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[Illustration: KIRCHE IM KLOSTER NERESI BEI ÜSKÜB.]
MAZEDONIEN
ERLEBNISSE UND BEOBACHTUNGEN
EINES NATURFORSCHERS
IM GEFOLGE DES DEUTSCHEN HEERES
VON
DR. FRANZ DOFLEIN
o. ö. PROFESSOR DER ZOOLOGIE AN DER UNIVERSITÄT BRESLAU
MIT 279 ABBILDUNGEN IM TEXT
UND 4 FARBIGEN UND 12 SCHWARZEN TAFELN
[Illustration]
JENA
VERLAG VON GUSTAV FISCHER
1921
ALLE RECHTE VORBEHALTEN
DEN MANNSCHAFTEN, ÄRZTEN UND OFFIZIEREN
DES MAZEDONISCHEN HEERES
GEWIDMET
VORWORT
Wie nach meiner amerikanischen und ostasiatischen Reise, war es
nach meinem Aufenthalt in Mazedonien in den Jahren 1917 und 1918
mir ein seelisches Bedürfnis das, was ich dort erlebt und erfahren
hatte, in einem Werk zusammenzufassen. Vielleicht ist es mehr eine
künstlerische Neigung, welche sich in dem Drang ausspricht, einem
großen, nachhaltigen Erlebnis eine Form zu geben; dem Gelehrten,
dem Naturforscher hätte es näher gelegen, die Bearbeitung aller
Forschungsresultate abzuwarten, um nach einer Reihe von Jahren die
Gesamtergebnisse zusammengefaßt vorzulegen.
Überlegungen zweierlei Art waren es, welche mich veranlaßten, kurz nach
meiner Heimkehr an die Ausarbeitung und Darstellung von Mazedonien
heranzutreten. Zunächst, wie bei meiner „Ostasienfahrt‟ der Wunsch,
noch unter dem frischen Eindruck meiner Erlebnisse die geeignetste Form
der Darstellung zu finden. Während noch die Buntheit der Landschaften,
die Bewegtheit der Vorgänge ungealtert in meinem Bewußtsein hafteten,
sollten sie Gestaltung finden.
Dazu kam die Verpflichtung gegenüber den einstigen Angehörigen der
mazedonischen Armee, die mir draußen soviel geholfen hatten, ihnen ein
zusammenfassendes Bild des Landes zu geben, in welchem sie Jahre ihres
Lebens in treuer Pflichterfüllung verbracht hatten, in militärischem
Dienst, als Ärzte und Beamte. Es gibt keine solche Darstellung
in deutscher Sprache; es ist doch eine merkwürdige Tatsache, daß
Mazedonien in Europa vor dem Kriege zu den unbekanntesten Teilen der
Erde gehörte, und daß es keine zusammenfassende Schilderung dieses
Landes gab. Ich habe das Bewußtsein, durch mein Buch ein Stück von
Europa, welches bisher nur einem kleinen Kreis von Spezialisten mehr
oder minder bekannt war, vor den Augen einer größeren Öffentlichkeit zu
entschleiern.
Was die Resultate der Forschungen anlangt, so ist an ihnen während
des Krieges eine größere Anzahl von Fachleuten in den verschiedensten
Wissenszweigen beteiligt gewesen. Deren Veröffentlichung wird sich auf
Jahrzehnte erstrecken. Das konnte und wollte ich nicht abwarten. Die
zoologischen Ergebnisse konnten sich dank der Mitarbeit zahlreicher
Fachmänner soweit sichten lassen, daß ein Überblick über sie in meinem
Buch gegeben werden konnte. Auch von den botanischen Forschungen
stand mir alles, was für meine Darstellung wesentlich war, durch das
kollegiale Entgegenkommen von Prof. _Bornmüller_ zur Verfügung. So war
ich in der Lage, in einem Naturforscherbuch ein Bild des Landes, einen
Umriß der Probleme, die dem Biologen das Zentrum der Balkanhalbinsel
bietet, zu entwerfen.
Dabei bin ich einer ganzen Reihe von Mitarbeitern zu Dank verpflichtet.
Diejenigen, welche draußen mitwirkten, sind in den einzelnen Kapiteln
genannt, so auch die verschiedenen Gelehrten, welche mitgebrachtes
Material schon so weit bearbeiteten, daß die Resultate angeführt werden
konnten.
Für die Durchführung der Expeditionen bin ich außer der Heeresleitung,
deren Entgegenkommen an vielen Stellen des Buches hervorgehoben ist,
dem badischen Kultusministerium und der Bayerischen Akademie der
Wissenschaften für Zuweisung von Geldmitteln zu Dank verpflichtet,
welche einige der Gebirgsexpeditionen ermöglichten. Ersterem habe ich
ferner die Großzügigkeit bei der Urlaubsgewährung zu danken.
Der reiche Bilderschmuck des Buches besteht meist aus von mir
selbst gefertigten photographischen Aufnahmen von Landschaften und
Naturgegenständen. Dazu kommen vier farbige Bilder nach meinen
Aquarellen. Eine Anzahl Photographien verdanke ich den Kameraden beim
Mazedonischen Heer Dr. _Laser_, Dr. _Burmester_, Dr. _Nachtsheim_,
Prof. _Müller_, Dr. _Gripp_, Dr. _Hansen_, Dr. _Frischholz_. Ihnen
allen sei an dieser Stelle gedankt. Manche nicht im Text genau nach
Urheber bezeichnete Bilder rühren von Soldaten her, deren Namen ich
nicht weiß, oder haben andere mir unbekannte Urheber. Das sind aber
nur einige wenige. Die Tierbilder sind von den Frls. _Gottschalk_,
_Schönfeld_ und _Limprecht_, die meisten von dem Maler _P. Rose_
angefertigt.
Meinem Verleger Dr. _Gustav Fischer_ bin ich für sein Entgegenkommen
bei der Ausstattung des Werkes, die heutzutage etwas ganz Besonderes
darstellt, sehr zu Dank verpflichtet.
_Breslau_, im November 1920.
INHALTSVERZEICHNIS.
