5. Spätere Araber.

Verzeichnis einiger wichtiger arabischer oder arabisch schreibender

Schriftsteller (meist in nachstehendem Abschnitt angeführt).

~Abu Jusuf~ gest. 795

~Abu Maʿschar~ 805-885

~Thabit Ibn Qurra~ 826-901

~Banu Musa~ 826-901

~Ibn Khordadhbeh~ 836-850

~Alrazi~ (= ~Razi~) 850-923?

~Aldschahiz~ gest. 869

~Alkindi~ gest. nach 870

~Hunain Ibn Ishaq~ gest. 873

~Aljaʿqubi~ um 891

~Aldschauhari~ gest. 899

~Ibn Wahschijah~ um 900

~Ibn Alfaqih~ gest. 902

~Ibn Hauqal~ 902-968

~Alhamadani~ gest. 945

~Alfarabi~ gest. 950

~Alistakhri~ um 950

~Almasʿudi~ gest. 956

~Hamza~ um 961

~Ibn Alhaitham~ 965-1019

~Alkindi Altudschibi~ um 970

~Albiruni~ 973-1048

~Ibn Sina~ (= ~Avicenna~) 980-1037

~Alkhwarizmi~[4180] um 980

~Almuqaddasi~ um 985

~Alnadim~[4181] gest. 995?

~Alghazzali~ 1059-1111

~Albaihaqi~ 1105-1169

~ʿOmar Alkhajjam~ gest. 1121

~Altughrai~ (= ~Artefius~?) gest. 1128

~Alkhazini~ um 1130

~Ibn Badscha~ (= ~Avempace~) gest. 1138

~Alidrisi~ um 1150

~Ibn Alʿauwam~ um 1150

~Schahrastani~ gest. 1153

~ʿAbd Allatif~ 1160-1231

~Ibn Alqifti~[4182] 1172-1227

~Abuʾlfadl~ um 1175

~Jaqut~ 1178-1229

~Ibn Tufail~ gest. 1185

~Ibn Dschubair~ um 1185

~Ibn Ruschd~ (= ~Averroes~) gest. 1192

~Ibn Albaitar~ 1197-1248

~Ibn Abi Usaibiʿa~ 1203-1270

~Ibn Khallikan~ 1211-1282

~Ibn Saʿid~ 1212-1274

~Aldschaubari~ um 1220

~Ibn Alathir~ gest. 1233

~Alqifti~ gest. 1248

~Alnabarawi~ um 1250

~Altifaschi~ gest. 1253

~Aldimeschqi~ 1256-1327?

~Abulfeda~ oder: ~Abuʾlfida~ 1273-1331

~Alqazwini~ gest. 1283

~Alnuwairi~ 1288-1335?

~Ibn Bassam~ um 1300?

~Raschid Eddin~ gest. 1318

~Ibn Khaldun~ 1322-1406

~Ibn Batuta~ 1325-1377

~Ibn Fadl~ gest. 1348

~Alakfani~[4183] gest. 1348

~Ibn Alwardi~ gest. 1349

~Alibschihi~ gest. 1446

~Abuʾlfadil~? um 1575

~Daʾud Alantaqi~ gest. 1596

~Almaqqari~ gest. 1646

~Haddschi Khalifa~ gest. 1658.

Wie aus den vorangehenden Abschnitten ersichtlich ist, erlangte die

arabische Litteratur über Alchemie bereits im Verlaufe des 8. und 9.

Jahrhunderts einen überraschend großen Umfang. Der nähere Einblick

in ihren Werdegang bleibt freilich derzeit noch verschlossen: „zu

einer wirklichen Geschichte der Naturwissenschaft und der Medizin im

islamischen Kulturkreise fehlt uns noch fast alles“, ist ein leider

durchaus zutreffender Ausspruch ~Ruskas~ in seiner ausgezeichneten

Ausgabe und Übersetzung des sog. „Steinbuches des ~Aristoteles~“[4184].

Unter diesen Umständen ist es von hoher Bedeutung, daß wir wenigstens

ein Verzeichnis jener Autoren und ihrer Schriften besitzen, die man im

9. und 10. Jahrhundert als die maßgebenden ansah. Erhalten ist es uns

in dem schon wiederholt erwähnten, hervorragend wichtigen Sammelwerke

„Fihrist“, d. i. „Kitâb al Fihrist“ (= Buch des Verzeichnisses), dessen

Verfasser der gelehrte ~Ibn Abi Jaʿqub Alnadim~ war. Älteren Autoren

nach starb er 850 oder um 850, sein Werk erfuhr aber nachträglich

Ergänzungen und Einschübe (wie schon aus der Tatsache hervorgeht,

daß es noch den als Arzt weltberühmten ~Alrazi~ anführt, als dessen

Lebenszeit bald 850-923 oder 932, bald 860-940 angegeben wird) und

gelangte, nach einer ihm selbst zu entnehmenden Bemerkung, erst im

Jahre 987 zum endgültigen Abschlusse[4185]; neuerdings gibt aber

~Brockelmann~, der die Schreibung ~Mohammed ibn Ishaq an Nadim~

vorzieht, als Todesjahr erst 996 an, d. i. acht Jahre nach der 988

erfolgten Vollendung des „Fihrist“[4186].

In seinem Kapitel über Alchemie berichtet der „Fihrist“[4187], daß zwar

einige die Erfindung dieser Kunst den Griechen, Persern, Indern oder

Chinesen zuschreiben, daß sie aber in Wirklichkeit von den Ägyptern

gemacht wurde, deren Pyramiden nichts anderes als große chemische

Laboratorien waren, und bei denen allein auch eine ausgedehnte

chemische Litteratur besteht[4188]. Begründet wurde diese nach

Versicherung aller Alchemisten, d. h. der Silber- und Gold-Macher,

durch ~Hermes~, einen Babylonier, der ursprünglich zu Babylon Hüter

eines der sieben Tempel der sieben Planeten war (wohl des dem ~Hermes~

oder ~Merkur~ geweihten), nach der Völker-Zerstreuung sich aber zu Misr

(Ägypten) in Memphis ansiedelte, dort als König und Philosoph regierte,

die Metalle transmutierte und Talismane anfertigte; die +Kenntnis+

dieser Geheimwissenschaften ist jedoch einige Jahrtausende älter als

die erste +Niederschrift+ durch ~Hermes~, denn nach ~Alrazi~ offenbarte

Gott das große Werk schon dem ~Moses~, dem ~Aaron~ und einigen anderen

Würdigen[4189]. -- An diese wirren, sichtlich einer späten Zeit

angehörigen Sagenbildungen schließt der „Fihrist“ ein Verzeichnis von

51 der berühmtesten „Philosophen“ an[4190], beginnend (ähnlich wie

das des ~Alhabib~) mit ~Hermes~ und ~Chymes~ (~Kimas~), ~Maria~ und

~Kleopatra~ usf., und herabreichend bis zum Zeitalter des ~Alrazi~;

zugleich nennt er die Titel ihrer wichtigsten Werke, soweit dies

nämlich möglich ist, denn die „tausend Bücher“, die ~Ostanes Alrumi~

(der Romäer = Grieche), oder die unübersehbare Reihe der Schriften, die

~Zosimos~ der Alexandriner herausgab, lassen sich einzeln überhaupt

nicht aufzählen.

Mit Inhalt und Entwicklung der chemischen Erfahrungen und Theorien

befaßt sich der „Fihrist“ seiner ganzen Anlage und Bestimmung gemäß

nicht des näheren, und die Schlüsse, die er in dieser Hinsicht zu

ziehen gestattet, bleiben demgemäß spärlich und unvollständig.

Eingehenderes Wissen von den chemischen und alchemischen Kenntnissen

der Autoren des 9. und 10. Jahrhunderts (oft nur arabisch schreibender

Perser und Syrer), sowie ihrer späteren, eigentlich arabischen

Nachfolger, bleibt daher nur vom gründlichen Studium der auf uns

gekommenen Originalschriften zu erwarten. Ganz hervorragende Förderung

hat dieses seit 1902 durch ~E. Wiedemanns~ „Beiträge zur Geschichte

der Naturwissenschaften“ erfahren[4191], deren zahlreiche (bisher

etwa 60) Abteilungen indes fast sämtliche Zweige der Forschung in

Betracht ziehen, und zwar ohne die Absicht lückenloser Aufzählung oder

bestimmter zeitlicher Anordnung. Im nachstehenden ist daher versucht

worden, aus der ungeheuren Fülle des so erschlossenen, zumeist ganz

neuen Materials, aber auch aus dem bereits bekannten älteren, das

die Chemie, Alchemie und chemische Technologie im weiteren Sinne

Betreffende auszusondern und unter Mitbenützung mancher anderer,

von arabischen Ärzten, Philosophen, Enzyklopädisten, Reisenden usf.

verfaßter Schriften eine chronologische Übersicht der wichtigsten

Forscher und ihrer Lehren zu geben. Daß hierbei Vollständigkeit nicht

angestrebt, noch weniger erreicht werden konnte, bedarf wohl kaum

besonderer Erwähnung.

1. ~Abu Jusuf~ (gest. 798). Mißerfolg und Vergeblichkeit der

alchemistischen Bemühungen waren zu seiner Zeit schon längst

sprichwörtlich geworden, wie dies bereits weiter oben Andeutung

fand[4192].

2. ~Aldschahiz~ (gest. 869). Nach Mitteilung dieses gelehrten

Polyhistors übernahmen und erlernten die Araber von den Griechen

oder Romäern [Bewohnern des oströmischen Reiches, Rums] u. a. die

Gewinnung und Verwendung von Glas, Lasurstein [blauem Glas?], Mosaik,

Email (mînâ), Mennigen (sarandsch), Zinnober (zandschafr), Salmiak

(nûschâdir) und griechischem Feuer[4193]. Nun kann der Chemiker,

alkimâwî, zwar wirklich reinen Salmiak herstellen, schönstes Glas,

haltbarstes Email, Messing von bestimmter Färbung, das er mit Salmiak

und Polirstein goldglänzend macht, aber weder Silber noch Gold, und

wenn deren künstliche Erzeugung auch theoretisch nicht undenkbar sein

mag, so ist sie doch praktisch unmöglich. Es gibt kein Elixir und keine

Alchemie, niemals wird das Quecksilber zu Silber, obwohl es flüssigem

Silber gleicht, niemals das prächtigste damascenische Messing (schabh)

zu Gold, mag es auch wie lauteres (ibrîz) Gold glänzen[4194]; jedes

derartige Vorgeben beruht auf Unwahrheiten und Schwindel[4195].

3. ~Alkindi~ (gest. 873). Der hervorragende Philosoph ~Alkindi~

erklärte in mehreren Schriften, u. a. in einer „Die Betrügereien

der Alchemisten“ betitelten, die Kunst des Goldmachens für eine

lügnerische, durchaus von Täuschungen und bösartigen Kniffen aller

Art erfüllte[4196]. -- Über die möglichen Umwandlungen der Metalle,

z. B. des Eisens (hadîd), spricht er in seinem Berichte „Über die

Eigenschaften der Schwerter“[4197]: Das aus den Erzen gewonnene

Eisen ist entweder das weibliche, nicht härtbare Nermahâni [persisch

nerm-âhen = weiches Eisen], oder das männliche, härtbare Sâburqâni

[aus Schaburan?]; mittels gewisser besonderer Zusätze soll es

Magneteisen ergeben[4198]; mittels zahlreicher anderer, freilich

aber erst nach unzähligen Reinigungen und Härtungen, den Stahl

(fûlâd), der silberweiß, zuweilen jedoch blau oder grün angelaufen

ist[4199], auch schönen Damast (fîrind) annimmt, so daß er „geädert

wie Malachit“ aussieht[4200] und sich u. a. zu Nadeln und zu Glocken

verarbeiten läßt[4201]. Der beste heißt alhindî, alhinduwânî (= der

indische)[4202], kommt aus oder über Qalah (auf Malakka?), Ceylon,

Jemen, Basrah und Damaskus, vor allem aber auch aus China[4203].

4. ~Abu Maʿschar~, verderbt ~Albumasar~ (gest. 885), der berühmte

Astronom, ein Schüler ~Alkindis~[4204], soll die Alchemie ebenso

absprechend beurteilt haben wie dieser; „berühmt dem Namen, unbekannt

dem Stoffe nach“, -- wie so oft später[4205] --, soll das Elixir schon

bei ihm heißen.

5. ~Ibn Alfaqih~ (gest. 902). Die verschiedenen Länder und ihre Völker

stattete Allah mit verschiedenen Gaben aus: Ägypten bringt Gold,

Kupfer, Eisen, Magnetstein, Asbest, Smaragd und Amethyst hervor[4206];

Arabien Gold, Silber, Sufr [hier ein zinkhaltiges Erz?], Weihrauch,

Traganth, Wars [= Hennah, echte Alkanna] und Indigo[4207]; in China

verfertigt man die schönsten metallenen und tönernen Waren [Porzellan];

in Sidschistan die feinsten Geräte aus Bronze (schabh) und Messing

(sifr); in Fars (Persien) die besten eisernen und stählernen Kessel,

Schlösser, Schwerter, Panzer, ja Spiegel, „denn seinen Bewohnern machte

Allah das Eisen gefügig und dienstbar, so daß sie daraus bereiten, was

sie wollen“[4208]; und so verlieh er auch den Leuten von Rum [Romäern,

Griechen] das Wissen von der Ausübung der Chemie, vom Machen des

Goldes[4209], von der Anfertigung des philosophischen Eies, das dem

Kosmos gleicht, und in dem der Dotter die Erde vorstellt[4210].

