Trine Neumann und der Eierkuchen

»Trine Neumann«, so erzählte später der Kanzler, »stammte von

meinem väterlichen Gute Schönhausen in der Altmark. Sie hatte

uns Jungen herzlich lieb und tat alles, was sie uns an den Augen

absehen konnte. So machte sie uns zu Abend fast immer unser

Leibgericht: Eierkuchen. Wenn wir gegen Abend ausgingen, ermahnte

Trine Neumann uns regelmäßig: ›Bliewt hüt nich so lang ut, dat

min Kauken nich afbacken!‹, und regelmäßig, wenn wir endlich nach

Hause kamen, hörten wir die gute Trine schon von weitem wie einen

Rohrsperling schimpfen: ›Na wart, Jungens, ut euch wart in’n Leben

nix Vernünftiges — die Kauken sind all wedder afbackt!‹ Aber der

Zorn der guten Trine war immer bald verraucht, wenn sie sah, wie

vortrefflich ihre ›afbackten Kauken‹ uns Jungens schmeckten.« —

Trompeterlungen-Posaunenstimmen rühmte in jener Zeit der Templiner

Onkel seinen »beiden anderen Neffen nach«.

Auf der neuen Schule, dem Friedrich-Wilhelms-Gymnasium, in deren

Untertertia der Knabe eintrat, gewann besonders der spätere Direktor

des Grauen Klosters, Professor =Dr.= Bonnell, Einfluß auf ihn. Dieser

ausgezeichnete Pädagoge, dem Bismarck bis in die spätesten Jahre ein

treues Gedenken bewahrte, gewann schon in den ersten Tagen die Haltung

und das Wesen des Knaben lieb. Er erzählt:

Bismarck in Geschichte, Karikatur und Anekdote · 第 42 / 334 题