Seite
Erstes Kapitel: Im Wardartal. Frühling in Mazedonien 1
Zweites Kapitel: Kaluckova und das Forscherhaus 10
Drittes Kapitel: Die Ebene von Hudova 26
Viertes Kapitel: Mravinca und sein Feldlazaret. Mazedonische
Schildkröten und Fische 42
Fünftes Kapitel: Die Plaguša Planina 57
Sechstes Kapitel: Das Nikolatal 78
Siebentes Kapitel: Fahrt ins Gebiet der Mala Rupa 96
Achtes Kapitel: Regenwürmer und Ackererde in Mazedonien 119
Neuntes Kapitel: Das geliebte Veles 130
Zehntes Kapitel: Am Doiransee 141
Elftes Kapitel: Die mazedonischen Ameisen und ihre Bauten 158
Zwölftes Kapitel: Die Schluchten des Balkan 182
Dreizehntes Kapitel: Im Hain Mamre. Strumiza. Belasiza Planina. Gewgeli
198
Vierzehntes Kapitel: Die Expedition in den Schardakh 116
Fünfzehntes Kapitel: Die Bevölkerung Mazedoniens 245
Sechzehntes Kapitel: Üsküb als Standquartier 256
Siebzehntes Kapitel: Die Bulgaren in Mazedonien 270
Achtzehntes Kapitel: Der Tschifflik von Bardovce 284
Neunzehntes Kapitel: Beobachtungen an mazedonischen Spinnen 301
Zwanzigstes Kapitel: Das Chrombergwerk von Radusche 319
Einundzwanzigstes Kapitel: Der Katlanovosee 324
Zweiundzwanzigstes Kapitel: Besuch bei den Albanern 335
Dreiundzwanzigstes Kapitel: Der Wodno, die Treskaschlucht und das
Kloster Markova 341
Vierundzwanzigstes Kapitel: Neresi (Über die Kirchen, Klöster und
Feste der Mazedonier) 354
Fünfundzwanzigstes Kapitel: Bienen Mazedoniens 369
Sechsundzwanzigstes Kapitel: Die Erforschung der Golesniza Planina 380
Siebenundzwanzigstes Kapitel: Stip und das Ovče Polje 421
Achtundzwanzigstes Kapitel: Klima und Seuchen in Mazedonien 431
Neunundzwanzigstes Kapitel: Prilep und seine Pässe (Babuna und
Pletwarpaß) 448
Dreißigstes Kapitel: Ameisenlöwen 473
Einunddreißigstes Kapitel: Krusevo als Aromunenstadt 484
Zweiunddreißigstes Kapitel: Gopes 492
Dreiunddreißigstes Kapitel: Sommer in Mazedonien 502
Vierunddreißigstes Kapitel: Der Peristeri. Die mazedonischen Alpen 516
Fünfunddreißigstes Kapitel: Am Prespasee 530
Sechsunddreißigstes Kapitel: Ritt über den Tomoros 536
Siebenunddreißigstes Kapitel: Die Wirbeltiere Mazedoniens 543
Achtunddreißigstes Kapitel: Ochrida 554
Neununddreißigstes Kapitel: Der Ochridasee 566
Vierzigstes Kapitel: Ende des Feldzuges und der Forschungarbeiten in
Mazedonien 586
Anmerkungen zu den Kapiteln 580
ERSTES KAPITEL
IM WARDARTAL.
FRÜHLING IN MAZEDONIEN.
In den ersten Tagen des Monats Mai 1917 trug mich der Balkanzug
südwärts durch das Moravatal Mazedonien entgegen und damit nahte für
mich die Erfüllung eines Herzenswunsches. Ich durfte meine eigene
Wissenschaft, meine Arbeitskraft in den Dienst meines Vaterlandes
stellen! Als Naturforscher wurde ich von der deutschen Heeresgruppe
nach Mazedonien gerufen, um dort ihre Zwecke durch Forschungen in
meinen Arbeitsgebieten zu fördern.
Ein kurzer Aufenthalt in _Nisch_, der alten Hauptstadt Serbiens, führte
mich in die Kreise der Etappeninspektion XI ein, deren Kommandeur,
Generalleutnant _von Krane_ mich als frischer Soldat mit starkem
Interesse und vollem Verständnis für meine Absichten empfing. In seinem
Stab traf ich mit Generaloberarzt Ludolf _Brauer_, dem beratenden
inneren Kliniker der Heeresgruppe, dem Direktor des Eppendorfer
Krankenhauses in Hamburg, zusammen. Er war der Geschäftsführer der
neu begründeten Mazedonischen Landeskundlichen Kommission beim
Oberkommando Scholtz; ich war als eines der ersten Mitglieder auf dem
Kriegsschauplatz erschienen und beriet sofort die Organisation unserer
Kommission mit ihm. Ich erfuhr, daß ich in voller Freiheit meine Pläne
durchführen könne und daß mir nur der Wunsch ausgesprochen würde,
ich möge mich durch Forschungen auf zoologischem Gebiet auch an der
Bekämpfung der für unser Heer so gefährlichen Seuchen beteiligen.
Ich beschloß, sofort an die Arbeit zu gehen, über Üsküb ins südliche
Wardartal zu reisen und mir dort in der für meine Forschungen
geeignetsten Gegend als Gast des deutschen Heeres ein Standquartier
auszusuchen. Überall, wo ich mit Heeresstellen in Berührung kam, fühlte
ich Verständnis und Entgegenkommen heraus, und machte mich mutig auf
den Weg.
Schon von Nordserbien aus war es deutsche Militär-Eisenbahn, der
ich mit meiner wissenschaftlichen Ausrüstung anvertraut war. Die
Militär-Eisenbahn-Direktion 7 mit ihrem so pünktlichen und sicheren
Verkehr habe ich bei den Reisen der nächsten zwei Jahre bis zum
traurigen Abschied von Mazedonien stets gesegnet. Aber jetzt bei der
Ausreise südwärts schien nicht alles von vornherein sicher und glatt
vor sich gehen zu sollen. Serbische Banden waren tags vorher bei
_Ristowac_ aufgetaucht, gut bewaffnet und von serbischen Offizieren
geführt. Sie hatten die Eisenbahnbrücke zerstört und es hatte an der
Eisenbahnstation ein regelrechtes Gefecht stattgefunden, welches von
dem alten, begeisterten deutschen Bahnhofskommandanten siegreich
geführt worden war. Die Serben hatten 20 Mann und einen Offizier
von ihren etwa 300 Mann tot am Platze gelassen, während auf unserer
Seite auch 11 Bulgaren und 5 Deutsche gefallen waren. So wurde mir
denn gleich zum Bewußtsein gebracht, daß meine Tätigkeit auf einem
Kriegsschauplatz sich vollziehen sollte.
Als ich in _Ristowac_ ankam, war die Brücke schon wiederhergestellt,
wir konnten glatt durchfahren. In den Bergen brannten mehrere Dörfer
als Folgeerscheinung einer bulgarischen Strafexpedition, bei der ein
ganzes Armeekorps gegen die ziemlich zahlreichen serbischen Banden
aufgestellt war. Es war eine von unseren Gegnern von Saloniki aus
eingeleitete Aufstandsbewegung größeren Stils, welche zeitweise sogar
_Nisch_ bedrohte, von den Bulgaren aber blutig unterdrückt wurde. Im
Eisenbahnzug hörte ich von den deutschen Offizieren schon mancherlei
Bemerkungen über die grausame Kriegführung der Bulgaren.
Die Reise ging aber durch die Ereignisse unbehindert weiter. Ich kam
auch im Angesicht der reizvollen Landschaft nicht dazu, mich über die
militärischen und politischen Angelegenheiten weiter zu unterrichten.
Die Bahn fährt das Moravatal hinauf. Der Fluß führte damals reichlich
durch Regengüsse gelbbraun gefärbtes Wasser. In vielen Windungen laufen
Fluß und Bahn durch ein sehr reizvolles Tal, dessen Wände von Bergen
mittlerer Höhe gebildet sind. Die ausgedehnten Buchenwälder standen in
sommerlicher Pracht; die Felder waren gut bepflanzt, das Getreide schon
hoch, Weißdorn blühte, die Obstbäume waren schon abgewelkt, in Sümpfen
standen gelbe Schwertlilien. Im ganzen erinnerte die Landschaft an
sommerliches Mitteldeutschland, etwa an Thüringer Flußtäler.
