41. Herunterblickender Frauenkopf, auf gelblich blauem Grunde, weiß

gehöhet.

42. Lachender alter Kopf, auf dunkelgrünem Papier, weiß gehöhet, mit der

Jahrszahl 152‑, die vierte Zahl ist nicht mehr erkennbar.

43. Ein sehr ausgeführter weiß gehöheter Frauenkopf, bezeichnet 1520.

44. Lebensgroßes Frauen-Portrait in Kreide, auf braunem Grunde. Der Kopf

ist mit einem Tuche bedeckt, fast wie ein Nonnenschleier, mit der

Jahrszahl 1521.

45. Kleineres männliches Portrait mit einem Barett, Oelskizze auf

Papier, von sehr warmer Färbung, fast in der Art des Titian.

46. Ein prächtiges lebensgroßes Portrait eines Mannes, von vorn gesehen

und mit einer Mütze bedeckt. Kreidezeichnung auf gelblichem Papier.

47. Schöner Mannskopf mit Barett, vom Jahre 1521.

48. Ein Frauenskopf mit Mütze, auf grau grundirtem Papier mit Kreide

gezeichnet und weiß gehöhet, mit der Jahrszahl 1522.

49. Portrait der Formschneiderin Fronica vom Jahre 1525. Sie ist mit

einer platten Mütze dargestellt, mit wenigen großartigen Meisterstrichen

in Kreide gezeichnet, auf schwarzem Grunde. Die Inschrift lautet

»Fronica Formschneiderin«.[74]

50. Ein sehr sorgfältig gezeichnetes großes männliches Bildniß, den Kopf

im Profil gesehen, mit der Jahrszahl 1527. Das Gewand ist mit Pelz

verbrämt.

51. Herrlicher, nach links gewandter Mannskopf mit spitzer Nase und

aufgeschlagener Mütze. Kreidezeichnung auf schwarz schraffirtem Grunde.

52. Kreidezeichnung eines alten Frauenkopfes, im Profil gesehen.

53. Mannskopf von mittlerer Größe mit Mütze, in Rothstift sehr schön

gezeichnet, besonders der Bart, mit der Jahrszahl 1523.

54. Federskizze eines Ritters in einer mit Stacheln versehenen Rüstung.

Auf der Rückseite zwei fechtende Ritter.

55 und 56. Sorgfältig gezeichnete wunderbar verschlungene eckige

mathematische Figuren, vom Jahre 1506. Sie erinnern an die »sechs

Knoten«, B. 140-145.

57. Christus als Knabe im Tempel lehrend, ein leichter Feder-Entwurf.

58 und 59. Leichte Feder-Entwürfe zu Wappen.

60. Entwurf einer Fassung echter Steine, ohne Zweifel für einen

Goldschmied.

61. Eine Federzeichnung in runder Form, welche drei weibliche Figuren in

Umrissen darstellt, in deren Mitte auf einem Altar sich ein Herz

befindet, welches zerschlagen werden soll. Eine andere weibliche Figur

liegt zu den Füßen derselben.

62. Zwei Entwürfe des Wappens Albrecht Dürer’s mit lateinischen

Inschriften, bestimmt zu der Rückseite eines Portraits von Dürer.

63. Anderer leichter Entwurf zu dem Wappen Albrecht Dürer’s.

64. Ein unbekanntes colorirtes Wappen.

65. Federzeichnung eines Wappens, welches mit der Kette des goldenen

Vließes umgeben ist.

66. Ein grau und schwarz getuschtes Wappen.

67. Der buntfarbige Flügel eines Vogels, mit wundervoller Feinheit auf

schwarzem Grunde gemalt.

68. Sehr reiche Composition, der Form nach für eine Degenscheide

bestimmt. In der Mitte tragen zwei Kinder eine Vase, das Ganze ist mit

der Feder höchst geschmackvoll und elegant verziert.

69. Federzeichnung für einen Ring.

70. Zwei mit der Feder gezeichnete Genien, welche ein reiches Gewinde

von Zweigen und Früchten halten.

71. Gehänge von Laubwerk und Früchten. -- Ein Phönix mit Verzierungen.

72. Entwurf eines Kelches mit Deckel, auf welchem oben ein Storch

befindlich, Federzeichnung.

73. Mit der Feder gezeichneter Entwurf eines geschweiften Kelches.

74. Zwei Längen-Durchschnitte eines Kelches, gelb colorirte

Federzeichnung, vom Jahre 1514.

