Frauenhoven. Wo bleibt der Herzog? Die Pferde werden ungeduldig!
Törring. Er wird die Totengruft besehen, die sie sich bauen ließ.
Sie ist gestern oder heut fertig geworden. Ich sah sie beide zu den
Karmelitern hinübergehen.
Nothhafft von Wernberg. Doch ein seltsamer Gedanke für ein junges
Weib! Eine Totengruft!
Törring. Nun, im Anfang gerade so seltsam nicht! Da mag ihr
beklommen genug gewesen sein, und mit Recht. Jetzt freilich sieht's
anders aus! Und doch kann man noch nicht wissen, wie's kommt! Das
schwache Kind in München ist nicht stark dadurch geworden, daß der
alte Herzog ihm die Krone aufsetzte. Ja, er hat's vielleicht nur
getan, weil er sich darauf verließ, daß sie schon von selbst wieder
herunterfallen würde!
Frauenhoven. Da irrt ihr! Wie oft hat er Albrecht durch seinen
Bruder die förmliche Entsagung abzudrängen gesucht!
Törring. Das war immer nur ein Stich, eine verkappte Anfrage, ob er
ihrer noch nicht satt sei! Wenn Ernst keinen Hintergedanken hatte,
warum stellte er sich zwischen ihn und den Kaiser, als dieser wegen
der Regensburger Händel Rechenschaft forderte? Der alte Sigmund
meinte es sehr ernsthaft, das Podagra hat einen wackern Reichsvogt
aus ihm gemacht, und seine Kommissarien, wir dürfen's uns wohl
bekennen, hätten nicht einmal Brillen aufzusetzen gebraucht, um einen
offenen Aufruhr zu entdecken. Warum kehrten sie so plötzlich in
München um?
Frauenhoven. Ihr seht immer schwarz!
Nothhafft von Wernberg. Sie kommen! Steigen wir zu Pferde, daß wir
den Abschied abkürzen! Aber vorher--(Er ergreift den Becher.)
Törring. Auf guten Ausgang!
(Sie stoßen an und geben ab.)