"Bein Militär", erklärte sie.
"... und es geht mir hier sehr gut. Ich habe acht Tage Dienst zu
machen. Dann werde ich beurlaubt. Nichts ist's mit dem Jodeln. Ich
blase die Trompete, trotz meiner Zahnlücke..."
"Er blost, er blost", schrie Frau Häsli und versuchte, den durch die
Zahnlücke blasenden Gatten mit schief gezogener Schnauze zu
vergegenwärtigen.
"Ich blase die Trompete und der Hauptmann ist sehr zufrieden mit mir.
Strenger Dienst, und ich denke Dein in Liebe. Bleibt mir treu..."
"Toni, bleib' ihm treu!" schwadronierte die Alte.
"Bleibt mir treu und ehret mein Angedenken."
Frau Häsli machte eine verdutzte Pause. ""Ehret mein Angedenken"?",
wiederholte sie befremdet. Dann auf jedes seiner Worte deutend:
"Meine Blicke ruhen auf euch und verfolgen jeden euerer Schritte."
"Jawohl", bemerkte Frau Häsli, "da kannst du lange verfolgen, mein
Lieber! Hähä! Seine Blicke verfolgen uns! Ja, übermorgen! Blos du
die Trompet'! Er blost die Trompet'! Der Häsli blost und seine
Schritte verfolgen uns!"
"Süße, geliebte Lotte",
fuhr sie fort,
"Schick' mir ein Paar warme Unterhosen und schreibe mir ausführlich!
Ich sehne mich nach euch und zähle die Tage bis zu meiner Rückkehr."
"Gott sei Dank!" sagte Frau Häsli und schob den Brief in ihren
Brustlatz, "jetzt ham sie ihn. Sollen ihn nur recht zwiebeln. Ich
werd' dem Hauptmann schon schreiben, daß er ihn sobald nicht wieder
losläßt. Wie gesund der ist, wenns ans Prügeln geht! "Heißgeliebtes
Herz!" Ja, Scheibenhonig!"
Und ein dritter Brief kam an, für Flametti, aus Basel. Darin stand:
"Werter Freund und Kupferstecher! Flametti!
Indem uns Deine Karte sehr gefreut hat, hätt'st auch einen Brief
schreiben können. Damit man weiß, was ihr bringt en detail. Ich bin
bereit, Dich zu akzeptieren für die fragliche Zeit und wenn ihr
gefällt, dann noch länger. Die Alte kommt zu euch hinübergerutscht
für einen Tag, weil sie noch andere Affären hat, und dann könnt ihr
einig werden. Die Alte läßt grüßen. Grüß auch Jenny und bringt was
rechtes mit.
Sacré nom du dieu!