Er zeigte uns vorher einen Grundriß der Stadt, wie er ihn aus den
Trümmern herausgesucht.
Eine Kolonnade, auf eine italienische Meile lang, ging vorn Tore durch
die Stadt bis zum Sonnentempel, nicht in ganz gerader Linie, sie macht
in der Mitte ein sanftes Knie. Die Kolonnade war von vier
Säulenreihen, die Säule zehn Diameter hoch. Man sieht nicht, daß sie
oben bedeckt gewesen; er glaubt, es sei durch Teppiche geschehen. Auf
der großen Zeichnung erscheint ein Teil der Kolonnade noch aufrecht
stehend im Vordergrunde. Eine Karawane, die eben quer durchzieht, ist
mit vielem Glück angebracht. Im Hintergrunde steht der Sonnentempel,
und auf der rechten Seite zieht sich eine große Fläche hin, auf
welcher einige Janitscharen in Karriere forteilen. Das sonderbarste
Phänomen ist: eine blaue Linie wie eine Meereslinie schließt das Bild.
Er erklärte es uns, daß der Horizont der Wüste, der in der Ferne blau
werden muß, so völlig wie das Meer den Gesichtskreis schließt, daß es
ebenso in der Natur das Auge trügt, wie es uns im Bilde anfangs
getrogen, da wir doch wußten, daß Palmyra vom Meer entfernt genug sei.