
Flockenblume, rot +Centaurea scabiosa+ St. +Jurinea sp.+
Rittersporn +Delphinium consolida+ var. +micranthum+ Boas.
=Anmerkungen zum 3. Kapitel.=
=Pflanzen der Ebene von Hudova.=
Große, gelbe Wolfsmilchart +Euphorbia virgata+ WK.
Rote Wicke +Vicia tenuifolia+ Roth.
Heckenrose +Rosa canina+ L.
Dort Urform der Gartenhyazinthe +Hyacinthus orientalis+ L.
Kornblume +Centaurea cyanus+ L.
Roter Mohn +Papaver rhoeas+ L.
Bockkäfer.
+Clytus ornatus+ Herbst.
+Cl. rhamni+ Germ.
+Argalia punctata+ L.
+Stromatium unicolor+ Oliv.
+Agapanthia cynarae+ Germ.
+Cerambys miles+ Bon.
+C. cerdo+ L.
+C. coronatus+ Kust.
+Morimus funereus+ Mals.
+Aromia moschata+ L.
+Clytus floralis+ Pall.
+Purpurica badensis+ Götze.
Ich erwähnte in den Kapiteln 2 und 3 den großen Reichtum an Asiliden
(Raubfliegen) im Frühling.
Ich füge hier eine Liste der auffälligsten Formen bei, deren Bestimmung
ich Herrn _Engel_, München verdanke.
+Dymachus fuscipennis+ Mg., Üsküb, Kaluckova.
+Stichopogon scaliger+ Lw., Prilep.
+Protophanes punctatus+ Mg., Wodno.
+Heligmon munda+ Lw., Mrawinca.
+Entolmus setibarbus+ Lw., Kaluckova.
+Andrenosoma maroccanum+ Stip., Kaluckova, Plaguša Planina.
+Laphria flava+ L., Gopes.
+Stenopogon sabandris+, Üsküb.
+St. elongatus+ Mg., Kaluckova.
+St. coracinus+ Lw., Üsküb, Kaluckova, Piravo.
+Asilus crabroniformis+ L., Lisec.
+Promachus leoninus+ Lw., Doiransee.
+Dysmachus bimucronatus+ Lw., Mala Rupa, Üsküb.
=Anmerkungen zum 4. Kapitel.=
=Mravinca und sein Feldlazarett.=
Die große _Libellensammlung_ ist noch nicht durchgearbeitet und daher
sind von den meisten Libellenarten noch keine genauen Namen angegeben.
Die Bearbeitung liegt in den Händen von Dr. _Ris_, Rheinau (Schweiz).
Die _Rhynchoten_ werden von Dr. _Schumacher_, Berlin bearbeitet.
Ein Teil ist schon bestimmt. Auch sonst liegen von _Schumacher_
Publikationen über Balkanrhynchoten vor.
Die Fische sind von Prof. Dr. _Zugmayer_, München bestimmt.
Die reiche Sammlung von Mollusken ist noch unbearbeitet; sie befindet
sich in den Händen von _K. Hesse_, Venedig.
=Anmerkungen zum 5. Kapitel.=
=Plaguša Planina.=
=1. Vögel.=
Kuckuck +Cuculus canorus canorus+ L.
Nachtigall +Aēdon megarhynchos megarhynchos+ Brehm.
Haubenlercbe, Balkanhaubenlerche +Galerida cristata meridionalis+ Brehm.
Feldlerche, südeuropäische +Alauda arvensis cantarella+ Bp.
Feldsperling +Passer montanus montanus+ L.
Turteltaube +Streptoptila turtur turtur+ L.
Zaungrasmücke +Sylvia curruca curruca+ L.
Vgl. _E. Stresemann_, Avifauna macedonica. München 1920.
=Pflanzen.=
Häufige Büsche.
+Helianthemum vulgare+ L., bei uns in Gärten.
Blasenstrauch +Colutea arborescens+ L.
Salbei mit violetten Hochblättern +Salvia sclarea+ L.
Pfingstrose +Paeonia decora+ Anders.
Natternkopf +Echium italicum+ L.
Weißdorn +Crataegus oxyacantha+ L.
Buschbildender Ehrenpreis +Veronica austriaca+ L.
Königskerze +Verbascum pulverulentum+ M. B.