Der Fluß wurde kleiner, die Landschaft immer sommerlicher, höhere
Bergketten traten im Süden auf, zum Teil noch mit Schnee bedeckt.
Schließlich verließ die Bahn das Moravatal, überschritt die
Wasserscheide und trat in der Nähe von _Kumanovo_ in das mazedonische
Gebiet ein, was sich in dem ganzen Charakter der Landschaft kundgab.
Die Berge waren zurückgetreten, eine weite Ebene breitete sich aus.
Wald fehlte hier, während die Felder schon einen vorgeschrittenen
Zustand aufwiesen, Gerste und Roggen standen mit fertigen Ähren,
einzelne blühende Mohnfelder verrieten den südlicheren Charakter des
Landes.
Weite Getreideäcker, Obsthaine und Dörfer mit Lehmhütten füllten die
Ebene, die der Zug durchfuhr, um die Stadt _Üsküb_, slawisch _Skopje_
genannt, zu erreichen. Bei der Einfahrt überraschte der _Wardar_ als
breiter Fluß, Minarets, Moscheen und die hochragende Zitadelle gaben
der Stadt ein orientalisches Gepräge. Das malerische Bild der Gebäude
wurde sehr gehoben durch die Menge stattlicher Pappeln, die sich hinter
den Häusermassen erhoben; rings um die Stadt ziehen sich Ketten von
schöngeformten Gebirgen, von denen einige jetzt Mitte Mai noch tief
beschneit waren. Vor ihnen dehnt sich eine hügelige Ebene voll reicher
Pflanzungen aus.
Von dem bunten orientalischen Leben Üskübs, von dem ich in einem
späteren Kapitel erzählen werde, riß ich mich bald los, um zu meinem
Standquartier zu gelangen, in welchem ich mich für mehrere Wochen
niederlassen wollte. Zu diesem Zweck reiste ich wardarabwärts mit der
Bahn nach Süden. Diese bleibt immer nahe am _Wardar_, so daß man bei
der Fahrt einen guten Überblick über dessen Lauf gewinnt. Sie führt
zuerst durch das weite _Becken von Üsküb_, in welches der Wardar
von Westen eintritt, nachdem seine Wassermasse durch den Zufluß der
_Treska_ ganz erheblich vermehrt wurde. Etwa bei _Selenikovo_ tritt
der Fluß in die Enge von _Veles_, die sich bis _Krivolac_ hinzieht.
Hier fließt der Wardar durch eine wechselvolle Landschaft mit vielen
malerischen Schönheiten. Prachtvolle enge Schluchten mit steilen
Felswänden wechseln mit breiteren Talstellen, in denen ein oft üppiger
Baumwuchs absticht von der Öde und Kahlheit, die sonst für den vom
Norden kommenden Reisenden das auffallendste Merkmal Mazedoniens zu
sein scheint. Im Westen sieht man hohe Berge aufragen, auch diese
(jetzt Mitte Mai) noch tief im Schnee. Damals schon faßte mich die
Sehnsucht, diese wie Alpen sich darstellenden Gebirge zu erforschen,
ein Wunsch, den das nächste Jahr mir erfüllen sollte. Auch die
eigenartige Pflanzenwelt der Talwände lockte schon bei der Durchreise
zum Aussteigen. Ich werde von ihr später mancherlei zu erzählen haben.
Kurz vor _Veles_ erweitert sich das Tal und gestattet wieder Ausblicke
westwärts auf die Gebirge, über welche die Pässe gegen _Prilep_
und _Monastir_ führen. Schon dicht bei der Stadt _Veles_ wird das
Flußbett des Wardar wieder fast zur engen Klamm. Die Stadt klettert in
malerischer Schönheit die Felsenhänge hinan; enge Gassen münden in die
Seitenschluchten, Minarets erheben sich über die roten Ziegeldächer
der untereinander sehr gleichartigen Häuser, in Felsspalten erscheinen
weiße Klöster eingebaut. Von all diesen Steinmassen der Berge und
Häuser strahlt pralle Hitze ins Tal und läßt auf den kahlen Felsen
keine Pflanzenwelt aufkommen. Im Fluß drehen sich schlanke Räder,
welche Wasser zur Bewässerung der Felder in die Höhe schöpfen.
Bis _Krivolac_, wo die Bulgaren den Franzosen im Jahre 1916 eine
ordentliche Niederlage beigebracht haben, fährt der Zug vielfach an
kahlen Bergen entlang, die einen öden, menschenleeren Eindruck machen.
_Gradsko_, das riesige Lager mit seinen Magazinen, Baracken und Zelten,
von Staubwolken verdüstert, machte keinen freundlichen Eindruck.
Am Bahndamm sah man schon in Serbien, wie jetzt an der ganzen Strecke
bulgarische Soldaten als Bahnbewachung. Kleine elende Häuschen aus
Lehm und Stroh waren von Stacheldraht und seichten Gräben umgeben, die
gegen einen Bandenüberfall wohl nur ein mäßiger Schutz gewesen wären.
Die bulgarischen Landsturmsoldaten in ihren zerrissenen, schmutzigen
Uniformen waren zunächst nicht geeignet, einen günstigen Eindruck von
ihrem Volke zu erwecken.
Südlich von _Krivolac_ durchläuft die Eisenbahn mit dem Wardar ein
weites Becken, welches von einem Kranze kahler Berge eingeschlossen
ist. Nur in weiter Ferne sieht man im Südwesten die schönen Formen
schneebedeckter Berge hervorragen. Die näher liegenden Berge zeigen an
ihren Hängen alle Zeichen einer weitgehenden Erosion. Steile Abstürze
mit den scharfen Schatten der vom Regenwasser gerissenen Schluchten
strahlten im Scheine der Nachmittagssonne in den stärksten Farben:
ziegelrote, orangegelbe und violette neben braunen und weißen Hängen.
Ein geradezu phantastisches Bild: bizarre Formen und eigenartige grelle
Farben. Das waren ganz ungewohnte Landschaftsbilder, die mich an
Gegenden erinnerten, wie ich sie in Mexiko und am Roten Meer gesehen
hatte.
Vor den Bergen dehnte sich eine gutbebaute Ebene aus, deren
Gerstenfelder schon leise gelblich zu schimmern begannen; die
zahlreichen Mohnpflanzungen waren im Verblühen, an manchen Stellen
waren die Kapseln schon gut entwickelt.
Zug und Landstraße gingen direkt auf steile hohe Felsenwände zu;
das tat auch der Wardar, der sich in diese Felsen eine steilwandige
mächtige Schlucht gegraben hat. Es ist _Demir-Kapu_, das Eiserne Tor
von Mazedonien. Durch gelbrote Wände hat der Fluß sich gearbeitet, die
so steil aus seinem Wasser aufragen, daß Straße und Bahn nur durch
Tunnels hier an ihm vorbeigeführt werden können. Wir werden diese
eigenartige, grandiose Landschaft des Wardardurchbruchs später noch
genauer kennen lernen.
[Illustration: Abb. 1. Blick von den Felsen von Demir-Kapu über die
Steppe von Krivolac.]
