Da er bereits im Jahre 1498 das große Holzschnitt-Werk der A

Anmerkungen zur Transkription:

Fett gedruckter Text ist gekennzeichnet mit =ist gleich=, gesperrter mit

_Untenstrich_ und Fraktur mit ~Tilde~. Hochgestellter Text ist

gekennzeichnet mit einem Winkelzeichen, z.B. 23^{ster}.

[Illustration]

Albrecht Dürer’s

Kupferstiche, Radirungen, Holzschnitte und Zeichnungen,

unter besonderer Berücksichtigung der dazu verwandten Papiere und deren

Wasserzeichen

vom

Oberbaurath B. Hausmann.

[Illustration]

Mit einem Holzschnitt und acht Tafeln Abbildungen der Wasserzeichen.

Hannover.

Hahn’sche Hof-Buchhandlung.

1861.

Schrift und Druck von Fr. Culomann.

Inhaltsverzeichnis

Vorwort. I

Abschnitt I. Die Kupferstiche und Radirungen Albrecht Dürer’s. 1

Abschnitt II. Die Holzschnitte Albrecht Dürer’s. 43

Abschnitt III. Die Handzeichnungen Albrecht Dürer’s. 101

Abbildungen

Fußnoten

Vorwort.

Bei dem Studio der Incunabeln und alten Drucke des fünfzehnten

Jahrhunderts ist -- namentlich in neuerer Zeit -- eine besondere

Aufmerksamkeit auf die dazu gebrauchten Papiersorten und deren

Fabrikzeichen (Wasserzeichen) gerichtet, über welche die vortrefflichen

Werke von Sotheby[1] und anderen, sowie manche Aufsätze im Serapeum, die

belehrendste Auskunft geben. Nicht gleiche Berücksichtigung hat indeß

dieser Gegenstand bisher in Beziehung auf die Kupferstiche und

Holzschnitte der alten Meister gefunden, und doch bieten gerade bei

diesen die Papiere und deren Wasserzeichen die interessantesten

Aufschlüsse dar, in Beziehung auf die für jeden Kunstfreund, besonders

aber für den Sammler, wichtige Frage über die Priorität der Abdrücke.

Bekanntlich haben sich manche Kupferplatten der alten Meister,

vorzüglich aber viele ihrer Holzstöcke, noch nach ihrem Tode, zum Theil

durch mehrere Jahrhunderte bis auf die Neuzeit erhalten, und sind in den

verschiedensten Zeiträumen abgedruckt.

Von entschiedenem Interesse muß es daher für den Kunstliebhaber sein,

wenn er auch ohne die nicht immer mögliche Vergleichung mit anderen

Abdrücken, schon aus den Papieren des vorliegenden Blattes beurtheilen

kann, ob der Druck älter oder neuer ist.

Es kann freilich selbstredend, aus den Papieren allein, ein stets

zutreffender Schluß auf die Güte des Abdrucks nicht gezogen werden, denn

es kommen zuweilen, auf den ersten Papieren, in Folge häufigerer

Benutzung der Platte stumpf gewordene, bei dem Druck mißrathene, oder

durch spätere Behandlung verdorbene Abdrücke vor; doch wird es dem

Sammler, welcher, die Papiere beachtend, Vergleiche anstellt, nicht

entgehen, wie in der Regel die Güte der Abdrücke zu gewissen

Papiersorten in genauer Beziehung steht.

Bei keinem der alten Meister ist aber das Studium der Papiere und deren

Wasserzeichen wichtiger und belohnender, als bei Albrecht Dürer, da

seine zahlreichen, von Anfang an bewunderten und beliebten Arbeiten in

Abdrücken von der allerverschiedensten Güte vorhanden sind, welche in

sehr von einander entfernten Zeitabschnitten, sowohl während seines

Lebens, als nach seinem Tode genommen wurden, und diese Zeitabschnitte

sich, zum Theil mit Entschiedenheit, nach den zu den Abdrücken

gebrauchten Papiersorten bestimmen oder doch unterscheiden lassen.

Namentlich glaube ich: daß bei den von Dürer mit gedrucktem Text

herausgegebenen Holzschnittfolgen, die so lange streitige Frage wegen

der Priorität der Abdrücke, mit oder ohne Text, sich durch die Papiere

und deren Merkmale mit Bestimmtheit lösen lässt.

Ich selbst, einer der ältesten Dürer-Sammler, denn die ersten

Erwerbungen für mein gegenwärtig sehr vollständiges Werk geschahen schon

im September 1806 in Paris, bin erst seit etwa sechs Jahren auf die

Wichtigkeit des Studiums der Papiere aufmerksam geworden, habe aber

dasselbe seitdem mit regem Eifer verfolgt und für diesen Zweck, auf

wiederholten Reisen, den größten Theil der öffentlichen Sammlungen

Dürer’scher Werke, in und ausserhalb Deutschlands, sowie zahlreiche

Privat-Sammlungen sorgfältig durchgesehen, und gestrebt, durch

Zusammenstellung der gemachten Beobachtungen zu bestimmten Resultaten zu

gelangen.

