Lulu lachte laut auf. "Zu kindlich."

Am Abend fragte sie die Schwester leise, im Vorübergehen: "Paula, ist es

wirklich wahr, mit Beuthien?"

"Was denn?"

"Ach Du weißt ja, was ich meine."

"Ich lüg nicht so wie Du."

Zu jeder andern Zeit wäre Paulas Frechheit nicht ohne Erwiderung

geblieben. Diesmal hörte Lulu sie kaum.

Eine halbe Stunde später war es Paula, die im Wohnzimmer leise hinter

dem Rücken der Schwester auf die Sache zurückkam. "Wenn Du's Vater

sagst, hau ich Dich," flüsterte sie.

Jetzt hätte Lulu gar zu gerne die gehörige Antwort gegeben, aber um die

Mutter nicht aufmerksam zu machen, mußte sie auch diese angenehme

Eröffnung stillschweigend entgegennehmen.

Im Grunde war Lulu das Treiben der Schwester höchst gleichgiltig. Ihr

jetzt etwas in den Weg zu legen, sie sich zu verfeinden, wäre obendrein

unklug gewesen. Stand Paula mit Beuthien auf vertrautem Fuß, konnte sie

ihr vielleicht noch gute Dienste leisten.

Am Sonnabend kam ein Brief der Altonaer Freundin, der Lulu zum

Geburtstag einlud und besonders betonte, den Hausschlüssel nicht zu

vergessen. Man wolle recht vergnügt sein, und es würde voraussichtlich

spät werden.

"Dat is doch nett von Lene Kröger, dat se noch an Di denkt," meinte

Mutter Behn. "Se war immer so'n lütt anghänglich Deern. Wat schenkst Du

ehr denn?"

Lulu entschloß sich zu einem Bouquet und einer Tafel Vanillechocolade,

die Lene so sehr liebte, wie sie sagte.

Aus dem Durchschnitt · 第 13 / 35 题