Einige hundert Meter ist diese Flußwildnis lang; hinter ihr treten die
Berge nicht stark zurück und zeigen immer noch schöne wildzerissene
Steilwände. Täler münden von beiden Seiten ein, die zum Teil in schön
bewaldete Mittelgebirge führen. Hier durfte ich als Naturforscher
interessante Beobachtungen erwarten. Aber schnell führte mich der
Zug jetzt an diesen Tälern vorbei, an Dörfern, die im Schatten von
Obstbäumen und Pappeln friedlich lagen, an mächtigen Schotterbänken
entlang, welche die Bäche aus den Seitentälern zum Wardar geschwemmt
hatten und die von der Wucht der in diesem Gebiet herrschenden
Naturkräfte zeugten.
[Illustration: Abb. 2. Demir-Kapu, Eisernes Tor Mazedoniens.
Wardardurchbruch von Norden.]
In der Ferne sah man das Tal in eine weite Ebene ausmünden, die im
Süden sich wieder zu einem Bergpaß schloß. Es war die Ebene von
_Hudova_, die mich jetzt für einige Monate beherbergen sollte. Wir
liefen in den Bahnhof von _Hudova_ ein den ein ungeheures Barackenlager
umgab. Dies war das letzte große Etappenlager vor der Front gegen
Saloniki. Etwa 100 km von Hudova aus gegen Süden und Südosten
erstreckt sich noch das Wardartal, bis der Fluß westlich Saloniki
ins Ägäische Meer mündet. An die Ebene von Hudova schließt sich
noch ein Schluchtgebiet des Wardar an, hier von weniger stattlichen
Bergen eingeschlossen. In Friedenszeiten wäre die Bahn bis Saloniki
durchgelaufen. Jetzt fand sie in _Miletkovo_ ihren Abschluß; etwas
weiter flußabwärts lagen _Negorci_ und _Gewgeli_; etwa 15 Kilometer
südlich dieser Stadt verlief die feindliche Front, welche meiner
Forschungsarbeit eine durchaus nicht natürliche Grenze setzte.
An jenem Maiabend stieg ich aber in _Hudova_ aus dem Zug; Wagen mit
Soldaten holten mich und mein Gepäck ab. Nach wenigen Minuten rollten
sie durch mächtige Staubwolken ein Stück südwärts, um dann nach Osten
scharf um die Ecke zu biegen, der östlichen Talwand entgegen. Den Staub
von Hudova sollte ich in dem nahenden Sommer noch zur Genüge kennen
lernen. Jetzt kamen wir bald an den Baracken der Etappenmagazine, an
einer Feldwetterwache, einer Feldbäckerei und Fliegerlagern vorbei
gegen eines der östlich in die Bergwand eindringenden Tälchen.
[Illustration: Abb. 3. Wardar oberhalb Hudova.]
Vor uns dehnten sich im Tal von Hudova vor allem große
Maulbeerpflanzungen aus; zwischen den Bäumen war Getreide gepflanzt.
Die Maulbeeren waren zum Teil noch in Blüte. Unser Weg führte zwischen
blühenden Rosen-, Brombeer- und Weißdornhecken und war so eng, die
Hecken so dicht und üppig, daß bei der flotten Fahrt Zweige und Blüten
den Pferden und mir ins Gesicht schlugen. Vom Wegrand dufteten die
mannigfaltigsten Blüten, umsummt von einer Menge von Insekten. Vögel
vieler Arten machten auf sie Jagd. Aus den dichten Gebüschen begann der
Gesang zahlreicher Nachtigallen sich zu erheben, während allmählich
der Abendsonnenschein sich durch das Tal ergoß und fern hinter mir
auf dem Wardarfluß sich spiegelte. Noch weiter westlich grenzte ein in
zarten Farben verschwimmendes Hochgebirge, dessen Gipfel noch breite
Schneefelder trugen, in schönen dachsteinähnlichen Formen die Ferne ab.
[Illustration: Abb. 4. Blick nordwärts über den Wardar von der
Kaiser-Wilhelms-Brücke bei Miletkovo. Hochwasser.]
Vor mir im Osten, allmählich sich immer stattlicher erhebend, ragte ein
eigenartig herbes Gebirge empor. Eine Bergkette von harten Umrißlinien,
mit scharfen Kanten, die von den Gipfeln zu Tale liefen, von zahllosen
Schluchten durchfurcht, steinig und dürr, baumlos, nur von Buschwerk
an den Flanken bedeckt, so schien es, während ich im Abendschein
mich ihm näherte, immer höher vor mir aufzusteigen. Die Beleuchtung
ließ es fast wie Alpenberge erscheinen, obwohl es nicht viel über
1000 m sich erhob. Es war die _Plaguša Planina_, in deren Schutz ich
nun mein Standquartier aufschlagen wollte. Auf deren Gipfeln und in
ihren Schluchten wartete manches Erlebnis, manche wissenschaftliche
Entdeckung auf mich.
Über dem weiten Geröll- und Sandbett eines ausgetrockneten
Schluchtbaches rollte nun unser Wagen in das Tälchen ein, in dessen
Südflanke in einer Mulde das Dorf _Kaluckova_ lag.
[Illustration: Abb. 5. Blick südlich von der Kaiserwilhelmsbrücke bei
Miletkovo. Gegen Gewgeli. Flußbett voll Geröll.]
ZWEITES KAPITEL
KALUCKOVA UND DAS FORSCHERHAUS
Aus der Entfernung sah das Dörfchen Kaluckova malerisch und einladend
aus. Eine größere Anzahl steinerner Häuser, die einen weiß getüncht,
die andern aus dunkelen, rauh behauenen Felsstücken erbaut, lagen am
Hügelrand. Die meisten Häuser waren am Südhang gelegen und kletterten
ein gut Stück bergan und in die drei Schluchten hinein, die sich im
Dorfe vereinigten. Vor dem Ort breitete sich ein breites Schotterfeld
aus, weiße und gelbliche, abgerollte Steine, dazwischen viel Sand und
Schlamm, das Ergebnis der Arbeit der drei Schluchtbäche, welche an den
Abhängen der Plaguša Planina ihre Quellen hatten. Über diese breite,
helle Talsohle, die jetzt ganz trocken lag, führte ein schmaler Steg
zu einer kleinen Häusergruppe am Westhang des Tälchens. Vor diesen
Häusern erhob sich eine riesenhafte, alte Platane, das Wahrzeichen von
_Kaluckova_; sie war mehrere Meter dick, maß etwa 9 m im Umfang, war
ausgehöhlt und breitete ihre Äste über einen großen Platz aus, den sie
beschattete (Abb. 7). Hinter ihr ragte eine weiße Moschee mit einem
Minaret in die Höhe, seitwärts von ihr stand ein helles, mehrstöckiges
Haus, ehemals die Schule des Ortes; ihr schlossen sich noch einige
wohlerhaltene Häuser und vor allem der einzige Bauernhof, der noch
vollkommen erhalten war, an. Dies war eine Gruppe von Häusern, steil
den Berg hinaufgebaut, ganz in Mauern eingeschlossen, wie eine Festung.
Tomatenfelder und kleine Äcker schlossen am Talhang die bewohnte Region
ab.
