imposante Urwald mit seinem, im herrlichen Tropenmorgen erwachenden
Leben. Papageien flogen kreischend von Baum zu Baum, Turakos ließen ihre
durchdringenden Schreie vernehmen und wir hatten das Glück, diesmal nicht
allzufern, einige niedliche Äffchen zu beobachten, welche, sich scheinbar
sehr sicher fühlend, uns neugierig betrachteten. Auf den aus dem Bett
herausgetretenen Sandbänken stelzten Reiher und andere Strandvögel,
munter pickend, einher.
Unbeschreiblich schön und reizvoll ist so eine Fahrt auf dem Mungo!
Doch, nichts ist vollkommen, und den Genuß dieser herrlichen Morgenfahrt
wußten uns hunderte von Moskiten, die uns an den freigelassenen
Körperstellen ganz zerstachen, zu schmälern. Doch als die Sonne höher
stieg und der leichte Nebel sich zerteilt hatte, ließen auch diese
Quälgeister nach und ein freier, klarer Ausblick bot sich uns nach vorn.
Fast wie auf ein Kommando hielten unsere Pulljungs jetzt inne und zeigten
uns, auf einer Sandbank ruhend, ein Krokodil. Freudig überrascht,
verhielten wir uns ganz still und ließen das Kanoe durch die Strömung
treiben, steuerten dicht an die Sandbank heran und auf den Knien im Kanoe
liegend, schreckte mein Mann durch einen wohlgezielten Schuß aus seiner
Birschbüchse den Schläfer aus seiner Ruhe. Leider war für seine Größe
der Schuß zu wenig und ehe noch mein Mann das Gewehr repetieren konnte,
verschwand das Krokodil in den Fluten des Mungo, natürlich zum lebhaften
Bedauern unserer Träger, denen das Fleisch eine willkommene Beute gewesen
wäre.
Nach einigen Stunden flotter Fahrt legten wir in Kotto, einem mächtigen
Negerdorf am Mungo, an. Unsere Träger hatten unsere Ankunft durch lautes
Hallern und Schlagen der Palavertrommeln, die wir stets mit uns führten,
bekannt gegeben und auf halbem Wege nach dem Dorfe kamen uns bereits der
Häuptling mit dem üblichen Anhang entgegen. Er machte zur Begrüßung
einen, allerdings unfreiwilligen, Knicks bis zur Erde (er war versehentlich
auf eine hervorstehende Wurzel getreten und ausgeglitten), was eine
allgemeine Heiterkeit der Anwesenden zur Folge hatte und ihnen einen
wütenden, strafenden Blick ihres Herrn und Gebieters eintrug; jedoch auch
wir konnten nur mühsam ein Lachen unterdrücken.
Wir gingen mit ihm nach seinem Dorf und er bewirtete uns mit Palmwein,
einem unserem Most ähnlichen, leicht gegorenen, säuerlichen Getränk,
welches der Ölpalme abgezapft wird. Auch ließ er sofort im Dorfe Eier
zusammenholen und schenkte uns beim Fortgang das landesübliche Huhn.
Wir hatten jeden Tag mindestens ein Huhn gegessen, teilweise, um keine
Fleischkonserven essen zu müssen, sogar zwei.
Weiter ging's auf der meist spiegelglatten, nur hie und da durch quer im
Fluß liegende Baumstämme unterbrochenen Fläche des Mungo. An den uns
entgegenkommenden Kanoes, die mit Früchten und Tauschwaren beladen waren,
schoß das unsrige pfeilschnell vorüber und nur kurze Anrufe »woher! --
wohin!« unterbrachen den monotonen Gesang.
Die Sonne hatte ihren höchsten Stand lange überschritten, als wir am
linken Ufer des Mungo auf einem kleinen Plateau ein niedliches Dörfchen
erblickten, wo wir dann auch landeten und Lager aufschlugen.
Am Flusse sah ich einige schwarze Mütter stehen, welche ihre, scheinbar
kaum einige Wochen alten, Bambinos durch das Wasser schwenkten, was ich
als Grausamkeit empfand, den Kleinen aber ganz gut zu bekommen schien.
