Abb. 7 =Weinbergsgelände um Schloß Seußlitz=]

Wer heute von Dresden nach Meißen fährt, sieht schon von Ferne die

einfachen Neuanpflanzungen der einst kahlen Rebhügel. Da sehen wir

von Radebeul abfahrend »Haus in der Sonne«, eine der jüngsten,

erst ins vierte Jahr laufende Rebenpflanzung des Herrn Prof. Dr.

Hammitzsch, Oberlößnitz, unten die schon ältere Pflanzung des

Börnerschen Bennoschlößchens, dann die Bergspitze belebend die

Barthsche Neupflanzung; jene von Krause, Wahnsdorf, und das Spitzhaus

mit Bismarckturm säumend die großen Neupflanzungen der aus der

Weinbaugesellschaft hervorgegangenen Genossenschaft, die schon

tragfähige große Anlage des Herrn Oberingenieur Moß, daneben die

des Bankbeamten Domaschke und darunter, um das Hoflößnitzschlößchen

die Versuchsweinberge der Versuchs- und Lehranstalt Hoflößnitz.

Etwas zurückgetreten breitet sich der große, im Jahre 1912 begonnene

Weinbergbesitz Dr. Goldschmidts aus, während uns am Friedstein, nachdem

wir die Jungpflanzung der Sektkellerei Bussard gesehen haben, die große

Jungpflanzung des Herrn Michaelis grüßt. Dann folgen die mit viel Mühe

geschaffenen Kleinanlagen Müller, Geneus, Postsekretär Börner, Max

Schumann, die sich nun an die Musterweinkulturen Schloß Wackerbarths

Ruhe des Herrn Dr. Tiedemann anlehnen und die den ehemaligen Max

Böhmeschen Besitz umfassen. Hier sehen wir nicht nur den neuzeitlichen

Weinberg, sondern finden auch die in moderner Kellerwirtschaft

geführte Weinkellerei, deren Weine auch bei süddeutschen Konkurrenzen

mit Glanz bestanden haben.

Angereiht liegt der aus dem Niedergang des Weinbaus erfolgreich

durchgehaltene Weinberg des Schlosses Johannishof, Naundorf, den Herr

Fabrikbesitzer Nacke mit gutem Riesling bepflanzt hat. Hier bietet der

Keller noch alte Jahrgänge bis zum 1889er, der einem guten Rüdesheimer

nichts nachgibt. Ganz im verborgenen Winkel, den Kroatengrund

durchwandernd, liegt noch manch kleines Weinberglein, aber auch der

noch durchgehaltene Weinberg unseres alten Vater Carl Mitzschke, der

diese Weine in seinen Weinstuben darreicht. Auch Mieths Weinstuben aus

alter Zeit, nicht weit entfernt, sind als Zeugen alter Kultur erhalten

geblieben. Neues Leben zeigt sich auch in der Nähe der Friedensburg und

der Sängerhöhe.

[Illustration:

Landesverein Sächsischer Heimatschutz — Mitteilungen Band XIII, Heft 5-6 · 第 81 / 100 题