75. Federzeichnung eines ovalen Kelches, gelb colorirt, mit der

Jahrszahl 1526.

76. Zwei phantastisch verzierte Säulen, sehr schöne colorirte

Federzeichnung vom Jahre 1515, daneben steht von Dürer’s Hand

»~das sind Schtörch~«.

77. Vortreffliche große Federzeichnung eines sehr reichen Bechers mit

einem Deckelaufsatz in gothischer Architektur, colorirt.

An dem Fuße sind Jäger mit Hunden, Krieger, Bauern die mit der Erndte

beschäftigt sind, und Hirten mit Vieh dargestellt.

78. Ein Vogel mit langem Schnabel, Zeichnung in Wasserfarben, oben

darüber ein verziertes Band mit der Inschrift »GI. GI. GIG.«

79. Erster leichter Federentwurf zu dem Holzschnitt: der Darstellung im

Tempel aus »unser Frauen Leben«, B. 81.

80. Entwurf einer ähnlichen Darstellung. Federzeichnung von großer

Feinheit, welche zum Theil auf das allersorgfältigste ausgeführt ist.

Darunter steht:

»Albrecht Durer hatt dies stück gemacht In wenr ledige werd Jar.«

81. Ein stehender Ritter mit einer Federmütze, eine Hellebarde in der

Hand. Federzeichnung vom Jahre 1510.

82. Darstellung des Jupiter in einem Oval, oben der Adler, unten

erschlagene Krieger und ein Kind. Federzeichnung. Darunter steht:

A JVPITER XXXXVI 46

83 bis 90. Entwürfe zu venetianischen Tarockkarten, vielleicht von Dürer

in Venedig gezeichnet.

91. Entwurf zu dem Holzschnitt des sich geisselnden Heiligen, B. 119.

Federzeichnung.

92. Federzeichnung eines dreibeinigen Gestells, wohl für eine Kanne

bestimmt.

93. Sechs feine runde Federzeichnungen mit allegorischen Figuren.

94. Eine sehr schöne Federzeichnung, welche Maria und Johannes

darstellt.

95. Zwei weibliche Figuren; die eine bekleidete hat ein Messer in der

Hand, die andre nackte trägt eine Wage. Federzeichnung.

96. Erster Entwurf mit der Feder zu dem Kupferstich die »Nemesis«, B.

77. Der eine der Flügel ist besonders gezeichnet und mit der äussersten

Feinheit und Sorgfalt ausgeführt.

97. Federzeichnung einer fortschreitenden weiblichen Figur.

98. Christus am Kreuz, Federzeichnung vom Jahre 1511.

99. Ein verschanztes Lager mit sehr vielen Figuren, in der Ferne eine

Landschaft, -- reiche Federzeichnung.

100 bis 103. Entwürfe mit der Feder zu einem Altarbilde.

Das Mittelbild stellt die Krönung der Jungfrau dar, die Predella den Tod

derselben. Auf dem linken Flügel ist St. Georg und ein Heiliger mit

einem Reh, auf dem rechten ein heiliger Bischof mit einer Kirche und ein

Heiliger mit dem Kelche.

104 und 105. Darstellung zweier wilder Indianer von brauner Farbe, der

eine auf schwarzem, der andere auf weißem Grunde.

106. Eine weibliche Figur, darunter ein Thor mit der Durchsicht in eine

Landschaft. Federzeichnung.

107. Drei musicirende Figuren. Federzeichnung.

108. Eine weibliche Figur, welche sich vor einem Spiegel putzt. Das

Gerippe des Todes steht hinter ihr. Mit der Feder gezeichnet.

109. Das Innere eines Zimmers mit einem Camin. Federzeichnung mit der

Jahrszahl 1509.

110 bis 113. Vier leichte Federzeichnungen mit kleinen allegorischen

nicht wohl zu deutenden Figuren, anscheinend Muster für Goldschmiede.

114. Die Jungfrau mit dem Kinde an einem Zaune sitzend; ein leichter

sehr schöner Entwurf, ähnlich dem Kupferstich der Jungfrau mit der

Birne, B. 41.

115. Christus im Oelgarten, eine sehr schöne leichte Federzeichnung.

116. Christus erscheint seiner Mutter; zu beiden Seiten die knieenden

Portraite eines Ehepaars, letztere nur angelegt. Federzeichnung.