Bei der Prüfung der Privat-Sammlungen, bin ich von mehreren der eifrigen

und unterrichteten Besitzer derselben auf das wirksamste unterstützt,

und bei den Vorständen der öffentlichen Sammlungen habe ich, fast ohne

alle Ausnahme, eine so bereitwillige Zuvorkommenheit gefunden, daß ich

solches nicht dankbar genug erkennen kann.

Leider hat bei einem großen Theile der öffentlichen Sammlungen, das

Einkleben der Blätter in Bücher, oder das sorgfältige Befestigen

derselben auf die Untersatzbogen, an allen vier Ecken, meine Bemühungen,

die Wasserzeichen zu erkennen, sehr erschwert, häufig ganz unmöglich

gemacht, und meine Erfolge sind daher, ungeachtet der ausserordentlich

großen Zahl von mir geprüfter Abdrücke, durchaus nicht als _erschöpfend_

zu betrachten.

Diese Ueberzeugung hätte mich vielleicht abhalten sollen, mit den

Resultaten der von mir gemachten Bemerkungen jetzt schon vor die

Oeffentlichkeit zu treten; doch darf man im 78^{sten} Lebensjahre,

Nichts auf kommende Zeiten verschieben, und ich hoffe, daß diese, wenn

auch mangelhafte Arbeit, jüngere Kräfte veranlassen wird, sie zu

vervollständigen und den interessanten Gegenstand weiter zu verfolgen.

Bei Erwähnung der einzelnen Blätter unsers Meisters habe ich indeß

geglaubt, mich nicht allein auf das Papier derselben beschränken zu

dürfen, da mein langjähriges Sammeln, und die Untersuchung einer so

großen Menge von Abdrücken, mir Gelegenheit gegeben hat, auch andere

bisher nicht beachtete Notizen zu nehmen, deren Mittheilung nicht ohne

Werth sein, namentlich auch zur Berichtigung mancher durch Heller und

seine Nachschreiber verbreiteten Irthümer beitragen dürfte.

Ich habe dabei auch die interessanten Nachrichten des Vasari[2] über die

Kupferstiche und Holzschnitte Dürer’s berücksichtigt, welche bisher in

unsern Werken über dieselben fast gar keine Würdigung gefunden haben.

In dem dritten Abschnitt sind von mir einige Nachweisungen über die

große Zahl der vorhandenen Zeichnungen und Skizzen unsers Meisters

hinzugefügt, da dieselben bis jetzt weder bekannt noch beachtet genug,

und doch so sehr geeignet sind, über die Entwickelung und die

vielseitige Thätigkeit dieses großen Künstlers, die wichtigsten

Aufschlüsse zu geben.

Auch bei diesen habe ich auf die gebrauchten Papiere und ihre

Kennzeichen besondere Aufmerksamkeit verwendet, da eine Beachtung

derselben es nicht selten dem Liebhaber erleichtern wird, die Originale

von den zahlreichen späteren oft sehr geschickten Nachahmungen zu

unterscheiden.

Um die Vergleichung zu erleichtern, habe ich von den wichtigsten

Wasserzeichen Durchzeichnungen nehmen lassen und sind solche auf den

angefügten Tafeln in der wirklichen Größe abgebildet. Ich muß indeß

dabei bemerken, daß mehr oder mindere Abweichungen in den Formen dieser

Fabrikzeichen nicht selten vorkommen. Von manchen Wasserzeichen ist es

mir nicht möglich gewesen, eine genaue Durchzeichnung zu erhalten, und

habe ich mich bei diesen daher, auf eine Angabe der Form derselben und

die Entfernung der Drathlinien des Papiers beschränken müssen.

Bei allen vorkommenden Maßen ist der altfranzösische Zoll mit der

Eintheilung in 12 Linien zur Anwendung gebracht.

_Hannover_, den 15. Mai 1861.

B. Hausmann.

Abschnitt I.

Die Kupferstiche und Radirungen Albrecht Dürer’s.

Einleitung.

Die Dürer’schen Kupferstiche und Radirungen lassen sich nach Drei

Haupt-Perioden eintheilen, nämlich:

1) Diejenigen, welche bis zu seiner Reise nach Venedig gearbeitet

wurden, also bis gegen Ende des Jahres 1505.

2) Diejenigen aus der Zeit nach der Italienischen Reise bis zu der

Reise nach den Niederlanden, vom Jahre 1507 bis 1520, und

3) Diejenigen, welche nach der Rückkunft aus den Niederlanden

entstanden, vom Jahre 1521 bis 1527.