6. ~Alrazi~, als dessen Lebenszeit, wie schon erwähnt, einige 850-923

oder 932, andere 860-940 angeben, und dessen voller Namen ~Abu Bekr

Muhammad Alrazi~ sich zuweilen zu ~Bubekr~ oder ~Bubacar~ verkürzt

findet, -- die von ~Berthelot~ „vermutete“ Identität von ~Bubacar~ und

~Alrazi~[4211] war längst bekannt[4212] --, gilt mit Recht für eine der

größten Leuchten der arabischen Heilkunde; auf seinen medizinischen

Ruhm, und auf die Bedeutsamkeit seiner (im Urtexte immer noch wenig

erforschten) einschlägigen Werke kann jedoch hier nur hingewiesen

werden. Der Angabe, er habe ursprünglich Alchemie betrieben und diese

deshalb aufgegeben, weil ihn der Beherrscher aller Gläubigen wegen

Mißerfolges der anbefohlenen Transmutationen mit einer Tracht Prügel

bedachte, kommt vermutlich anekdotischer Charakter zu; etwas Wahres

liegt ihr aber wohl zugrunde, denn der Schriftsteller ~Albaihaqi~

(1105-1169) erzählt in seinen „Biographien“[4213]: „~Alrazi~ war

ursprünglich ein Handwerker, befaßte sich aber später eifrig mit

Alchemie und wurde dabei durch die Dämpfe der zur Herstellung des

Elixirs dienenden Präparate augenleidend, weshalb er zu einem Arzte

ging, um sich heilen zu lassen. Dieser sagte zu ihm: ‚Ich heile Dich

nicht eher, als bis ich von Dir fünfhundert Dinare erhalten habe.‘

~Alrazi~ gab sie ihm und sagte: ‚+Dies+ ist die wahre Alkimijâ und die

rechte Kunst Gold zu machen, und +nicht das+, was ich bisher getrieben

habe‘; darauf verließ er die Kunst des Elixirs und widmete sich der

Medizin.“

Jedenfalls stimmen die Berichte über ~Alrazi~ dahin überein, daß er

ein sehr eifriger Anhänger der Alchemie war, ihre Möglichkeit durch

das Vorhandensein einer gemeinsamen Urmaterie und durch den Einfluß

der Planeten auf die zugehörigen irdischen Stoffe, ihre Wirklichkeit

aber durch die Erfolge der großen Meister, des ~Pythagoras~, ~Platon~,

~Demokritos~ und ~Aristoteles~, für gesichert ansah[4214] und auch die

Meinung vertrat, ~Karun~ (d. i. der ~Korah~ der Bibel) habe die „Kunst“

von seiner Frau erlernt, die eine Schwester ~Mosis~ war und gemeine

Metalle in Gold verwandelte[4215]. Von ~Alrazis~ alchemistischen

Schriften[4216] scheint bisher keine vollständig im arabischen

Original bekannt zu sein, und wir wissen daher nicht, wie er das

Elixir verfertigte, mit dem er zu Bagdad Gold machte. Er unterschied

„die nicht flüchtigen Körper und die flüchtigen Geister“, zu welchen

letzteren Schwefel, Quecksilber, Zarnîch [Schwefelarsen; Arsenigsäure]

und Nûschâdir (Salmiak) zählen, die u. a. im Marqaschîtâ (Markasit)

und Schâdanah, in der Magnîsijâ (Magnesia) und Tûtijâ (Tutia), in

Vitriolen und Salzen usf. enthalten sind[4217]. Man gewinnt sie aus

diesen durch Calcination, Sublimation und Destillation (Ikhrâdsch =

Herausgehen-Machen; Istiqtâr = Tröpfeln-Machen), und die wichtigsten

Apparate und Materialien, die man hierzu benützt, sind: Tannûr (Ofen),

Qara (Gurke = Destillier-Gefäß), der mit Schnabel versehene Anbiq

(Ambix = Destillier-Helm), Alatal (Aludel, Rohr), Qabîlah (Rezipient),

But-eber-But [Tiegel über Tiegel: zum Ausschmelzen und zur sog.

absteigenden Destillation][4218], Wasserbad, Qandîl [Lampe, Kerze; lat.

candela], Ton der Philosophen oder der Weisheit (tîn alhikma; bestehend

aus Ton, Mist, Haaren, Stroh der Alkalipflanze Uschnan), usf.[4219].

Für untergeschoben gelten die allein in lateinischer „Übersetzung“

vorliegenden Werke, u. a. „Buch der Siebzig“, „Lumen luminum“

(Licht der Lichter), „De aluminibus et salibus“ (Über Alaune und

Salze), „Liber secretorum“ (Buch der Geheimnisse)[4220]; indessen

vertritt ~Berthelot~ ohne Anführung besonderer Gründe die Ansicht,

das „Liber secretorum“ der Pariser Bibliothek gehe wirklich auf

~Alrazi~ zurück[4221]. Dieses Buch, in dem viele arabische Ausdrücke

und Namen vorkommen, bespricht u. a. die vier Geister, die sieben

Metalle [einschließlich „Katesim“, das ~Berthelot~ fälschlich für

„Asem“ erklärt; s. unten], die verschiedenen männlichen und weiblichen

Magnesien, Tutien und Markasite, sowie die Vitriole, Alaune, Boraxe,

Alkalien und Salze[4222]. ~Berthelots~ Deutung des „indischen Salzes“

(sal indum) als Salpeter ist sichtlich irrtümlich und unmöglich,

vielmehr ist das „indische Salz“ der arabischen Autoren Steinsalz;

auch der chinesische Pilger ~Hiuen-Thsang~, der um 629 n. Chr. Indien

bereiste, um den Buddhismus an der Quelle kennen zu lernen, berichtet,

daß weißes, schwarzes und zinnoberrotes Steinsalz im Nordwesten des

Landes (Provinz Sindh) in großen Mengen vorkomme, von den Einwohnern

massenhaft gewonnen und als Heilmittel in alle Gegenden der Welt

verschickt werde[4223]. -- Völlig haltlos ist die Annahme, ~Alrazi~

spreche im „Liber secretorum“ von mineralischen Säuren, z. B. von

Schwefelsäure und von deren die Metalle angreifender Wirkung[4224],

denn „aqua acida et venenosa“ nennt der lateinische Text auch

gewöhnliche alkalische oder ammoniakalische Flüssigkeiten, denen er als

„scharfen Wässern“ die angebliche Eigenschaft zuschreibt, +sämtliche+

Metalle aufzulösen.

Blei (usrub) und Zinn (qalʿijj) bezeichnet ~Alrazi~ als „die beiden

rasâs, das schwarze und das weiße“, und dem Blei schreibt er, der

allgemeinen Ansicht folgend, die Fähigkeit zu, „den Diamanten

zu zerbrechen“[4225] [ein Vorurteil, das, wie bereits erwähnt,

auf den noch heute üblichen Kunstgriff zurückgeht, Diamanten und

andere Edelsteine an (oder in) Blei oder Blei-Zinn-Legierungen

festzuschmelzen, um sie sicherer bearbeiten, schleifen oder spalten zu

können].

7. ~Alfarabi~ (gest. 950). Dieser hochgelehrte und einflußreiche

Denker[4226] bekämpfte zwar die „widersinnige Atomistik“ und

„abergläubische Astrologie“[4227], glaubte hingegen, gestützt auf die

ursprüngliche Einheit der Urmaterie, an die Möglichkeit des Goldmachens

und schrieb eine „Abhandlung über Alchemie“, die noch ~Ibn Badscha~

(gest. 1138) ausführlich kommentierte[4228]. Die „Notwendigkeit

der Kunst der Künste, die da ist das Elixir“, ergibt sich aus den

Lehren der Philosophen; daher ist auch die Kunst selbst nur für

Philosophen faßbar und erreichbar, nicht aber für gewöhnliche Leser

von Schriften, die unverständlich sind und auch unklar und rätselhaft

sein +müssen+, weil sie das Heil der ganzen Menschheit gefährdeten,

machten sie ihr die Erlangung allgemeinen und unbegrenzten Reichtumes

möglich. Aber auch für Eingeweihte bleiben noch viele Schwierigkeiten

bestehen, nämlich die Behebung, ja schon die rechte Erkennung der

von ~Aristoteles~ hervorgehobenen „kleinen Akzidentien“, d. h. der

geringen Unterschiede, die u. a. noch zwischen Silber und Gold, Zinn

und Silber, Quecksilber und Silber bestehen; denn „Zinn z. B. ist

eine Art des Silbers, bis auf Weichheit, Knirschen und Geruch“, und

ebenso „Quecksilber eine Art des Silbers, die jedoch in den Gruben

eine gewisse Beschädigung erlitten hat“[4229]. Wirkungen wunderbarer

Art seitens der Planeten kommen hierbei nicht mit in Frage, denn

die von Bewegern geistiger Beschaffenheit gelenkten Wandelsterne

beeinflussen alles Irdische nur den natürlichen Ursachen gemäß[4230];

aus der gemeinsamen Ursubstanz bringen vielmehr die vier Qualitäten,

diese Schöpferinnen der Formen und tatsächlichen Existenzen,

zunächst die vier Elemente hervor, und durch Vermischung von diesen

nach verschiedenen Verhältnissen kann man dann weiterhin zu allen

überhaupt denkbaren Stoffen gelangen, oder diese unter Herstellung des

„richtigen“ Verhältnisses ineinander überführen[4231].

8. ~Almasʿudi~ (gest. 956). Der berühmte Reisende und Schriftsteller

erwähnt, daß die Kîmijâ, d. i. das Werk der Darstellung von Gold,

Silber, Edelsteinen und Perlen, Iksîr (Elixir), die Kunst des

Festmachens (iqâma = Fixierens) von Quecksilber zu Silber, u. dgl.

mehr, eine äußerst verwickelte Wissenschaft ist, „voll feiner

Listen, Kniffe und Betrügereien“[4232]. Sie bedient sich zahlreicher

Hilfsmittel, und manche von diesen sind für die Gesundheit verderblich,

indem sie beim Erhitzen schädliche Dämpfe und Gerüche verbreiten,

wie z. B. die Vitriole[4233]; deren Beschaffenheit und Färbung, sowie

auch ihr Vorkommen in den Gruben, ist übrigens vom Lichte des Mondes,

von Luftzügen, Windrichtungen, Blitzschlägen u. dgl. Zufälligkeiten

abhängig, wie dies auch beim Schwefel und bei den Edelsteinen der

Fall ist[4234]. -- Nûschâdir (Salmiak) kommt nach ~Almasʿudi~ aus

den Bergen, die Chorasan von China trennen[4235], und Zinn (das Blei

alqalijj) aus Qalah, dem Mittelpunkte des Handels mit Zinn, Elfenbein,

Ebenholz, Sandelholz, Bresilholz, Aloe, Kampher und Gewürzen[4236].

[Qalah halten die einen für einen Ort auf der Halbinsel oder „Insel“

Malakka, andere für Sumatra oder Java[4237], noch andere für Galla

= Point de Galle auf Ceylon[4238]; doch erwähnt ~Almasʿudi~ an

anderer Stelle ausdrücklich die Zinngruben auf der ostindischen Insel

Qalah[4239]].

9. ~Ibn Hauqal~ (902-968?). Nach diesem Reisenden und Geographen ist

Persien reich an Eisen, Quecksilber, Messing (sifr), das bei Sardan

gewonnen und in großer Menge ausgeführt wird, ferner an Naft (Naphtha,

Erdöl), dessen „heilige Feuer“ schwarzen Ruß und aus diesem „schwarze

Tinte“ zum Schreiben und Färben liefern, und endlich an Nûschâdir

(Salmiak), dessen Dämpfe aus einer bei Damindân gelegenen Höhle dringen

und in dem oberhalb dieser bei Boltan erbauten Hause aufgefangen

werden[4240]; Gold und Silber ist, außer in Ferghâna[4241], nicht oder

nur spärlich vorhanden, dagegen Zinn (anûk)[4242]. In Tûs gewinnt man

Kupfer, sowie einen rotbraunen Eisenstein, dem ägyptischen Hämatit

gleichend, der eine Art bald männlichen, bald weiblichen Eisens,

„Chum-âhen“ genannt, ergibt[4243]; in Armenien, am Wan-See, findet sich

gelbes und rotes Zarnich [Auripigment, Realgar], das „Salz des Burag“

für die Bäcker und der „Burag der Goldschmiede“ [Borax], der von dort

aus mit ungeheurem Gewinne nach allen Teilen der Welt geht[4244].

In der Stadt Samarkand ist ein ganzes Straßenviertel nur von

Messingarbeitern bewohnt; das Wasser wird dahin durch bleierne, aber

auch durch eiserne Rohre verteilt, und die Kanäle sind mit Bleiplatten

umrandet oder abgedeckt[4245].

10. ~Alistakhri~ (um 970?), der Zeit- und Fachgenosse ~Ibn Hauqals~,

bestätigt das persische Vorkommen des Zinns[4246] und des Nûschâdirs,

„den die Ägypter aus dem Rauche ihrer Bäder haben“[4247] [aus dem

Rauche des zum Heizen gebräuchlichen getrockneten Kamelmistes], und

rühmt die Menge des Goldes, Silbers, Quecksilbers und Eisens in

Transoxanien.

11. ~Almuqaddasi~, dessen wichtigste Reisen in die Zeit zwischen 965

und 985 fallen sollen, preist gleichfalls die Fülle an Gold, Silber,

Quecksilber, „Rattengift“ (schakk = Arsen), Naphtha und Erdpech bei

Ferghâna in Transoxanien; er erwähnt, daß der dortige Salmiak nicht

von gleicher Güte ist wie der Siciliens, dessen Lager jetzt aber schon

erschöpft seien, und lobt die Edelmetalle und Vitriole Kuhistâns, sowie

den Kuhl [= Kohol, d. i. feinstes Pulver, hauptsächlich aus Antimon-

oder Bleiglanz, u. a. zum Schwärzen der Augenbrauen dienend], dessen

beste Sorte aus Ispahan kommt; Arabien führt nach ihm neben Eisen

[Stahl?] auch Zinn aus[4248].

12. ~Alkindi Altudschibi~ (um 970) erzählt in seiner „Beschreibung

Ägyptens“: ~Hermes~, der als Prophet, König und Weiser dreimal

Begnadigte, der ~Trismegistos~, goß daselbst das rasâs (Blei) als

glänzendes Gold aus; seine Schüler waren die Ssabier ~Agatimun~

(= ~Agathodaimon~) und ~Fitagurus~ (= ~Pythagoras~)[4249]; auch

~Maria~ und ~Kleopatra~ machten Talismane, Elixire und alchemistische

Präparate, z. B. das philosophische Ei, das dem Globus, d. h. dem

Weltganzen, analog ist[4250].

