»Also einfach,« erklärte er, »Fahnenflucht ist keine Kunst. Jeder
verbleibe an seinem Platze. Einmal stellt sich doch immer heraus, daß es
ein Posten war, auf den uns die Zukunft stellte. Wollen die Vögel auch
schwimmen können?«
»Haus, Garten, gut Essen und schöne Kleider«, sagte sie, »sind freilich
kein Verdienst.«
Er ließ die Hände fallen und suchte in der Rocktasche. »Sie sind der
Einzige«, sagte er dann glatt. »Alle Menschen verdienten dergleichen.«
»Und wenn die Vögel nicht schwimmen wollen,« fuhr sie heftig fort, »will
der Mensch doch fliegen.«
»Und dann?« fragte er bloß. Sie murmelte, den Kopf hängend: »Fortschritt
...«
»Daran zu glauben, halte ich nun für ganz verfehlt«, meinte er sorglos.
»Und was glaubst du?« Sie stellte sich hinter dem Tisch gegen ihn auf.
»An das Rad«, sagte er aufblickend. Dann, da sie weiter fragte, mit den
Augen ergriffen von der Festigkeit seines Blicks, fuhr er, leis
lächelnd, fort: »Das Rad weder des guten Lamas im Kim, noch den Roman
von Jensen meine ich damit, sondern --«
Renate, mühsam sich zu Ruhigkeit zwingend, glitt wieder in ihren Sessel
und hörte zu, anfänglich gefesselt von dem Wohlklang seiner Stimme.
»Stelle dir«, fing er an, »ein Rad vor, wie Homer es malte, einen
Radreifen mit vier Speichen, erzbeschlagen, und ein Rad, wie ein
Heutiger es malt, eine flimmernde Scheibe von konzentrischen Kreisen;
darin haben wir den Unterschied. Weiter: lege eine glühende Kohle auf
die Erde, das ist der Anfang: ein glühender Kern, der Strahlen
versandte, erst einen, mehr, immer mehr, die sich an unserm Horizont der
kreisförmig andrängenden Ewigkeit umbiegen und ihren Stoff dort ablagern
zu -- Geschichte, dem Radband um unsere Zeit. Die Strahlen, immer
dichter sich drängend, füllen schon den Kreis; nun wird abgespalten. Zum
Beispiel: Malerei. Sie begann mit dem Bildnis, ging über zum Zimmer, zur
Kleidung, zum Nackten, zog die Landschaft hinein, ging zur Landschaft
hinaus, und es begannen die Techniken, Helldunkel, begannen die
Charaktere, die Italiener, Holländer, kamen Holzschnitt, Radierung,
Kreide, kamen Impressionismus, Expressionismus, Futurismus. Zehntausend
Mannigfaltigkeiten und doch von Giotto bis Kokoschka ein einziger
Glutkern: das Genie, die wahre Kunst, die Techniken und Programme und
Richtungen nur benutzt, aber nicht von ihnen abhängt. Oder:
Wissenschaft. Zuerst gab es die sieben freien Künste, die in einer
einzigen Hand liegen konnten zu Anfang, die anschwollen, daß für jede
eine besondere Hand notwendig wurde, ein besonderer Kopf, und wieder
jede allein anschwollen, daß sie gespaltet werden mußten, und wieder
gespaltet und aber wieder, bis wir heute zum Beispiel unzählbare Fächer
der Naturwissenschaften, und so viele Spezialärzte haben wie Organe oder
gar Krankheiten. Und siehst du die Abspaltung hier, so sieh die
Zusammenfassung auf der andern Seite: Columbus, Luther, Giordano Bruno,
Spinoza, Kant, Goethe, Bismarck, Darwin, die Bündel von Strahlen zur
Garbe banden. Und immer die Ablagerung auf dem Kreisring, die Erfahrung,
die Geschichte. Es wird immer anders, -- das ist der >Fortschritt<.
