Unsere Vorstellungen mögen entspringen, woher sie wollen, ob sie durch
den Einfluß äußerer Dinge, oder durch innere Ursachen gewirkt seien,
sie mögen a priori, oder empirisch als Erscheinungen entstanden sein;
so gehören sie doch als Modifikationen des Gemüts zum inneren Sinn,
und als solche sind alle unsere Erkenntnisse zuletzt doch der formalen
Bedingung des inneren Sinnes, nämlich der Zeit unterworfen, als in
welcher sie insgesamt geordnet, verknüpft und in Verhältnisse gebracht
werden müssen. Dieses ist eine allgemeine Anmerkung, die man bei dem
Folgenden durchaus zum Grunde legen muß.
Jede Anschauung enthält ein Mannigfaltiges in sich, welches doch nicht
als ein solches vorgestellt werden würde, wenn das Gemüt nicht die
Zeit, in der Folge der Eindrücke aufeinander unterschiede: denn
als in einem Augenblick enthalten, kann jede Vorstellung niemals
etwas anderes, als absolute Einheit sein. Damit nun aus diesem
Mannigfaltigen Einheit der Anschauung werde, (wie etwa in der
Vorstellung des Raumes) so ist erstlich das Durchlaufen der
Mannigfaltigkeit und dann die Zusammennehmung desselben notwendig,
welche Handlung ich die Synthesis der Apprehension nenne, weil sie
geradezu auf die Anschauung gerichtet ist, die zwar ein Mannigfaltiges
darbietet, dieses aber als ein solches, und zwar in einer Vorstellung
enthalten, niemals ohne eine dabei vorkommende Synthesis bewirken
kann.
Diese Synthesis der Apprehension muß nun auch a priori, d.i. in
Ansehung der Vorstellungen, die nicht empirisch sind, ausgeübt werden.
Denn ohne sie würden wir weder die Vorstellungen des Raumes, noch
der Zeit a priori haben können: da diese nur durch die Synthesis des
Mannigfaltigen, welches die Sinnlichkeit in ihrer ursprünglichen
Rezeptivität darbietet, erzeugt werden können. Also haben wir eine
reine Synthesis der Apprehension.