13. ~Alkhwarizmi~ (verfaßte um 980 die „Mafâtîh al ʿUlûm“ = „Schlüssel

der Wissenschaften“). Kîmijâ, d. i. die geheim zu haltende und zu

verhüllende Kunst, ist möglich, und zwar dank dem „Steine“, der

die Grundlage des Elixirs bildet[4251]. Dieses aliksîr ist das

„Heilmittel“, das die geschmolzenen Metalle weiß und gelb macht und

aus ihnen Silber und Gold ergibt, oder doch etwas äußerst Ähnliches.

Man bereitet es aus dem „Stein“; diesen selbst aber gewinnt man

aus pflanzlichen, tierischen und menschlichen Produkten, z. B. aus

Knochen, Haaren, Eiern, Blut, Galle, Harn, Kot, hauptsächlich aber

aus mineralischen, z. B. aus Blei (rasâs al usrub), Zinn (rasâs al

qalaî), Quecksilber, Schwefel, gelbem, rotem und grünlichem Zarnich

[Schwefelarsen; Arsenigsäure] und Nûschâdir [Salmiak]; denn Schwefel

und Arsen sind Seele und Prinzip des Weißen und Roten, Quecksilber

aber der gemeinsame Geist beider[4252]. Die hierzu erforderlichen

Geräte, deren sich schon der große ~Zosimos~ und der ~Hermes~-ähnliche

~Demokritos~ bedienten[4253], sind die bereits von ~Alrazi~

geschilderten; u. a. Alqara [= Kürbis, Gurke, Kolben], Alanbîq „in

Gestalt eines Schröpfkopfes, der zweite Apparat jener, die Rosenwasser

herstellen“ [= Ambix], Alattâl „das mit Ton gedichtete“ [= Aludel,

Rohr][4254], Dîk ber Dîk, auch Bût eber Bût [persisch = Tiegel über

Tiegel], worin nach dem „Herabsteigen-Machen“ oben Schlacke oder

„Rost“ (chabath) verbleibt[4255], während sich unten das „Bereitete“

ansammelt, z. B. Dîk-Rûy = Bleikupfer-Legierung usf.

Die Kîmijâ macht sich sowohl „Körper“ wie „Geister“ nutzbar. Die

„Körper“ sind die 7 Metalle Gold, Silber, Kupfer, Eisen, Blei (usrub),

Zinn (qalî) und Châr Sinî[4256]. Letzteres [in den lateinischen

Übersetzungen aus dem Arabischen oft „Katesim“ genannt und von

~Berthelot~ fälschlich für Asem (Elektron), von anderen Autoren für

Zink erklärt] ist „ein ausländisches Metall unbekannter Natur“, heißt

auch Alhadîd alsînî (= chinesisches Eisen; chinesischer Stahl) und

stellt eine weißglänzende bis gelbliche oder goldfarbige Legierung

dar, aus der man schöne Spiegel, Waffen und Glocken anfertigt[4257].

In der Geheimsprache der Kîmijâ verbindet und bezeichnet man Gold mit

Sonne, Silber mit Mond, Kupfer mit ~Aphrodite~, Eisen mit ~Ares~,

Blei mit ~Kronos~, Zinn mit ~Zeus~ und Châr Sinî mit ~Hermes~, doch

herrscht, vom Gold und Silber abgesehen, über diese Zuteilungen

Meinungsverschiedenheit[4258]. „Geister“ sind Schwefel, Arsen,

Quecksilber und Salmiak[4259], und als wichtigste Stoffe, die solche

ergeben, hat man zu nennen: Mârkaschîtâ [Markasit; Schwefelkies

u. dgl.], dessen zahlreiche Arten rot wie Kupfer, weiß wie Silber, gelb

wie Gold sind und auch als Schmuck dienen[4260]; Magnîsijâ [Magnesia],

die bald bunt, bald rot, bald schwarz, bald eisenähnlich ist, und

als Magnâtis „den Stein bildet, der das Eisen anzieht“[4261]; Tûtijâ

[Tutia, persisch Dûd = Rauch, d. i. der beim Erhitzen zinkhaltiger

Mineralien entweichende Zinkoxyd-Rauch], weiße aus Indien, gelbe aus

Chuzistan, grüne aus Kerman[4262]; Talq [Glimmer und glimmerartig

glänzende andere Mineralien][4263]; Kuhl, „eine Substanz des Usrub“

[Kohol = feines Pulver aus Blei- oder Antimonglanz][4264]; Schakk

[Arsen], „gelb aus den Gruben“ [= Auripigment], weiß „aus dem Rauch des

Silbers“ [= Hüttenrauch, d. i. Arsenigsäure], ein Rattengift[4265].

Diesen Stoffen reihen sich noch einige ähnliche, aber künstlich

dargestellte an: Zundschufr [Zinnober] aus Schwefel und Quecksilber;

Zandschâr [Grünspan] aus Kupfer und Essig; Isfîdâdsch [pers. „weißes

Wasser“ = Bleiweiß] aus Blei und Essig; Murdâsang [Bleiglätte], durch

Erhitzen von Blei, bis es gelb ist; Usrundsch [Mennige], durch Erhitzen

von Blei, bis es rot ist; Zafrân [Eisenrost; Grünspan], aus Eisen und

Kupfer; Tûtijâ [Rauch], ein Rauch aus Erzen, Kupfer-Mineralien oder

Kuhl[4266].

14. ~Ibn Sina~, ~Avicenna~ (980-1037), der berühmteste der arabischen

Ärzte, der Verfasser hervorragender medizinischer und philosophischer

Schriften, war ein ausgesprochener Gegner der Astrologie und

Alchemie[4267] und erklärte ausdrücklich, Gold und Silber entstünden

unter dem Einflusse von Sonne und Mond aus den Dünsten der Erde mit

allen jenen besonderen Eigenschaften, die ihnen der Wille Allahs

verliehen habe, und die daher kein Mensch künstlich nachzuahmen

vermöge[4268]; trotzdem wurde er jedoch in späterer Zeit als Autor

alchemistischer Abhandlungen ausgegeben, denen der Abglanz seines

Namens zu völlig unverdientem Ansehen verhalf. Auf Inhalt und

Bedeutung, Vorzüge und Schwächen seiner echten, sehr umfangreichen,

philosophischen und medizinischen Kompilationen einzugehen, ist an

dieser Stelle nicht möglich; hervorgehoben sei jedoch, daß sie alle,

insbesondere aber der große „Canon der Medizin“, -- ein Riesenwerk, das

im Rufe absoluter Vollständigkeit und Unfehlbarkeit stand, die gesamte

Wissenschaft Europas bis tief in das 17. Jahrhundert beherrschte

und für den muslimischen Orient noch gegenwärtig maßgebend ist --,

sich ganz besonders durch strenge Systematik der Form, sorgfältige

Anordnung und genaue Bestimmtheit des Inhaltes auszeichnen und die

Größe und Dauer ihres Erfolges nicht zum wenigsten gerade +solchen+

Eigenschaften verdankten. Keine Spur von diesen verrät aber die unter

dem irreführenden Namen „De anima“ oder „Tractatus de anima“ gehende

alchemistische Hauptschrift des ~Avicenna~: ohne rechten Plan, ohne

geregelte Durchführung, immer wieder aufs neue mit dem längst Abgetanen

beginnend, das aber doch nie zum endgültigen Schlusse gebracht

wird, und vom Hundertsten ins Tausendste springend zieht sich in

endloser ermüdender Breite ein Dialog zwischen ~Avicenna~ und seinem

„Sohne“ hin, in dem jedoch ~Avicenna~ fast allein das Wort führt,

während hin und wieder, -- man weiß nicht wieso und warum --, auch

~Albumasar~ (d. i. der berühmte Astronom und Astrolog ~Abu Maʿschar~)

dazwischenspricht. Auch der Inhalt, der sich kaum mit Gegenständen

der Erfahrung befaßt, hauptsächlich vielmehr mit allgemeinen Ideen

aristotelischen Charakters in der mißverstandenen und entstellten

Gestalt ganz später Tradition, ist zum größten Teile unklar, verworren

und unverständlich, oft sogar völlig unsinnig, so z. B. in folgendem,

die Fixierung des Quecksilbers betreffenden Satze, den man, aus

dem Zusammenhange gerissen, für eine Parodie halten könnte: „Nimm

Quecksilber, soviel nötig ist, bringe es in das Gefäß, von dem Du

weißt, lasse es kochen, so wie Dir bekannt ist, füge die Substanz

zu, von der Du gehört hast, und zwar in der Menge, von der die Rede

war: dies ist das Geheimnis von der Fixation des Quecksilbers.“ --

Ein Werk derartiger Beschaffenheit kann ein mit den echten Schriften

des ~Avicenna~ Vertrauter unmöglich als von diesem Autor herrührend

anerkennen. So kam denn schon ~Kopp~ zum Schlusse[4269], das Buch

„De anima“, das erst seitens der Autoritäten des 13. Jahrhunderts

rühmend erwähnt werde und daraufhin sich bei deren Nachbetern ganz

übertriebener Wertschätzung erfreue, sei in nicht sehr viel früherer

Zeit auch abgefaßt und alsbald, um ihm erhöhte Wirksamkeit zu

sichern, kühnlich dem ~Avicenna~ untergeschoben worden. Nach Ansicht

des Orientalisten ~Weil~, die ~Kopp~ einholte, machen die vielen,

allerdings zumeist stark entstellten arabischen Namen und Bezeichnungen

eine teilweise Übersetzung aus dem Arabischen, oder doch die Benutzung

ursprünglich arabischer Quellen, sehr wahrscheinlich.

~Berthelot~[4270], der auch hier die Ergebnisse ~Kopps~ völlig

unberücksichtigt läßt, gibt zwar ebenfalls zu, daß die Schrift „De

anima“ viele Interpolationen enthalte, und daß man ihre, gegen 1300

schon wohlbekannte lateinische Übersetzung, die gemäß der vorkommenden

Namen und spanischen Worte im Laufe des 13. Jahrhunderts in Spanien

angefertigt zu sein scheint[4271], dem ~Avicenna~ nur zugeschrieben

habe[4272]; dagegen erklärt er, wenn auch nicht in ganz unzweideutiger

Weise, das angebliche arabische Original doch für ein echtes Werk

des ~Avicenna~[4273], wobei er sich u. a. darauf stützt, daß an

verschiedenen Stellen der Übersetzung arabische liturgische Formeln

und Gebräuche Erwähnung finden[4274], und auch gewisse Anklänge an

den ~Morienes~ (~Marianos~) und ~Dschabir~ (+nicht+ aber an den

sog. ~Geber~) auftauchen[4275]. Für überzeugend wird man indes

diese Ausführungen um so weniger halten können, als Anklänge an die

Kompilationen des ~Dschabir~ bestenfalls auf gemeinsame Quellen

hindeuten, während ~Morienes~ oder ~Marianos~, wie schon weiter oben

hervorgehoben wurde, selbst eine Persönlichkeit mindestens fragwürdiger

Natur bleibt[4276].

Gegenstände, über die sich ~Pseudo-Avicenna~ noch am verständlichsten

ausdrückt[4277], sind die vier Geister und ihre Eigenschaften, die

Zusammensetzung der Metalle aus mehr oder weniger Schwefel und

Quecksilber, -- das Vorhandensein des letzteren soll die Schmelzbarkeit

bedingen, das des ersteren die beim Erhitzen zu beobachtende Entstehung

von „azenzar“ (d. i. eigentlich Zinnober, jedoch auch jedes andere rote

Oxyd oder Sulfid) --, und die Gewinnung des „besten“ Goldes mittels des

Elixirs: zwar gibt es hierbei viele Fälscher und Betrüger, doch kennt

man auch die Wege, ihre Nachahmungen vom Echten zu unterscheiden[4278].

Für den Geist des späteren Mittelalters ist es sehr bezeichnend, daß

gerade diese so dürftige, inhaltsleere, betreff wirklicher Erfahrungen

und Tatsachen überaus armselige Zusammenstellung pseudepigraphischer

Natur für einen Ausbund wissenschaftlicher Weisheit und Zuverlässigkeit

galt, so daß man auf +sie+ hin, und nicht seiner +echten+ Werke halber,

den ~Avicenna~ als „Hochgelehrtesten aller arabischen Naturforscher“

und als „dux et princeps philosophorum“ verehrte[4279]; der spanische

Arzt ~Monardes~, der im 16. Jahrhundert zu Sevilla wirkte, und

dessen Werke ~Clusius~ (~de l’Écluse~) ins Lateinische übersetzte,

scheint sogar, vermutlich irgendeiner älteren Tradition folgend, die

Bezeichnung „dux“ wörtlich genommen zu haben, denn er macht ~Avicenna~

zum „König von Cordova“[4280]!

15. ~Albiruni~ (973-1048), einer der größten Gelehrten und

vielseitigsten Forscher und wohl der bedeutendste experimentierende

Physiker, den die arabische Litteratur zu verzeichnen hat[4281], war

ein Gegner der Alchemie und Astrologie, über deren Verbreitung und

Pflege bei vielen Völkern er eingehende Mitteilungen machte. Die sieben

Metalle, zu denen das Quecksilber +nicht+ zählt, haben das passive,

feuchte, weibliche Quecksilber zur Mutter, und den aktiven, trockenen,

männlichen Schwefel zum Vater[4282]; nach der Anschauung der Perser,

besonders aber der Ssabier[4283], stehen sie, weil auf ihnen alle

Handarbeit und daher das Wohl der Welt und der Menschheit beruht,

unter dem Schutze des mächtigen Engels ~Schahrewar~, dessen Name

Liebe und Sperma bedeutet[4284]. Innige Zusammenhänge verbinden sie

mit den 7 Planeten, den Planetengöttern (deren Namen in den Sprachen

der Griechen, Araber, Perser, Syrer, Hebräer, Inder und Chowarezmier

aufgeführt werden)[4285], sowie mit deren Statuen und Idolen[4286]: so

z. B. bringt der Planet ~Ares~ Unglück, desgleichen ~Kronos~, den Gott

am siebenten Tage schuf, und dem zu Ehren ~Abraham~ seinen Sohn opfern

wollte[4287], während „~Hermes~ der Schreiber“ und ~Aphrodite~ „Sterne

der Sonne“ sind, und ~Zeus~ sich von günstiger Natur erweist[4288].