117 bis 121. Fünf reizende Entwürfe zu Goldschmieds-Arbeiten; bei einer

knieenden weiblichen Gestalt sind zwei verschiedene Kopfverzierungen

angebracht, und dabei steht von Dürer’s Hand geschrieben:

»Do mach welchen Kopfli Du wilt.«

122 bis 126. Fünf leichte Federzeichnungen:

Eine sitzende Ente.

Eine Kreuztragung Christi.

Die Marter der heiligen Catharina.

Die Anbetung der Könige.

Die Kreuztragung. (Die vier letzten Compositionen sind in der Form

schmaler Frise.)

127. Schöne Federzeichnung eines heiligen Georg, hier älter als

gewöhnlich dargestellt.

128 und 129. Zwei schöne sehr sorgfältige Federzeichnungen auf

Pergament; nach dem darauf befindlichen Wappen für einen englischen

Edelmann bestimmt. Die eine stellt Christus, das Kreuz tragend, vor, mit

der Unterschrift:

»Qui non tollit crucem suam et sequitur me non est me dignus.«

Die andere einen betenden Mann, welcher ein Kreuz trägt, mit der

Unterschrift:

»Nam si ambula vero in medio umbre mortis non time Bomala quoniã

tu mecũ est.«

130. Ein sehr schönes A als Initiale in Farben.

131. Zwei Genien auf einem Stabe fliegend, welche einen griechischen

Büchertitel tragen. Röthlich angetuscht.

132. Zwei Säulen-Capitäle mit Kronen. Federzeichnung.

133. Die rechte Seite eines Adlers. Federzeichnung.

134. Der obere Theil eines Raubvogels.

135. Liegende Kühe und Schaafe, erster Entwurf zu dem Holzschnitt Nr. 16

in dem dritten Buche von Dürer’s »Underweysung der messung mit dem

zirckel u.s.w.« Nürnberg 1525, Blatt Jij. Federzeichnung.

136. Zwei Hasen und ein Hirschkopf.

137. Colorirte Zeichnung eines Schnabelfisches, der Kopf desselben noch

besonders gezeichnet.

138. bis 141. Verschiedene Baum- und Landschafts-Studien, mit der Feder

gezeichnet, unter denen der mit unglaublicher Sorgfalt behandelte Stamm

eines Tannenbaums mit Aesten.

142. Studie einer bräunlichen Felsmasse von Kalkstein, bezeichnet mit

dem Jahre 1506, und ohne Zweifel eine Naturstudie von der italienischen

Reise.

143. Landschafts-Studie in Wasserfarben, der Kopf einer Tanne ist

besonders dargestellt.

144. Farbenstudien von Pflanzen und Wurzeln.

145. Kreidezeichnung eines knieenden Christuskindes mit den

Leidens-Instrumenten.

146. Ein lesender Heiliger, in der linken Hand eine Palme haltend, auf

grau Papier, weiß gehöhet, vom Jahre 1520.

147. Ein Jüngling mit einem Lockenkopf unter einem Baume, welcher die

Viola spielt, sehr schöne Farbenzeichnung mit der Jahrszahl 1507, die

Umrisse mit der Feder.

148. Ein knieender Heiliger, hinter ihm der Henker.

149. Erster Entwurf zu dem Kupferstich des verlorenen Sohnes, B. 28.

Sehr schöne Federzeichnung; die Figur des verlorenen Sohnes und ein

Theil der Schweine sind ausgeführt, das Uebrige -- namentlich die

Gebäude -- ist nur angelegt.

150. Nürnberger Matrone in ganzer Figur, dieselbe, welche auf dem

Holzschnitt der Vermählung in »unser Frauen Leben«, B. 82, vorkommt.

151. Colorirte Zeichnung, welche eine weibliche Figur mit brennender

Fackel darstellt, zu welcher ein von Bienen verfolgter Amor läuft. Neben

diesem sieht man drei Bienenkörbe, von denen der eine umgestürzt ist.

Zur Seite steht »Pluto« und

»Der Bienen stich bringt großen Schmerz

So auch die Lieb verwundt manches Hertz

Mit Freud an Lust mit Angst und Qual

Lieb ist voll Honig und bitter gall.«

152. Die allegorische Figur des Mammons mit dem Merkurstabe, welcher die

verschiedenen Stände an Ketten nach sich zieht, einen Kaufmann, einen

Gelehrten, einen Krieger, ein Frauenzimmer. Colorirte Zeichnung.

