Theobald. Scheltet nur! Ich wollt's bloß wissen!
Agnes. Was?
Theobald. Ob Ihr vielleicht in der Kirche nach ihm geblinzelt, oder
ihm wohl gar bei einem Tanze die Hand gedrückt hättet!
Agnes. Wem denn?
Theobald. Es ist schon gut, wenn Ihr nicht von selbst auf ihn kommt!
(Er nimmt den Strauß.) Ha, unserer alten Gertrud will ich ihn jetzt
verehren, die soll ihn an die platte Brust stecken, wenn sie auf den
Markt humpelt, und sich mit einem Knicks bedanken, wenn sie sich an
dem Hause vorbeischiebt! (Er springt.) Ich könnte jetzt--(Er singt.)
Wenn zwei sich die Hände geben-
Jungfer, es ist ein schönes Lied!
(Singt wieder.)
Und wer ein guter Geselle ist,
Der wird wohl auch ein Meister!
Oder ist das nicht wahr?
Agnes. Ihr seid zu früh lustig! Spät am Abend ist besser, als früh
am Morgen.
Theobald. Und doch singen die Vögel, wenn sie erwachen, und nicht,
wenn sie einschlafen. (Er faßt ihre Hand.)
Agnes (zieht sie zurück). Was wollt Ihr?
Theobald. Bloß nachsehen, ob--Ihr habt sie mir einmal gelassen!
Agnes. Als Ihr mir eine Ader öffnen solltet!
Theobald. Nun freilich! (Er nimmt die Hand wieder.) Ließ mein
Schnepper keine Spur? Ich machte es ungeschickt!
Agnes. Zittert Ihr immer so dabei, wie damals?
Theobald. O nein! mir ward nur so wunderlich, als ich Euch weh tun
sollte. Aber wie rot Euer Blut ist! (Für sich.) Aus meinen Lippen
hätt' ich gern den Verband gemacht, wenn der Vater nicht
dabeigestanden wäre!