Das an Schätzen aller Art reiche Persien liegt nach ~Hermes~ in der

Mitte der Erde, während die sechs anderen wichtigsten Staaten es im

Kreise umgeben, wie das eben nur bei sechs Kreisen möglich ist, die

einen siebenten umschließen[4289]; die Inder, die neun Teile der Erde

annehmen, zeichnen indessen eine andere Figur auf, in der aber ihr

Land gleichfalls als das der Mitte erscheint[4290]. In Indien ist die

Alchemie unbekannt, oder wird doch nicht beachtet[4291], vielleicht

weil das Land Überfluß an Kostbarkeiten aller Art hat; zu erwähnen ist,

daß man Zinn (rasâs alqalijj) aus Ceylon holt, aus Qalah (auf Malakka?)

und auch, wie ~Alschirazi~ anzudeuten scheint, aus Hinterindien[4292].

[Illustration]

[Illustration]

16. ~Altughraʾi~ (gest. 1128), Dichter und Alchemist, nach

~Gildemeister~ im Abendlande schon frühzeitig als ~Artephius~ bekannt

geworden[4293], erzählt, daß man Gold am oberen Nil, aber auch am

Oxus, in haarigen Ziegenfellen auffange, es so in Körnern bis zur

Größe von Fischschuppen erhalte und nachher noch mittels Quecksilbers

weiter „sammle“ [ausziehe; anreichere][4294]. Die Alchemisten stellen

mittels gewisser Apparate aus Glas und Ton[4295] die Edelmetalle auf

künstlichem und verborgenem Wege her; sie haben unzählige Geheimnamen,

unter diesen 13 für Nûschâdir, 14 für Blei, „das Metall des Kuhl“ [hier

= Bleiglanz], 15 für Kupfer, 16 für Silber (z. B. „weißer ~Hermes~“,

aussätziges Gold), 18 für Eisen, 20 für Gold und 51 für das so

ungeheuer wichtige Quecksilber[4296], das zwar flüchtig und ein Geist

ist, zugleich aber auch „ein Anfang der Körper“ [eine Grundlage der

Metalle][4297].

17. ~Alkhazini~ (um 1130) war ein Gegner der Alchemie, was bei einem

so trefflichen Experimentator nicht wundernehmen kann; er machte

sehr genaue Bestimmungen einer großen Anzahl spezifischer Gewichte,

ermittelte die Zusammensetzung gegebener Mischmetalle aus ihren

Dichten und gab auf Grund solcher Feststellungen den Kupferschmieden

und Gelbgießern (saffâr) Vorschriften zur Darstellung von Legierungen

bestimmten Aussehens und gewünschter Eigenschaften[4298].

18. ~Ibn Alʿauwam~, der gegen 1150 in Sevilla das ausführliche „Buch

der Landwirtschaft“ verfaßte, erwähnt in diesem gelegentlich das

rote Arsen [Realgar], das man zum Vergiften von Vögeln und in der

Tierheilkunde gebraucht[4299], das gebrannte schwarze [metallische?]

Arsen[4300], den feinpulverigen Kohol [Schwefelantimon][4301], die

indische Tutia[4302], den persischen Pulâd oder Fulâd [Stahl][4303],

das Zinn (qalah) und die schön verzinnten (moqasdar) nordafrikanischen

Kessel[4304], sowie den aus Reis zu erhaltenden Essig, der von äußerst

kalter Natur, dabei aber so scharf ist, daß er selbst Gefäße und Steine

auflöst[4305].

19. ~Abuʿlfadl~ (schrieb gegen 1175). Als genauer Kenner der Farbstoffe

und Drogen, „deren es 3000 gibt“, ihrer Verfälschungen und deren

Aufdeckung durch genaue Prüfung (u. a. durch Ermittlung der Menge

des eigentlich wirksamen Bestandteiles, z. B. bei Indigo)[4306],

war er ein abgesagter Feind der Alchemisten, die das Volk mit

nachgeahmten Metallen, Edelsteinen und Perlen betrügen und gemeine

Metalle mittels gewisser Heilmittel zu weißen und zu röten verstehen,

z. B. zu Gold durch ‚Dawâ‘ (= Medizin)[4307]. Häufig bedienen sie

sich des Quecksilbers (zîbaq), dessen beste Sorte aus Toledo kommt,

das „leicht flüchtig ist wie ein flüchtiger Sklave“ und daher erst

im Laufe der Arbeit [wieder] sichtbar wird[4308]. Von den übrigen

Metallen kennt man meist vielerlei Arten: das Eisen (hadid) kann

männliches sein (aldhakar), weibliches weiches (narm âhan), Stahl

(fulâd), oder damasciertes; das Kupfer ist an sich rot, wird aber zu

prächtig gelbem Messing durch Zusatz von Tûtijâ, deren es namentlich in

Spanien vielerlei gelbliche, rötliche und bunte Sorten gibt, ferner zu

weißglänzendem, hartem, aber leicht brüchigem Isbâd-rûy oder Sefîd-rûy

durch Zugabe eines Fünftels Zinn[4309]; Zinn (qalî, qasdîr) ist das

weiße Blei[4310] im Gegensatze zum schwarzen. Letzteres zerbricht

trotz seiner Weichheit den Diamanten, der sich, auf einer Bleiplatte

befestigt, durch vorsichtiges Klopfen zwischen den Schneiden zweier

Hämmerchen zerteilen läßt[4311], und liefert das leuchtende Bleiweiß,

das aus ihm durch Essig herausgezogen wird. Wie man aber wieder diesen

gewinnt, das vermag man nur durch die Praxis zu erlernen und auf keine

Weise aus den Büchern[4312].

20. ~Alnabarawi~, der gegen 1200 lebte, bisher aber mir aus den

Auszügen des ~Ibn Bassam~ (13. oder 14. Jahrhundert) bekannt ist, besaß

gleichfalls ausgebreitete Kenntnisse über die „3000 Drogen“ und ihre

Verfälschungen[4313], berichtet u. a. näher über die verschiedenen

Arten des Itmid oder Kuhl, des Nûschâdirs und des Kamphers[4314],

und beschreibt die Sublimation (tasʿîd) und Destillation (taqtîr),

z. B. die Herstellung des aus der Gurke (alqarʾ) durch Destillieren

(saʿad) gewinnbaren Kampher-Wassers und des destillierten Pechs

(qatrân musʿad)[4315]. Er erwähnt auch das betrügerische Aufhellen

dunkler Zuckersyrupe und Melassen durch Klären mit Bleiessig (gewonnen

durch Lösen von Bleiweiß in Essig) und weist dessen Gegenwart dadurch

nach, daß er die verdächtige Probe über eine Abortgrube stellt, wobei

Schwärzung eintritt [indem der entweichende Schwefelwasserstoff

schwarzes Schwefelblei bildet][4316].

21. ~Aldschazari~ und ~Ridwan~, die gegen 1200 über den Bau kunstvoller

Uhrwerke berichten, erwähnen unter den Materialien rotes Kupfer,

Messing, -- beide auch verzinnt (murassas), oft „mit einer dicken

Schicht Zinn“ (anûk)[4317] --, Bronze (sifr, sufr)[4318], Isfidrûy oder

Isfâdrûy [= „Weißkupfer“, d. i. eine Art sehr heller Bronce][4319],

sowie Quecksilber[4320].

22. ~ʿAbd Allatif~ (1160-1231), der Verfasser der ausgezeichneten

Beschreibung Ägyptens und seiner Naturschätze, war ursprünglich ein

Freund der „großen Kunst“, erkannte sie aber bei näherer Beschäftigung

mit ihr und ihren Vertretern als „falsch, nichtig, schwindelhaft,

lügnerisch und trügerisch“[4321].

23. ~Aldschaubari~ (schrieb gegen 1220 die „Enthüllung der

Geheimnisse“)[4322]. Die „Genossen der Kîmijâ“, die Alchemisten,

sind Lügner, Gauner und Schwindler, die selbst ihre Fürsten schon

in frechster Weise hintergingen und täuschten; wer ihnen immer noch

glaubt, wird allein durch seine Erfahrungen belehrt werden, denn ihre

Kniffe zur Fälschung der edlen Metalle und Steine sind zahllos und die

Methoden ihrer Betrügereien belaufen sich auf dreihundert oder mehr.

So z. B. haben sie allein 47 Verfahren, um aus zerriebenem Perlmutter,

Glimmer, Quecksilber u. dgl. falsche Perlen zu bereiten, die sie in

Fische einlegen oder von Vögeln fressen lassen, um ihnen den rechten

Glanz zu erteilen[4323], und allein 48 Verfahren, um aus Eierschalen

und Indigo oder Waid falschen Lasurstein zu gewinnen[4324]. Sie

geben sich den Anschein, Silber und Gold aus einer gemeinen „Asche“

darzustellen, die aber vorher aus diesen Metallen durch Behandlung

mit allerlei schwefel- und arsenhaltigen Stoffen erhalten wurde und

sie beim starken Erhitzen, besonders mit gewissen Zutaten, wieder

zurückliefert[4325]. „Reines Silber“ machen sie durch „Weißen“ von

20 Teilen Kupfer mit 1 Teil Auripigment (rasâcht), Realgar, Zarnich

[Arsenigsäure?], Quecksilber oder Sarkokolla; „reines Gold“ (ibrîz)

durch „Gilben“ oder „Rotfärben“ von Kupfer mit Auripigment, Zinnober,

Grünspan, grüner Tûtijâ u. dgl. unter dreimaligem Umschmelzen [zu

einer Art Bronze?][4326]; „echte Edelsteine“ endlich durch Herstellen

gewisser gefärbter Gläser und Schmelzen, angeblich gemäß den

Rezepten in ~Platons~ „Buch der Zauberkünste“[4327]. Was die von

ihnen benützten Hilfsstoffe betrifft, so findet man Kuhl in Ispahan

und die „Tûtijâ der Weisen“, die auch al qalamî [Galmei] heißt, in

vielen Ländern[4328]; Grünspan (zindschâr) und Bleiweiß (isfîdâdsch)

bereitet man durch Eingraben von rotem Kupfer oder schwarzem Blei

nebst natürlichem Nûschâdir und scharfem Essig (den man auch ohne

Destillation erhalten kann)[4329] in den feuchten Erdboden[4330];

Zinnober (zindschafar) durch „Töten“ von Quecksilber mit Schwefel,

Arsen [Arsensulfiden] und Essig, wobei man das geschlossene und gut

mit Ton gedichtete Gefäß im Ofen bei richtigem Feuer lange genug zu

erhitzen hat[4331]; Bleiglätte (martak) durch Rösten von Blei und chubz

alfiddî [wörtlich Silber-Brod; Substanz unbekannter Natur] auf nicht

näher angegebene Weise.

~Aldschaubari~ macht auch höchst merkwürdige Angaben über die

ungeheuerlichen Fälschungen der Gewürze, Wohlgerüche, Nahrungs- und

Gebrauchs-Mittel von den seltensten Drogen an bis zur Seifenlauge (râs

al sâbûn) herab[4332], er bespricht zahlreiche Heilstoffe (z. B. die

7 Gallen von 7 Tieren) und Gifte (z. B. Bang, d. i. Bilsenkraut, für

dessen schärfste Sorte, die blaue kretische, der Essig ein unfehlbares

Gegenmittel bleibt)[4333], und preist gewisse pflanzliche Öle, Fette

und Harze als unersetzlich für das Härten der Schwerter aus indischem

und damascener Stahl[4334].

24. ~Jaqut~ (1178-1229) berichtet in seinem, auf Grund der

zuverlässigsten alten Quellen verfaßten „Geographischen Wörterbuche“,

daß Zinn von bester, einzig in der Welt dastehender Güte aus Qalah (auf

Malakka) gebracht wird, aber auch, wie dies schon ~Alistakhri~ und

~Albiruni~ wußten, aus Ceylon und Fars (Persien) und außerdem noch aus

Spanien[4335]. Kupfer ergibt mit Zinn, aber auch mit anderen Metallen

und Erzen, schöne Legierungen, aus denen man in Indien herrliche

Arbeiten herstellt; solche kommen u. a. aus Kulam (Malabar), woselbst

man auch Porzellan erhalten kann, das aber weder so fein, noch so

weiß, noch so durchscheinend ist wie das echte chinesische[4336]. --

Quecksilber findet sich in Chorasân, besseres (reineres und schwereres)

in Persien, das beste aber in Spanien, und zwar nach dem Berichte

~Alidrisis~ [des berühmten Geographen; um 1150] im Gebirge Burianus

oder Murianus [= Sierra Morena], sowie in Abâl nächst Cordova [Almaden;

almaʿden = das Bergwerk][4337].

Der Reichtum Spaniens an Zinnober und Quecksilber ermöglichte es

schon dessen Khalifen ~Abd Arrahman~ II. (912-961), seinen Lustgarten

(nächst Cordova?) durch einen mit Quecksilber gefüllten Teich

auszuschmücken[4338], und der Palasthof seines Zeitgenossen, des

Khalifen ~Muktadir~ in Bagdad, dürfte (917) einen ebensolchen enthalten

haben, der freilich „als gefüllt mit flüssigem Zinn (rasas qalî),

heller leuchtend als poliertes Silber“ beschrieben und durch einen

„mit geschmolzenem Golde gefüllten“ noch übertrumpft wird[4339]; aber

bereits 868 legte ~Ahmed Ibn Tulun~ in Kairo, und ebenda 892 der

Statthalter ~Chumarawaih~ „ein Bassin an, von 50 Ellen im Gevierte,

gefüllt mit Quecksilber, -- im Vollmond ein unvergleichlicher Anblick

--, dazu bestimmt, sich auf seiner Oberfläche auf Luftkissen zu

schaukeln und so in recht sanften Schlaf einzuwiegen“[4340].

Eine besonders bemerkenswerte Anwendung fand das Quecksilber zum Füllen

kunstvoller Uhren (s. oben bei ~Aldschazari~ und ~Ridwan~) [die in

Spanien noch zur Zeit König ~Alfons~ X. (1252-1284), des bekannten

Förderers der Astronomie, gebräuchlich waren[4341]].