153. Eine Federzeichnung auf braunem Grunde, den oberen Theil eines

Portals mit acht reizenden Knaben darstellend, mit dem Wappen des

Cardinals Longius von Augsburg, Bischof von Gurk, zur Zeit Julius II.

154. Studie in Kreide von zwei Unterarmen und Händen, vom Jahre 1518.

155. Vortreffliche Federstudie von Armen und Händen zu einer Eva, welche

den Apfel faßt, und einem Adam. -- Daneben Felsenstudien.

156. Drei Entwürfe mit der Feder auf schwarzem Hintergrunde, in jedem

eine Eva mit dem Apfel in einer anderen Stellung darstellend.

Zwei davon sind mit der Jahrzahl 1506, einer ist 1507 bezeichnet.

157. Entwurf eines Apollo, in der Hand eine Sonne, in welcher der

rückwärts geschriebene Name Apollo steht.

158. Umriß einer weiblichen Figur, mit einem eingetheilten Zirkel, vom

Jahre 1500. Der Grund ist grün schraffirt und auf der Rückseite befindet

sich dieselbe Figur mit Eintheilungen. Auf einem Blatt in klein Folio

daneben steht eine Erklärung in 44 Zeilen von Dürer’s Hand. -- Es ist

dies wohl einer der ersten Versuche zu dem von Dürer mit so

unglaublicher Ausdauer und Sorgfalt während seines ganzen Lebens

vorbereiteten Werke »Vier Bücher von menschlicher Proportion, 1528.[75]

159. Umriß einer fortschreitenden männlichen Gestalt, von der Seite

gesehen, mit der Jahrszahl 1526, anscheinend Studie zu demselben Werke,

denn auf der Rückseite ist dieselbe Figur mit mathematischen

Einteilungen.

160. Umriß derselben Figur, von vorn gesehen, ebenfalls mit Einteilungen

auf der Rückseite, vom Jahre 1526.

161. Zeichnung vom Jahre 1509, oben rund. Sie stellt Gott Vater, von

Engeln umgeben dar, unten sind Engel, welche Teufelsgestalten

niederstürzen, rechts zur Seite wird einem knieenden Manne --

augenscheinlich Portrait -- von einem Engel zugesprochen.

162 und 163. Colorirte Federzeichnungen zu einem Schuh in natürlicher

Größe, nebst dabei geschriebenen Erläuterungen.

164. Federzeichnung des St. Antonius des Einsiedlers mit Kreuz und

Glocke, welcher in einem Buche liest.

165. Colorirte Zeichnung zweier fliegender Engel, welche eine Krone

tragen.

166. Ein Kameel, auf beiden Seiten des Blattes mit der Feder gezeichnet,

aus der Sammlung des Sir Peter Lely.

167. Eine Maria mit dem Kinde auf einer Rasenbank sitzend, in einem

reichen weit ausgebreiteten Gewande; reizende, sehr leichte

Federzeichnung, mit der Jahrszahl 1503.

=ad 5.= In dem =Königlichen Kupferstich-Cabinet= zu =Berlin=, besteht

der Hauptschatz Dürer’scher Zeichnungen in 57 Portraitskizzen aus der

früheren Sammlung des Herrn von Derschau in Nürnberg, welche zu der etwa

gleichen Zahl gehören, die Heller aus derselben Sammlung erwarb und in

seinem Leben und Werken Albrecht Dürer’s, pag. 21 bis 34, näher anführt

und beschreibt. --

Sämmtlich sind sie mit Kohle und Kreide meist sehr leicht gezeichnet und

die dargestellten Personen nach links gewendet, bis auf eine einzige

Ausnahme[76], ganz im Profil dargestellt.

Gleich den Hellerschen -- gegenwärtig in der Stadtbibliothek zu Bamberg

aufbewahrten -- sind die Zeichnungen silhouettenartig ausgeschnitten und

auf starkes weißes Papier geklebt, so daß die Wasserzeichen selten

wahrgenommen werden können.

Nach den alten Unterschriften und der Einordnung des Königlichen

Kupferstich-Cabinets sind die Dargestellten:

Fürstliche Personen, 10, als:

»Markgraff Jochain Churfürst«

»Markgraff Jochain, Sohn«

»Frau Margareth,«

»Bischoff zu Brandenburg,«

»Albrecht Bischoff und Churfürst zu Maintz,«

»Der von Anhaldt,«

»Geörg Graf zu Wirtenberg,«

»Friedrich von Bayern, Pfalzgraff etc.«

Zwei ohne Namensbezeichnung.

