Kein Wanderer wird es als Abfall und als Untreue von seinen
eigentlichen Zielen empfinden, wenn er sich einmal aus ganzem Herzen
freut, in der Ferne die grünleuchtenden Kupfertürme einer großen, mit
altem und doch noch lebendigem Bauwerk gesegneten Stadt zu erblicken
und das Heulager in Bauernscheunen mit dem sauberen Bett eines
einfachen Gasthauses zu vertauschen. Wer das bestreitet, der prahlt.
Man muß nur einmal die komisch feierliche Eßlust gesehen haben, mit
der eine Schar von Wandervögeln, die ein freigebiger Gönner zu einem
regelrechten Gasthofmahl eingeladen hat, sich ihrer Aufgabe entledigen.
Wer das einmal neidlos zu sehen bekam, der begreift, daß auch beim
Wandern allein der Wechsel erfreut, und daß ständiges Traben in der
Ebene ebenso langweilig wird wie die immer sich gleichbleibenden
Lagergerichte aus irgendeinem Wandererkochbuche.
[Illustration: Phot. R. Hilbert, Rathenow.