Wie sich im Allgemeinen eine Verschiedenheit der Behandlung in diesen

drei Perioden wahrnehmen lässt, so tritt auch eine Verschiedenheit der

in denselben zu den Abdrücken verwandten Papier-Sorten und ihrer

Wasserzeichen hervor, wohlverstanden _der_ Papier-Sorten, welche sich

bei den _früheren_ Abdrücken vorfinden, denn der Fall ist häufig: daß

man von derselben Platte gute, zuweilen selbst schöne, wenn gleich

später genommene Abdrücke auf Papier-Sorten einer der folgenden Perioden

antrifft.

Die Haupt-Papier-Sorte der _Ersten Periode_ hat das Wasserzeichen des

Ochsenkopfes, doch kömmt auch Papier mit dem Wasserzeichen des

gothischen ~P~ vor.

Papier mit dem Wasserzeichen des Ochsenkopfes findet man, in großer

Verschiedenheit der Form und der Beiwerke, schon bei den ältesten

Bücher-Drucken, und auch Martin Schön bediente sich desselben

vorzugsweise zu seinen Kupferstichen.

Nach neueren Ermittelungen des Herrn Commissairs Gütermann in Ravensburg

war der Ochsenkopf das Fabrikzeichen des von der Familie Holbain und

deren Nachfolgern verfertigten Leinen-Papiers[3].

Das von Dürer zu seinen Kupferstichen benutzte Papier, mit jenem

Wasserzeichen, wie solches auf den angefügten Tafeln unter Nr. 1

abgebildet ist, hat über dem Ochsenkopf einen einfachen Drathstrich mit

einer 5-blättrigen Blume, unter demselben einen gleichen Strich, der mit

einer dreieckigen Spitze und zwei Queerstrichen darüber endigt.

Die Masse dieses Papiers ist überaus weich und fein, es ist mit einem

sehr dichten Drathsieb geschöpft und so dünn: daß man das Wasserzeichen

zuweilen schon auf der Stirnseite sehen kann. Die durchlaufenden

Drathstriche sind nicht stark, oft schwer wahrzunehmen; ihre Entfernung

beträgt gewöhnlich 13¾ bis 14¼ Pariser Linien, doch ist solche auch

etwas geringer bis 13¼, oder etwas größer bis 15 Linien.

Dieses Papier ist, seiner Feinheit wegen, sehr dem Einreißen ausgesetzt,

sonst für die Schönheit der Abdrücke besonders günstig.

Bei einzelnen Stichen Dürers -- jedoch nicht häufig -- kommt ein Papier

mit dem Ochsenkopfe vor, über welchem sich auf doppelten Drathstrichen

ein Kreuz mit einer Blume darüber befindet, Nr. 2. Dieses ist bedeutend

dicker als das vorher bezeichnete, pergamentartig, und die Drathstriche

sind kaum bemerkbar.

Das Papier mit dem gothischen ~P~, Nr. 3, ist ebenfalls stärker als das

feine Ochsenkopf-Papier und zeigt im Gewebe eine weit weniger dichte

Schöpfform, die Drathstriche sind oft nicht zu erkennen.

* * * * *

In der _zweiten_ Periode findet man im Anfange, namentlich bei den

kleineren Blättern, noch häufig das Papier mit dem Ochsenkopf, auch

trifft man es, jedoch selten, bei einzelnen der größeren Blätter aus

dieser Zeit. Bald aber, und besonders nach 1510, wird dieses durch das

Papier mit dem Wasserzeichen der hohen Krone verdrängt, und verschwindet

ganz bei den größeren Blättern mit dem Jahre 1513. An dieses Papier mit

der hohen Krone reihen sich, wiewohl nicht so häufig, Papiere mit den

Wasserzeichen des Reichsapfels, eines Ankers im Kreise, und zweier mit

Zinnen gekrönter Thürme, welche durch eine Mauer verbunden sind.

Das Papier mit dem Wasserzeichen der hohen Krone (auch wohl Kaiser-Krone

genannt), Nr. 4, welches, zwar selten, doch namentlich bei alten

Zeichnungen schon in den letzten Jahren des 15. Jahrhunderts vorkömmt,

und von unserm Meister in den zu der Verwendung geeigneten Sorten

besonders viel gebraucht ist, hat im Stirnreif der Krone fünf Perlen und

auf dem hohen verzierten Bügel ein Kreuz. Die Masse des Papiers ist

nicht so milchweiss wie bei demjenigen mit dem Ochsenkopf, sie fällt

etwas ins gelbliche und ist mit einer weniger dichten Drathform

geschöpft. -- Das Papier ist griffiger und bei den erhaltenen Rändern

gegen die Platte vorstehend.

