+Der Rotbart+:
daß es nun wohl Zeit sei, uns langsam hinunter zu trollen.
+Michel+:
Ja so! Ja. (_Ins Haus rufend_) Lise! bring mir mal Vaters Stock,
den langen! -- Ich hoffe, mein schlichter alter Rock
paßt zu den Herren Gespenstern nicht schlecht amende?
+Eulenspiegel+:
Vortrefflich, Vetter! Besonders (_leise_) zu meinem nagelneuen
Hemde.
+Lise+:
Hier, Michel.
+Michel+
(den Stock nehmend):
So! -- Jetzt, ihr Herrn, sollt ihr sehn,
ob der Michel versteht, durchs nächtliche Deutschland zu gehn
und bis Tagesanbruch sein festlich Geschäft zu vollbringen
und auch ohne euern Beistand
+Lise+:
einen Rausch zu erringen.
+Der Rotbart+:
Ei, gestrenges Fräulein, im Rausch wird die Herzenslust rege.
Gute Nacht! Ich gönn euch ein rauschend Herz allerwege.
(Er verneigt sich und schreitet linkshin davon.)
+Eulenspiegel+
(ihm folgend):
Ich schenk euch alles Rauschgold droben im Blauen.
+Eckart+
(ebenso):
Ich wünsch euch, allen himmlischen Festrausch zu schauen.
+Lise+
(ihnen nachrufend):
Und ich euch ein höllisches Morgengrauen! --
Ach, Michel!
+Michel+:
Gute Nacht, du ewige Unruh du.
Geh schön schlafen. Und schließ die Haustür hübsch zu.
Wirst schon sehn, ich sorge für dich aufs väterlich beste;
und übers Jahr kannst du auch mit auf solche Feste.
+Lise+:
Wirklich?
+Michel+:
Ja wirklich, du. Aber jetzt laß mich gehn;
horch, man hört schon Musik herüberwehn --
(eine ferne leise Walzermusik tönt bis zum Schluß des Aktes fort) --
und die Herren da warten, es ist höchste Zeit.
Also leg dich aufs Ohr und träum dir ein fein neu Kleid.
(Indem er den Andern nacheilt):
Und schick deine Mucken heim, du! da auf die Mondsichel,
du dumme Lise -- (_er verschwindet_) --
+Lise+
(ihm mit beiden Händen einen Kuß nachwerfend):