Sie werden von den verschiedenen Autoren ganz verschieden beurteilt.
Darüber sind sich aber alle einig, daß der Mensch daran schuld ist.
Indirekt: =1. Übergang von der Dreifelderwirtschaft zu einer intensiven
Feldbewirtschaftung.= Da dieser Übergang aber hauptsächlich einige
Jahrzehnte vor dem starken Rückgang der Trappe stattfand, dürfte dieser
Grund nicht sehr stark in die Wage fallen.
=2. Zunahme der Besiedlungsdichte und des Verkehrs.= Dieser Grund
dürfte eine wesentliche Rolle gespielt haben bei der Vernichtung der
Trappen bei Leipzig. An einigen Stellen, wo früher die Trappe brütete,
breiten sich heute Vorstädte aus. Auch die Anlage von Industrieanlagen
(Schürfen nach Braunkohlen, Eisenbahn usw.) hat hier verheerend gewirkt.
=3. Durch unbeabsichtigte Störungen der brütenden Vögel infolge
landwirtschaftlicher Maßnahmen.=
Hauptsächlich aber:
=4. Durch Abschuß.= Zur Brutzeit sind die Trappen nicht sehr leicht zu
erreichen. Um so mehr aber im Herbst und Winter, wo sie umherstreichen,
vor allem, wenn sie durch einen harten Winter geschwächt, ihre sonstige
Scheu verlieren. So meint Präparator Große, daß der Trappenbestand
zwischen Taucha und Leipzig dadurch vernichtet worden sei, daß in
dem harten Nachwinter 1895 von dem sechzehn Stück starken Bestand
nicht weniger als vierzehn Stück abgeschossen wurden. Auf den Abschuß
dürfte auch das Verschwinden der beiden Riesaer Trappenvorkommnisse
zurückzuführen sein. Es ist auch Gefahr, daß das letzte sächsische
Vorkommen bei Großenhain durch den Herbstabschuß vernichtet wird.
Bei den unter II, 7 genannten Orten werden fast jeden Herbst einige
Exemplare geschossen.