[Illustration: Abb. 6. Kaluckova mit Plaguša Planina in erhaltenem
Zustand 1916.]
Schaute man sich die Häuser auf der südlichen Talseite genauer
an, so bemerkte man, daß die meisten von ihnen Ruinen waren. Sie
hatten keine Dächer, Türen und Fenster waren herausgerissen und die
Wände zerbröckelten. Ein trauriges Ergebnis des Krieges, wie es
alle die Dörfer ringsum betroffen hatte. Es waren aber nicht etwa
Kampfzerstörungen, die an diesen Dörfern vorübergegangen waren. Im
Herbst 1916 waren die damals längst von unseren und den bulgarischen
Truppen besetzten Dörfer noch gut instand gewesen (Abb. 6), wenn auch
von den meisten Einwohnern verlassen. Im Winter hatten die Häuser
als Holzquelle gedient. Vor allem die bulgarischen Soldaten der
benachbarten Lager hatten sich die Dachbalken, die Fensterrahmen, die
Türen als Brennmaterial geholt und auch unsere Soldaten hatten sich an
diesen Zerstörungen beteiligt. In dem holzarmen Lande war während des
kalten Winters nichts anders übrig geblieben, als sich hier in der Nähe
der Front große Mengen von Soldaten ansammelten, die kochen und warm
haben wollten.
So bot denn das Dorf mit seinen halb- und ganz zerstörten Häusern einen
traurigen Anblick dar. Trotzdem mußte es wieder bezogen werden; als ein
Seuchenlazarett an dieser Front notwendig wurde, hielt man diesen Ort,
der nicht weit der Bahn und Hauptstraßen lag, für besonders geeignet,
da in seiner Nähe kein stehendes Gewässer sei. Man hielt es daher für
malariafrei. Das stellte sich später als ein schwerer Irrtum heraus,
gab mir aber zu besonderen Forschungen Anlaß, von denen in einem
späteren Kapitel die Rede sein wird.
Als ich in _Kaluckova_ ankam, hatte man erst gerade begonnen, das
Lazarett auszubauen. Einige Baracken waren in dem Maulbeerhain am
Nordhang des Tals aufgestellt, die Moschee, das Schulhaus und was
sonst von Bauten noch brauchbar war, mit Krankenbetten belegt. Nur
für die Ärzte, die Pflegeschwestern und die Sanitätsmannschaften war
die Unterkunft zunächst sehr mangelhaft. Allmählich wurden aber die
Ruinen wieder ausgebaut und so eine Anzahl erträglicher Quartiere
eingerichtet, wobei andere der zerfallenen Häuser das Baumaterial
lieferten und dabei fast vollständig vom Erdboden verschwanden. So
waren ein Schwesternhaus, ein Ärztekasino im Haus des Chefarztes,
Ärztequartiere, Räume für Mannschaften, Ställe für Pferde, Lager für
Vorräte errichtet worden. Dazu kamen eine Apothekenbaracke und ein ganz
brauchbares Laboratorium für Seuchenuntersuchungen.
[Illustration: Dr. _Laser_ phot. Abb. 7. Die alte Dorfplatane von
Kaluckova im Winter.]
Als ich am Abend des 19. Mai in Kaluckova eintraf, wurde ich in
freundlicher Weise von dem Chefarzt des Seuchenlazaretts, _Stabsarzt
Halter_ empfangen. Vorläufig wurde ich mit mehreren Ärzten in einem
größeren Schlafraum untergebracht. Bald aber wurde auch für mich ein
Haus am Bergende des Dorfes auf luftiger Höhe ausgebaut, dessen Garten
ein stattliches Portal mit der stolzen Inschrift „_Forscherhaus_‟
erhielt (Abb. 8). Dazu wurde die Hälfte des Laboratoriums mir zur
Verfügung gestellt, so daß ich sofort meine Instrumente auspacken und
mich zur Arbeit vorbereiten konnte. Eine sehr brauchbare transportable
Laboratoriumseinrichtung, das sogenannte Münchner Feldlaboratorium,
wurde mir vom Kollegen Brauer, der es von den Beringwerken erhalten
hatte, in großzügiger Weise zur Verfügung gestellt; so hatte ich
bald ausgezeichnete Arbeitsbedingungen und konnte mich sofort an die
Erforschung der Gegend machen, auf die ich äußerst gespannt war. Der
verständnisvollen Unterstützung, die mir Stabsarzt Halter gewährte,
werde ich stets dankbar gedenken. Nun ging eine schöne, eindrucksreiche
Zeit in _Kaluckova_ und seiner Umgebung für mich an.
[Illustration: Abb. 8. Mein Wohnhaus in Kaluckova.]
Im stillen _Forscherhaus_ habe ich manche ruhige Nacht, aber auch
manche unruhige verbracht, zum Glück aber in den Monaten meines
Aufenthalts nur einen Tag krank gelegen; in meinem einfachen Zimmer, am
Haus und im Garten manche interessante Beobachtung gemacht.
In meinem Zimmer bauten Spinnen ihre Netze; von einer von ihnen habe
ich im 19. Kapitel berichtet; nicht selten flatterten junge Vögel zu
mir herein. Weidende Rinder brachen in meinen Garten ein, in dem ich
vergebens nach Regenwürmern grub. Ameisen bauten im und um das Haus
ihre Nester. In der Lehmwand hatten Bienen ihre Nester gebaut, solitäre
Bienen aus den Gattungen +Anthophora+ und +Halictus+. Deren Bauten
wurden von den metallisch roten und grünen prachtvollen _Goldwespen_,
+Chrysididen+, umschwärmt, welche ihre parasitische Nachkommenschaft in
die Nester zu den Larven einzuschmuggeln trachteten. Die _Dorfschwalbe_
(+Hirundo rustica boissonneauti+ Temm.) baute und brütete unter meinem
Dach, Sperlinge und Goldammern besuchten meinen Hof.
[Illustration: Dr. _Laser_ phot. Abb. 9. Das Doktorhaus in Kaluckova
mit dem Granatapfelbaum.]
Manche Nacht hörte ich die _Malariamücken_ um mein Moskitonetz summen,
während die kleinen _Pappataccimücken_ durch dessen Maschen zu mir
eindrangen und Nacht mit ihren schmerzhaften Stichen schlaflos machten.
Dann war es wie eine Erlösung, wenn der Kraftwagen der Flieger aus dem
Wardartal vor dem Haus anbrauste und die frischen jungen Männer mich
mitten in der Nacht zu einem ihrer improvisierten Feste abholten.
An einen Haus- und Nachtgast denke ich mit besonderer Sympathie zurück.
Es war der einzige Geckonide, eine kleine Eidechse, der im Wardartal
vorkam, als südlicher Gast hier eingedrungen. +Gymnodactylus kotschyi+
Stud. hieß das kleine braungraue Tier, das sich in meinem Zimmer
eingenistet hatte und mir da das Ungeziefer wegfing. Tagsüber hielt
mein Tekkotekko sich verborgen. Nachts aber, sobald ich das Licht
gelöscht hatte, begab er sich auf die Wanderung an Wänden und Decke
meines Zimmers. Seine Zehen waren für das Laufen an glatten Wänden
nicht ganz geschickt ausgestattet und so plumpste er manchmal mit
lautem Knall auf den Zementboden des Zimmers herunter. Sein leiser,
glockenartig tönender Ruf schallte traulich aus den Zimmerecken zu mir.