Vornehme vom Adel, 5, als:

»Ulrich von Hutten,«

»Bonaventura Fortenbach,«

»Graf Bertolt von Henneberg,«

»N. von Emershofer, Teutscher Herr,«

»Sigmundt von Dietrichstein.«

Geistliche, 9, als:

»Bischoff zu Trient,«

»Mathias Archiepiscob Saltzburg,«

»Johannes Administrator Episcop: Ratisp,«

»Bischoff zu Speyer,«

»Abbas fontis Salicitis,«

»Udalricus Abbas S. Pauli, Vallis Lauentenensis,«

»Abbas Scti Egidij Nürmberge,«

»Prediger bei St. Egidien,«

»Melchior Pfintzing Abt zu St. Sebald und St. Victor.«

Patrizier, Nürnberger, 15, als:

»Bernhardt Hürßvogel,«

»Felix Hemsin im Hof,«

»Geörg Folkheimer,«

»Katharina Folkhaimerinn,«

»Ulrich Starkh,«

»Enders im Hof,«

»Georg Schlauderspach,«

»Sebaldt Pfinzing,«

»Barbara Schedlin,«

»Anna Maria Pfinzinginn,«

»Martin Pfinzing,«

»Thomasin Florianus,«

»Lorentz Staiber,«

»Friedrich Behaim,«

»Herr Heinrich Stainheurl.«

Verschiedene, 18, als:

»Portugales,«

»Vintzentz Pumbelt,«

»Maister Lucas,«

»Hanns Tummer,«

»Häug Huebner,«

»Hoffräulein bey der E. Herzoginn Margareth,«

»Jacob Ponisio,«

»Braun Engel,«

»Maister Conrad Schnitzer,«

»Heinrich Schlicke,«

»Maister Mathes Parbierer,«

»Thomas Polonius,«

»Hoffräulein bey der E. H. Margareth,«

»Maister Hans Voltz Parbierer,«

Vier ohne Namensunterschrift.

Ausser diesen Portraitskizzen, die ohne Zweifel von den Skizzenbüchern

herrühren, welche Dürer mehrfach in dem Tagebuche seiner niederländischen

Reise erwähnt, von denen aber nur etwa ein Dutzend dieser Reise

angehören, besitzt das Cabinet drei ausgeführtere Portraitzeichnungen

in Kreide.

1. Ein besonders schönes kräftig gezeichnetes männliches Brustbild, 13

Zoll 6 Linien hoch, 9 Zoll 6 Linien breit, mit dem Monogramm und der

Jahrszahl 1520 bezeichnet.

Das etwas zur Linken dem Beschauer zugewendete Gesicht ist zu beiden

Seiten durch volles Lockenhaar gehoben, welches ein barettartiger Hut

bedeckt.

2. Ein nach rechts gewendeter Frauenskopf mit Dürers Monogramm, hoch 11

Zoll, breit 8¾ Zoll, kräftig schattirt.

3. Weibliches Brustbild mit halb geschlossenen Augen, etwas nach rechts

gewendet und leicht colorirt, mit der Jahrszahl 1505 und dem Monogramm

bezeichnet. Hoch 10 Zoll, breit 7½ Zoll. Der Kopf ist mit einem Schleier

bedeckt.

Die Zahl der übrigen dem Albrecht Dürer zugeschriebenen Zeichnungen

beläuft sich auf 62 Blatt, doch ist manches darunter was zweifelhaft

sein, mehreres, welches unserm Meister entschieden nicht angehören

dürfte.

Ausgezeichnet schön ist ein Studienblatt ohne Monogramm und Jahrszahl,

hoch 14 Zoll 6 Linien, breit 10 Zoll 7 Linien, auf welchem ausser zwei

Muscheln, zwei Flügel eines Vogels und mehrere einzelne Federn mit der

höchsten Farbenpracht und der bewundernswürdigsten Feinheit des Pinsels

in Wasserfarben ausgeführt sind. Sie gehören zu dem Schönsten welches

Dürer in dieser Art gearbeitet hat.

Nicht minder schön und vollendet ist der Flügel eines Vogels, ebenfalls

in Wasserfarben, aus der berühmten Crozat Mariette’schen Sammlung, Hoch

6 Zoll 7 Linien. Breit 4 Zoll 8 Linien mit dem Monogramm und der

Jahrszahl 1500 bezeichnet.