25. ~Ibn Albaitar~ aus Malaga (gest. 1248), der Verfasser eines sehr

ausführlichen Wörterbuches der Heil- und Genußmittel, erwähnt zwar

vielerlei Mineralien, Salze, Metalle usf., aber seinem pharmazeutischen

Hauptzwecke gemäß fast stets nur vorübergehend. Er spricht z. B.

vom Gold[4342], Taliqûn, „einer Art Kupfer“[4343], Rasas, dem

schwarzen Blei, das den sonst nur durch Feuer zerstörbaren Diamant

„zerbricht“[4344], Kazdir, dem weißen Blei, aus dem man Gefäße

anfertigt[4345], der Bleiglätte, die in Essig gelöst süß wird[4346],

dem Sublimat aus Quecksilber[4347], usf.; ferner beschreibt er die

Vorgänge der Sublimation, der Destillation, des Ausschmelzens usf.,

durch die vielerlei wichtige Substanzen gewonnen werden, während die

wertlosen Schlacken (chabath) zurückbleiben[4348].

26. ~Ibn Mansur~ (13. Jahrhundert) schrieb in persischer Sprache

ein Steinbuch, das in Gestalt der türkischen Bearbeitung durch

~Aldschaffari~ auf uns gekommen ist[4349]. Als die 7 einfachen Metalle

führt es auf: Gold, Silber, Kupfer, Zinn, Eisen, Blei, Châr Sinî [das,

wie oben erwähnt, in Wirklichkeit ein Mischmetall ist]. Von Legierungen

erwähnt es: Messing (schabah, türk. birindsch) aus Kupfer und dem

Rauche der Tutijâh; Bronze (sufr, türk. tudsch) aus Kupfer und Qalaî

(Zinn); Tal, „ein gelbes Erz“ [eine Art Messing?] aus Kupfer und Blei

[weißem, d. i. Zinn?]; Taliqûn, eine messing- oder bronzeähnliche

Legierung aus Kupfer, Tutijâh und noch mehreren anderen Metallen[4350];

Derâ-rûy, eine Legierung aus Kupfer, Messing, Bronze und Tal; Sachtah,

eine Legierung aus Silber, Kupfer und Quecksilber; Heft-Dschosch

[Sieben-Geschmolzenes], eine Legierung aller sieben Metalle.

27. ~Alqazwini~ (gest. 1283). Der von ~Wüstenfeld~ herausgegebene

arabische Text seiner umfassenden „Kosmographie“, von dem ~Ethé~ einen

großen Teil ins Deutsche übersetzte[4351], hat sich neuerdings leider

als eine späte, erst dem 18. Jahrhundert entstammende Überarbeitung

erwiesen[4352] und ist daher nur mit Vorsicht zu benützen.

Aus der Urmaterie entstanden nach ~Alqazwini~ die vier Elemente

(arkân), die auch Mütter heißen und gegenseitigen Überganges

ineinander fähig sind[4353]; sie erfüllen, wie alles, so auch die

im Innern der Erde vorhandenen Dünste und Flüssigkeiten, aus denen

sich zunächst, unter Vereinigung von Wasser und Erde, das Quecksilber

abscheidet, zugleich aber unter Verkochung der Luft und der übrigen

Elemente durch Feuer zu einem Öle, der Schwefel[4354]. Aus diesen

beiden bilden sich weiterhin, je nach den Einflüssen und Farben der

Planeten, -- namentlich des „Schatzmeisters“ ~Kronos~ und des Mondes

--, alle übrigen Metalle und Mineralien und entfalten sich besonders

schön und rein mit zunehmendem Monde, wie dies sämtlichen Bergleuten

längst durch eingehende Erfahrungen bekannt ist[4355]. Auf solche

Weise entspringen also, je nach den Verhältnissen und Umständen, die

7 Metalle, d. s. Gold (dhahab), Silber (fidda), Kupfer (nuhâs), Zinn

(usrub), Eisen (hadîd), Blei (rasâs) und Châr Sînî, das man mittels

einer mineralischen rötlichbraunen Substanz gewinnt, die in China

gefunden und auch Tutia oder Tutanega genannt werden soll[4356]. Durch

langsames Abtropfen und sehr allmähliches Gerinnen in den Klüften der

Gebirge verdichten sich ferner die Salze, Vitriole und Alaune (z. B.

der schön weiße aus Jemen)[4357], Natron und Salmiak[4358], die öligen

Schwefel und Arsene[4359], Naphtha, Asphalt und Pech[4360], Markasit

und andere Erze[4361] und zuletzt noch die Edelsteine[4362], u. a.

der Diamant, der vielen auch für eine Versteinerung des himmlischen

Feuers gilt, trotz seiner ungeheuren Härte aber durch Blei „zerbrochen“

wird[4363]. Berühmte Fundorte sind: für Edelsteine und Diamanten

Ceylon[4364]; für Schwefel, auch gelben und roten [Auripigment,

Realgar], Vitriole, Blei und Antimon [Blei- und Antimonglanz] die

Berge des Demawend sowie der in Spanien gelegene Gebl-al-kohl (Berg

des Bleiglanzes), woselbst das Wachsen mit zunehmendem Monde besonders

deutlich zu beobachten ist[4365]; für Zinn und Quecksilber „wie sonst

nirgends“ Spanien[4366]; für Gold, Silber, Messing, Eisen, Türkis,

Naphtha und Steinkohle Transoxanien[4367]; für Gold, Silber, Kupfer und

Eisen die Inseln des persischen Meeres[4368]; für Magnetstein, dessen

Kraft durch Knoblauch gebrochen, durch Essig aber wieder hergestellt

wird, der Magnetberg im indischen Meere[4369]. Auf den Inseln dieses

Ozeans ist Eisen sehr selten und kostbar, die Bewohner der Nikobaren

tragen es sogar als Schmuck, die Sumatras und anderer Inseln tauschen

es gegen Ambra ein[4370]; außer dem weichen weiblichen Eisen (narm

âhen) hat man auch das harte männliche [= Stahl][4371], aus dem

man die Schwerter macht, die wie Zinn glänzen, aber nicht aus Zinn

bestehen[4372].

Beim Erhitzen der Vitriole entweichen dicke Dämpfe, die äußerst

übelriechend und gesundheitsschädlich sind, wegen ihrer Schärfe zum

Ausräuchern dienen und bei Berührung mit Wasser oder wässerigen

Flüssigkeiten große Hitze erzeugen[4373].

Eine Anzahl weiterer zugehöriger Angaben ~Alqazwinis~ ist einem von

~Ruska~ übersetzten, den Mineralien gewidmeten Abschnitte seiner

„Kosmographie“ zu entnehmen[4374]: unter dem Einflusse von Kälte,

Wärme, Trockenheit und Feuchte entstehen zunächst Quecksilber und

Schwefel, weiterhin aber aus diesen die Mineralien, deren es 700

gibt[4375]. Das Quecksilber ist eine etwas beschädigte Art des Silbers,

entwickelt beim Erhitzen einen furchtbar giftigen Dampf[4376], ergibt

beim Kochen in einem geschlossenen Kolben jenen roten Zinnober

(zundschufr), der sich auch in den Gruben bei der Einwirkung von

Schwefel auf Quecksilber ausscheidet[4377], und ist [als Salbe] sehr

geeignet zur Vernichtung von Läusen und anderem Ungeziefer[4378].

Auch der Schwefel bildet leicht Dämpfe, verflüchtigt sich in Gestalt

solcher bei der Entstehung der Metalle und verdichtet sich dabei z. B.

zu Malachit, wenn er aus werdendem Kupfer, zu Smaragd aber, wenn

er aus werdendem Golde entweicht[4379]. -- Gold ist beständig und

unveränderlich, aus Kupfer dagegen (und auch aus Messing) wird durch

Essig Grünspan herausgezogen[4380], auch erhält man aus [geschmolzenem]

Kupfer durch Einwerfen eines gewissen Zusatzes, der es zu festem Steine

macht, die giftige Legierung Tâlîqûn, und ebenso durch Verschmelzen

mit den sechs anderen Metallen die Legierung Haftdschausch (=

7-Geschmolzenes)[4381]. Wie den Grünspan aus dem Kupfer, so zieht Essig

das Bleiweiß (isfîdâdsch = weißes Wasser) aus dem Blei heraus, das man

u. a. aus dem bleihaltigen Itmid [Bleiglanz?] darstellt[4382]; die

Dämpfe des Bleies sind giftig und das nämliche gilt vom Bleiweiß und

von der beim Rösten aus ihm entstehenden Mennige[4383]. Das Blei ist

der Feind des Diamanten, der sich in einer unzugänglichen Talschlucht

Indiens findet, wegen seiner ungeheuren Härte zum Bohren der Gesteine

dient, durch Bocksblut aber zersprengt wird[4384].

Produkte der Verdichtung sind ferner die Salze, Boraxe (tinkâr), Alaune

(schabb), Vitriole usf.[4385]. Die Alaune gebrauchen die Färber zum

Beizen und Fixieren der Farbstoffe, die Chemiker aber zum Reinigen und

Färben der Metalle[4386]. Die Vitriole werden bald durch Eisen gelb und

rot, bald durch Kupfer grün gefärbt; die Kalkand und Kalkadis genannten

sind äußerst scharf und hitzig, dienen zum Räuchern und ergeben

beim Erhitzen unter Entwicklung eines furchtbaren Dunstes Kalkatâr

[Colcotar][4387]. -- Den Salzen ähnlich, aber sublimierbar, ist der

Nauschâdar [Salmiak], der sich in vielen Gruben findet, sowie im feinen

hitzigen Dunst der Bäder[4388].

Weitere Ergebnisse mehr oder minder weit fortgeschrittener Verdichtung

sind u. a. noch: Die Naphtha (naft), deren schwarze Sorte durch

Destillation mit Helm und Alambik weiß wird[4389]; die Tûtijâ, die

nach einigen ein beim Reinigen des Kupfers [?] entweichender Rauch

ist, nach anderen nur in Silbergruben vorkommt, nach noch anderen aber

aus gewissen farbigen Mineralien Indiens [Vitriolen?] besteht[4390];

die Magnesia [hier = Braunstein], die durch ihren Bleigehalt [!]

Kiesel und Alkali zu Glas zusammenschmilzt[4391]; der Magnet, der

den berühmten Magnetberg bildet und seine Kraft durch Gegenwart von

Zwiebeln oder Knoblauch verliert, durch Essig oder Bocksblut aber

wiedergewinnt[4392]; die nur sehr allmählich reifenden Edelsteine, wie

der Diamant, der Smaragd, der Jâkand [Jâqût = ὑάκινθος, Hyazinth][4393]

und viele andere. Nicht zu diesen gehörig ist der Kahrubâ [=

Strohräuber, d. i. Bernstein], der vielmehr das verhärtete Harz des

römischen Nußbaumes vorstellt[4394].

Viele Mineralien sind, wie schon ~Aristoteles~ [d. h. das

„Steinbuch des ~Aristoteles~“] lehrte, wichtig für die Kunst der

Metallverwandlung, niedergelegt in den Büchern des ~Hermes~, aus denen

u. a. auch ~Alexander der Grosse~ seine medizinischen und chemischen

Kenntnisse schöpfte[4395]. Das Arsen, sowohl das gelbe und rote, wie

das beim Calcinieren entstehende weiße, die sämtlich furchtbare Gifte

sind, Fliegen und Läuse töten, und zuweilen auch als Depilatorien

Verwendung finden, weißt das Kupfer[4396] und ebenso wirkt der

calcinierte arsenhaltige Ifrangis [Stein der Franken] beim Projizieren

auf 50 Teile Kupfer[4397]. Auch der schwefelhaltige Markasit dient in

der chemischen Kunst zur Überführung von Kupfer und Blei in Silber,

oder doch in ein silberähnliches Metall[4398]; aus Blei, Kupfer, Eisen

und Zinn ergeben ferner gutes Silber die Steine Talk, Baumwollmagnet,

Kidâmi und Karsijâd[4399], welche letzteren, ebenso wie der Furslus,

der Wollmagnet und der Bleimagnet, auch Quecksilber zu glänzendem,

festem, ausgezeichnetem Silber härten[4400]. Der Wetzstein erzeugt

aus Silber ein dem Gold sehr ähnliches Metall[4401], der Satansstein

färbt 14 Teile Silber zu rotem Gold[4402], der Stein Hâdî sowie die

Korallenasche fixieren Quecksilber zu Gold[4403], der Chrysolith [=

golderzeugender Stein] und der rote, indische Stein Hâmî gilben auch

Kupfer zu Gold, das durch Talk noch ganz besonders schön glänzend

wird[4404].

28. ~Aldimeschqi~ (1256 bis 1327 oder 1331), Verfasser der berühmten,

sehr ausführlichen „Kosmologie“[4405], aus der schon weiter oben das

die Ssabier Betreffende angeführt wurde. Allgemeiner Ansicht nach,

die schon zur Zeit des ~Ibn Wahschijah~ (um 900) die herrschende war,

erweisen sich die sieben Metalle, d. s. Gold, Silber, Kupfer, Eisen,

Zinn, Blei und Châr Sinî (nach anderen aber Quecksilber, nach noch

anderen Zink)[4406], sämtlich als nahe verwandt, da sie alle aus

verschiedenen Mengen Schwefel und Quecksilber von mehr oder minder

hoher Reinheit zusammengesetzt sind und sich untereinander wie

Blüten, Knospen und Früchte verhalten[4407]; nach Farbe, Natur und

Eigenschaften gleichen sie den sieben leuchtenden Planeten, denen

sie zugeordnet und durch deren Strahlen sie entstanden sind, und mit

Recht sagt daher der Mystiker ~Ibn Alʿarabi~ (gest. 1240): „Gold und

Silber sind die großen Namen, abhängig von den Planeten und ihren

Häusern“[4408].