Die Drathstriche sind sichtbar, aber in ihrem Abstände oft auf

demselben Bogen verschieden. Gewöhnlich findet man sie 13½ bis 14

Pariser Linien von einander entfernt, zuweilen nur 12½ und 13, dagegen

auch 15¼ Linien, letzteres jedoch selten.

Das Papier mit dem Reichsapfel und einem fünfstrahligen Stern darüber

als Wasserzeichen, Nr. 5, ist fest und hat 13¾, zuweilen auch 15 Linien

entfernte Drathstriche.

Dasjenige mit dem Wasserzeichen des Reichsapfels, mit einem Kreuz

darüber, Nr. 6, ist besonders fest und in innerer Güte dem Kronen-Papier

ähnlich, es unterscheidet sich indeß von diesem dadurch, daß der Abstand

der Drathstriche nur 11½ Linien beträgt.

Das Papier mit dem Wasserzeichen des Ankers im Kreise, Nr. 7, ist nicht

sehr fein von Masse, aber kernigt; die Drathstriche sind 13½ bis 14

Linien von einander entfernt.

Bei den Papieren, deren Wasserzeichen in zwei mit Zinnen versehenen

Thürmen besteht, welche ein durchbrochenes Stück Mauer, mit ein oder

zwei Spitzen darunter, verbindet, Nr. 8 und 9, findet man die Masse

fein, wenngleich nicht immer so rein, wie bei manchen der früheren

Sorten; die Entfernung der Drathstriche ist verschieden und beträgt 12,

13¼ auch 14 Linien.

* * * * *

Das in der _dritten Periode_ fast ausschliesslich vorherrschende Papier

hat das Wasserzeichen eines kleinen Kruges mit einem Henkel.

In den allerletzten Lebensjahren Dürers kömmt noch das Wasserzeichen

eines Wappens mit zwei Lilien und einer großen Krone darüber, so wie das

ebenfalls mit einer Krone bedeckte Wappen von Nürnberg vor.

Das Papier mit dem Henkelkruge, Nr. 10 oder 10^a, ist von einer feinen

weißen Masse, nicht sehr dick, doch in sich fest. Seine Drathstriche

haben eine Entfernung von 12¾ bis 13¼ Pariser Linien.

Bei den _ersten Abdrücken_ Dürer’scher Blätter findet man dasselbe vor

dem Jahre 1520 nicht, dagegen kömmt es bei den späteren Abdrücken

mehrerer Platten aus früheren Perioden vor, welche, wenngleich weniger

kräftig als früher, der auf den Druck verwandten Sorgfalt nach, von

unsrem Meister selbst veranstaltet zu sein scheinen, vielleicht um den

auf der Niederländischen Reise abgesetzten Vorrath zu ergänzen. --

Vorzüglich trifft man es aber bei solchen Platten, deren Abdrücke früher

weniger in den Handel gekommen und in dem Reise-Tagebuche unter denen

auf derselben verkauften nicht verzeichnet sind.

Allgemeine Verwendung scheint dieses Papier aber nach Dürers Tode bei

dem Abziehen seiner Kupferplatten aus allen Perioden gefunden zu haben,

denn man findet dasselbe häufig bei Abdrücken, deren breite Papierränder

erhalten sind, welche aber den früheren Abdrücken, namentlich denen auf

Ochsenkopf- oder Kronen-Papier an Wärme und Frische der Farbe

wesentlich nachstehen. So hatte unter anderen ein großer Theil, der

durch breite Papierränder mehr, als durch die Schönheit des Drucks

ausgezeichneten Blätter der im Jahre 1853 in Leipzig verkauften

Ackermannschen Sammlung, Papier mit dem Wasserzeichen des Henkelkruges.

Das Wasserzeichen des mit einer Krone bedeckten Wappenschildes mit zwei

Lilien und einem gothischen ~b~ darunter, Nr. 11, ist auch in Hellers

Leben und Werke Albrecht Dürers, 2. Theil, pag. 46, abgebildet. Die

Drathstriche haben eine Entfernung von 11 Linien.

Das Papier mit dem Wappen von Nürnberg und einer Krone darüber, Nr. 12,

welches am frühesten auf einzelnen Bogen Dürer’scher Manuscripte auf der

Nürnberger Stadt-Bibliothek vorkommt, hat eine Entfernung der

Drathstriche von 13¾ Linien.

Die Papiere mit dem vorbemerkten Wasserzeichen 1 bis 12 glaube ich,

meinen Wahrnehmungen nach, als diejenigen bezeichnen zu dürfen, welche

Albrecht Dürer _in der Regel_ zu den von ihm selbst gemachten oder

besorgten Abdrücken seiner Kupferstiche und Radirungen verwendet hat,

welches indeß nicht ausschliesst: daß einzelne andere Papiere, ohne oder

mit abweichenden Wasserzeichen von ihm -- jedoch nur in einzelnen Fällen

-- gebraucht sein mögen.