Die Federn sind schwarz mit weißen Spitzen und einigen grünen gemischt.

Von den zahlreichen Darstellungen von mancherlei Thieren und Inseckten,

letztere in natürlicher Größe, die Thiere meist in kleinem Format und

colorirt, sind 20 Blatt wohl entschieden ächt.

Unter den übrigen colorirten Zeichnungen verdienen besonderer Beachtung:

Die Darstellung eines Bades in einem von hohen Felsen umgebenen

Wasser-Bassin mit zwei Frauen und vier Männern, von denen der eine die

Geige spielt.

Die Zeichnung ist hoch 11 Zoll 2 Linien, breit 11 Zoll 6 Linien, und

scheint nach einer zweizeiligen Unterschrift von Dürer’s Hand, welche

sich auf die Ausführung bezieht, als Modell für eine

Goldschmieds-Arbeit, entworfen zu sein.

Ein runder auf zwei Vogelbeinen stehender Kessel auf dessen Deckel ein

Löwe ruhet, mit dem Monogramm und der Jahrszahl 1513 bezeichnet, darüber

ist eine Bandrolle mit der Inschrift FORTES FORTUNA JUVAT. Hoch 10 Zoll,

breit 8 Zoll.

Ausgeführte Federzeichnungen und Entwürfe zu bekannten Kupferstichen

oder Holzschnitten Dürer’s fehlen der Sammlung, doch stellt eine artige

Federzeichnung einen auf dem linken Knie ruhenden Kriegsmann dar, der in

der linken Hand einen Hahn, mit der rechten einen Becher empor hält. Sie

ist hoch 9 Zoll 4 Linien, breit 6 Zoll 7 Linien und hat das Monogramm

mit der Jahrszahl 1501.

Eine leichte Federzeichnung mit dem Monogramm und der Jahrszahl 1510

hoch 8 Zoll 9 Linien, breit 6 Zoll 2 Linien zeigt den heiligen

Augustinus stehend.

Ausgezeichnet ist ein mit dem Monogramm versehener leichter

Federentwurf, hoch 7 Zoll 10 Linien, breit 12 Zoll, welcher fast nur in

Umrissen den von verschiedenen Nationen und Ständen getragenen Erlöser

darstellt.

Christus sitzt, als Mann der Schmerzen, umgeben von Maria und Johannes,

auf dem Rande eines viereckten Brunnen-Beckens, unter einem geschweiften

und verzierten Thronhimmel. An drei Seiten des Beckens sieht man

Delphine, auf welchen musicirende Engel sitzen. Es wird durch zwei lange

Tragstäbe auf den Schultern von 15 Männern getragen, von denen 7 vorn

und 8 hinten gehen und welche verschiedene Nationen und Stände, jedoch

mit Ausnahme des Wehrstandes, darstellen.

Ein fast lebensgroßer liegender Haase, von vorn gesehen, in Wasserfarben

auf Pergament, hoch 13 Zoll, breit 9 Zoll 6 Linien, hat neben dem

Monogramm die Jahrszahl 1528.

Ein nach rechts gewendeter Christuskopf mit der Dornenkrone, in einer

Rankeneinfassung wie man solchen wiederholt von unserm Meister

antrifft, ist hier auf grünem Grunde mit Gold gehöhet, und auf einem

Täfelchen neben dem Monogramm mit 1510 bezeichnet.

Ein Blatt von präparirtem Papier aus einem der Skizzenbücher Dürer’s,

hoch 7 Zoll 6 Linien, breit 5 Zoll 6 Linien, ist auf beiden Seiten mit

je zwei sehr fein mit einem Metallstift gezeichneten Landschafts-Studien

bedeckt, die eine davon ist leicht colorirt. Darüber stehen auf einer

Seite undeutliche Inschriften und die Jahrszahl 1514. Auf der andern

Seite liest man von Dürer’s Hand »Kaltemstall bei stuckart 1515«, wonach

anzunehmen sein dürfte: daß Dürer die in diesem Jahre angetretene Reise

nach Augsburg auch weiter ausgedehnt habe.

=ad 6.= Die Sammlung Dürer’scher Zeichnungen des verdienstvollen =Joseph

Heller= ist dessen letztwilliger Verfügung zufolge, welche seinen ganzen

Kunstnachlass der Stadt =Bamberg= überwies, gegenwärtig der dortigen

Stadt-Bibliothek einverleibt und wöchentlich zweimal, Mittwochs und

Sonnabends, Jedermann zugänglich. Der frühere Besitzer hat dieselbe im

2. Band seines Lebens u.s.w. Albrecht Dürer’s pag. 19 bis 34

beschrieben.

