Gast (Bismarck): »Zahlen!«

Kellner (Minister Heemskerk): »Eure Hoheit zahlen wohl am besten mit

einem Traktat!«

Bezieht sich auf die Beschwerden Hollands über den deutschen Lachsfang

im Rhein. (»Holländ. Witzblatt«, März 1886)]

»Sultan« war nach einem Worte der Fürstin Bismarck der rührendste

Hund, den ihr Gemahl besessen. »Wenn ich verreiste,« erzählte

der Kanzler, »so suchte er mich überall mit großer Traurigkeit.

Endlich ergriff er dann zu seinem Troste meine weiße Militärmütze

und meine hirschledernen Handschuhe, trug diese in den Zähnen

nach meinem Arbeitszimmer und blieb dort, mit der Nase an meinen

Sachen, liegen, bis ich wiederkam. — Auch der alte Tyras war sehr

intelligent und treu. Einst hatte ich meinen Stock, den ich auf

die Straße nicht mitnehmen konnte, da ich in Uniform ging, an die

Innenmauer des Gartens gestellt, ehe ich durch die Pforte schritt.

Nach vier Stunden kam ich aus dem Reichstag zurück. Tyras begrüßte

mich nicht beim Eintritt ins Haus, wie sonst stets, und ich fragte

daher den Schutzmann, wo der Hund sei: ›Der steht seit vier Stunden

hinten an der Gartenmauer und läßt niemand zu Eurer Durchlaucht

Stock‹, erwiderte der Wachtposten. Ein andermal ging ich hier in

Varzin in Begleitung von Tyras spazieren und sehe auf einer Karre

eine Fuhre Holz liegen, das ich für gestohlen hielt, weil es aus

grünem Holze gehauen war. Ich gebot dem Hund, bei der Fuhre zu

bleiben, und entfernte mich, um einen Mann zu holen, der die Sache

aufklären könne. Als ich zurücksah, gewahrte ich aber, daß Tyras

mir leise und geduckt nachschlich. Ich kehrte zurück und legte

einen Handschuh auf die Karre. Da blieb mein Tyras dort stehen wie

angewurzelt.« Über das Ende des tüchtigen Tieres erzählte der Fürst

später: »Er war nicht krank; er ist an Altersschwäche eingegangen.

Einen Tag vor seinem Tode war er schon so steif, daß ich ihn wie

einen Hammel von oben in mein Arbeitszimmer tragen lassen mußte.

Dann, als ich nach Hause kam, wedelte er noch. Das nächstemal, an

seinem Todestage, konnte er auch nicht mehr wedeln und gab nur

durch seinen Ausdruck zu verstehen, daß er mich erkannt habe.

Während ich dann am Tische schrieb, sah ich ihn plötzlich sich

lautlos in mein Schlafzimmer schleppen, und gleich darauf sagte mir

der Diener, der ins Schlafzimmer getreten war: ›Der Tyras liegt

ausgestreckt im Schlafzimmer.‹ Von meinen jetzigen Hunden kann ich

dagegen rühmen, daß sie wie wild aus ihren verschiedenen Winkeln

auffahren und gegen die Tür stürmen, sobald der Diener meldet: ›Das

Essen ist aufgetragen.‹«

Von der Heftigkeit des Kampfes, der namentlich von fortschrittlicher

Seite aus gegen den Kanzler geführt wurde, von der Gehässigkeit, mit

der man ihm zu begegnen wagte, bildet das beredteste Zeugnis jene

Szene im Reichstag, in der ihm das beschimpfende Wort »schamlos«

entgegenhallte. Sie erinnert lebhaft an die erregte Zeit, in der Graf

Ballestrem ihn durch den Zuruf »Pfui« in die Schranken rief.

Bismarck in Geschichte, Karikatur und Anekdote · 第 262 / 334 题