Von einer Anzahl anderer Wasserzeichen, welche man in Abdrücken

Dürer’scher Platten antrifft, glaube ich dagegen bestimmt behaupten zu

können: daß solche Papieren angehören, welche erst nach Dürer’s Tode,

theilweise erst in späteren Zeiten, zu seinen Kupferstichen und

Radirungen verwendet wurden.

Die vorzüglichsten davon sind:

Der stehende Hund mit gestutzten Ohren, Nr. 13. Entfernung der

Drathstriche 13¼ Linien.

Zwei Thürme mit einem Mauerstück dazwischen, Nr. 14. Entfernung der

Drathstriche 11½ Linien.

Das Wappen der Stadt Schrobenhausen in Ober-Bayern, Nr. 15. Abstand der

Drathstriche 13 bis 13¾ Linien.

Das, dem der Stadt Nürnberg ähnelnde Wappen mit einem Mohrenkopfe

darunter, Nr. 16. Entfernung der Drathstriche 12¾ Linien.

Der doppelte Reichsadler mit einem Thurm, Nr. 17. Entfernung der

Drathstriche 12 Linien.

Das Wahrzeichen von Augsburg, der Kelch mit dem Tannzapfen

(Zirbel-Nuss), Nr. 18. Abstand der Drathstriche 16 Linien.

Auch auf diesen Papieren findet man ab und an einen guten Abdruck, doch

nur von einzelnen bis dahin weniger abgenutzten Platten. Einen Vergleich

mit früheren frischen Abdrücken halten sie indeß nicht aus.

Die Bestimmung der Papier-Sorte des einzelnen Abdrucks bietet übrigens

oft große Schwierigkeiten dar, denn in der bei weitem größeren Zahl der

in den Sammlungen vorhandenen Dürer’schen Blätter ist das Wasserzeichen

nicht zu sehen.

Ungeachtet der eifrigst darauf verwendeten Sorgfalt ist es mir bis jetzt

bei 23 Dürer’schen Blättern nicht gelungen, ein Wasserzeichen

aufzufinden, und in den vollständigsten der mir zugänglich gewesenen

Sammlungen beträgt die Zahl der Abdrücke mit sichtbarem Wasserzeichen,

die kleine Passion ausgenommen, nicht über Siebenunddreissig.

Wo aber das Wasserzeichen nicht sichtbar ist, entstehen große

Ungewißheiten dadurch: daß die sonstigen Kennzeichen des Papiers, die

Entfernung der Drathstriche und das innere Gewebe theils nicht gleich

sind, theils nicht immer wahrgenommen werden können.

Bei diesen alten Papieren kömmt es vor: daß auf einzelnen Bogen die

Drathstriche um 1 bis 3 Linien im Abstande verschieden, auch durch die

stärkere oder geringere Anfeuchtung behuf des Drucks verändert sind; das

Gewebe des Papiers aber ist durch das nur zu häufige Waschen und

Bleichen der Abdrücke, oder durch scharfes Pressen, oft bis zur

Unkenntlichkeit entstellt.

Daß aber in den Abdrücken so häufig kein Wasserzeichen vorhanden ist,

erklärt sich daraus: daß von manchen Platten zwei, von den meisten vier

auf einen Bogen gedruckt wurden. Dürer selbst unterscheidet in seinem

Tagebuche der Niederländischen Reise die »Ganz Pögen,« »Halb Pögen« und

»Viertels Pögen«. -- Von ersteren war ein ganzer Bogen zu einem Abdruck

erforderlich, und auf den großen Blättern findet man daher, besonders

wenn sie auf Ochsenkopf-Papier gedruckt sind, in der Regel das ganze

Wasserzeichen.

Bei den »Halb Pögen« konnte nur _ein_ Abdruck von zweien das

Wasserzeichen erhalten, bei den »Viertels Pögen« blieben aber jedesmal

zwei Abdrücke ohne Zeichen, und zwei erhielten nur einen Theil davon,

wobei das Meiste auf die Papierränder von ansehnlicher Breite fiel und

mit diesen fast allgemein verloren gegangen ist.

Man sieht daher bei den kleineren Blättern, wenn sie keinen breiten

Papierrand haben, vom Ochsenkopf höchstens die obere Blume oder die

untere dreieckige Spitze, von der hohen Krone den Stirnreif oder das

Kreuz.

Das Kronen-Papier scheint dabei von doppelter Größe gewesen zu sein,

denn man trifft die großen Blätter, welche meist auf diesem Papier

gedruckt sind, nicht selten ohne Wasserzeichen, jedoch auf Papier,

welches den übrigen Kennzeichen nach jenem ganz gleicht. Besonders ist

dieses bei den größeren Blättern aus der Periode von 1513 bis 1520 der

Fall, wo das Ochsenkopf-Papier von kleinerem Format nicht mehr verwendet

wurde. Man könnte veranlaßt werden zu vermuthen: daß Dürer in dieser

Periode Papier-Sorten ohne Wasserzeichen gebraucht hätte, wenn man nicht

bei den Holzschnitten sowohl, als bei den Handzeichnungen aus dieser

Zeit fast immer Wasserzeichen fände.