Kannst du glauben, daß, wenn es je ein >Schön< gegeben hat, es heute ein
>Schöner< geben könne? Oder ein >gut< oder >wahr< oder >edel<, das heut
besser wäre, wahrer, edler? Ja, einen Gott, der heute göttlicher wäre
oder minder göttlich? -- Kannst du glauben, daß du dich an einem
Zeitpunkt befindest, tausendsiebenhundert Zeitmeilen entfernt von einem
>Anfang<? Kannst du dir vorstellen, daß du dich an einem Rande
befindest? Muß nicht jedes, all und jedes, was ist, seinen Ursprung in
der Mitte des Alls haben, in der Mitte sein? Alles, was ist, ist im
Kern. Pascal -- falls du nach einem Kronzeugen verlangen solltest --
nannte das Weltall eine Kugel, deren Mittelpunkt überall, deren Umfang
nirgend sei. -- Wir strahlen ein jeder noch immer aus dem ersten und
einzigen Kern, haben um uns den Rand, sind selber das Rad.«
Renate, die schlecht und kaum willig zugehört hatte, murmelte vor sich
hin: »Nichts ist, was dich bewegt, du selbsten bist das Rad, das aus
sich selber läuft und keine Ruhe hat ...« Das war Bogners Zeichen unter
seinen Bildern. Und keine Ruhe hat ... und keine Ruhe hat ...
Sie merkte, daß es schon lange still im Raum geworden war. Saint-Georges
bückte sich, nahm den Blasebalg von der Erde und begann langsam die
Flammen anzublasen, so lange, daß sie das anhaltende Gleichmaß der
Lustseufzer kaum noch zu ertragen glaubte und ihm eben Einhalt tun
wollte, als das Stubenmädchen erschien und meldete: »Frau Tregiorni.«
Als ob sie gesagt hätte: ein Engel! dachte Renate, erlöst aufspringend
und zur Tür eilend, die sie öffnete. Sie umarmten sich und
beglückwünschten sich zum Fest, -- aber Ulrika sah keineswegs gut aus,
blaß, das Haar schien die Stirn zu bedrücken und saß nicht vorteilhaft,
die Nase trat scharf hervor, die Augen lagen tief. Nachdem sie auch
Saint-Georges begrüßt, sagte sie, in einen Stuhl gleitend, die Augen
niedergeschlagen und mit tonloser Stimme, wie sie beides mitunter an
sich hatte: sie sei eigentlich gekommen, Renate um Vinzent van Goghs
Briefe aus Josefs Besitz zu bitten, um -- Renate verstand den Grund
nicht, indem sie schon zur Tür ging, um das Buch zu holen, woran wieder
Georges sie hindern wollte. Dann bemerkte Ulrika gleichgültig, sie könne
ja mitkommen, sie sei ohnehin lange nicht oben gewesen, und er merkte
wie auch Renate, daß Ulrika mit ihr allein sein wollte, worauf sie sich
bei ihm entschuldigten und gingen.
Aber es war kalt im Zimmer oben, die Heizung nicht angestellt. Renate
tats, suchte dann das Buch im Halblicht des violetten Lampenumhangs und
trug es zum Tisch. Ulrika schien verschwunden in der dunklen Nische des
großen Fensters, sie wechselten ein paar Worte wegen der Kälte, -- dann
setzte sich Renate doch, da die Freundin bleiben zu wollen schien. Das
weiße Buch leuchtete still auf der leeren grünen Tischdecke. Und wieder
erschien Josefs Gestalt, die Straße heraufkommend, auf eine Laterne zu
... Renate fröstelte und wünschte sich einen Schal. Ob sie das Buch
kenne, fragte sie Ulrika. Die schien zu verneinen in ihrem Dunkel und zu
fragen, wie es sei, worauf Renate allerlei hinsprach, daß es fast
langweilig zu lesen, nur vom Malen die Rede sei, von Bildern, an denen
er male, oder die er malen möchte, oder gemalt habe, und daß man doch
nicht loskommen könne vom Anfang bis zum Ende ... Ulrika war derweil
herangekommen, stand, den linken Arm hinterm Rücken gefaßt mit der
andern Hand, nieder blickend auf das Buch.