So ließ ich das harmlose Tier leben solange ich das Zimmer bewohnte.
[Illustration: Abb. 10. Mein Standquartier Kaluckova. Im Hintergrund
Marianska Planina und Mala Rupa.
(Nach Aquarell des Verfassers. Abendstimmung Juli 1917.)]
Es war eine ganz seltsame Landschaft, die mich hier umgab, eine
Landschaft, wie ich sie noch nicht kennen gelernt hatte. Um den Grund
des Baches und seiner Zuflüsse stiegen nach allen Seiten steile Hügel
an. Sie reihten sich meist in Ketten den Bachschluchten entlang an,
selbst durch Nebenschluchten voneinander getrennt. So war es ein
schwieriges Klettergelände, wollte man seitlich der Schluchten ins
Gebirge hinauf. Jeder Hügel überragte seinen Nachbarn in der Kette
und war von ihm durch eine tiefe Schlucht getrennt. Und alle diese
Hügel sind auf ihrem Rücken von kurzem Buschwerk bedeckt, das meist
in Gruppen vereinigt ist, die jeweils durch schmälere und breitere
Rasenstrecken voneinander getrennt sind. So waren in dieser Jahreszeit
die Hügel ganz grün, der meist hellgrüne Rasen gefleckt mit den
dunkelgrünen Büschen. Dazwischen stachen höchst auffällig und grell
das Gestein und die Gerölle der Abstürze und der Schluchtenränder mit
ihrer rotgelben und dunkelroten Färbung ab. Und in all den Schluchten
rauschte und rieselte in dieser Jahreszeit reichliches Wasser, doch
immerhin nur soviel, daß es im Schotterbett des Unterlaufs der Bäche
vollkommen versickerte.
Hügel über Hügel reihte sich bergan, bis in etwa 500 bis 600 m Höhe
breitere Rücken und Halden sich anschlossen, die schließlich noch
durch tiefe Täler von den steilen Felsabstürzen des Plaguša-Gebirges
getrennt waren. Letzteres zog sich von Nord nach Süd als eine Kette von
schroffen Spitzen dem Wardartal parallel. Im grellen Mittagslicht war
das ganze Gebirge durch zahllose, gradlinig begrenzte Schattenflecke
gegliedert. Grau und kahl überragte es die grünen Hügel des Vorlandes
und einige höhere Zwischenberge, von denen einer von unseren Soldaten,
da er aus dem dürren Lande so auffallend hervorstach, als der
_Grünberg_ bezeichnet wurde.
In diesem Gebiet habe ich in den nächsten Monaten und im Frühling 1918
eine Menge von interessanten Beobachtungen an Pflanzen und Tieren
gemacht. Es erwies sich als ein biologisches Eldorado und die Wahl des
Standquartiers als sehr geeignet.
Die Pflanzenwelt Mazedoniens stellte in ihrem Gesamteindruck wohl für
die meisten Deutschen eine große Überraschung dar. Der Deutsche ist
gewohnt, wenn er von seiner Heimat südwärts reist, in eine Landschaft
von mediterranem Typus etwa in Südtirol, in Oberitalien oder in
Südfrankreich zu gelangen. Er erwartet Pinien und Zypressen, sucht
Lorbeer und Myrthen, Orangen- und Zitronenbäume.
Nichts davon bekommt man im eigentlichen Mazedonien zu sehen. Die
typische Mittelmeerflora mit ihren malerischen Bäumen, mit der
Pflanzenwelt der Macchien ist auf dem Balkan nur in Meeresnähe
vertreten, also in Dalmatien, in Griechenland und an der thrakischen
Küste. Die mazedonische Landschaft sieht ganz anders aus; ihr fehlen
jene, ebenso wie Ölbäume, Erdbeersträucher und alle anderen Pflanzen,
welche der italienischen Landschaft ihren besonderen Reiz verleihen. Wo
die Bodenfeuchtigkeit genügt, werden sie durch Pappeln, Ulmen, Eichen
ersetzt, Weiden und Erlen, Ahorn, Hainbuchen erinnern mehr an deutsche
Gaue.
Auf den trockenen Hügeln, also im Wardartal von Üsküb bis Gewgeli, bei
Prilep, Monastir, an den Seen herrscht Buschvegetation vor; manchmal
finden sich dichte, fast undurchdringliche Massen, sehr häufig sind
lockere Bestände: Gruppen von Büschen sind getrennt durch Flächen,
welche mit Gras und Kräutern bedeckt oder ganz vegetationslos sind. Und
die _Büsche_ sind meist klein und niedrig, rundlich geformt. An vielen
erkennt man bekannte Blätter, wie Brombeeren, Weißdorn, andere muten
fremdartig an, wie der stachliche Judendorn (+Patiurus aculeatus+ Lam.)
(Abb. 11) und die Stacheleiche (+Quercus coccifera+ L.). Andere sind
wir gewohnt als Bäume zu sehen, so weichblätterige Eichen, Feldahorn,
Hainbuchen. Dazwischen kommen in manchen Lagen Wachholderbüsche vor.
[Illustration: Dr. _Laser_ phot. Abb. 11. Judendorn (+Paliurus
aculeatus+ Lam.) bei Kaluckova.]
Gerade im Frühling war die Fülle der Pflanzen und Tiere auf den Hügeln
unermeßlich. Die dunklen Büsche bestanden in der ganzen Gegend fast
ausschließlich aus einem dichten Gestrüpp mit harten, stachelichen,
glänzenden Blättern. Zunächst glaubte man etwas Ähnliches vor sich zu
haben, wie die Stechpalme des heimischen Schwarzwaldes. Sah man genauer
zu, so fand man eigenartige Blütenträubchen, manchmal jetzt noch
vertrocknet am Busch Früchte, die genau wie unsere Eicheln aussahen,
Körbchen und Eicheln lagen zum Teil noch vom Herbst am Boden herum und
später im Jahr waren die Büsche reichlich mit Eicheln bedeckt. Es war
also eine Eiche, die man wohl die _Stacheleiche_ nennen darf (+Quercus
coccifera+ L.), ein Gewächs, das keiner vergessen wird, der einmal in
diesem Gebiet gelebt hat (Abb. 12 und 16).
[Illustration: Dr. _Frischholz_ phot. Abb. 12. Bebuschte Hügel
(hauptsächlich +Quercus coccifera+) in der glühenden Sommersonne
Mazedoniens (bei Gradec).]
Jetzt im Frühling sah der Strauch, aus der Nähe betrachtet, sehr
reizvoll aus. Die neuen Zweige waren mit hellgrünen, am Rande rötlich
schimmernden, zarten Blättern bedeckt. Deren Stacheln waren noch weich,
so daß man ruhig mit vollen Händen hineingreifen konnte. Allerdings
mußte man dabei im Gebiet der jungen Sprosse bleiben; griff man in
die alten hinein, so zerstach man sich an deren scharfen Stacheln die
Finger abscheulich.
