erhalten, von dem Mosen einige Stücke mitteilt. Dieses Weihnachtsstück
führt den Namen »Die Ankunft Jesu«. Es ist von 1861 an des öfteren
aufgeführt worden, nachdem es lange Jahre geruht hatte. Eine einfache
Bühne wurde mit Hilfe von zwei spanischen Wänden hergestellt, über
die der Stern emporgehalten wurde. Der Engel erschien von wirksamen
Kolofoniumblitzen begleitet. Das Stück beginnt mit der Herbergsszene.
Der _Wirt_ weiß nicht, wie er seine Gäste unterbringen soll. Er spricht:
Ich weiß nicht, wie es werden soll,
die Stuben sind nun alle voll,
und kommen dennoch stündlich Leute.
Der Kaiser schreibt die Schatzung aus,
und dieses geht von Haus zu Haus!
ich weiß nicht, wo ich Raum bereite.
_Knecht._
Herr Wirt, es ist hier noch ein Mann
mit einem zarten jungen Weibe
und redet Ihn um Herberg an.
_Wirt._
Fast weiß ich nicht mehr, wo ich bleibe.
Geh hin und weist sie diesmal weg,
ich kann sie heute nicht behalten,
Der Knecht geht ab.
und wenn ich übern Stall sie steck,
da möchten sie vielleicht erkalten.
Der _Knecht_ kommt wieder und spricht:
Die Leute hören gar nicht auf
zu bitten, höre doch ihr Flehen.
_Wirt._
Weis' ich sie auf den Boden nauf,
das lässet nicht, es will nicht gehen.
Geh, bring sie beide zu mir her.
ich muß mit ihnen selber reden.
Der Knecht geht ab.
-- Kein Sinnen hilft nun da nicht mehr,
da kommen sie schon angetreten.
Joseph und Maria kommen.
_Joseph._
Herr Wirt, o laß Er sich bewegen,
und nahm er uns ins Haus herein;
was könnt Ihnen das für Freude sein,
wenn wir auf freier Straße lägen?
_Maria._
Kann Ihn ein armes Weib bewegen,
so laß er uns nicht wieder gehn,
und sollten wir in'n Stall uns legen,
es soll mit Freuden gern geschehn.
_Wirt._
I nun, so geht in jenen Stall,
wo sonsten Ochs und Esel stehn.
_Maria._
O angenehmer Freudenstall!
Komm, Joseph, komm, wir wollen gehn!
_Joseph._
Herr Wirt, es soll Ihn nicht gereuen,
daß er uns beide aufgenommen;
gewiß, wir wollen ehrlich sein,
er soll die Zahlung gut bekommen.
Dies ist der Schluß des ersten der fünf Akte. Der zweite enthält die
Hirtenszene, der dritte die Unterredung der Weisen mit dem König
Herodes, im vierten beten die Hirten und die Weisen im Stalle das Kind
an, im fünften gibt Herodes den Befehl zum Kindermord, der Engel mahnt
Joseph zur Flucht und zum Schluß treten noch einmal die drei Weisen und
die drei Schäfer auf.
_Der 1. Schäfer._
Habt Ihr das Kindlein auch gesehn?
_Der 1. Weise._
Ich sah es in der Krippe schön.
Es war so hold, so zart und mild,
von lauter Sanftmut angefüllt.
_Der 2. Weise._
Sein Wangen glänzten voller Huld,
voll Liebe, Sanftmut und Geduld.
_Der 2. Schäfer._
So wollen wir hinnen scheiden,
des großen Gottes Ruhm ausbreiten.