Was mag ihr sein? fragte sich Renate. Da war die Freundin wieder die
Fremde, die Umschlossene, die alles verschwieg. Wollte sie sprechen?
»Glut und Eifer«, sagte Ulrika ohne Ton, »ersetzen ja manches. Und wenn
eine Lebendigkeit tief und gewaltig erscheint, so glaubt man wohl, an
die ganze offene Welt angeschlossen zu sein, alle Stimmen zu hören,
alles Weben zu sehn, denn man sieht --« Sie hob den Blick schweifend
über Renate weg, die bei sich dachte: Nun ist sie ja schon dort, wohin
sie wohl kommen wollte ...
Immer noch gesenkter Lider glitt sie nun in den Sessel, der hinter ihr
stand, legte ein Knie über das andre, zog den Kleidrock nach unten und
faltete die Hände darüber.
»Hast du«, fragte sie aufblickend an Renate vorüber, »dich je gefragt,
wie man im Traume sieht? Man sieht durch die schlafgeschlossenen Lider,
deshalb ist immer alles so -- unklar, wie durch Wasser gesehn. So wars
all die Monate mit mir, und nun --« Sie schwieg.
»Ist es anders geworden?« wagte Renate leise zu fragen.
»Eifer und Glut, Wollen und Glauben,« sagte Ulrika wie zu sich selber,
»die genügen ja nicht.«
»Weil sonst jeder etwas Großes werden könnte, meinst du, der es sich nur
ernstlich vornähme, und eben das nur diejenigen können, die auch -- die
Gabe haben?«
»Auch nicht die Gabe«, versetzte Ulrika ernst. »Auch die läßt sich
haben, so mancher hat sie; aber deshalb hat er noch nicht -- -- das
Leben«, schloß sie unsicher.
Renate mußte das Wort Liebe denken und sagte es leise, doch nun fielen
Ulrikas Hände auseinander. »Auch nicht,« sagte sie emporblickend, »nein.
Das genügt alles nicht. So jedenfalls nicht, wie man das Wort versteht.
Was tut er denn, dieser Maler,« lächelte sie flüchtig auf, »glaubst du
vielleicht, er liebt die Kunst, so wie wir, du, ich sie lieben?« Sie
sprach eilig weiter. »Nein, was tut er, was tat dieser van Gogh? Sie
atmen Kunst ein, und sie atmen sie aus. Sie leben -- weiter nichts. Ihr
Leben ist Kunst, sie haben das Leben. Sie denken ja nicht nach, oder
wenn sie nachdenken, ists doch wieder etwas für sich, ist kein Malen,
kein Leben. Ach, all das ist so schwer zu denken und zu sagen!« Sie
stand mutlos auf.
Renate, nun ganz ruhig und sanft, fragte liebevoll hinüber: »Muß mans
denn denken und sagen?«
Ulrika blickte wieder auf das Buch und gab ihm, das Ende des
heraushängenden Lesezeichens fassend, eine kleine Drehung. »Man muß
wohl«, sagte sie schwach lächelnd.
»Sie sind eben die Seltenen, diese«, fuhr sie wieder fort. »Man kann
ihnen in keiner Weise gleichen. Was tun sie denn nur?« Sie grübelte
angestrengt nach. »Ich glaube, sie tun nichts, als daß -- ja, daß sie
sich selber schaffen jeden Tag. Und dadurch schaffen sie Welt. Ja, wie?
Ihr Schaffen ist -- ist --, die Welt sichtbar zu machen, Sichtbares und
Unsichtbares erst sichtbar zu machen. Denke dir Kunst fort aus der Welt
-- es ist ja nichts mehr vorhanden. Keiner wüßte, wo er stünde, keiner«
-- sie lächelte hell, zum Zeichen, daß sie Bogner zitierte -- »wüßte,
wie Baum und Sonne und er selber aussähe, wenn nicht eines Tages einer
angefangen hätte zu malen. Hier sind doch neue Gesetze, begreifst du?
