Nun, dies wenigstens hat ein Ende, so ekelhaft es bis zur Neige war. Ich
will auch dies aufschreiben, um mich später zu erinnern.
Jason schickte Ch.s Diktat an den Herzog mit ein paar Zeilen von ihm
selber, in denen er ihm kühl vorlog, daß Ch.s Verdächtigung
selbstverständlich aus der Luft gegriffen sei.
Diesen Brief hat der Herzog mit dem von Ch. an seinen Sohn geschickt und
ist nach empfangener Antwort gestern hier eingetroffen. Ich sprach eine
halbe Stunde mit ihm und hätt es gern länger getan. Ich hielt ihn für
einen ergrauten Mann in den Fünfzigern, aber nun ist er kaum
fünfundvierzig und sieht aus wie Ende Dreißig, ein wenig zu bärtig, aber
kühn, und ein Riese, wenn er sitzt. Ihn gehen zu sehn, ist freilich ein
Jammer. Georg also hat gelogen wie Jason, und somit hat der Herzog dem
Ch. einfach eine donnernde, ungeheure Standrede gehalten -- wir konnten
sie in allen Zimmern und bis in den Obstgarten hören -- und ihn
wahrhaftig damit niedergeschmettert. Das alte Vasallenempfinden hat
vielleicht auch mit geholfen, jedenfalls hat er sich geduckt und in
alles gewilligt. Der Herzog hat Magda sehr gestreichelt und gutherzig
bedauert, daß zwischen ihr und seinem Sohne alles aus sei, denn er hätte
sich gefreut und so weiter, und sie solle Helenenruh nur jetzt schon als
ihr Eigentum betrachten, erben würde sie es sicher einmal, und der neue
Verwalter sei unverheiratet und könne vorderhand im Gestüt wohnen.
Übrigens ist der Herzog ein Filou, denn als der Sandschneider, den er
selber kutschierte, den Heckengang hinunterrollte, stand ich gerade am
Goldregen und schnitt Dolden herunter, und er rief: Danae! daß es
schallte, nickte, freute sich, hieb auf den Schimmel ein und jagte ums
Haus, daß die Funken stoben.