Die Schamade

Sie hatte folgenden Wortlaut: »Seine Majestät der König schreibt

mir: Graf Benedetti fing mich auf der Promenade ab, um auf

zuletzt sehr zudringliche Art von mir zu verlangen, ich sollte

ihn autorisieren, sofort zu telegraphieren, daß ich mich für alle

Zukunft verpflichtete, niemals wieder meine Zustimmung zu geben,

wenn die Hohenzollern auf ihre Kandidatur zurückkämen. Ich wies

ihn zuletzt etwas ernst zurück, da man =à tout jamais= dergleichen

Engagements nicht nehmen dürfe noch könne. Natürlich sagte ich

ihm, daß ich noch nichts erhalten hätte, und, da er über Paris

und Madrid früher benachrichtigt sei, er wohl einsähe, daß mein

Gouvernement wiederum außer Spiel sei. — Seine Majestät hat seitdem

ein Schreiben des Fürsten Karl Anton bekommen. Da Seine Majestät

dem Grafen Benedetti gesagt, daß er Nachricht vom Fürsten erwarte,

hat Allerhöchstderselbe mit Rücksicht auf die obige Zumutung auf

des Grafen Eulenburg und meinen Vortrag beschlossen, den Grafen

Benedetti nicht mehr zu empfangen, sondern ihm nur durch seinen

Adjutanten sagen zu lassen, daß Seine Majestät jetzt vom Fürsten

die Bestätigung der Nachricht erhalten, die Benedetti aus Paris

schon gehabt, und dem Botschafter nichts weiter zu sagen habe. —

Seine Majestät stellt Eurer Exzellenz anheim, ob nicht die neue

Forderung Benedettis und ihre Zurückweisung sogleich sowohl unserem

Gesandten als der Presse mitgeteilt werden sollte.«

Sie erhielt durch Bismarck in der nachstehend geschilderten Szene

folgende Fassung:

Bismarck in Geschichte, Karikatur und Anekdote · 第 169 / 334 题