Näherkommend, reichten sie mir zutraulich ihre Kleinen und lachten
glücklich, als ich durch Schäkern ein Lächeln auf dem niedlichen,
schwarzen Gesichtchen hervorrief.
Ins Lager zurückkommend, nahm ich meine tägliche Waschung vor, doch
schon während derselben fühlte ich im Gesicht und an den Händen leichte
Stiche, konnte aber immer nur die Folgen derselben, einen roten Fleck
in der Größe einer Erbse finden. Durch meinen Mann aufmerksam gemacht,
näher hinsehend, bemerkte ich die stecknadelspitzen-großen Sandfliegen,
die dutzendweise an den entblößten Stellen des Körpers saßen und
Blut saugten. Gott sei Dank, waren es nur harmlose Tierchen, die keine
Krankheiten übertragen. Weit unangenehmer empfand ich das in den höchsten
Tönen hervorgebrachte Summen der Moskitos, die uns während des ganzen
Abends umschwirrten und vor allen Dingen mich (mein Mann behauptete, des
süßen Blutes wegen!) grausam quälten. Trotz der Vorsicht Josephs, das
Moskitonetz recht fest unter die Matratze gestopft zu haben, hatten sich
doch einige dieser »lieben Tierchen« Einlaß in unser Allerheiligstes zu
verschaffen gewußt, und es entspann sich beim Schlafengehen ein lebhafter
Kampf, bei dem die Moskitos, als die Unterliegenden, ihr sträfliches Tun
mit dem Tode büßen mußten. Aber selbst die Genugtuung, alles getötet zu
haben, was sich unberechtigterweise unter mein Moskitonetz eingeschlichen
hatte, ließ mich keinen Schlaf finden, denn das Summen der außerhalb des
Netzes fliegenden Moskitos machte mich dermaßen nervös, daß ich froh
war, als der Schlag der Trommel, der als Weckruf für den Träger dient,
den anbrechenden Morgen verkündete.
Auf mein Bitten hin und mit Rücksicht auf mein zerstochenes Gesicht
sowie Arme wurde die Kanoefahrt, so herrlich sie an und für sich war,
abgebrochen, und wir marschierten quer durch den Urwald, stracks nach Osten
der Bahn zu, die wir in Kake bestiegen, und noch am selben Tage zogen wir
wieder in Bonaberi und Duala ein.
Unsere Reise in die nördlichen Gebiete hatte uns länger in Anspruch
genommen, als wir beabsichtigten, so daß wir unser aufgesetztes
Reiseprogramm, in dem noch eine Reise nach Jaunde mit aufgenommen war,
nicht durchführen konnten.
Wir hatten bis zur Abfahrt des Dampfers noch sechs Tage und da ich, trotz
unserer vieltägigen Reise durch den Urwald und einen Teil des Graslandes
noch nicht einmal einen Elefanten in Freiheit gesehen hatte, so beschlossen
wir, nach einer eintägigen Ruhepause noch eine Kanoefahrt auf dem Wuri
oder Kamerunfluß zu unternehmen.
Obwohl ich eigentlich noch ziemlich genug hatte von den »Genüssen«, die
uns die eintägige Kanoefahrt auf dem Mungo beschert hatte, willigte ich in
die Änderung des Reiseprogramms ein.
Unsere Träger wollten nun auch für die uns geleisteten Dienste ihre
Besoldung haben, die wir ihnen in deutscher Münze auszahlten. Als Geschenk
für die Ausdauer, die sie bewiesen hatten, erhielt jeder fünf Het
Tabak, zwei Flaschen Gin und eine Mark, sowie den von der Buschtour
zurückgebrachten Reis. Vor Freude führten sie unter Singen und Schreien
einen Tanz auf und hatten es dann sehr eilig, die erworbenen Pfennige in
den Faktoreien Dualas in Waren umzusetzen.
