an, wenn sie nicht fliehen, ohne vorher in einer Entfernung von zehn
Schritt sich niedergelegt und seinen Sprung abgemessen zu haben. Daher
schießen die Jäger ihn nicht eher, als bis er sich gelegt hat, weil sie
dann richtig vor den Kopf treffen. -- Begegnet man unbewaffnet einem
Löwen, so sind Muth und Geistesgegenwart das einzige Rettungsmittel. Wer
entflieht, ist unfehlbar verloren, wer ruhig stehen bleibt, den greift
der Löwe nicht an. Die erhabene Gestalt des Menschen flößt ihm,
vorausgesetzt, daß er den leichten Kampf mit den Menschen noch nicht
versucht hat, eher Furcht und Mißtrauen in seine eigene Kraft ein und
eine ruhige Haltung verstärkt diesen Eindruck mit jedem Augenblick. Wenn
er sich auch zum Sprung niederlegt, so wird er denselben doch nicht
wagen, wenn man ihn unbeweglich wie eine Bildsäule in's Auge schaut. Man
muß sich hüten, durch eine unbedachtsame Bewegung Furcht zu verrathen.
Der Ausgang beweist, daß er selbst sich nicht minder gefürchtet hat als
der Mensch; denn nach einiger Zeit erhebt er sich langsam, geht unter
beständigem Umsehen einige Schritte zurück, legt sich wieder, entfernt
sich abermals in immer größeren Zwischenräumen und nimmt endlich, wenn
er ganz außer dem Wirkungskreis des Menschen gekommen zu sein glaubt, in
vollem Laufe die Flucht. Der Löwe wägt die Gefahr ab, der Panther aber
stürzt sich blindlings auf den Feind, unbekümmert, ob er siegen oder
unterliegen werde.«
So erzählte der Menageriebesitzer lange den Kindern und von Zeit zu Zeit
brachen immer wieder seine Thränen aus. »O,« sagte er betrübt, »wo werde
ich wieder einen Löwen bekommen, der so klug ist wie der meinige und so
schön Komödie spielen kann?«
»Wie, Komödie?« riefen die Kinder einstimmig.
»Ja, auf einem großen Theater in Paris.«
»Man erzählt nämlich eine Geschichte von einer englischen Dame, welche
nach einem andern Welttheil reisen wollte, um ihren Mann zu besuchen.
Das Schiff legte an der Küste von Afrika an, um Wasser einzunehmen und
die Frau stieg mit ihrem Kind an's Land. Sie setzte letzteres unter
einen Baum, um einen Trunk zu holen, und als sie wieder zurückkehren
wollte, erblickte sie mit Schrecken einen Löwen, welcher um das Kind
herumging, es beschnupperte und leckte. Als das kleine Wesen über die
unsanfte Berührung seiner rauhen Zunge zu schreien begann, stutzte der
Löwe und entfernte sich in ruhigem Schritt. Die Mutter eilte nun herbei;
sie hatte schon gemeint, ihren Liebling todt oder verstümmelt zu finden,
aber siehe da, er war unversehrt, und sie sank nieder auf das Knie neben
dem Kinde und dankte Gott, daß er das Herz des Raubthiers gerührt
hatte.«
»Diese Geschichte wird nun als Singspiel in Paris aufgeführt und mein
Löwe spielte mit. Ich hatte ihn seit seiner frühesten Kindheit darauf
abgerichtet.«
_Prinzeß._ Aber, wenn er nun wild wird?
_Lisi._ Fürchtet sich denn das Publikum nicht?
»Das Publikum weiß wohl,« versetzte der Menageriebesitzer, »daß mein
Löwe von vier dicken Seilen gebunden ist, die man aber nicht sieht.«
_Prinzeß._ Das Kind ist wohl durch eine Puppe vorgestellt?
_Menageriebesitzer._ Nein, es ist ein lebendiges Kind.
_Prinzeß._ Aber welche Mutter wird ihr Kind zu so etwas hergeben?
_Menageriebesitzer._ Das Kind läuft keine Gefahr, denn es liegt unter
einem Gitter von starkem Draht; dieses schützt vor des Löwen Zahn und
Zunge, während es für das Publikum unsichtbar ist.
Als der Menageriebesitzer seine Erzählung beendet hatte, begab er sich
auf den Heimweg. Die Kinder aber plauderten noch lange über das
Löwenabenteuer, über den Löwen und dessen Naturgeschichte.
