Adelheid. Kammerfräulein.
Adelheid. Er ist da! sagst du. Ich glaub es kaum.
Fräulein. Wenn ich ihn nicht selbst gesehn hätte, würd ich sagen, ich
zweifle.
Adelheid. Den Liebetraut mag der Bischof in Gold einfassen: er hat
ein Meisterstück gemacht.
Fräulein. Ich sah ihn, wie er zum Schloß hereinreiten wollte, er saß
auf einem Schimmel. Das Pferd scheute, wie's an die Brücke kam, und
wollte nicht von der Stelle. Das Volk war aus allen Straßen gelaufen,
ihn zu sehn. Sie freuten sich über des Pferds Unart. Von allen
Seiten ward er gegrüßt, und er dankte allen. Mit einer angenehmen
Gleichgültigkeit saß er droben, und mit Schmeicheln und Drohen bracht
er es endlich zum Tor herein, der Liebetraut mit, und wenig Knechte.
Adelheid. Wie gefällt er dir?
Fräulein. Wie mir nicht leicht ein Mann gefallen hat. Er glich dem
Kaiser hier (deutet auf Maximilians Porträt), als wenn er sein Sohn
wäre. Die Nase nur etwas kleiner, ebenso freundliche lichtbraune
Augen, ebenso ein blondes schönes Haar, und gewachsen wie eine Puppe.
Ein halb trauriger Zug auf seinem Gesicht--ich weiß nicht--gefiel mir
so wohl!
Adelheid. Ich bin neugierig, ihn zu sehen.
Fräulein. Das wär ein Herr für Euch.
Adelheid. Närrin!