Januar

Cupido, loser, eigensinniger Knabe, Du batst mich um Quartier auf

einige Stunden! Wie viele Tag' und Nächte bist du geblieben, Und bist

nun herrisch und Meister im Hause geworden.

Von meinem breiten Lager bin ich vertrieben, Nun sitz' ich an der Erde

Nächte, gequälet, Dein Mutwill' schüret Flamm' auf Flamme des Herdes,

Verbrennet den Vorrat des Winters und senget mich Armen.

Du hast mir mein Gerät verstellt und verschoben, Ich such' und bin wie

blind und irre geworden. Du lärmst so ungeschickt, ich fürchte, das

Seelchen Entflieht, um dir zu entfliehn, und räumet die Hütte.

Wenn man vorstehendes Liedchen nicht in buchstäblichem Sinne nehmen,

nicht jenen Dämon, den man gewöhnlich Amor nennt, dabei denken,

sondern eine Versammlung tätiger Geister sich vorstellen will, die das

Innerste des Menschen ansprechen, auffordern, hin und wider ziehen und

durch geteiltes Interesse verwirren, so wird man auf eine symbolische

Weise an dem Zustande teilnehmen, in dem ich mich befand, und welchen

die Auszüge aus Briefen und die bisherigen Erzählungen genugsam

darstellen. Man wird zugestehen, daß eine große Anstrengung gefordert

ward, sich gegen so vieles aufrechtzuerhalten, in Tätigkeit nicht zu

ermüden und im Aufnehmen nicht lässig zu werden.

Italienische Reise — Band 2 · 第 68 / 91 题