2. Generalaussicht der Ruinen von Palmyra, in derselben Größe.

Er zeigte uns vorher einen Grundriß der Stadt, wie er ihn aus den

Trümmern herausgesucht.

Eine Kolonnade, auf eine italienische Meile lang, ging vorn Tore durch

die Stadt bis zum Sonnentempel, nicht in ganz gerader Linie, sie macht

in der Mitte ein sanftes Knie. Die Kolonnade war von vier

Säulenreihen, die Säule zehn Diameter hoch. Man sieht nicht, daß sie

oben bedeckt gewesen; er glaubt, es sei durch Teppiche geschehen. Auf

der großen Zeichnung erscheint ein Teil der Kolonnade noch aufrecht

stehend im Vordergrunde. Eine Karawane, die eben quer durchzieht, ist

mit vielem Glück angebracht. Im Hintergrunde steht der Sonnentempel,

und auf der rechten Seite zieht sich eine große Fläche hin, auf

welcher einige Janitscharen in Karriere forteilen. Das sonderbarste

Phänomen ist: eine blaue Linie wie eine Meereslinie schließt das Bild.

Er erklärte es uns, daß der Horizont der Wüste, der in der Ferne blau

werden muß, so völlig wie das Meer den Gesichtskreis schließt, daß es

ebenso in der Natur das Auge trügt, wie es uns im Bilde anfangs

getrogen, da wir doch wußten, daß Palmyra vom Meer entfernt genug sei.

Italienische Reise — Band 2 · 第 43 / 91 题