Dies ist mein schwerstes Kreuz und schwerer noch als Armut,
Krankheit, Dunkelsein zu
tragen:
wenn plötzlich, eben als mein Herz noch voller Übermut und
Zärtlichkeiten sang,
aus meinem Munde oder meinen Augen Geißeln gehn, die unser Innigstes
zerschlagen,
und lassen unsern Abend leerer noch als trunkner Jähzorn oder
ungelenker Zank.
Aber ich weiß doch nicht und werde es mein Leben lang nicht wissen,
woher die Tränen kamen und worin ich schuldig war,
und ist auch meine Ruhe zur Nacht von Tränen verschwommen, von Reue
zerrissen,
und mein Gehirn wie unfruchtbare Erde und verdorrtes Laub mein Haar,
in dem Stürme, vor denen ich hilflos bin, Stürme ohne Sinn und
Ursprung wühlen,
und bleibt nur Hoffen, daß du mir verzeihst, wie Sonne im April
über Entsagung als der heilige Geist, der alle Fieber kühlen
und alle Wunden heilen und sich an jede Lende legen will --
Spür' ich doch stets, und bis zum Tod nach Jahren noch,
wie jetzt in dieser Schuld, die ich nicht weiß, ganze Saaten von
Glücklichsein versanken,
wie ich mit einemmal verlassen und belastet mit unsichtbarem Joch
nichts hab', als die Geduld mehr, es zu leiden ohne feig aufsässige
Gedanken,
es hinzunehmen wie alles, was aus deiner Nähe sich zu mir
herniederneigt,
als mir zu Recht bestimmt, und selbst wenn Unrecht mir geschähe, so
zu schweigen und ohne
Wanken
mich zu erfüllen, daß ich auf die eigne Zagheit zeigen kann, wie
Jesus in Gethsemane auf seine
ohne Schuld zitternden Hände zeigt.