Bei dem Papiere mit dem Henkelkruge kommt noch der Umstand hinzu: daß

das sehr kleine Wasserzeichen sich nicht in der Mitte des Bogens,

sondern an der Seite befindet, und daher häufig mit dem Papierrande

verschwunden ist.

Da, wo ich auf den Abdrücken einzelner Blätter kein Wasserzeichen habe

wahrnehmen können, sind von mir die Entfernungen der Drathstriche, in

sofern sie sichtbar waren, angegeben, da solche immer einige

Anhaltspunkte gewähren.

Im Allgemeinen kann man bei Beurtheilung der Papier-Sorten als Regel

annehmen: daß die ältesten die festesten, oder doch von besonders

sorgfältig gewählter Masse sind. Ihre Drathstriche haben dabei eine

größere Entfernung von einander. Mit dem allmählichen Geringerwerden der

Güte der Masse schwindet auch in der Regel der Abstand dieser

Drathstriche, welcher von 16 Linien und darüber bis unter 11 Linien

herabsinkt.

Um nun auf die einzelnen Kupferstiche und Radirungen überzugehen, so

glaube ich, ohne die von Young Ottley[4] und Heller[5], auf eine meines

Erachtens nicht glückliche Weise, versuchte Bestimmung der Priorität

jedes einzelnen Blattes unternehmen zu wollen, doch -- als der Ersten

Periode angehörend -- die folgenden 30 Blätter bezeichnen zu dürfen, bei

deren Nummern ich, wie bei allen folgenden, diejenigen des Peintre

Graveur von Bratsch angenommen habe, welches Handbuch in Beziehung auf

Albrecht Dürer noch immer das sicherste bleibt. Dieses sind: B. Nr. 1,

2, 28, 29, 30, 34, 42, 44, 55, 56, 63, 68, 69, 75, 76, 78, 80, 81, 82,

83, 85, 86, 88, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 101. --

Young Ottley nimmt bei seiner Ordnung der Dürer’schen Blätter für diesen

ersten Zeitabschnitt eine weit größere Zahl (46 Blatt) an, da er ohne

genügenden Grund alle diejenigen Stiche dahin rechnet, denen die

Jahreszahl fehlt.

Dürer ist aber bei der Bezeichnung seiner Arbeiten in dieser Beziehung

durchaus nicht gleichmäßig verfahren.

Wenn auch die Kupferstiche, welche er nach der Rückkunft aus den

Niederlanden arbeitete, sämmtlich mit der Jahreszahl versehen sind, so

geschah dieses vor der Reise dorthin keinesweges unbedingt; wie solches

sich bei mehreren Kupferstichen, besonders auch durch die Bezeichnung

zahlreicher Skizzen und Zeichnungen, nachweisen läßt, welche

unverkennbar dieser zweiten Periode angehören. Auch der wiederholt

gemachte Versuch, durch die Form des Monogramms die Zeit der Anfertigung

bestimmen zu wollen, führt nur bei einigen der frühesten Blätter zu

einem genügenden Resultate.

Kein Meister ist wohl so verschieden wie Dürer in der Zeichnung seiner

Monogramme gewesen, welche -- obwohl durch einen gewissen allgemeinen

Character, bei einiger Uebung sehr wohl von den häufigen Nachbildungen

derselben zu unterscheiden -- besonders bei seinen Zeichnungen höchst

abweichend von einander sind, und häufig in Beziehung zu der mehr oder

minderen Ausführung der Arbeit stehen.

Auch Heller hat in seinen ersten beiden Abtheilungen, welche den von mir

angenommenen Zeitraum begreifen, 7 Blätter mehr als ich aufgeführt.

Ueber einige derselben kann die Ansicht zweifelhaft sein, doch werde ich

es bei den einzelnen Blättern versuchen, die Verweisung in die zweite

Periode zu rechtfertigen.

Zu dieser zweiten Periode zähle ich: B. Nr. 3 bis 18, 19 bis 26, 31 bis

33, 35 bis 41, 43, 48, 50, 53, 54, 57, 58 bis 62, 64 bis 67, 70 bis 74,

77, 79, 84, 87, 89, 90, 91, 98, 99, 100, 102.

Die dritte Periode enthält nur die Kupferstiche B. 46, 47, 49, 51, 52,

103, 104, 105, 106 und 107.