Frauenmantel +Alchemilla acutiloba+ Stev.
Bäume.
Platane +Platanus orientalis+ L.
Feldahorn +Acer campestre+ L.
Hainbuche +Carpinus duinensis+ Scop.
Silberlinde +Tilia tomentosa+ Monsch.
Türkischer Haselbaum +Corylus colurna+ L.
Birke +Betula pubescens+ Ehrh.
=Anmerkungen zum 6. Kapitel.=
=Nikolatal.=
Pflanzen.
Platane +Platanus orientalis+ L.
Feldahorn +Acer campestre+ L.
Hainbuche +Carpinus duinensis+ Scop.
Sanddorn +Hippophaë rhamnoides+ L.
Silberlinde +Tilia tomentosa+ Monsch.
Türkischer Haselbaum +Corylus colurna+ L.
Eichenarten { +Quercus macedonica+ L.
{ +Quercus pubescens+ L.
Wachholder +Juniperus communis+ L.
Weißdorn +Crataegus oxyacantha+ L.
Salbei +Salvia sclarea+ L.
Heckenrose +Rosa canina+ L.
Johanniskraut +Hypericum olympicum+ L.
Rote Skabiose +Knautia macedonica+ Grieseb.
Weiße Lilie +Lilium candidum+ L.
Esche +Ornus fraxinus+ L.
Orchidee +Himantoglossum caprinum+ M. B.
=Anmerkungen zum 7. Kapitel.=
=Fahrt in die Mala Rupa.=
=1. Pflanzen aus der unteren Region.=
Tausendguldenkraut +Erythraea centaureum+ Pers.
Hornkraut +Stellaria holostea+ L.
Walderdbeeren +Fragraria vesca+ L.
Kriechender Wachholder +Juniperus nana+ Willd.
=2. Pflanzen aus der alpinen Region.=
Weißtanne +Abies alba+ Mill.
Birke +Betula pubescens+ Ehrh.
+Viola orphanites+ Boas.
+Sempervivum batens+ Grieseb.
Nelke +Dianthus silvestris+ Wulf.
Erika +Bruckenthalia spiculifolia+ Salisb.
Taubenkopf +Silene venosa+ Asch.
Kriechender Günsel +Ajuga genevensis+ L.
Gundermann +Glechoma hirsuta+ W. K.
Weißes Galium +Galium mollugo+ L.
+Achillea millefolium.+
Weiße Kornblume +Centaurea orbelica+ Wel.
+Lamium striatum+ S. S.
Habichtskraut mit wolligen Blättern +Hieracium pannosum+.
Kleine dunkelrote Rose +Rosa orientalis+.
=3. Schmetterlinge.=
Die _Parnassius_-Art und die _Mnemosyne_ konnten noch nicht sicher als
Unterarten benannt werden.
+Erebia tyndarus balcanica+ Reb.
+E. euryale+ Erp.
+E. medusa+ F.
+E. melas herzegowinensis+ Schar.
+Coenonympha arcania+, welche bei uns in der Ebene fliegt,
in der Mala Rupa Gebirgsschmetterling.
+Lycaena argus+ L.
+L. semiargus+ Rott.
+L. meleager+ Gip. in Koinsko.
+L. arion obscura+ Frey. in 2600 m.
=4. Vögel.=
Buchfink +Fringilla coelebs coelebs+ L.
Kleiber +Sitta europaea caesia+ Wolf.
Kohlmeise +Parus major major+ L.
Amsel +Turdus merula aterrimus+ Med.
Singdrossel +Turdus musicus+ L.
Pirol +Oriolus oriolus oriolus+ L.
Häher +Garrulus glandarius glandarius+ L.
=Anmerkungen zum 8. Kapitel.=
=Regenwürmer und Ackererde in Mazedonien.=
Die in diesem Kapitel erwähnten Regenwürmer wurden von Prof. Dr. H.
_Ude_, Hannover bestimmt.
_Zitierte Werke_:
_Ch. Darwin_, Die Bildung der Ackererde durch die Tätigkeit
der Würmer. Stuttgart 1899.
_Hensen._
_Michaelsen_, Oligochaeta, 10. Lief. des Tierreichs. Berlin 1900.
=Anmerkungen zum 9. Kapitel.=
=Das geliebte Veles.=