Der Schwefel ist der „Vater der Metalle“, der „Samen der

Metalle“[4409], er verdichtet sich aus den öligen Teilen der irdischen

Wässer und Ausdünstungen, findet sich daher in manchen Quellen und in

der Nähe der Vulkane[4410] und ist gelb, auch rötlich oder weißlich,

leicht entzündlich und sehr brennbar[4411]; ihm äußerst ähnlich,

aber schwieriger entflammbar, sind das gelbe und rote Arsen und das

männliche oder weibliche Sandarach, das, mit Kalk vereinigt, den

Indern als wirksamstes Enthaarungsmittel dient[4412], sowie auch das

Arsen, „Dik ber Dik“ [aus einem Tiegel in den andern sublimiert;

Arsenigsäure], das Rattengift, das in Spanien auch als „Erde“ [Mineral]

vorkommen soll[4413]. -- Das Quecksilber, die „Mutter der Metalle“,

bildet sich durch allmähliche Verdichtung des himmlischen Wassers,

namentlich des auf Schwefel fallenden; es ist zwar äußerlich weiß,

innerlich aber rot, ergibt Legierungen mit den Metallen, besonders auch

mit dem Gold, dessen „Magnet“ es ist, weißt das Kupfer und löst sich

in der Hitze zu Dampf auf, der tödlich ist wie Kohlendunst[4414]. --

Erst weiterhin vereinigen sich, wie angegeben, Schwefel und Quecksilber

miteinander; sie reifen dann, je nach den Umständen und der Länge der

Zeit, zu einem oder dem anderen der 7 Metalle heran.

Die Alchemisten, die alle diese Lehren aufstellen, versichern nun,

die Natur nachahmen, das Reifen beschleunigen und so künstlich Gold

und Silber machen zu können; aber alles, was sie behaupten, ist

unmöglich und unwahr, und sie selbst sind Täuscher, Betrüger, Fälscher,

Münzfälscher, bestenfalls „Färber“, niemals aber „Macher“[4415]. Ihre

Theorien „alle Metalle verwandeln sich beim Erhitzen in Quecksilber;

die Blüte Quecksilber trägt die Frucht Gold; die übrigen Metalle

sind Zwischenstufen und enthalten mehr Schwefel,...“ sind verkehrt

und unsinnig, denn jedes Metall ist und bleibt ein besonderes Wesen,

allein abhängig von der Natur des zugehörigen Planeten, seines

Erzeugers[4416]. Ihre Vergleiche „Vitriol, Galläpfel und Wasser, obwohl

nicht schwarz, geben zusammen schwarze Tinte; Kieselsand, Alkali und

Magnesia [Braunstein], obwohl nicht durchsichtig, geben zusammen

durchsichtiges Glas; so geben unsere Präparate zusammen Silber oder

Gold,...“ führen irre und beweisen gar nichts[4417]. Alles, was sie

vermögen, kommt darauf hinaus, dem Blei durch verschiedene Zusätze

eine silberähnliche Farbe zu erteilen, den Zinnober, den sie „roten

Schwefel“ und „Salz der Sonne“ nennen, für Gold zu erklären und

auszugeben, u. dgl. ähnliches[4418].

In Wahrheit wird das +Gold+ aus den Mineralien, deren es 700 oder

mehr gibt, durch die Hitze der Sonne, seines Planeten, ausgekocht,

weshalb es auch fast nur in heißen Ländern verkommt; Quecksilber

haftet ihm an, die Ausdünstung des Bleies macht es zerbrechlich und

durch Salmiak wird es glänzend[4419]. -- +Silber+ findet sich in der

Nähe des persischen Golfes und nördlich vom asowischen Meere, wo es

noch mit den unvollkommensten Mitteln ausgeschmolzen wird[4420]. --

+Kupfer+, von dessen griechischem Namen Kypros sich auch jener der

Insel Cypern herschreibt[4421], schätzen manche Negervölker höher als

Gold, wie das auf einigen indischen Inseln auch mit dem Eisen, in den

Ländern der Nilquellen (Gânah) mit dem Zinn, und in Abessynien mit

dem Messing der Fall ist[4422]. Das „weiße Kupfer“, Isfid-rûy, auch

Isfad-rûy, Isbâdârîh, Sefidrûy, von manchen auch Châr sinî genannt,

aus dem man prächtig klingende Glocken, Spiegel u. dgl. anfertigt, ist

eine Art sehr heller, weißglänzender, harter, leicht und trefflich

polierbarer Bronze, zeigt aber zuweilen auch gelbliche bis goldige

Färbung, oder ein Gemenge hellerer und dunklerer Teile; es kommt

aus China, wo es Pe-tong = „weißes Kupfer“ heißt, und besteht nach

chinesischen Werken aus einer Legierung von Kupfer, viel Zinn (ein

Fünftel und mehr) und etwas Arsen, das den aus ihm angefertigten

Waffen tödliche Eigenschaften erteilen soll[4423]. -- +Zinn+, qasdîr,

qalî, anûk, maqad, weißes rasâs (Blei) genannt, halten viele für

ein aussätziges oder pockennarbiges Silber, so wie sie das Blei für

ein unfertiges und ungares Gold erklären[4424]. -- +Eisen+ wird aus

vielerlei Erzen gewonnen, vor allem aus Hämatit [Roteisenstein], dem

Chumâhan oder Kamâhen, von dem es mächtige Lager zwischen Nil und rotem

Meer gibt[4425]; das beste, namentlich für Schwerter geeignetste, kommt

aus Indien und China[4426]. Aus ungeheuren Eisenplatten verfertigte

~Alexander der Grosse~ die Mauer um die wilden Völker zu Magog

im äußersten Norden der Erde, ferner erbaute der persische König

~Sapor~ [241-272] einen Aquädukt, ruhend auf riesigen, eisernen, mit

„Bleizement“ vergossenen Säulen[4427]. Zu den größten Merkwürdigkeiten

gehört es, daß ein Stein, der Magnetstein, das Eisen anzieht und oft

das Doppelte seines eigenen Gewichtes festhält[4428]; noch gesteigert

wird seine Kraft durch Berührung mit Bocksblut, das auch sonst sehr

wunderbare Eigenschaften zeigt, denn nach dem Bestreichen damit werden

die Diamanten im Feuer schmelzbar, und kupferne (bronzene?) Waffen

verursachen tödliche Wunden[4429] -- +Ithmid+, das schwarze Antimon

[bald Spießglanz, bald metallisches Antimon], soll aus dem Kupfer in

Gegenwart zu vielen Schwefels entstehen und „verbrennt“ die meisten

anderen Metalle, selbst das Eisen[4430]. Das beste findet sich in

Ispahan, am Ebro, sowie in Andalusien, wo es mit zunehmendem Monde

wächst; eine Quelle bei Cadix liefert einmal im Jahre während einer

Woche geschmolzenes Blei und schwarzes Quecksilber, das zu schwarzem

Antimon erstarrt[4431]. -- +Zink+, das einige, wie angegeben, zu den 7

Metallen zählen[4432], kommt einzig aus China, und niemand vermag zu

sagen, wie es dort hergestellt wird; es ist ein weißes Metall, gleicht

dem Zinn, hat aber einen dumpfen Klang und zeigt sich veränderlich,

indem es allmählich seine Farbe und Härte verliert[4433] [sich

oxydiert, zerfällt, ...]; seine persische Bezeichnung ist Isfidrûy,

d. i. weißes Kupfer, auch Sapîd-rûy, Isbidâri, Sbiadâr [wovon sich der

alte Name „Spiauter“ für Zink ableitet][4434].

Zu den wichtigsten Mineralien zählen: Pyrit und Markasit [Schwefelkies

u. dgl.], deren 7 Arten die 7 Metalle enthalten sollen, die man

aus ihnen gewinnen kann, indem man den gleichzeitig vorhandenen

vielen Schwefel abscheidet[4435]; die Magnesien, vor allem die der

Glasmacher [= Braunstein][4436]; der Asbest[4437]; der Salmiak, dessen

natürliche Sorten aus China, Persien und Ferghâna kommen, während man

ihn in Ägypten künstlich zu bereiten versteht[4438]; die Naphtha,

die weithin ausgeführt und u. a. von den koptischen Christen [in

Ägypten] nebst Pulver und sonstigen geeigneten Substanzen zur Feier

des Weihnachtsabendes angezündet und verbrannt wird[4439]. Manche

Arten Naphtha sind von Natur aus wasserhell und so flüchtig, daß man

sie nicht in offenen Gefäßen aufbewahren kann, andere werden aus einer

Art Erdpech erst in trüber und dunkler, dann aber durch nochmalige

Umarbeitung in klarer und weißer Beschaffenheit gewonnen, und zwar

„indem man sie wie Rosenwasser destilliert“[4440]. Letztere Kunst

wird hauptsächlich in Damaskus betrieben, und man bedient sich dabei

besonderer, oft in mehrstöckig aufgebaute Öfen, besser aber in Wasser-

oder Dampf-Bäder eingesetzter Gefäße aus Blei, Eisen oder Glas[4441];

das richtig Überdestillierte [Übergeschwitzte; Schweiß = araq][4442]

ist von bester Beschaffenheit, dauernd haltbar und schön klar, so wie

man auch wieder vom Bergkrystall sagt, daß er „durchsichtig ist wie

reines destilliertes Wasser“[4443].

29. ~Alakfani~ (auch ~Ansari~ und ~Alsachawi~ genannt; gest. 1348).

Alkîmijâ ist die Kunst, den Metallen, die sämtlich nahe verwandt

und nur in kleinen Akzidentien verschieden sind, gewisse noch

erforderliche, sie ein wenig verändernde Eigenschaften zu erteilen

und so zur Erzeugung von Silber und Gold zu gelangen[4444]; dies

geschieht mit Hilfe des „geehrten Steines“ Aliksîr, der ganz wie die

Krankheiten und Schäden der Menschen auch die der Metalle heilt,

z. B. Aussätzigkeit, Epilepsie, Apoplexie, Verbrennungen, ..., und

sie hierdurch in Silber oder Gold überführt, -- ohne dabei selbst die

geringste Veränderung zu erleiden. Alle Mitteilungen der Alten über

seine Herstellung, für die auch die Einflüsse der Planeten (vor allem

des ~Hermes~) von Belang sind[4445], lauten undeutlich, dunkel und

rätselhaft und +mußten+ dies auch, da [technische] Schwierigkeit und

[moralische] Gefahr der Sache die größte Vorsicht bedingen. Notwendige

Materialien sind Schwefel und Quecksilber, als Grundlagen der Metalle,

sublimierter Zarnich [Arsenigsäure], der das Kupfer ebenso weißt

wie die Tûtijâ [Galmei u. dgl.], ferner gewisse Salze und Aschen,

pflanzliche und tierische Substanzen, sowie endlich unedle Metalle,

deren Menge nach bestimmten Gewichtsverhältnissen der Wage zu bemessen

ist[4446]. Deshalb heißt die Kîmijâ auch „Wissenschaft der Wage“, weil

allein mittels dieser die zur Gewinnung des Elixirs und der Edelmetalle

erforderlichen Mischungen nach vorgeschriebenem Gewicht oder Volum so

kombiniert werden können, daß ihr Gewicht und Volum dem des „Gesuchten“

gleich ist; wie viel aber auf die richtigen Verhältnisse ankommt,

zeigt die Erfahrung, daß verschiedene Stoffe in einer Flüssigkeit

bald schwimmen, bald untersinken, bald eben nur die Oberfläche

berühren[4447].

Das Elixir fixiert auch das Quecksilber und verwandelt Krystall,

dessen schönste Sorte der arabische Bergkrystall ist[4448], in

Edelsteine[4449]; die wertvollsten von diesen sind der fleischfarbige

oder rötliche Korund (jaqût)[4450], die Perle (dschauhar)[4451] und der

Diamant, der auch aus Jemen, Cypern und Macedonien kommt (?), Stahl-

oder Silberglanz zeigt und ganz außerordentlich giftig ist[4452].

30. ~Ibn Khaldun~ (geb. 1332 in Tunis, gest. 1406 in Kairo; der

bekannte Historiker)[4453]. Die Alchemisten geben vor, ein aus

mineralischen, pflanzlichen oder tierischen Stoffen dargestelltes,

bald festes, bald flüssiges Präparat „Aliksîr“ zu besitzen, von dem

schon ein Körnchen oder ein Tropfen genügen soll, um 1000 Teile

der passend vorbehandelten „Körper“ des Kupfers oder Silbers mit

„Geist“ zu erfüllen und sie hierdurch, kraft einer erfolgenden

Fäulung, „Vermählung“ oder „Verbindung“, in reines Silber oder

Gold zu verwandeln[4454]. In Wirklichkeit gibt es aber eine

Alchemie ebensowenig wie eine Astrologie oder Magie, und es ist

gerade so vergeblich, sich mit ihren rätselhaften, unsinnigen und

unverständlichen Schriften und Vorschriften zu beschäftigen, wie

Astrologie oder Magie zu studieren[4455]: weder sind die Metalle

tatsächlich „nahe verwandt“ und „leicht ineinander verwandelbar“, noch

läßt sich ihr angeblich 1000 Jahre währendes „Reifen“ in der Natur

beweisen, nachahmen oder beschleunigen, auch gibt es keinen „Stein

der Weisen oder Alkîmijâ“, und er erzeugt daher auch nicht „einer

Hefe gleich aus wenigem Golde vieles“[4456]. Niemals hat die Alchemie

einen Erfolg gezeitigt, niemals hat sie einen Armen reich gemacht,

-- „~Abuʾlhasan~ blieb stets arm und schmutzig“, sagt bereits der

„Fihrist“[4457] --, und wie schon der arme ~Alfarabi~ sie verteidigte,

während der reiche ~Avicenna~ sie verwarf, so betreiben sie auch

jetzt noch die Bedürftigen und nicht etwa die Wohlhabenden[4458]. Die

Alchemisten waren und sind Lügner und Betrüger: sie wissen Kupfer

mit Quecksilber oder Sublimat wie Silber zu weißen, schlechten

Metallgemischen Goldglanz zu verleihen, kupfernen Schmuck auf allerlei

Weise mit dünnen Schichten Gold oder Silber zu überziehen und ihn für

echten auszugeben, und alle diese oder ähnliche Unterschleife führen

sie so geschickt aus, daß nur der ganz Erfahrene ihren Schlichen

entgehen kann. Endlich betreiben sie auch noch Falschmünzerei, in der

sich namentlich die Studierenden des Rechtes und der Theologie im

Maghreb (Nordwest-Afrika) hervortun, weshalb man dort nicht wenige der

Ertappten mit abgehauenen Händen umhergehen sieht[4459].