Nicht unsre, gar nicht die Naturgesetze, ganz eigne.«
Wie leuchtete nun ihr erhitztes Gesicht! »Ja -- -- du bist ja aber
glücklich, Ulrika!« sagte Renate ergriffen. Die hellen Augen erloschen
augenblicks hinter fallenden Lidern.
»Ich sollte es ja sein«, erwiderte sie dann ruhig. Plötzlich trat sie
zurück in den Raum, blickte funkelnd und heiß und sagte: »Ich war es ja,
war es ja bis heut! Sie war ja schon Lebenskraft geworden -- meine
Musik. Kannst du's denn verstehn? Wie soll ichs nur erklären? Das Leben
haben, sagt' ich, nun -- und was ist das? Allwissend sein, wissend um
alles Werden, alle Entfaltung, alle Geschichte, die Leiden kranker
Kinder, die Not geplagter Eltern, die Trübsal der Gebrochenen, das Elend
der unentrinnbar Verstrickten, und die Wonne des Sommerabends, die Augen
der Sterne -- dies alles wissen und -- hochheben im Werk, zeigen im
Werk, sich als dessen Durchgang, dessen Werkstätte fühlen, wo es
umgeschmolzen, umgewirkt wird zu Ordnung, zu Klarheit, zu Gesetz, aus
dem es dann alles wieder strömt --: verwandelt, so daß wirs empfinden.
Nun, und ich -- ich war wohl noch weit davon, aber -- ja, wie sage ich
es denn nur?«
Verzweifelt umherblickend, trat sie an das nächste Bücherregal, legte
die gefalteten Hände gegen seine Kante, die Stirne darauf und sagte wie
herausbetend: »Daß es eben nicht Musik war, was ich spielte! nicht
Noten, Quinten, Synkopen und Fugen, Sonaten, Konzerte, sondern --
Menschenwerk, Menschenleben, Weltleben, Weltwerke. Formen allen Seins
und allen Leidens, Erzeugnisse einer unendlichen Liebeskraft und einer
unendlichen Daseinsnot, nicht Musik -- nein, Liebe und Leiden, und nicht
Allegro, nicht Andante, sondern -- Kindheit und Wachstum und
Älterwerden, Schmerzen eines Knaben, Zweifel eines Mannes, Hoffnung auf
weiche Hände, Enttäuschung, ach -- und das Aufstehn frühmorgens, die
Schwermut am Abend -- alles all, was ist, was wir Alle sind.«
»Und nun nicht mehr?« fragte Renate, ganz heiß durchströmt von dem
Brand.
Ulrika richtete sich auf, und wie sie nun wieder zu ihrem Sitz ging und
sich hinließ, war sie wieder die Abwesende, die wohl preisgeben wollte
und es doch nicht vermochte, in sich gefangen. Sie sagte bedrückt:
»Die Worte machen ja alles so anders. Nichts war ja so, wie ich sagte,
ich lebte ja nur, ich fühlte mich auf die eine Weise, bis er kam, und
nun auf andre Weise. Aber die erste ist doch nun nicht mehr, also ist es
auch nicht anders, -- kannst du denn herabsehn auf dein Leben? Man steht
doch immer darin, man fließt mit, und alles ist unentrinnbar. Ach, wenn
man nur fühlen könnte! Dann wäre kein Mord eine Untat. Sage das Wort
nicht -- was ist dann?«
Renate verlor die Worte im Hören, ohne sie begriffen zu haben. Eine
Weile danach kam sie zu sich, unwissend woher, und erkannte, daß Ulrika
von einem Bilde sprach -- ja, einem Bilde, an dem Bogner malte, wieder
malte, nachdem er es schon als Knabe geplant: der Kampf um Troja,
Achilleus auf dem Wall, wie er um Patroklos schreit so gewaltig, daß die
ganze Schlacht zurückrollt gegen die Stadt ... »Ja, kann man denn
Schreien malen?« fragte sie ungewollt.