Am nächsten Tage mieteten wir uns ein zirka zwanzig Meter langes Kanoe,
in welches wir einige, mit Verpflegung und Reservekleider bepackte Koffer
verstauten, ein Palmblätterdach wieder im vorderen Teil des Kanoes
aufbauten und die Longchairs zwischen die Lasten setzten. Wir fuhren mit
einer Besetzung von zwölf Pulljungs auf dem Kamerunbecken hin, an den
großen, mitten im Strom lagernden Inseln vorüber, den Wuri hinauf.
Da wir Flut hatten, wurde den Pulljungs die Arbeit erleichtert und
pfeilschnell schoß, unter den kräftigen Ruderschlägen unserer Dualas,
das Kanoe auf der spiegelglatten Fläche, die nur durch einige, aus dem
Wasser herausragende Felsblöcke und Baumstämme, sowie von einigen,
aus dem oberen Teil des Wuri kommende Kanoes, deren Besatzung gleich der
unseren ihre monotonen Weisen erklingen ließen, unterbrochen wurde, dahin.
Immer höher stieg die Sonne und durch das angestrengte andauernde Paddeln
ermüdet, verstummte bald der Gesang unserer Besatzung. Da die Flut
uns nicht gefolgt war, mußte die ziemlich starke Strömung des Wuri
überwunden werden und es ging immer langsamer vorwärts. Stellenweise
mußten die Jungens sogar das Kanoe verlassen und dasselbe über den
Schlick und die Sandbänke hinwegziehen.
In einem idyllisch an den flachen Ufern des Wuri gelegenen Dörfchen
schlugen wir unser Zelt auf und legten uns nach der üblichen Begrüßung
durch den Häuptling und dem Genuß einer von Joseph selbst erlegten
Antilope schlafen.
Mein Mann hatte sich mit den Dorfbewohnern eingehend über die
Jagdverhältnisse unterhalten und Befehl gegeben, daß wir am nächsten
Morgen sehr früh aufbrechen und eine Jagdfahrt auf dem Abo unternehmen
wollten.
Noch ehe die Sonne die leicht gekräuselte Fläche des hier sehr schmalen,
aber tiefen Wuri beschien, befanden wir uns auf dem seeartigen Abo, dessen
beide Ufer mit einem undurchdringlichen Mangrovendickicht, Lianen und
tausend anderen Schlinggewächsen bestanden sind. Vor uns sahen wir
eine kleine Lichtung, die bis an das Ufer des Abo heranreichte und beim
Näherkommen machten uns unsere Begleiter auf zwei, im Grase ruhende
Flußpferde aufmerksam, auf deren Rücken, wie wir mit dem Glase
feststellten, die Madenhacker (kleine Vögel) eifrig pickten. Kaum hörbar,
die Ruder flach durch das Wasser ziehend, steuerten wir auf diese
Stelle zu. Mein Mann hatte sich lang ins Kanoe gelegt und außer seiner
Birschbüchse, die er bereits an der Backe liegen hatte, hielt ich, hinter
ihm sitzend, den mit fünf Patronen geladenen Karabiner zum Schusse bereit.
Als der erste Schuß krachte, sah ich in der Aufregung oder Jagdfieber,
welches sich meiner bemächtigt hatte, nur einen unförmigen Körper laut
klatschend ins Wasser fallen, während sich eine scheinbar formlose Masse
schnaufend und stöhnend im Grase wälzte.
Dem ersten folgten zwei weitere Schüsse und unter lautem Schreien ruderten
die Schwarzen das Kanoe an Land, um das erlegte Tier zu besehen.