31. ~Abuʾlfadil~, im letzten Drittel des 16. Jahrhunderts, zur Zeit des

nordindischen Königs ~Akbar~, der ein Anhänger der Alchemie war und

selbst Gold erhalten zu haben glaubte[4460], macht einige Mitteilungen

über Metall-Legierungen und zählt unter diesen auf[4461]: a) Sefîdrûy,

aus Kupfer und Zinn, eine sehr helle Bronze[4462]; b) Kaulpatr (?), aus

Sefîdrûy mit mehr Kupfer; c) Rûy, aus Kupfer und Blei [weißem = Zinn?];

d) Birindsch, aus Kupfer und Tûtijâ [Galmei, ...], d. i. Messing von

verschiedener Färbung; e) Sîm-i-Suchtah, aus Silber, Bronze und Blei;

f) Hescht-Dhât = „(aus) acht Sachen“, also ein Mischmetall aus acht

Bestandteilen; g) Haft-Dschôsch = aus Sieben oder Sieben-Geschmolzenes,

bestehend aus den 7 Metallen Tilâ (Gold), Nukra (Silber), Mis (Kupfer),

Ahan (Eisen), Surb (Blei), Qalî (Zinn) und Rûh-i-Tûtijâ, wörtlich

„Geist des Galmeis, Galmeigeist“, d. i. metallischem Zink. Mit

Haft-Dschosch identisch soll auch Tâliqûn sein, das indessen andere für

ein aus China kommendes und mit einem Giftstoff [Arsen?] versetztes

„siebenmal gekochtes Kupfer“ halten, und noch andere für eine besondere

Legierung aus Kupfer oder Eisen.

32. (+Anhang+): +Die Erzählungen+ „1001 +Nacht+“. Diese

Erzählungen[4463] gehören zu den merkwürdigsten und eigenartigsten

Dokumenten der gesamten muslimischen Kulturgeschichte und erfordern

daher an dieser Stelle Berücksichtigung, obwohl man sie keineswegs

als ein einheitliches Werk ansehen kann, und nicht sowohl von ihren

Verfassern als von ihren Sammlern zu sprechen hat[4464]. Die Rahmenform

des Ganzen, aber auch mancherlei des Stoffes, ist zweifellos indischen

Ursprunges[4465]; in Persien waren die Märchen wohl mindestens

schon seit dem 8. Jahrhundert im Umlaufe, und dort lernten sie auch

die Araber kennen, bei denen sie aber noch im 10. Jahrhundert der

„Fihrist“ als „persische“ bezeichnet, und ~Almasʿudi~ unter persischem

Titel als die „1000 Erzählungen“ oder „1000 Nächte“ erwähnt, die

jedoch damals schon mit neuen, nachträglich eingeführten Geschichten

durchsetzt waren[4466]. Ein alter Grundstock reicht also vermutlich

bis in die abbasidische Frühzeit zurück, und Bagdad lieferte auch

die Hauptmenge der späteren Zutaten[4467]; ihre maßgebende Gestalt

erhielten jedoch die Erzählungen „1001 Nacht“, -- +dieser+ Name kommt

nicht vor dem 12. oder 13. Jahrhundert auf[4468] --, erst im Kairo der

Mamluken-Dynastie, also während des 13. Jahrhunderts[4469], und das

älteste erhaltene Manuskript der so neu geschaffenen Gestalt ist etwa

um 1350 niedergeschrieben[4470]. Weitere Umarbeitungen brachte die

Folgezeit, und zwar bis in das 18. Jahrhundert hinein[4471].

Da aus dem Werke selbst nur ganz vereinzelte feste Daten zu ersehen

sind[4472], so kann naturgemäß von chronologischer Sicherheit zumeist

keine Rede sein, immerhin ist aber, abgesehen von gewissen, schon

ihrem Inhalte nach leicht kenntlichen, späten Einschiebungen, der

weitaus größte Teil der Angaben sehr wertvoll und für die während der

Blütezeit des arabischen Reiches herrschenden Verhältnisse höchst

charakteristisch.

Von Magie, Astrologie und Alchemie ist in „1001 Nacht“ so oft

und unter so mannigfaltigen Umständen die Rede, daß sich hieraus

ohne weiteres die ungeheure Rolle ersehen läßt, die diese

Geheimwissenschaften in sämtlichen Kreisen der muslimischen Welt

spielten. Sie werden als allerorten heimisch vorausgesetzt, da die

Menschen, durch die gefallenen Engel ~Harut~ und ~Marut~ einmal in

ihren Besitz gelangt[4473], sie überallhin verbreiteten; doch soll

Afrika, insbesondere Nordwest-Afrika, die gefährlichsten +Magier+

und mächtigsten Zauberer besitzen, „berüchtigt ob ihrer unheilvollen

Kenntnisse“[4474].

Die +Astrologie+ mit ihren Theorien von den 7 in den Sphären kreisenden

Planeten, deren Auf- und Absteigen, Konstellationen und Aspekten,

Häusern und Ordnungen usf., ist von höchster Wichtigkeit für alle

öffentlichen und privaten Angelegenheiten[4475], u. a. auch für die

Erziehung der Kinder[4476] und für die Ausbildung der Ärzte[4477]; nur

ganz ausnahmsweise wird über sie gespottet, z. B. wenn eine Konjunktion

von ~Ares~ und ~Hermes~ den günstigen Augenblick zum Haarschneiden

gewährleisten soll[4478], in der Regel aber begegnen ihre Lehren und

alle an diese geknüpften Folgerungen der ernstlichsten Erörterung, wir

hören daher von silbernen und goldenen astrologischen Instrumenten

mit 7 Scheiben und zugehörigen geomantischen Tafeln[4479], von den

7 Farben der 7 Planeten[4480], von Seide in 7 Farben, den einzelnen

Tagen entsprechend[4481], von 7 Schlössern, aus Krystall, Marmor,

chinesischem Stahl, Edelsteinen, Porzellan, Silber, Gold[4482], u. dgl.

mehr.

Die +Alchemie+ geht aus von den vier Elementen und vier Säften, denn

aus Wärme, Kälte, Feuchte und Trockenheit schuf Allah zunächst Feuer,

Luft, Wasser und Erde, die heiß und trocken, heiß und feucht, kalt

und feucht, kalt und trocken sind[4483], und aus denen alle übrigen

Dinge bestehen. Die Kunst, Silber und Gold zu machen, ist die Chemie

oder „natürliche Magie“[4484]; sie steht in enger Verbindung mit

der Astrologie[4485] und ist niedergelegt in den Büchern, die da

handeln von den Eigenschaften der Mineralien, Steine und Kräuter, von

Zaubereien und Talismanen, Giften und Gegengiften, vom Schneiden und

Fassen der Edelsteine, usf.[4486]. Wer sie beherrscht, kann nach dem

rechten Rezepte für 10000 Dinare Gold herstellen, ja selbst auf einmal

1000 Drachmen [7½ Pfunde] Silber oder 10 Pfunde Kupfer ohne weiteres in

feines Gold verwandeln, wozu er nicht mehr als eine halbe oder ganze

Drachme des „gelben Kohols“ [= goldgelben Streupulvers] gebrauchen

wird, das auch Scheidepulver oder Elixir heißt[4487]. Man erzählt

hierüber, daß auf einer Zauberinsel goldgelbe, nachts leuchtende Blüten

wachsen, die bei Sonnenaufgang abfallen, vom Winde unter die Felsen

geweht werden und dort zu Elixir eintrocknen, das die Menschen sammeln

und zur Kunst des Goldmachens gebrauchen[4488]; diese ist jedoch des

Betruges und Schwindels wegen verboten, und die sie betreiben, werden

mit dem Tode bestraft[4489]. Manche erklären übrigens, es gebe in

Wahrheit nur ein einziges +wirkliches+ Elixir, nämlich +jenes+ flüssige

Gold der Weisen, das man in Bechern abmessen könne, den Wein[4490].

Hingegen versichern andere[4491], die eigentlichen alchemistischen

Regeln, diese „Wunder der Kunst“, fänden sich samt den Annalen der

alten ägyptischen Priester auf Syenittafeln verzeichnet, die nebst

Götzenbildern und Figuren, Inschriften, Geräten, Waffen, Schätzen,

Vasen voll Edelsteinen, Gefäßen aus Krystall und aus „biegsamem“

[unzerbrechlichem] Glase, Heiltränken usf., im Innern der Pyramiden

verborgen seien; der Khalif ~Almamun~ versuchte deshalb (um 810) die

größte Pyramide zu öffnen, jedoch ohne Erfolg[4492].

Aus +Kupfer+ bestehen rote, prächtig polierte Palasttüren, Türbeschläge

und Türringe[4493], große Schalen und Kochgeschirre[4494],

Lampen[4495], Waffen[4496], Zaubergeräte[4497] und Statuen[4498]; aus

+Messing+, „gelbem Kupfer“, „goldgleichem Kupfer“, „andalusischem

gelbem Kupfer im Werte des Goldes“[4499], Statuen und Löwen[4500],

Türen und Türringe[4501], Beschläge von Türen und Fußböden[4502],

Gitterfenster und Bänke[4503], Kessel, Schüsseln und Gefäße[4504],

Ketten, Ringe, Klappern und Schellen[4505], Stifte, um in Sand, und

Federn, um mit Tinte (auch mit azurblauer) zu schreiben[4506], die

gurken- und kürbisförmigen Flaschen, in die König ~Salomon~ die bösen

Geister verschloß und einsiegelte[4507], sowie die gewaltige sagenhafte

„Messing-Stadt“[4508]; aus +Bronze+ Dächer von Pagoden[4509], Gefäße

und Krüge[4510], Zauberruten (die man auch aus je einem Vierteil

Kupfer, Bronze, Eisen und Stahl zusammensetzt)[4511] und der aus

bronzeartigem Mischmetall gegossene Zauberspiegel König ~Salomons~, der

dem Hineinblickenden alles zeigt, was sich in den 7 Klimaten der Welt

begibt[4512].

+Blei+, dessen Scheiben so groß wie Brotlaibe sind[4513], dient zum

Vergießen der Fundamente mächtiger Gebäude, z. B. der Pyramiden[4514],

zur Anfertigung der todbringenden Pfeile, Fluchtafeln und Wundersiegel,

z. B. jener des Königs ~Salomon~[4515], und besitzt die Kraft,

Diamanten zu teilen und zu zerbrechen[4516]. -- Weißes Blei oder +Zinn+

findet sich nach den Berichten des Seefahrers ~Sindbad~ [spätestens

gegen 800] in den „Blei“-Minen der ostindischen Insel Qalah[4517],

gleicht dem Silber, weshalb man auch das Pferdegeschirr verzinnt[4518],

Zinn und Messing dem Silber und Gold unterschiebt[4519] und anscheinend

übergoldetes Zinn oder Kupfer für echtes Gold ausgibt[4520].

+Eisen+ wird geschmiedet und gegossen, so daß riesige Stadtmauern

geschmolzenen Eisenmassen gleichen[4521]; ein wunderbarer Stein, der

Magnet, der im indischen Meere einen ganzen Berg bildet, zieht es an

und hält es fest[4522]. Das härteste Eisen, das mit dem Feuerstein

Funken gibt[4523], ist der Stahl, von dem Indien und China die

besten Sorten liefern, namentlich auch den glänzend blanken und den

„gewässerten“ [damascierten][4524]; man macht aus ihm Stäbe und Keulen

von 1 bis 2½ Zentnern Schwere[4525], Türen und Schlösser[4526], Dolche

und Schwerter[4527], Steigbügel[4528] usf.

+Quecksilber+ (zîbak) ist äußerst beweglich, und der hurtige Läufer

~ʿAli Zibak~ trägt daher seinen Namen[4529]; es ist ein gutes

Augen-Heilmittel, wirkt [als Sublimat] konservierend[4530] und dient

[als Zinnober] zur Herstellung von Malerfarbe und Farbe für rote

Schrift[4531].

+Antimon+ oder +Kohol+ [ein feines Pulver aus Antimon- oder Bleiglanz]

wird an sehr zahlreichen Stellen zum Umrändern der Augen und als

Augenschminke empfohlen, um so mehr als es auch die Sehkraft stärkt

und vor dem „bösen Blicke“ schützt[4532], weshalb Vornehme es in einem

Silber-Büchschen (nebst dem zum Auftragen dienenden Silberstifte) stets

an einer Kette um den Hals zu tragen pflegen[4533]; auch bildlich ist

die Rede vom „Kohol des Blickes“; gelber und roter Kohol findet sich

ebenfalls erwähnt[4534].

Gelbes +Arsen+ [Auripigment] nebst Kalk dient als zuverlässig wirkendes

Enthaarungsmittel[4535].

——————————

Ein Rückblick auf die in den letzten Abschnitten besprochene

Litteratur läßt erkennen, daß weder Syrer noch Araber die eigentliche

Alchemie auch nur um einen einzigen neuen oder originellen Gedanken

bereicherten. Sämtliche angeführten Autoren (denen zweifellos noch

viele andere anzureihen wären), mögen sie nun Freunde oder Gegner

der Alchemie sein, -- und an diesen hat es schon von Anfang an nicht

gefehlt --, zehren ausschließlich von der Hinterlassenschaft ihrer

hellenistischen Vorfahren; sie halten fest, was diese überlieferten,

verbreitern und vergröbern die verstandenen Ideen, entstellen und

verzerren die unverstandenen, erheben sich aber nirgendwo im geringsten

über die hergebrachten Dogmen, die ihnen vielmehr, als geheiligt durch

die „großen Autoritäten“ der Vergangenheit, unverbrüchlich feststehen.

Entgegen früheren Anschauungen ist daher, wie in nicht wenigen anderen

Punkten so auch hier, die Rolle der Araber so gut wie ausschließlich

eine empfangende und vermittelnde, -- durch welche Einsicht jedoch der

Anerkennung ihrer ganz außerordentlichen Wichtigkeit keinerlei Abbruch

geschehen soll.