Zwischen den Büschen stieg ich die steilen Hügel aufwärts, bald am
Steilrand einer Schlucht, bald über eine scharfe Felsenkante, dann
wieder auf blütenreichem Wiesenpolster; wo Fußpfade und Herdenspuren
verfolgbar waren, zogen sie sich vielfach geschlängelt durch das
Stacheleichengestrüpp.
Mit den _Stacheleichen_ bildeten andere stacheliche, dornige Sträucher
die Gebüsche; alle hatten harte, glatte oder dickwollige Blätter.
Diese ausdauernden Sträucher waren durch allerhand Schutzmittel
gegen tierische Feinde geschützt. Sie alle besaßen Stacheln, Dornen,
Behaarung, zum Teil auch lederige Blätter. Trotz dieses Schutzes
zeigten sie besonders an dem jungen Zuwachs Anzeichen von Benagung
durch Weidetiere. Diese sind hier im Lande die grimmigsten Feinde der
ausdauernden Pflanzen. Vor allem die so viel gezüchteten Ziegen mit
ihrer unersättlichen Gefräßigkeit lassen keinen Baumwuchs, kein höheres
Buschwerk aufkommen, es sei denn die Pflanze durch gute Waffen gegen
die Zudringlichkeit des Tieres geschützt. Was sie vor Tieren schützt
ist vielfach gleichzeitig Schutz vor Austrocknung. Denn viele Feinde
bedrohen auf den mazedonischen Hügeln die Pflanzenwelt, und unter
ihnen ist neben den Ziegen die Trockenheit der Sommermonate wohl der
gefährlichste.
[Illustration: Abb. 13. Hügel bei Kaluckova im Frühling.]
Jetzt schon im Mai war die Erde auf den Hügeln von außerordentlicher
Härte und Trockenheit; riß man einen Grasbüschel aus, so war die an
seinen Wurzeln hängende Masse schon leicht staubig und sehr steinreich.
Es war erstaunlich, daß trotzdem eine solche Fülle von Pflanzen
im Hügelgelände wuchsen und blühten. Sie mußten besonders gegen
Austrocknung geschützt sein; die große Mehrzahl von ihnen waren zudem
ganz kurzlebige einjährige Pflanzen.
[Illustration: Abb. 14. Buschvegetation der Hügel bei Kaluckova.
Sommersanfang.]
Viele der Hügelblumen dufteten stark und an den windstillen
Maimorgen war die Luft von köstlichen Gerüchen erfüllt, in denen
eine mannigfaltige Insektenwelt schwirrte und summte. _Thymian_
und _Kamillen_ bildeten an vielen Stellen große Beete und Polster
zwischen Steinen und Gebüsch. Sehr auffallend war eine rosa-gefärbte,
großblütige Cistrose. Strohblumen, Labkräuter, Lichtnelken, Goldklee
mischten ihren Duft mit jenen. Verschiedene Kleearten, weiß und
rotblühend, waren von zahlreichen Bienen umsummt. Das waren meist
solitäre Bienen, welche in der Nähe im Boden bauten. An einzelnen
Stellen fand sich ein rundes Loch neben dem anderen im lehmigen Boden;
da flogen die Bienen unablässig ein und aus.
Der Artenreichtum der auf den Hügeln jetzt gerade blühenden
Pflanzenwelt war außerordentlich groß. Sie bildeten einen bunten
Blütenteppich von wunderbarer Pracht. Von einzelnen der Pflanzen fanden
sich an einzelnen Stellen große Bestände. So leuchteten an einem Abhang
große Flecken einer gelben Schafgarbe, neben ihnen war die Halde mit
einer roten Wicke bedeckt. Über diesen Blumen schaukelten im Morgenwind
die Ähren eines großen Zittergrases, die mindestens dreimal so groß
waren, als bei unseren deutschen Arten. Die großen herzförmigen Ähren
ließen ein leißes Rascheln ertönen, wenn der Wind sie bewegte. Zarte
Lichter wurden von ihrer matten, silberigen Oberfläche gespiegelt.
[Illustration: Dr. _Laser_ phot. Abb. 15. Diptam (+Dictamnus albus+ L.
var. +macedonicus+ Borb.).]
Als ich die Hügel wieder hinabstieg, blieb mir Zeit, einige Pflanzen
genauer zu betrachten, denen ich beim Anstieg bei der Fülle der
Erscheinungen weniger Beachtung geschenkt hatte. Zarte phantastische
Blumen von rotvioletter Farbe bildeten prachtvolle Sträuße, die
einen betäubenden aromatischen Geruch ausströmten. Es war der Diptam
(+Dictamnus albus+ L. var. +macedonicus+ Borb.) (Abb. 15), bei uns in
Deutschland eine große Seltenheit an klimatisch bevorzugten Stellen.
Hier standen die Büsche in üppiger Fülle; die großen Sträuße, die
man von ihnen ins Quartier mitnahm, wurden durch die Stärke ihres
Geruchs bald unangenehm. Versuche auch bei dieser Form, wie es sonst
beschrieben wurde, das ausgespritzte ätherische Öl zu entzünden,
mißlangen mir bei der hier vorkommenden Art.
Einen eigenartig phantastischen Anblick bot eine Pflanze dar, die
unten an den Hügelhängen in großer Menge vorkam. Es war ein riesiger
Aronsstab, dessen purpurbraune Blüte in einem Strauß hellgrüner
Blätter steckte. Die Pflanze ragte meist über einen Meter hoch aus
Stacheleichenbüschen hervor, wie das nebenstehende Bild zeigt (Abb.
16). Eigenartig leuchtete der gelbgrüne Stempel auf dem tiefbraunen
Grunde des Becherinnern. Ein unangenehmer Aasgeruch entstieg dem Kelch,
in dem kleine Fliegen in Menge sich sammelten, um da die Befruchtung zu
vermitteln.
Wo man über die Hänge schaute, überall sah man die mächtigen
Pflanzen mit ihren Knospen und offenen Blüten emporragen. Fast nie
aber standen sie frei zwischen den Büschen, sondern die meisten
von ihnen ragten aus stachelichen Büschen hervor, meist aus denen
der Stacheleichen. Offenbar waren nur diejenigen Individuen dieser
Pflanzenart (+Dracunculus vulgaris+ Schott.) von den weidenden Tieren
verschont geblieben, welche innerhalb von Stachelsträuchern ausgekeimt
waren. Es mutete direkt wie ein Symbioseverhältnis zwischen den zwei
Pflanzen an, wenn man stets die zartblättrigen Aronsstäbe aus den
stachelichen Gebüschen herausschauen sah. Auch sonst habe ich nicht
selten in Mazedonien zarte Pflanzen in solcher Weise Schutz im Gehege
stachelicher Sträucher suchen sehen.
Über den Blumen schwebten zahlreiche Schmetterlinge, vor allem
Bläulinge, Weißlinge und Scheckenfalter. Die Arten waren den deutschen
Formen sehr ähnlich, doch ließen sich stets gewisse Unterschiede
erkennen. Ganz außerordentlich zahlreich flogen hier die Bienenarten.
Auf den Blüten versammelten sich Käfer, Blattwanzen, Schlupfwespen,
Fliegen verschiedener Arten.
