Das sind die Herren mit irgendeinem Titel und dann die Herren
Privatiers, die sich aus reiner Langweile der »edlen Sache« opfern.
Daß es viele hohe Beamte und Professoren ebenso wie im Ruhestand
befindliche Geschäftsleute gibt, die geschickt und energisch ihre
selbstgewählte Aufgabe als Schützer der Heimat auffassen, das schafft
die Tatsache noch nicht aus der Welt, daß gerade Männer dieser
beiden Sphären, die einen durch Überschätzung des Vereinswesens
beim Heimatschutz und die andern, weil sie nur auf Erwerbung neuer
»Freunde der Sache« aus sind, mancherlei Unheil anrichten und wenn
auch nicht gerade hemmend, so doch auch nicht fördernd wirken. Die
flammende Hingabe eines Rentiers, welcher der Erhaltung irgendeiner
alten zerschlagenen wertlosen Sandsteinstatue viel Schweiß und Zeit
opfert, in allen Ehren. Aber beides hat mit dem Geist des echten
Heimatschutzes ebensowenig zu tun wie der verbindliche Tadel, den ein
für alles »Völkische« interessierter Professor in wohlgesetzten und
wissenschaftlich einwandfreien Briefen für jede Scheuerntür übrig hat,
deren Besitzer oder Verfertiger nach seiner Ansicht nicht genügend
stilrein vorgegangen ist. Daß es sich hier um keine Übertreibungen
handelt, kann man fast aus jeder Nummer der trefflichen Zeitschrift für
Heimatschutz lesen, deren Schriftführer mit achtunggebietender Geduld
und Zartheit immer wieder seine beweglichen Klagen in dieser Richtung
ausspricht.
[Illustration: Mühle im Schwarzwald.]
Was für den Heimatschutz nötig ist, das sind vor allem Männer, die mit
ihrem ganzen Wesen in demjenigen Teil der deutschen Heimat wurzeln,
dessen landschaftliche Eigenart sie erhalten wollen. Es sind Männer,
welche die Sprache des Volkes verstehen und seine Art lieben und
zu achten wissen. Wenn ein solcher die _tiefe Bedeutung_ und die
_Notwendigkeit_ der _Naturschutzbewegung_ erkennt und den »Naturschutz«
nicht als Konservatorium für einzelne Raritäten, seien es Bäume,
Denkmäler oder alte Häuser, anschaut, _sondern im Sinne der Erhaltung
des gesamten Landschaftsbildes als einer der Grundlagen unsrer
Volkskraft und Volksgesundheit betrachtet_, dann wird er in einem
Jahr mehr leisten als ein aus irgendeinem fernen Teil Deutschlands in
fremde Verhältnisse versetzter Gelehrter mit all seinen unbestrittenen
Kenntnissen und seinem anerkennenswerten sachlichen Eifer für die Sache
in einem Jahrzehnt.
[Illustration: Phot. Rud. Lichtenberg.