»Ich sagt' es ja eben,« erwiderte Ulrika, »er selber behauptete, es sei
unmöglich, ganz sinnlos, und doch muß er an diesem Bild schon bald
zwanzig Jahre sitzen ...« Wieder vergeßlich, versunken ins Anschaun
dessen, wovon Ulrika sprach, der hundert Studien, Leiber, verrenkter
Gliedmaßen, Verwundeter, Sterbender, Arme, Beine, schreiender Münder,
dann auch eines Eisenbahnunglücks, das Bogner mitgemacht habe, und
dessen Schmerzensausdrücke bei den Verletzten er später bei den
Aktstudien aus der Erinnerung noch habe übertragen können, hörte sie
langsam die etwas klagende Stimme der Freundin wieder deutlich werden:
»Und wie ich dastand in dem öden Raum, der ganz voll war von diesem
wilden Leben, Rossen und Wagen, Kampf und Verzerrung, immer wieder
dieselbe Gebärde des Grauens sah, dazwischen Entwürfe zu einem schwarzen
Sonnenuntergang, in dem der Heros ganz klein stehen sollte, während
vorne die zurückflutende Schlacht sich bäumt, -- o Gott, all dies
Stückwerk zu sehn, Rüstungen, Schienen, Fäuste, immer wieder Fäuste mit
abgebrochenen Schwertstücken, Beine, nackt, verdreht, Rippen, von Armen
herausgepreßt -- und zwischen all dem er, so unbekümmert, bei aller
Zweifelei so im Triumph seiner Ganzheit, in der die tausend Stücke
einmal aufgehen würden, -- da -- ja, da trat ich glaub ich ans Fenster,
ganz mutlos und hoffte nichts, als daß -- nun was? Aber ich sagte etwas
wie: >Wenn ich dir helfen könnte ...< Da legte er seine Hände auf meine
Schultern, zwang mich ihn anzusehn und sagte ganz leicht, ich hülfe ihm
ja -- nun, noch dies und jenes, was ich nicht mehr weiß, was lag auch an
den Worten! -- Mir ward leicht, ganz leicht.«
»Und nun?« mußte Renate endlich fragen, da sie vor sich niederblickend
schwieg.
»Nun siehst du's ja: ich bin hier. Ich kam heim, ich saß bei Mama, dann
legte sie sich bald, sie kränkelt ja immer mehr, dann kam eine Schwester
von ihr -- da wurde ich auf einmal unruhig und ging hierher. Unterwegs
--«
Renate horchte auf, da sie Schritte im Treppenhaus hörte; auch Ulrika
schien sie zu hören, denn sie brach ab, erhob sich, nahm das Buch und
sagte: »Es ist ja auch nichts weiter zu sagen.« Sie trat auf Renate zu,
die sich erhob, schloß sie in die Arme und meinte, es würde wohl alles
wieder anders werden, wer könne wissen ... und dergleichen, während
schon Saint-Georges den Kopf ins Zimmer steckte und erklärte, dies gehe
zu weit! Dreiviertel Stunden sitze er allein, am Neujahrsabend!
Wie er doch den rechten Augenblick abgepaßt hat -- für Ulrika, dachte
Renate, obschon selber ratlos, was das Ganze nun bedeuten sollte. -- Als
sie einen Augenblick später hinter den Beiden, die miteinander sprachen
und lachten, die Treppe hinabstieg, empfand sie bekümmert die Linderung,
die aus Ulrikas Unruhe ihre eigene durchflossen hatte.
Es ist am Ende nur, daß ich zuviel allein bin, dachte sie dann; man
hängt sich selber zu sehr nach, und -- die Andern sind immer warm und
wärmen; ist man dann allein, muß man sich doppelt kleiden und einspinnen
ins eigene Fühlen und Grübeln, aber ... aber ...
Renate wußte nicht weiter. Sie waren unten angelangt.