Kapitel 12.
Der Kater Rosaurus will König der Wälder werden.
Hochmuth
Thut selten gut.
Das Kind, welches der Löwe gefressen hatte, war niemand anders als die
kleine Hanne. -- Dorte hatte sie wie gewöhnlich sorgsam angekleidet,
gewaschen und gekämmt, um sie in die Klein-Kinderbewahrschule zu
bringen. Sie hatte ihr auch ein Taschentuch mitgegeben, was sie wohl
konnte, da Wilhelm deren so viel gestohlen hatte. Hanne aber wollte
nicht in die Bewahrschule gehen, sondern lieber auf der Straße spielen;
sie war noch immer ein ungehorsames Kind, und als die Schwester mit ihr
auf dem Wege war, riß sie sich los von deren Halten und lief weg. Sie
hatte sich im nahen Gebüsch verstecken wollen, bis Dorte selbst in die
Schule gehen mußte; dann wäre sie während mehrer Stunden ganz ohne
Aufsicht gewesen. Hannchen wußte nicht, daß man nicht davon laufen müsse
vor dem Löwen, und als sie das große Thier erblickte, war sie trotz
ihrem Schrecken auf nichts als auf ihre Flucht bedacht. Sie riß aus, so
schnell die vor Angst zitternden Füße sie tragen konnten, -- aber der
Löwe hatte sie mit zwei Sprüngen erreicht; er mußte noch hungrig sein
trotz des erlegten Schafs, bei dessen Verzehren seine Verfolger ihn
gestört hatten. Mit seiner großen Tatze schlug er das Kind zu Boden und
bald war sie mit Haut und Haaren verspeist.
Der Ungehorsam wird immer bestraft, auch wenn keine Löwen frei im Walde
herum laufen! --
Der große Löwe wurde nun ausgestopft und im Lustschloß der Prinzessin
aufgestellt. Er stand im Hausplatz, und wer zur Hausthür hereintrat,
bewunderte das schöne Thier. Rosaurus erfreute sich ganz besonders an
demselben; er kletterte an dem Schwanz hinauf, setzte sich auf des Löwen
Kopf, zaußte in dessen Mähnen herum und ergötzte durch seine
wunderlichen Sprünge und Geberden die Prinzessin und deren Freundinnen.
Wenn Rosaurus auf des Löwen Haupte saß, so kamen ihm oft wunderliche
Gedanken; es war, als ob der Muth des großen Todten ihm durch die
Glieder ströme, er bekam Lust, auch ein König der Wälder zu werden. »Ich
verbringe«, sagte Rosaurus zu sich selbst, »hier meine Tage in
Müßiggang; wenn ich durch meine Sprünge eine lachlustige Jugend
unterhalte, so habe ich meinen Beruf erfüllt. Ich führe eigentlich ein
wahres Schlaraffenleben; mir fliegen, so zu sagen, die gebratenen Tauben
in den Mund, während die Natur mir List und Geschicklichkeit verliehen
hat, sie lebendig zu fangen. Ich hänge ab von den Launen einer kleinen
Prinzessin, ich bin gebannt auf die weichen Teppiche der fürstlichen
Zimmer, während die ganze große Welt mir offen steht und Millionen von
Mäusen herumlaufen, die eigentlich nur für mich geschaffen sind. Ich bin
ein Sklave und könnte so gut frei sein. Im Wald, wo alle Thiere froh und
vergnügt herumklettern, muß ich allein Fesseln tragen und werde an einem
rosa Atlasband gehalten. Nein! das geht nicht länger so. Ich bin zwar
noch nicht ein ganz großer ausgewachsener Kater, aber ich fühle doch
schon Kraft und Muth genug, um meine goldenen Fesseln zu brechen und
mich selbst zu ernähren; ich will ein freier Kater sein!«
Nach diesen Betrachtungen erwartete Rosaurus nur die Gelegenheit, aus
dem Lustschloß zu entkommen, die sich auch leicht fand, da das erste
offene Fenster im Parterre ihm zu seiner Flucht behülflich war; er
bewerkstelligte dieselbe am frühen Morgen, und eilte sogleich, aus
Furcht, daß man ihn bald einfangen würde, in den tiefsten Wald. Er hatte
noch kein Frühstück genossen und freute sich, dasselbe zum ersten Mal in
seinem Leben sich selbst zu erwerben. -- In den Gipfeln der Bäume
erblickte er Nester; das Wasser lief ihm in dem Mund zusammen beim
Gedanken an die zarten Vögelchen, die er knacken wollte; aber ach! als
er die Bäume erklettert hatte, fand er die Nester leer, es war die
Brutzeit vorüber. Nachdem er zu verschiedenen Malen auf ähnliche Weise
getäuscht worden, nahm er sich vor, lieber den Mäusen nachzugehen. Er
wußte sehr wenig Bescheid im Wald, kannte also nicht die mäusereichen
Distrikte und hielt es für das Beste, sich auf die Lauer zu legen.
