7. Gegend am Fuße des Bergs Libanon, anmutig, wie man sich denken mag.
Ein Pinienwäldchen, ein Wasser, daran Hängeweiden und Gräber drunter,
der Berg in der Entfernung.
8. Türkische Gräber. Jeder Grabstein trägt den Hauptschmuck des
Verstorbenen, und da sich die Türken durch den Kopfschmuck
unterscheiden, so sieht man gleich die Würde des Begrabenen. Auf den
Gräbern der Jungfrauen werden Blumen mit großer Sorgfalt erzogen.
9. Ägyptische Pyramide mit dem großen Sphinxkopfe. Er sei, sagt
Cassas, in einen Kalkfelsen gehauen, und weil derselbe Sprünge gehabt
und Ungleichheiten, habe man den Koloß mit Stuck überzogen und gemalt,
wie man noch in den Falten des Kopfschmuckes bemerke. Eine
Gesichtspartie ist etwa zehn Schuh hoch. Auf der Unterlippe hat er
bequem spazieren können.
10. Eine Pyramide, nach einigen Urkunden, Anlässen und Mutmaßungen
restauriert. Sie hat von vier Seiten vorspringende Hallen mit
danebenstehenden Obelisken; nach den Hallen gehen Gänge hin, mit
Sphinxen besetzt, wie sich solche noch in Oberägypten befinden. Es
ist diese Zeichnung die ungeheuerste Architekturidee, die ich
zeitlebens gesehen, und ich glaube nicht, daß man weiter kann.
Abends, nachdem wir alle diese schönen Sachen mit behaglicher Muße
betrachtet, gingen wir in die Gärten auf dem Palatin, wodurch die
Räume zwischen den Ruinen der Kaiserpaläste urbar und anmutig gemacht
worden. Dort auf einem freien Gesellschaftsplatze, wo man unter
herrlichen Bäumen die Fragmente verzierter Kapitäler, glatter und
kannelierter Säulen, zerstückte Basreliefe und was noch der Art im
weiten Kreise umhergelegt hatte, wie man sonsten Tische, Stühle und
Bänke zu heiterer Versammlung im Freien anzubringen pflegt--dort
genossen wir der reizenden Zeit nach Herzenslust, und als wir die
mannigfaltigste Aussicht mit frisch gewaschenen und gebildeten Augen
bei Sonnenuntergang überschauten, mußten wir gestehen, daß dieses Bild
auf alle die andern, die man uns heute gezeigt, noch recht gut
anzusehen sei. In demselbigen Geschmack von Cassas gezeichnet und
gefärbt, würde es überall Entzücken erregen. Und so wird uns durch
künstlerische Arbeiten nach und nach das Auge so gestimmt, daß wir für
die Gegenwart der Natur immer empfänglicher und für die Schönheiten,
die sie darbietet, immer offener werden.