Anhang.

Des Zusammenhanges wegen seien an dieser Stelle noch die Schicksale der

Alchemie in einigen dem islamischen Kulturkreise zugehörigen Ländern

berührt, jedoch nur in aller Kürze, da nirgendwo neue Gesichtspunkte

auftauchen oder Ansätze zu weiterer Entwicklung hervortreten.

In +Persien+ besaßen und besitzen die eigentlichen Parsen keinerlei

Bücher, die der Magie und Zauberei oder deren Nebenzweigen gewidmet

wären, da ihre Religion diese durchaus verbietet, und schon ~Zoroaster~

als erbitterter Feind alles derartigen Wesens bezeichnet wird[4536];

zudem ist die Ausübung der Chemie noch besonders untersagt, weil sie

eine Verunreinigung des geheiligten Feuers bedingt[4537]. Wenn also

~Zosimos~, ~Synesios~ und andere griechische Autoren, und diesen

folgend wieder die Verfasser der syrischen Manuskripte, den ~Zoroaster~

teils allein, teils zusammen mit ~Ostanes~, ~Sophar~, ~Osron~ usf. als

alchemistische Autoritäten zitieren und außerdem allerlei „persische“

Schriften, Vorschriften und Präparate anführen, und wenn ~Alnadim~

im Fihrist berichtet, daß einige den Ursprung der Alchemie nach

Persien verlegen, so walten hierbei entweder bewußte, gewissen Zwecken

dienliche Unterschiebungen ob; oder es werden (aus ähnlichen Gründen)

alchemistische Verfahren zusammengeworfen mit metallurgischen, deren

die Perser seit altersher manche ganz treffliche besaßen; oder endlich

es handelt sich um die so häufige, aber irrtümliche Bezeichnung der

Babylonier (Chaldäer) als „Perser“. Diese erklärt sich, wie bereits

weiter oben erwähnt, aus den politischen Verhältnissen, bezüglich derer

nochmals daran erinnert sei, daß die Perser im babylonischen Reiche,

wie nach der ersten Eroberung durch ~Cyrus~ so auch späterhin, stets

nur eine ganz dünne Oberschicht bildeten, und zwar die Herrschermacht

in Händen hatten, auf Sitten und Gebräuche, Glauben und Aberglauben

der großen Masse der Bevölkerung aber keinen maßgebenden Einfluß

ausübten und umgekehrt einen solchen auch nur in beschränktem Umfange

und sehr allmählich erfuhren. Anfänge alchemistischer Bestrebungen

traten daher in Persien wohl erst durch syrische und nestorianische

Vermittlung zutage, während alchemistische Schriften nicht vor der Zeit

tiefgreifender Umwälzung durch die arabische Eroberung abgefaßt wurden,

dann aber, soweit bekannt, ausschließlich seitens arabisch schreibender

Perser oder Syrer, also nicht in persischer Sprache, sondern in

arabischer.

Dafür aber, daß einige Jahrhunderte genügten, um auch den persischen

Geist gänzlich mit alchemistischen und astrologischen Anschauungen zu

durchdringen, zeugt das gegen 1000 vollendete persische Nationalepos,

das „Königsbuch“ (Schâh-Nâmeh), dessen Verfasser, ~Firdusi~ (= der

Paradiesische), übrigens für seine Person dem Aberglauben freien

Geistes gegenübersteht. Schon weiter oben wurde angeführt, daß er die

Chemie und ihr Elixir erwähnt und daß ihm ein Herz „voll Kîmijâ“ ein

Herz „voll Falschheit“ ist; er kennt auch die vier Elemente und sagt

von ihnen[4538]:

„Durch Mischung von Feuer, von Wasser, von Erd’

Und von Luft, wird das Antlitz der Welt verklärt.“

„Wer die vier Grundstoffe verband,

Nahm mit Mannheit die Welt in die Hand.“

Von den Astrologen und ihren Auslegungen der Planeten-Tafeln und

-Kreise, sowie des mit den Bildern der sieben Planeten geschmückten

„Weltenbechers“, der Gegenwart und Zukunft anzeigt[4539], hat er jedoch

keine günstige Meinung[4540]; es heißt über sie:

„Vor jedem Schâh ein Sterndeuter stand,

Voll Gedanken, Sterntafeln zur Hand;

Nach dem Geheimnis spähten sie,

Wem die Sphär’ ihre Gunst verlieh?

Die Sterne schauten zu den Scharen,

Und die Sterndeuter ratlos waren[4541],“

und über ihren Auftraggeber, den Schâh:

„Nicht wußt’ er: es ist kein Verlaß auf die Kreise,

Der Sterne sind viel, doch Gott nur ist weise[4542].“

Bei den Dichtern der Folgezeit sind chemische, alchemistische

und astrologische Anspielungen etwas Alltägliches und geradezu

Unentbehrliches, daher offenbar auch dem Leserkreise durchaus

Geläufiges; so sagt schon ~ʿOmar Alkhajjam~ (um 1100, der berühmte

Mathematiker)[4543]:

„Die Traube kann mit ihrem Saft

Der Weisen Zweifel widerlegen:

Sie ist’s, die reines Gold, -- Heil ihr und Segen! --,

Aus dieses Lebens schlechtem Kupfer schafft.“

„Der Traube Saft wird Deine Unruh’ bändigen,

Und den Streit der Weisen beendigen:

Trink +einen+ Krug dieser Alchemie[4544],

+Tausend+ Gebrechen heilet sie,“

und bei ~Saʿdi~ (1184-1286) finden sich in einem „Alchemie“

überschriebenen Gedichte des „Bostan“ (Fruchtgartens) folgende Verse:

„Du hast ja wohl gehört, daß vormals Staub und Sand

Zu Gold und Silber ward in eines Frommen Hand[4545].“

„Willst Du erreichen, hab’ zum Suchen Kraft

Wie der Adept, der rastlos hoffend schafft

Und Haufen Goldes wandelt um in Erde,

Daß ihm, aus Erde, Golds ein Körnlein werde[4546].“

Ferner:

„Schwarzes Metall, mit Gold überfangen,

Zum Tiegel der Schmelze gebracht,

Wird anders daraus hervorgelangen,

Als die Leute gedacht[4547].“

„Bist Du ein heller Edelstein, so sei

Doch härter nicht als Diamanten:

So hart sie sind, sie fügen sich dem Blei,

Das weich ist und doch abschleift ihre Kanten[4548].“

Bei dem tiefsinnigen Mystiker ~Dschelaleddin Rumi~ (1204-1273) ist

„Kîmijâ“ das Elixir, das, wie unedle Metalle in edle, so Unwissenheit,

Unglauben und Empörung des Menschenherzens in Weisheit, Glauben und

Gehorsam umsetzt und dem Frommen durch Gottes Gnade zu Teil wird:

„An Gottes Zauberkraft reicht die der Menschen nie,

Noch ihre Alchemie an seine Alchemie[4549].“

„Gottergebnen wird aus Staub lautres Gold gewährt,

Sündern aber sich zu Staub lautres Gold verkehrt.

Falsches Gold auch gibt oft Gott; soll echt sich’s weisen

In der Flamme Glut, so bleibt nur schwarzes Eisen[4550].“

Ein ungenannter Dichter der nämlichen Zeit schreibt:

„Gott goß in Dich Vernunft als Leitung zu den Sternen,

Wie in das Feuer Licht und in den Moschus Duft;

Willst Du die Wissenschaft, den Glauben kennen lernen,

So hör’ die Stimme, die aus sieben Minen ruft:

Der Kopf sei heller Stahl, das Herz sei Gold gediegen,

Sitz’ fest wie schweres Blei, die Brust sei glänzend Erz,

Zur Lende soll sich Zinn, zum Fuß Quecksilber schmiegen,

Und silbern sei die Hand des Manns von Kopf und Herz[4551].“

Die Hofpoeten preisen den Schâh[4552], „der als Himmelsschreiber den

Merkur bestellt hat“, der Blei in Gold zu verwandeln und den Stein der

Weisen zu bereiten weiß, während ~Ibn Jamin~ (gest. 1344) diesen nicht

durch das Tun des Fürsten verwirklicht sieht, sondern durch das des

Ackerbauers[4553]:

„Das, was Du sätest, blüht Dir auch empor:

Der Stein der Weisen ist kein Werk der Kunst,

Zur Erde wirf’ Dich, birgt ihn doch +ihr+ Flor.“

„Alchemie, das Werk der Nacht, leitet ins Verderben,

Weil es mehr verlieren macht, als es macht erwerben.

Willst Du wahre Alchemie, deren ganzen Segen

Reicht kein irdisches Genie würdig zu erwägen:

Bauer sei und schlichten Sinns pflüge Deine Erde,

Daß, was Fülle des Gewinns, offenbar Dir werde.

Welchem Grund, wie ihr, entspringt Überfluß, der wundert?

Wo, wie in der Erde, bringt +Eines+ siebenhundert?“

~Hafis~ (gest. 1389) verkündigt:

„Sieh’, der Chemiker der Liebe wird des Körpers Staub behandeln,

Wird ihn, wär’ er noch so bleiern, doch in reines Gold

verwandeln[4554].“

„Freue Dich des Weines! Dieser Alchemist

Macht, daß gleich dem König reich der Bettler ist[4555].“

„Dem Dürft’gen gilt oft schon allein

Die Bitte für des Weisen Stein[4556].“

„Dein Glück wird jeder, der Dich kennt, gar höchlich preisen:

Du hast in Dir das Element des Steins der Weisen[4557],“

auch verspricht er den Berufenen die Schätze der Sphären:

„Dient Saturn Dir doch, der Neger,

Und der Himmel ist Dein Sklave,“

wobei Saturn „Neger“ heißt, weil er auch ein schwarzer böser Dämon

~Zuhal~ ist und als solcher der Schutzherr aller Räuber, Betrüger,

Schatzgräber und ähnlicher zweifelhafter Gestalten[4558]. Unter

diesem Namen erwähnt ihn auch ~Dschami~ (1414-1492) gelegentlich der

Himmelfahrt ~Muhammeds~ durch die sieben Sphären in „~Jusuf~ und

~Suleikha~“[4559], wo er auch sagt[4560]:

„Was frommt’s, daß +Der+ ein Alchemiste heißt,

Kann er vergolden nicht den +eignen+ Geist?“

„Mache, daß Dein Blick einmal mich Armen auch berühre,

Deines Blickes Elixir mich zum Reichtum führe.“

Daß ~Dschami~ der 7, in den Farben der 7 Planeten prangenden, für je

einen Tag der Woche bestimmten Paläste gedenkt[4561], ist schon weiter

oben angeführt worden; oft spricht er auch von den 4 Elementen, deren

Beinamen geradezu unzählige sind, z. B. die 4 Arten, Badeöfen, Drachen,

Fußdecken, Geier, Genossen, Gewölbe, Kinder, Lastträger, Lehrer,

Mütter, Nägel, Perlen, Pfeiler, Polster, Saiten, Säulen, Schnüre,

Steuermänner, Wurzeln[4562].

Im eigentlichen +Arabien+ blieb, wie die Angaben ~Snouck-Hurgronjes~

aus dem Ende des vorigen Jahrhunderts zeigen[4563], die Alchemie

während des ganzen Mittelalters bis in die neueste Zeit hinein

lebendig, und zwar in ziemlich unveränderter Gestalt[4564]; das

nämliche gilt für +Ägypten+, wo ~Vansleb~ noch 1700 in Siut an 360

Derwische antraf, bemüht, durch Magie die Metalle zu transmutieren,

besonders mittels Quecksilbers, das sie als „Substanz“ bei sich

zu führen pflegten, und überzeugt, daß in den Pyramiden ungeheure

Schätze verborgen seien[4565]. Auch in den Küstenländern Nord- und

Nordwest-Afrikas (Maghrebs), unter denen +Marokko+ seine Blüte zur

Zeit der Almohaden (etwa 1150-1200) erlangte, und in die schon die

Erzählungen „1001 Nacht“ die gefährlichsten Zauberer und mächtigsten

Magier versetzen, erfreute sich die Alchemie fast seit Beginn der

arabischen Eroberung unausgesetzter und eifriger Pflege. Der aus

Tunis gebürtige ~Ibn Khaldun~ (1332-1406) eiferte zwar, wie weiter

oben berichtet wurde, nach Kräften gegen die Schwindeleien und

Betrügereien der Alchemisten, die er namentlich auch der Münzfälschung

beschuldigte, aber seine Stimme verhallte ungehört, und noch anderthalb

Jahrhunderte später erzählt der sog. ~Leo Africanus~ (gest. 1526) in

seiner „Beschreibung Afrikas“[4566]: „In der Stadt Fez gibt es eine

Unmenge Alchemisten, die sich ganz ungeheuer um diese eitelste aller

Künste bemühen; es sind das völlig verdummte Menschen, die sich mit

Schwefel und anderen stinkenden Sachen zu tun machen; des Abends

pflegen sie regelmäßig in einer Moschee auf einer Anhöhe zusammen zu

kommen und über ihre unsinnigen Lehren zu disputieren.... Es gibt ihrer

zwei Arten, die einen suchen nämlich nach dem Elixir, das Kupfer und

Metalle tingieren soll, die anderen aber betreiben die ‚Vermehrung‘

(multiplicatio) der Metalle vermöge geeigneter Vermischungen.

Gewöhnlich läuft alles auf Falschmünzerei hinaus, daher sieht man

in Fez die meisten dieser Leute mit [zur Strafe] abgehauener Hand

herumlaufen.“

Über das Treiben der Alchemisten in Fez und Tanger zu Beginn des

17. Jahrhunderts berichtet der englische Kapitän ~Parry~[4567], und

ausgestorben ist die Alchemie in Nord- und Nordwest-Afrika auch während

der seither vergangenen drei Jahrhunderte nicht; „noch heute, -- so

sagt ~Doutté~ mit Recht[4568] --, beherrscht der Zauberglaube der

ausgehenden Antike die gesamte islamische Welt“.

Entstehung und Ausbreitung der Alchemie, mit einem Anhange · 第 101 / 127 题