Es war ein starker Thau gefallen und Rosaurus hatte ganz nasse Füße
bekommen; er suchte also ein trockenes Plätzchen unter einem großen
Baum, wo mehrere Mäuselöcher ihm einige Hoffnung auf Erfüllung seiner
Wünsche eröffneten; dort leckte er seine Pfötchen, putzte sich das Kinn,
und machte eine sehr sorgfältige Toilette, denn er meinte, ein freier
Kater müsse auch auf eine anständige Weise einhergehen.
Während dieser Beschäftigung hörte er etwas neben sich rascheln -- »eine
Maus«, dachte er -- aber nein, es war ein anderes niedliches Thier.
-- Gelb der Rücken und weiß die Brust, zierlich der Bau. Es war ein
Wiesel. Beide Thiere freuten sich, Bekanntschaft mit einander zu machen;
sie schlossen Freundschaft. -- »Lieber Freund«, sagte das Wiesel, »wenn
du mich lieb hast, so entferne dich von hier; wir befinden uns auf
_meinem_ Mäuserevier; ich habe noch nicht gefrühstückt und wenn mein
Wild dich so schön schnurren hört, da bleibt es in den Höhlen -- vergieb
-- mit Freunden macht man nicht Umstände.«
Rosaurus hatte gemeint, alle Mäuse wären nur für ihn geschaffen und
siehe, da war ein Nebenbuhler; schnell eilte er nach einem andern Platz;
die Sonne hatte den Thau getrocknet und er schlich im zarten Grase so
leise und weich einher, wie auf dem fürstlichen Teppich. »Hier ist mir
gewiß das Glück hold«, dachte er. Da bemerkte er plötzlich ein
wunderliches Geschöpf; es war ein rundes, ganz mit Stacheln bedecktes
Thier, welches einen sehr kleinen Kopf und sehr kurze Füße hatte; es war
ein Igel. »Was willst du?« frug derselbe mit sanfter Stimme; »du weißt
wohl nicht, daß du hier auf meinem Mäuserevier bist; habe die Güte, dich
zu entfernen, denn mich hungert's. Ich laure schon den ganzen Morgen
vergebens auf ein Frühstück.«
Rosaurus eilte weiter; er war sehr hungrig; an einem Bergabhang hoffte
er Schutz vor den heißen Strahlen der Sonne und eine Maus zu finden.
Kaum dort angelangt aber vernahm er eine tiefe grobe Stimme, welche aus
einer Höhle hervortönte, und die mit scharfen Zähnen versehene Schnauze
eines Fuchses ließ sich sehen. -- »Mach, daß du fort kommst, du
mauselustiges Thier; das Mäusenest in der Nähe habe ich nicht etwa so
lange für dich aufgespart; wenn ich kein besseres Mahl erwischen kann,
so sollen dessen Bewohner mir gar nicht übel schmecken. Der Hunger ist
der beste Koch!«
Rosaurus schlich betrübt weiter; er, der gemeint hatte, die Mäuse wären
nur für die Katzen geschaffen, er fand nun, daß noch so viele andere
Thiere auf diese Speise angewiesen waren. -- Sein Muth sank immer mehr;
als er müde sich auf einen Baumstummel setzte, vernahm er ein klägliches
Schreien -- ein Sperber hatte eine Maus gefangen und verzehrte dieselbe
auf einem benachbarten Zweig.
Der Abend brach ein und Rosaurus war noch nüchtern. Es war dunkle Nacht
und dichte Wolken hatten sich über dem Himmel gelagert und verhüllten
Mond und Sterne; ein fernes Donnern ließ sich vernehmen und Rosaurus
suchte Obdach hinter der verfallenen Mauer eines alten Thurmes.