Wir hatten nicht bemerkt, daß uns zwei weitere Kanoes aus dem Dorfe, in
welchem wir das Lager aufgeschlagen hatten, gefolgt waren, die nun unter
Aufbietung aller Kräfte singend und schreiend auf uns zuruderten und
sich in Gemeinschaft mit unseren Leuten an die Zerlegung des von mir
sehr bestaunten Tieres machten. Bald sah man an der Stelle, wo die beiden
Dickhäuter der Ruhe gepflegt hatten, nur noch schwammige Stückchen
Fleisch und eine große Blutlache. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage,
daß in einer Viertelstunde von dem Koloß, den mein Mann auf 20 Zentner
schätzte, nur noch tragbare Stückchen Fleisch zu sehen waren. Unsere
Pulljungs suchten sich die schönsten Stücke heraus, mein Mann ließ
sich ein zirka ein Quadratmeter großes Stück Haut abschneiden und die
Stoßzähne herausschlagen, während das andere in den Besitz der übrigen
Dorfbewohner überging.
[Illustration]
Eigentlich hatten wir erreicht, was wir wollten, doch die kurze Zeit des
Aufenthalts in Kamerun wollten wir ausnützen, soweit es möglich war. Auf
Befragen erfuhren wir von einem der Dorfbewohner, daß zirka eine halbe
Stunde von uns entfernt, mehrere Elefanten durch den Abo wechselten, und
zwar meist in den Nachmittagsstunden zwischen vier und sechs Uhr. Da
wir keinen großen Rückweg zu unserem Lager hatten, ruderten wir nach
längerer Rast weiter den Abo hinauf, bis zu der von den Dorfbewohnern
bezeichneten Stelle.
Unser Kanoe wurde an einem Baumstamm festgebunden, während wir die
Umgebung nach den Spuren der Dickhäuter absuchten. Bald fanden wir auch
einige größere und eine kleinere Spur und Losung, die scheinbar vom
Morgen herrührte. In geringer Entfernung von der Furt lagerten wir uns im
Walde und harrten der Ankunft dieser lebenden Urwaldriesen.
Wir sollten nicht lange auf die Folter gespannt werden, denn in der Ferne
hörten wir bald das Trompeten eines Elefanten, dessen schauriger Klang
meine Nerven erzittern ließ. Wir gingen etwas tiefer in den Urwald hinein
und ich bemerkte bald, daß wir, mein Mann, Joseph und ich, allein waren;
unsere anderen Begleiter hatten sich ängstlich ins Kanoe zurückgezogen,
um bei einem evtl. Angriff der Dickhäuter schnell das Weite suchen zu
können. Was aus uns dann würde, war diesen tapferen Seelen gleichgültig.
Sonderlich wohl war mir selber nicht zumute, doch mich auf die
Treffsicherheit meines Mannes verlassend, harrte ich hinter einem dicken
Baumstamm geborgen, herzklopfend, aber mutig aus.
Abermals erscholl, und zwar diesmal in unmittelbarer Nähe, der
Trompetenklang des Elefanten, und die Erde dröhnte und zitterte unter dem
Stampfen seiner Füße. Auf mein Bitten hin gab mein Mann sein Vorhaben,
zu schießen, auf, und wir haben es nicht bereut. Der Bequemlichkeit halber
schien der Elefant seine alte Fährte zu benutzen, denn das von meinem Mann
beschriebene Knacken und Krachen der Bäume und Äste, die er sich aus dem
Wege räumt oder zerstampft, war nicht vernehmbar. Da, endlich sahen
wir den Koloß gemütlich angetrottelt kommen und zu unserer aller
Überraschung in seinem Gefolge ein täppisches, possierliches Junges in
der Größe eines Pferdes.
Plötzlich blieb die Elefantenmutter stehen, und mir stockte das Blut in
den Adern, denn ich glaubte, daß sie Witterung von unserer Anwesenheit
bekommen habe. Aber ihr Warten galt nur dem Kleinen, das scheinbar nicht
so große Schritte wie die Mutter nehmen konnte. Am Flusse angekommen,
trampelte sie erst einige Zeit, in dem aufgeweichten Boden bis zum Bauch
versinkend, umher, zog den Rüssel voll Wasser und spritzte das hinter ihr
stehende Junge an.