Von besonderem Interesse ist darin die bedeutende Zahl der

ausgeschnittenen Portrait-Skizzen, in Kohlen und Kreide, aus Dürer’s

Skizzen-Büchern, welche vorher im Besitz des Herrn von Derschau in

Nürnberg waren, und von denen mehr als 30 nach dem Tagebuche unsers

Meisters, auf dessen Niederländischer Reise gezeichnet sind. Sonst ist

mehreres Zweifelhafte unter den Blättern, von großer Schönheit indeß der

auf Pergament in den glänzendsten Farben ausgeführte Flügel eines

Vogels.

=ad 7.= Die von dem verstorbenen Senator Dr. =Klugkist= in =Bremen= mit

dem regsten Kunsteifer und unter besonders glücklichen Umständen

zusammengebrachte reiche Sammlung der Werke Albrecht Dürer’s hat

derselbe seiner Vaterstadt vermacht, wo sie in der dortigen Kunsthalle

verwahrt wird. Sie enthält an Dürer’schen Zeichnungen 33 Stück, welche

früher der von Grünling’schen Sammlung in Wien angehörten und von Heller

pag. 120 und folgende unter den Nummern 1, 2, 4, 6, 8, 10, 11, 12, 14,

16, 17, 18, 19, 20, 22, 23, 25, 27, 28, 31, 32, 35, 36, 39, 40, 41, 43,

44, 45, 46, 48, 49 und 50 beschrieben sind.

Nicht alle haben gleichen Werth, einige sind zweifelhaft, dagegen

befinden sich auch darunter verschiedene ganz vortreffliche

Blätter, sehr interessante Studien von Gewändern und Händen, sowie

Landschafts-Skizzen nach der Natur von Dürer’s Reisen und die

merkwürdige von Heller unter Nr. 28 aufgeführte Zeichnung, welche mit

der Jahrszahl 1489 und noch nicht mit dem Monogramm, sondern den bei

einander stehenden Buchstaben AD bezeichnet, einen höchst interessanten

Blick in die frühesten Kunstleistungen unsers Künstlers thun läßt.

Ausser diesen Zeichnungen der von Grünling’schen Sammlung befinden sich

noch folgende sehr beachtungswerthe Arbeiten Dürer’s in dieser Sammlung,

als:

1. Brustbild des Cardinal-Churfürsten Albert von Mainz, Federzeichnung

vom Jahre 1518, hoch 5 Zoll, breit 3 Zoll 9 Linien.

Es ist die Zeichnung, welche zu dem Kupferstiche B. Nr. 102 gedient hat,

und die Schrift ist, um bequemer danach zu arbeiten, verkehrt

geschrieben.

2. In einer Landschaft hält rechts ein Kaiser zu Pferde mit Gefolge, vor

ihm kniet ein Mann, anscheinend ein Verbrecher, welcher nach der links

auf einer Anhöhe sichtbaren Richtstätte geführt werden soll. Hinter ihm

ist ein Soldat mit anderen nachfolgenden. Sehr reiche Federzeichnung,

hoch 9 Zoll 6 Linien, breit 8 Zoll.

3. Männliche Figur auf beiden Seiten des Blattes gezeichnet zu dem Werke

«der menschlichen Proportionen« mit Zahlen und Bezeichnungen, auch der

Jahrszahl 1513 versehen, feine Federzeichnung, hoch 10 Zoll 4 Linien,

breit 8 Zoll 9 Linien.

4. Eine leicht colorirte Zeichnung, welche einen Bauer und eine Bäuerin

neben einander stehend darstellt. -- Sie umfaßt ihn lachend von hinten

und fühlt mit ihrer linken Hand in des Mannes Munde nach dessen Zähnen.

Mit 1515 bezeichnet, hoch 11 Zoll, breit 6 Zoll 4 Linien.

5. Federskizze zu dem Holzschnitt der Tod der Maria in »unser Frauen

Leben«, B. Nr. 93, hoch 11 Zoll, breit 8 Zoll, aus der Sammlung Esdale.

Albrecht Dürer's Kupferstiche, Radirungen, Holzschnitte und Zeichnungen · 第 10 / 12 段