»Vielleicht läuft mir ein Mäuschen in den Weg, welches Schutz sucht, wie
ich.« -- So dachte Rosaurus und sollte abermals getäuscht werden. Eine
große Eule hatte dort ihr Nest aufgeschlagen und Rosaurus fühlte
plötzlich den krummen Schnabel auf seinem Rücken. Die Eulen hassen die
Katzen von Natur, weil sie von Mäusen leben, wie sie selbst; diese hier
hatte noch obendrein Junge, denen Rosaurus gefährlich werden konnte.
Erschrocken eilte der arme Kater von dannen; die Eule hatte ihm eine
tiefe Wunde auf dem rechten Schenkel beigebracht und diese schmerzte.
Der Regen strömte herab und Rosaurus befand sich auf freiem Feld; -- er
fühlte sich sehr unglücklich. Was war aus seinen Träumen von Freiheit
geworden? er, welcher ein König der Thiere hatte werden wollen, was war
er jetzt? Ein gedemüthigtes nasses Kätzchen, ohne Obdach, ohne Speise,
das sich nicht mehr nach Hause finden konnte. Ach, er mochte wohl sehr
weit von Hause entfernt sein; wie war er müde! Er streckte sich ins
nasse Gras und sein klägliches Miau mußte alle Mäuse verscheuchen, wenn
der Regen das nicht schon gethan hätte. -- Zuletzt verstummte auch
dieses Miau; Rosaurus lag erstarrt und ohnmächtig und alles Bewußtsein
war von ihm geschwunden. Armer Rosaurus! das war ein schreckliches Ende
seines ehrgeizigen Strebens.
Die Nacht war vorbei, der Regen hatte aufgehört, die Sonne ging auf, die
Vögel zwitscherten, die Regenwürmer krochen hervor; die Feldmäuschen
streckten ihr spitzig Näschen aus den Löchern, aber Rosaurus merkte
nichts davon. Da kam ein kleines Mädchen daher, es war Dortchen, welche
Etwas nach dem fürstlichen Lustschloß zu tragen hatte; sie sah Rosaurus
am Wege liegen und erkannte ihn an dem abgebissenen Schwänzchen; denn an
etwas Anderem hätte sie ihn nicht erkennen können, so häßlich, schmutzig
und zerzaußt sah er aus. Sie nahm das erstarrte Thier in ihren Mantel
und wärmte es; dann trug sie es zur kleinen Prinzessin. Rosaurus schlug
die Augen auf, ihm war es, als habe er einen schweren Traum gehabt, nur
der große Hunger, den er fühlte, sagte ihm, daß es kein Traum gewesen
sei. Aber da stand auch schon die warme Milch mit Bisquit; während er
fraß, wurde die Wunde ausgewaschen und mit kaltem Rahm benetzt; dann
trug man Rosaurus in sein weiches Bettchen und deckte ihn mit warmen
Tüchern zu. -- Er schlief ein. --
Als er erwachte, fühlte er sich neu gestärkt, alle Sehnsucht nach der
Freiheit war geschwunden, er spürte nichts mehr von Gelüsten -- ein
König der Wälder zu sein und empfand mit großem Behagen die
Annehmlichkeit seiner Hofexistenz. Er nahm sich vor, dieselbe nicht mehr
freiwillig aufzugeben, und die unsichere Mäusejagd nicht mehr höher zu
stellen als die Süßigkeiten, welche der Prinzessin weiße Hand ihm
stündlich reichte.
Schluß.
Gieb sie, gieb sie des Lebens Gaben
Und was Dein Herz in Liebe trägt:
Das Herz will seine Stimme haben,
Bevor es stolz und ruhig schlägt.
Jahre verstrichen. Rosaurus war ein großer dicker Kater geworden; die
niedlichen Sprünge hatte er eingestellt; selten erlaubte er sich einen
Spatziergang auf das Dach; seine Eltern waren gestorben und seine
Geschwister kannten ihn nicht mehr; sie meinten, er habe gar zu feine
Manieren angenommen; wollte immer etwas vorstellen, wenn er unter ihnen
wäre, und wisse von gar nichts zu erzählen, als von dem großen Löwen,
bei dem er drei Stunden zugebracht und den er in Respekt erhalten habe.