* * * * *

Das Jahr, in welchem Albrecht Dürer zuerst in Kupfer gestochen hat, ist

bis jetzt nicht ermittelt; doch muß man annehmen: daß er -- als

Goldschmiedslehrling, mit der Kunst in Metall zu graben, bekannt

geworden -- durch die vortrefflichen Kupferstiche der Meister des

fünfzehnten Jahrhunderts schon früh veranlaßt gewesen sein wird, sich

selbst in der Kupferstecher-Kunst zu versuchen.

Da er bereits im Jahre 1498 das große Holzschnitt-Werk der Apokalypse

vollendet hatte, so ist es höchst wahrscheinlich, daß einzelne

Kupferstiche von ihm noch vor dieser Zeit gearbeitet sein werden,

wenngleich ich auf den gewöhnlich dafür angeführten Beweis, die

Jahreszahl 1497 auf dem Kupferstich der »Vier nackten Frauen«, B. 75,

ein zu großes Gewicht nicht legen möchte; da die Bemerkungen des Herrn

Dr. Nagler über dieses Blatt, im dritten Hefte seiner Monogrammisten,

pag. 168, Nr. 33, wohl beachtet zu werden verdienen.

Wenn der in dem Königlichen Kupferstich-Cabinet in Dresden vorhandene

Abdruck der Bekehrung Pauli wirklich, wie der verstorbene Director

Frenzel es darzuthun unternommen hat[6], von einer Kupferplatte Albrecht

Dürer’s herrührt, so möchte dieses allerdings wohl der erste Versuch

gewesen sein.

Obgleich einige Verwandtschaft dieser Bekehrung Pauli mit einzelnen

Figuren und Anordnungen der Apokalypse zugegeben werden muß, auch

ähnliche Reutergestalten auf einer früheren Zeichnung Dürer’s vom Jahre

1489 in der Sammlung der Kunsthalle in Bremen vorkommen, so läßt doch

eine gewiße widerwärtige, dem Dürer sonst nicht eigene Rohheit dieses

Blattes und die Schwäche der Landschaft, namentlich der Architectur in

derselben, gerechten Zweifeln Raum.

Besonders möchte auch schwer zu erklären sein: wie die Zartheit der

Kupferstiche des Meisters vom Jahre 1466 und des Martin Schongauer gar

keinen Einfluß auf den angehenden Künstler ausgeübt haben sollten.

Ist diese Platte wirklich von Dürer gestochen, so muß es in sehr jungen

Jahren geschehen sein, denn im Jahre 1494 bewies er sich schon in der

schönen Zeichnung, durch welche er seine Aufnahme als Meister bewirkte,

jetzt in der kostbaren Sammlung des Herrn E. Harzen in Hamburg, als

einen Künstler von so feinem Naturgefühl und so genauem Studio des

Landschaftlichen, daß er einen Stich, wie den der Bekehrung Pauli, gewiß

nicht mehr gearbeitet haben würde.

Der Abdruck in Dresden ist restaurirt und aufgezogen, daher ich über das

dazu verwandte Papier keine Beobachtungen zu machen im Stande gewesen

bin.

Zu den frühesten Dürer’schen Stichen gehört jedenfalls auch der große

Courier, B. 81, wenn er überall von der Hand unseres Meisters herrührt,

worüber -- wohl nicht ohne Grund -- bedeutende Zweifel obwalten.

Einige Uebereinstimmung mit diesem, besonders aber mit der vorhin

erwähnten Zeichnung vom Jahre 1489 hat das von Bartsch unter Nr. 92 »le

Violent« genannte Blatt, welches auch ohne Monogramm ist und jedenfalls

zu den Erstlingen seiner Leistungen als Kupferstecher gehört.

Der nur in Contouren angelegte Hintergrund der Landschaft und die eckige

Behandlung des Strauchwerks sind Eigenthümlichkeiten, welche auf der

erwähnten Zeichnung ebenfalls vorhanden sind, auf späteren Stichen

Dürer’s so aber nicht wieder vorkommen.

Diesem Stiche dürfte sich am nächsten, B. 44, »die heilige Familie mit

dem Schmetterlinge« (richtiger der Heuschrecke) anschließen, welcher

ebenfalls dem 15. Jahrhunderte angehören muß, da Israel von Meckem,

welcher 1502 starb, davon eine Copie gestochen hat.

Der Form des Monogramms nach wird die »Liebes-Erbietung«, B. Nr. 93,

etwa auf das vorstehende Blatt folgen; hier finden wir bei mancher

Rohheit des Stiches doch schon eine größere Ausbildung der Landschaft

und auch eine sorgfältigere Behandlung der Gesträuche.

Weiter die Priorität der einzelnen Stiche mit einiger Sicherheit zu

verfolgen, halte ich für sehr schwierig, und ziehe es, besonders auch

der bequemen Uebersichtlichkeit wegen, vor, meine Bemerkungen über die

einzelnen Blätter nach den Nummern des Peintre graveur von Bartsch

folgen zu lassen.