[Illustration: Abb. 16. Aronsstab im Schutz der Stacheleiche
(+Dracunculus vulgaris+ Schott. in +Quercus coccifera+ L.).]
Zwischen den Pflanzen waren kahle Stellen, bedeckt mit Steinen, Erde,
Sand und Geröll. Dort war alles von einem eigenartigen Tierleben
erfüllt. Außer Bienen hatten im Lehm zahlreiche Raubwespen ihre Bauten.
Ameisen arbeiteten eifrig an ihren Erdbauten und es war auffällig
zu beobachten, daß so viele ihrer Arten in der Erde bauten; um die
Ausgänge ihrer Nester fand sich bei einer ganzen Anzahl nicht näher
untereinander verwandter Arten jeweils ein Ringwall von Bauschutt.
Steinchen und Sandkörner waren aus der Tiefe herausgeholt und um
den Nestausgang angehäuft. Man konnte das gleiche bei Arten von
+Messor+, +Tetramorium+ und +Cataglyphis+ beobachten. Offenbar
herrschte bei allen rege Bautätigkeit, denn überall sah man sie aus
den Nestern herauskommen und auf ihren Straßen wandern, die schwarzen
Körnersammler, die gelben Rasenameisen und merkwürdig bunt gefärbte, in
merkwürdiger Haltung sehr flink umherhuschende Cataglyphisarbeiter.
Wo in einer Mulde etwas Sand und Staub zusammengeblasen oder
angeschwemmt war, da hatten in dem lockeren Material _Ameisenlöwen_
ihre Trichter gebaut. Es waren weite, tiefe Trichter, an deren Grund
schon entwickelte große Larven saßen, die emsig Ameisen fingen. Wie
ich später feststellen konnte, waren es besondere, von den unserigen
abweichende Arten.
[Illustration: Dr. _Laser_ phot. Abb 17. Fruchtstände von +Dracunculus
vulgaris+ Schott. Der eine normal, der andere abnorm verdoppelt. Im
Gebüsch von +Quercus coccifera+ L.]
Durch die Büsche strichen Buchfinken und Ammern. Würger saßen auf den
höchsten Zweigen. Eine Turteltaube stieg vor mir auf, während zwei
große Falken durch die Luft strichen.
Die Mittagssonne zitterte schon über der weiten Ebene bis zum Wardar,
als ich zu meinem Quartier wieder abstieg. Bald hatte ich an steilen
Felsen zu klettern, bald konnte ich eine Strecke über trockenen Rasen
zwischen den Büschen wandern. Vor mir breitete sich das Tal aus, in
welches weite Schuttdeltas der Bäche sich erstreckten, und wo zwischen
den Maulbeerhainen die Zelte und Baracken unserer Truppen hervorlugten.
Aus der Gegend des Doiransees hörte man Geschützfeuer. Zwei feindliche
Flieger schwebten zu meinen Häupten und erkundeten unsere Stellungen.
[Illustration: Dr. _Frischholz_ phot. Abb. 18. Sommerliche Schlucht
bei Gradec.]
DRITTES KAPITEL
DIE EBENE VON HUDOVA
Zwischen den Vorbergen der _Plaguša Planina_ und dem _Wardar_ dehnt
sich eine weite, fruchtbare Ebene aus. Sie ist offensichtlich
Schwemmland des Wardar, seiner Nebenflüsse und der Bäche, die ihm von
den Randbergen zuströmen. Vollkommen flach erstreckt sie sich auf eine
Länge von 10 km und eine Breite von 6-8 km. Ihre Längenerstreckung
geht in der Hauptsache von Nordwesten nach Südosten, so wie der Wardar
fließt, der sie südwestlich begrenzt. Jenseits, westlich des Flusses
begleitet ihn in kurzem Abstand ein reichgegliedertes Hügelland, hinter
welchem die bewaldete _Marianska Planina_ bis 1500 m ansteigt. Hinter
dieser Kette folgt ein malerischer Gebirgsstock, die _Mala Rupa_ und
_Dudica_, die über 2200 m emporsteigen, und noch im Juni auf der Nord-
und Ostseite mit Schnee bedeckt sind. Im Norden und Osten zieht sich
die _Plaguša Planina_ mit ihren stark verarbeiteten und zerschnittenen
Felsenhöhen von etwa 1000 m in sehr charakteristischer Umrißlinie
gegen _Valandova_ hin; zu diesem Städtchen senkt sich das Gebirge,
unterbrochen von einer Reihe allmählich niedrigerer Gipfel hinab. Auf
einem der letzten dieser Gipfel erhebt sich als weithin sichtbare
Landmarke die Ruine einer Türkenburg. Der letzte Gipfel der Kette ragt
als charakteristischer Vorsprung in die Hudovaebene hinein, wegen
seiner eigentümlichen Form hieß er bei unseren Truppen die Muhnase.
Angeblich sollte er diesen Namen der Ähnlichkeit mit der Nase des
Generals der Mu. (Munitionskolonnen) verdanken.
Am Hang der Plaguša Planina zieht sich eine Reihe von Dörfern
hin, _Kaluckova_ mit dem Seuchenlazarett, _Kalkova_ mit einem
Pferdelazarett, _Ahranli, Terzeli, Veseli, Piravo_ mit einem
Offizierserholungsheim. Alle liegen sie in Nischen des Gebirges,
beziehen ihr Wasser aus tief eingeschnittenen, hoch zum Gebirge
hinaufreichenden Schluchten. So sind sie meist malerisch von
Baumgruppen eingehüllt, unter denen schlanke Pappeln besonders weithin
sichtbar sind. Aber alle, am wenigsten noch _Piravo_, hatten stark vom
Krieg gelitten und die weithin schimmernden Häuser, welche die Dörfer
so reizvoll und anziehend erscheinen ließen, waren meist Ruinen wie in
Kaluckova.
Die ganze Ebene stand im späten Frühling in grüner Pracht, die aber
nur ein schwacher Abglanz von ihrem Zustand im Frieden sein konnte;
denn viele der Pflanzungen lagen jetzt brach und waren verwildert.
Vom Rand der Hügel bis weit in die Ebene hinein zogen sich stattliche
_Weingärten_, die reichlich Knospen und aufgehende Blüten trugen.
Obgleich an vielen Stellen Spuren von Reblausbefall bemerkbar waren,
brachten die Reben im Herbste reichen Ertrag, der in dem herrenlosen
Gebiet den bulgarischen und deutschen Truppen sehr zugute kam. In
der Ebene selbst nehmen Pflanzungen von _Maulbeerbäumen_ den größten
Raum ein. In geraden Reihen durchzogen die Bäume weite Flächen; man
sah ihnen noch die frühere, regelmäßige Beschneidung an. Meist war
der Stamm in 1½ m Höhe beschnitten und strahlte ähnlich wie unsere
Kopfweide von einer keulenförmigen Anschwellung in dieser Höhe einen
Büschel von langen Ruten aus. Einzelne der Bäume trugen jetzt schon
reife Beeren, die süß und saftig waren und bei den heißen Wanderungen
über die Ebene eine angenehme Erquickung boten.
[Illustration: Abb. 19. Ebene von Hudova und erste Hügel mit
Buschvegetation im Hochsommer.]