-- Dagegen mache er eine verächtliche Miene, wenn sie von ihren Mäusen-
und Ratten-Abenteuern im Keller erzählten; er schien die wichtigsten
Ereignisse ihres Lebens für höchst kleinlich und unbedeutend zu halten
und bei ihren schönsten Konzerten schlief er ein oder schnurrte so laut,
daß der kräftigste Katzenbaß kaum vernehmbar werden konnte. Rosaurus
wurde demnach nicht mehr eingeladen und wenn seine Verwandten ihn mit
einiger Höflichkeit behandelten, so geschah es blos, weil sie
vermutheten, daß er große Schätze an Knochen, Zucker und Bisquit
besitze, die er ihnen einmal Preis geben oder vermachen könne.
Indessen war Joly gestorben; -- er hatte von allzuguter Nahrung und, wie
Lisi meinte, vom steten Aerger über Rosaurus, die Raute bekommen und war
so ekelhaft geworden, daß man es für nothwendig hielt, ihn todt zu
schießen, wovon freilich die Prinzessin nichts erfahren durfte. Bald
darauf brachte man ihr ein anderes Hündchen, welches dem Joly ähnlich
sah, nur jünger und lustiger. Jetzt kam die Reihe an Rosaurus
eifersüchtig zu werden und er zeigte sich so heftig und erbarmungslos
gegen das kleine Thier, er hatte so wenig von der Großmuth des Löwen
gelernt, daß er dem neuen kleinen Joly einst mit einem starken Schlag
seiner Tatze ein Auge auskratzte.
Demnach wurde Rosaurus ins Vorzimmer verbannt und der kleine Joly wurde
der Schooßhund und der stete Gefährte der Prinzessin.
Einst erhielt sie zwei allerliebste kleine Vögelchen; sie waren grün und
man nannte sie die Unzertrennlichen, weil sie immer ganz dicht bei
einander saßen und das Bild einer guten Ehe abgaben. Sie kamen aus
Amerika, wo sie heimisch sind. Die Prinzessin freute sich sehr an den
kleinen Thieren. -- Rosaurus erblickte sie eines Tages und schien zu
meinen, daß sie blos seinetwegen so weit hergekommen seien; er stürzte
sich über den Bauer her und fügte seine Krallen in dessen Drathgitter,
um sie herauszuholen; glücklicherweise trat gerade Lisi ins Zimmer und
erhob ein furchtbares Geschrei. -- Rosaurus ward verjagt und das Leben
der kleinen Vögel gerettet. Der Schreck mochte aber sehr groß gewesen
sein und ihre schönen grünen Federchen flogen im Käfig herum, und hier
und da blutete eine Stelle, wo eine scharfe Kralle die Haut geritzt
hatte.
Nach dieser Missethat fiel Rosaurus gänzlich in Ungnade; und als
Mademoiselle Gogo einer jungen Erzieherin Platz machte, weil sie wegen
Kränklichkeit in den Ruhestand versetzt zu werden bat, nahm sie
Rosaurus, an den sie sich gewöhnt hatte, mit in ihre Wohnung, wo sie ihn
mit großer Liebe und Sorgfalt pflegte. Die Prinzessin hatte ihr ein
großes weiches Sammetkissen für diesen Lebensgefährten geschenkt; darauf
lag Rosaurus und war noch im Alter ein schöner Kater. Er that eigentlich
nichts als fressen und schnurren -- und das Spinnrädchen der Mlle. Gogo
schnurrte mit ihm um die Wette.
Druck der Vereins-Buchdruckerei in Leipzig.
* * * * *
* * * *
* * * * *
ERRATA
Die kleine _Diana_ [_ungeändert: später immer »Diane«_]
Prinzeßchen wollte aber von all diesen Namen nichts wissen.
[_Original hat überflüssiges « am Ende_]
wenn diese uns nichts geben, so nehmen wir's.« [_« fehlt_]
Versprechungen von Bisquit und Leckerbissen [_Orig. Pisquit_]
wenn wir es mit uns nehmen wollten.« [_« fehlt_]
folgenden Bericht. »Sie [_« kommt nie_]
solche gute Sachen genießen sollten.« [_« fehlt_]
Bist du mir noch böse, daß ich dir den Arm in meiner Tasche zerbrach.
[_ungeändert: Fehler . for ?_]
»wenn du mich lieb hast [_» fehlt_]