Die Richter des heimlichen Gerichts. Alle vermummt.
ältester. Richter des heimlichen Gerichts, schwurt auf Strang und
Schwert, unsträflich zu sein, zu richten im Verborgnen, zu strafen im
Verborgnen Gott gleich! Sind eure Herzen rein und eure Hände, hebt
die Arme empor, ruft über die Missetäter: "Wehe! Wehe!"
Alle. Wehe! Wehe!
ältester. Rufer, beginne das Gericht!
Rufer. Ich, Rufer, rufe die Klag gegen den Missetäter. Des Herz rein
ist, dessen Händ rein sind zu schwören auf Strang und Schwert, der
klage bei Strang und Schwert! klage! klage!
Kläger (tritt vor). Mein Herz ist rein von Missetat, meine Hände von
unschuldigem Blut. Verzeih mir Gott böse Gedanken und hemme den Weg
zum Willen! Ich hebe meine Hand auf und klage! klage! klage!
ältester. Wen klagst du an?
Kläger. Klage an auf Strang und Schwert Adelheiden von Weislingen.
Sie hat Ehebruchs sich schuldig gemacht, ihren Mann vergiftet durch
ihren Knaben. Der Knab hat sich selbst gerichtet, der Mann ist tot.
ältester. Schwörst du zu dem Gott der Wahrheit, daß du Wahrheit
klagst?
Kläger. Ich schwöre.
ältester. Würd es falsch befunden, beutst du deinen Hals der Strafe
des Mords und des Ehebruchs?
Kläger. Ich biete.
ältester. Eure Stimmen.
(Sie reden heimlich zu ihm.)
Kläger. Richter des heimlichen Gerichts, was ist euer Urteil über
Adelheiden von Weislingen, bezüchtigt des Ehebruchs und Mords?
ältester. Sterben soll sie! sterben des bittern doppelten Todes; mit
Strang und Dolch büßen doppelt doppelte Missetat. Streckt eure Hände
empor, und rufet Weh über sie! Weh! Weh! In die Hände des Rächers.
Alle. Weh! Weh! Weh!
ältester. Rächer! Rächer, tritt auf.
Rächer (tritt vor).
ältester. Faß hier Strang und Schwert, sie zu tilgen von dem
Angesicht des Himmels, binnen acht Tage Zeit. Wo du sie findest,
nieder mit ihr in Staub!--Richter, die ihr richtet im Verborgenen und
strafet im Verborgenen Gott gleich, bewahrt euer Herz vor Missetat und
eure Hände vor unschuldigem Blut.