Der Dorfarzt stand noch eine Weile da, dann zuckte er die Achseln und
ging davon.
Und als Aladar wieder allein war, ging er auf den Söller und setzte
sich zu seinem todten Vater. Fast so regungslos wie dieser saß er da
und richtete sein Auge in die weite blaue Himmelsglocke hinaus. Es war
so still und mild. Das Laub der gegenüberstehenden Eiche wollte schon
ein wenig gilben. In der Luft spannen die Fäden des Herbstes. Ein
einzigesmal läutete eine Waldbiene vorbei, dann war es wieder still.
Gegen Abend hob sich unten aus dem Gebüsche ein hellrothes Flämmchen,
es flackerte und schwamm empor gegen den Söller und hin über das Haus.
Ein verspäteter Aurorafalter war es gewesen.
Als auf der fernen Felsenhöhe, die hinter den Wäldern hervorleuchtete,
die Gluth der Abendsonne verlosch, stand Aladar auf, erfaßte die kalte
blasse Hand seines Vaters und sagte: „Sie wollen Dir das Grab an der
Mutter Seite verweigern. Aber Dein Kind wird Dich verstehen und die
Treue erfüllen.“
Als der Mond aufging, stieg Aladar nieder zum Dorfe und ging in
den Friedhof hinein. Er ging zwischen den Kreuzen hin bis an die
finsterstarrende Grube. Auf dem thaufrischen Rasen lagen noch die
Knochen. Der Jüngling hub sie auf, schlug sie in ein Tuch und trug sie
davon.