»Du hast dich heute zum zweiten Male vergangen, Peter Michailoff.« Die
heisere Stimme wurde grollend: »Diesem Manne stand das Schwert nicht
zu.«
In Peters Zügen zuckte es bedrohlich:
»Keife nicht, Majestät, ich habe es ihm zugebilligt.«
»Du hast hier niemandem etwas zuzubilligen,« kam es böse zurück.
»Majestät,« der Zar winkte gebieterisch, »erinnere dich, daß du es aus
meinem Willen bist.« Er begann zu pfeifen, die Blicke in unablässiger
Drohung auf den Fürsten gerichtet:
»Tanze!«
Ton um Ton quoll aus dem spottend gespitzten Munde. Ein Menuett.
»Tanze!«
Zähneknirschend stieg der Fürst von seinem Hochsitz herab. Sein Gesicht
war fahl, er bebte an allen Gliedern, aber er wagte nicht, dem Gebote
des Zaren zu trotzen. Mit knickenden Knien schritt er im Takte und
stampfte mit den eisenbeschlagenen Stiefeln stolpernd die zierlichen
Tanzfiguren.
Verächtlich hob sich die Lippe des Zaren:
»Das sind meine Freunde,« murmelte er. »Narren und Feiglinge. Oder –,«
er lächelte bitter, »Gauner.« Sein Blick streifte das blutige Haupt des
erschlagenen Strelitzen: »Die Besten muß ich morden, weil sie gegen
mich sind. Dieser Kopf,« schüttelnd stieß er die Fäuste vor sich hin,
»dieser Kopf! Könnte ich ihn eintauschen. Meines Sohnes Kopf gäbe ich
dafür. Meines Sohnes Kopf!«