Der Kastellan (tritt ein).
Albrecht (zum Kastellan). Halt! Noch kein Wort, und ob die Welt
unterginge! Ja, Agnes, wenn ich bei Gott aufhören soll, muß ich bei
dir anfangen, es gibt für mich keinen anderen Weg zu ihm! Geht es
dir nicht auch so?
Agnes. Und käme jetzt der Tod, ich dürfte nicht mehr sagen: Du
kommst zu früh!
Albrecht (preßt sie an sich). All unsre Wollust mündet in Gott, was
unsre enge Brust nicht faßt, das flutet in die seinige hinüber, er
ist nur glücklich, wenn wir selig sind, soll er nicht glücklich sein?
(Er küßt sie.) Und zuweilen stößt er die Welle zurück, dann
überströmt sie den Menschen, und er ist auf einmal dahin, wandelt im
Paradiese und spürt keine Veränderung! Wenn das jetzt käme!
Agnes. Nicht weiter, nicht weiter!
Albrecht (läßt sie los). Das war eine Stunde! Nun komme die zweite!
--Was gibt's?
Kastellan. Botschaft von Eurem Herrn Vater! Ritter Preising!
Albrecht. Hierher!
(Kastellan ab.)
Agnes (will gehen).
Albrecht. Nein! So ist's nicht gemeint, daß ich dich verleugnen
will! Bleib! Wie der dich ansieht, sieht mein Vater dich auch an.
Da wissen wir gleich, wie's steht!
Agnes. Laß mich, mein Albrecht! Es treibt mich fort! Dies (sie
deutet auf das Diadem) wäre Herausforderung!
Albrecht. So geh da hinein, da ist ja auch noch ein Gemach, nicht
wahr? Dann bist du mit drei Schritten wieder bei mir!
Agnes (ab).
Albrecht. Kommt nur, ich lasse mich finden!