Zu gern hätte ich gesehen, wie so ein Elefant schwimmend den Strom
durchquert, doch die Mutter schien um das Leben ihres Jüngsten besorgt zu
sein und nachdem sich das Schauspiel mehrere Male wiederholt hatte, trabten
Mutter und Kind, laut trompetend, wieder in den Urwald zurück. Als sie
etwa 50 Meter von uns entfernt waren, gab mein Mann einen Schreckschuß ab
und aus ihrer Sorglosigkeit aufgeschreckt, jagten die beiden, die uns so
kostbare Minuten bereitet hatten, in den undurchdringlichen Urwald hinein.
[Illustration]
Mein Wissensdurst war wieder einmal glänzend gestillt und hochbefriedigt
kehrten wir in unser Lager zurück.
Wir hatten noch zwei Tage Zeit, die wir einer eingehenden Besichtigung der
Hafenstadt und ihrer großzügigen Anlagen widmeten. Auch den »Palast«
des Oberhäuptlings Mango Bell, der uns mit einer Flasche Bier und Bisquits
bewirtete, besuchten wir.
Der letzte Tag, den wir in Kamerun verbringen konnten, wurde zu einem
Besuch der in Beseke befindlichen Negerrestauration »Zum strammen Hund«
verwendet, wo wir uns bei einem Glase Eisbier mit einigen dort anwesenden
Gouvernementsbeamten über ihre Erlebnisse während des Tropenaufenthalts
unterhielten. Ja, ich konnte schon ihre Unterhaltung mit einigem
Selbsterlebten unterbrechen, worüber sie sehr erfreut waren.
Am Mittag des nächsten Tages begaben wir uns an Bord, von einigen in
Afrika neu gewonnenen Freunden begleitet, die uns Grüße an die Heimat
mitgaben und sich mit einem kräftigen deutschen Händeschütteln
verabschiedeten.
Ade, Kamerun! Du herrliches, einzigschönes Land mit deinen reichen,
geheimnisvollen Schätzen, die du willig dem überläßt, der sich nicht
der Mühe scheut, sie aufzusuchen und mit offenen Augen um sich schaut, auf
all die Pracht, all den Reichtum! Mein Leben lang werde ich zehren an den
herrlichen Erinnerungen, und, sitze ich im Norden Deutschlands, in
Schnee und Eis vergraben, träumen von deinen ewig grünen, ewig schönen
Urwäldern, deinen klaren, stillen Flüssen, den schäumenden, donnernden
Wasserfällen und dem wunderbaren Zauber deiner mondscheindurchleuchteten
Märchennächte! Was ich mir von dir versprach, das hast du getreulich
gehalten und so, voller Freude, wie ich kam, scheide ich jetzt voller
Wehmut. Nur ein letztes Lebewohl noch kann ich dir mit dem Tüchlein
winken, und der stolze Kamerunberg erwidert den Gruß in schweigendem
Ernst. Doch bald wirst auch du unsern Blicken entschwunden sein, weiter
geht's in die offene See der fernen Heimat zu.
Vorbei die wundervolle, herrliche Zeit!
Zur Heimreise benutzten wir einen Zwischendampfer und lernten auf diese
Weise die vor der Bucht von Biafra lagernde spanische Insel Fernando Poo
kennen. Leider war der Aufenthalt im Hafen von St. Isabell sehr kurz
bemessen, so daß sich ein An-Landgehen nicht lohnte. Wir hatten ja nun
genug Eindrücke gesammelt, die wir auf unserer Heimreise an unserem
geistigen Auge vorüberziehen lassen konnten und die Abendstunden waren
immer viel zu kurz, um über alles Erlebte zu plaudern.
Nachdem wir bei ausnahmslos schönstem Wetter und spiegelglatter See die
Häfen der Westküste passiert hatten, sahen wir uns eines Morgens wieder
im Hafen von Santa Cruz. Für den Rest der Heimreise bestand in bezug auf
Seekrankheit keine Gefahr, denn wir hatten für unsere ganze Reise
die denkbar günstigste Jahreszeit gewählt und landeten wohlbehalten,
sonnengebräunt und von den Angehörigen jubelnd begrüßt, am Petersen-Kai
in Hamburg.
[Illustration: Freudentanz der Negerweiber um einen getöteten Gorilla in
einem Dorfe Kameruns.]
[Illustration: Rieseneidechse Vogeleier fressend.]
[Illustration: Rast auf dem Marsche.]
[Illustration: Schwarze Schönheiten in Kamerun.]
[Illustration: Kamerun-Neger.]
[Illustration: Negerinnen beim Tanz.]
Wilhelm Köhler, Minden in Westfalen
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Telegramm-Adresse: Verlag Köhler. -- Telefon-Nummer 249
Gründungsjahr 1865.
Soeben in _neuer_ Auflage erschienen:
Köhlers Taschenliederbuch
für das deutsche Volk,
enthaltend #400# der _beliebtesten_ Lieder.
288 Seiten Text im farbigen Kartonumschlag.
#Preis 35 Pfennig#,
elegant und dauerhaft in Ganzleinen gebunden,
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Die Laufbahnen
in der Handels- und Kriegsmarine.
Nach den #neuesten# Bestimmungen bearbeitet von #Kapitän Preuß#,
Studienrat an der Seefahrtsschule in Bremen. Wie manche Eltern, ganz
besonders im Binnenlande, stehen dem Wunsche ihres Sohnes »Seemann zu
werden«, ratlos gegenüber, da sie nie im Leben ein Seeschiff in seinem
Element sahen und keine Ahnung von der Ausbildung und den Aussichten in
diesem Beruf haben. Möge dieses Büchlein, geschrieben von einem Fachmann,
der selbst 10 Jahre auf Seglern und Dampfern Reisen nach allen Weltteilen
ausführte und der noch heute in seiner Stellung in engster Fühlung mit
der seemännischen Praxis steht, für unsere deutschen Jungen, die den
Seemannsberuf ergreifen wollen, eine vollkommene Aufklärung bringen.
#Preis Mk. 1,--#
Durch _jede_ Buchhandlung zu beziehen, auch direkt von der
#Verlagsfirma Wilhelm Köhler, _Minden_ in Westfalen#.
Für Porto und Verpackung sind pro Buch Mark 0,15 beizufügen.
[ Hinweise zur Transkription
Die Abbildungen auf Frontispiz und Beilage (im Original hinter Seite 32)
sind dem Buchtext nicht konkret zuzuordnen; sie wurden an das Textende
verschoben.
Das Originalbuch ist in Fraktur gesetzt.
Darstellung abweichender Schriftarten: _gesperrt_, #fett#.
Der Text des Originalbuches wurde grundsätzlich beibehalten, mit folgenden
Ausnahmen,
Seite 6:
"kenen" geändert in "kennen"
(aus eigner Anschauung kennen lernen)
Seite 7:
"Tereriffe" geändert in "Teneriffe"
(in deren Mitte ihr Oberhaupt, der Pique Teneriffe thronte)
Seite 18:
"," entfernt hinter "Makavo", ", " eingefügt vor "Mais"
(Makavo (kartoffelähnliche Knollenfrucht), Mais)
Seite 19:
"." eingefügt
(die vielen Schönheiten des wunderbaren Landes.)
Seite 22:
"Gouvernementsgarten" geändert in "Gouvernementsgärten"
(wohlgepflegten Straßen und Gouvernementsgärten)
Seite 38:
"." eingefügt
(die Schilderungen schon zum größten Teil bestätigen.)
Seite 43:
"wird" geändert in "wir"
(zogen wir endlich in Ndunge ein)
Seite 47:
"Nkan" geändert in "Nkam"
(die über den Nkam führende)
Seite 53:
"unberbrachen" geändert in "unterbrachen"
(unterbrachen den monotonen Gesang)
Seite 64:
"." eingefügt
(eine vollkommene Aufklärung bringen.)
Seite 64:
"0.15,--" geändert in "0,15"
(Für Porto und Verpackung sind pro Buch Mark 0,15 beizufügen.) ]