B. Nr. 1. Adam und Eva. 1504.

Dieses vollendete Blatt gilt mit Recht für einen der vortrefflichsten

Kupferstiche unsers Meisters, wie seiner Zeit, auch hat er selbst es

besonders hoch gehalten, da Abdrücke davon am häufigsten unter den

zahlreichen Geschenken vorkommen, welche Albrecht Dürer -- seinem

Tagebuche von der Reise nach den Niederlanden zufolge -- auf dieser

gemacht hat.

Auf keinen seiner Kupferstiche ist indeß von ihm auch so viel Sorgfalt

verwendet. -- Verschiedene Federzeichnungen und Studien zu den einzelnen

Theilen sind noch vorhanden und Dürer hat bei dem allmählichen

Fortschreiten der Arbeit wiederholt Probedrucke von der Platte genommen,

von denen noch drei Exemplare erhalten sind.

Zwei dieser unvollendeten Abdrücke, früher im Cabinet Durand, befinden

sich in der Sammlung des Erzherzogs Albrecht in Wien, den dritten, aus

der Sammlung Verstolck, bewahrt das Printroom des Britischen Museums.

Auf diesen Probedrücken ist die ganze Anlage des Stiches in den

zartesten aber sichersten Umrissen vorhanden, während die Ausführung nur

in einzelnen Theilen, weniger oder mehr fortgeschritten ist.

Dürer hat dabei von der rechten Seite der Platte nach der linken

gearbeitet, zuerst den Hintergrund oben bis zur Eva, wie einige der

Thiere, und die Beine des Adam von den Hüften an, nach einander,

ausgeführt.

Kein Blatt von Dürer findet man so häufig wie dieses in schönen, oft

vortrefflichen Abdrücken. Die aller frühesten derselben sind -- neben

tiefer Schwärze der Farbe -- an einer besonderen Schärfe der Umrisse und

der Grabstichel-Lagen erkennbar, welche letztere am Halse und der Backe

der Eva fast die Harmonie beeinträchtigen, bei späteren Abdrücken

dagegen immer milder werden.

Auf einem der ersten dieser Abdrücke, welcher mir vorliegt, sieht man

noch die leise Spur zweier Ausgleitungen des Grabstichels, auf der

linken Lende der Eva und einer auf der rechten Lende, welche später

nicht mehr wahrzunehmen sind.

Höchst selten trifft man diesen Kupferstich in vollendeter Erhaltung des

Papiers; selbst in den berühmtesten Sammlungen sieht man geflickte oder

unterlegte Exemplare.

Diese Zerbrechlichkeit liegt unstreitig in der Feinheit des Papiers mit

dem Wasserzeichen des Ochsenkopfes Nr. 1, welches ich ausschließlich bei

_alten_ Drucken dieses Blattes angetroffen habe, und ich halte diese für

den hauptsächlichsten Grund, weshalb Dürer späterhin, namentlich bei

seinen großen Blättern, das weit haltbarere Papier mit dem Wasserzeichen

der hohen Krone zu verwenden pflegte.

Die Platte ist übrigens späterhin noch abgedruckt, denn ich habe matte

Abzüge auf Papier mit dem Wasserzeichen zweier verbundener Thürme, wie

einzelne recht schlechte Abdrücke des stark abgenutzten Kupfers

angetroffen.

B. Nr. 2. Die Geburt Christi 1504.

Weit seltner als das vorhergehende Blatt, ist dieser in schönen Drücken

höchst malerische Stich, von Dürer als »die Weihnachten« bezeichnet und

von ihm ebenfalls zu Geschenken verwandt.

Die ausgezeichneten Abdrücke haben Papier mit dem Wasserzeichen des

Ochsenkopfes Nr. 1.

B. 3 bis 18. Das Leiden Christi.

Christus am Fuße des Kreuzes von den Seinen beweint, vom Jahre 1507, B.

14, ist der erste Stich, welchen Dürer nach seiner Rückkunft von Venedig

gearbeitet hat, daran reihen sich die im Jahre 1508 gestochenen

»Christus im Oelgarten«, und »die Gefangennehmung«, B. 4 und 5, »der

Schmerzensmann« vom Jahre 1509, B. 9, »die Kreuzigung« vom Jahre 1511,

B. 13, die Blätter B. 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 15, 16 und 17 vom Jahre

1512, endlich B. 18 vom Jahre 1513.

Vergleicht man die einzelnen Blätter unter einander, so tritt das

älteste, B. 14, wesentlich gegen die übrigen zurück, wogegen die Stiche

vom Jahre 1508 mit zu den schönsten der ganzen Folge gehören, übrigens

sind auch unter den Blättern vom Jahre 1512 einige, z.B. B. 7, 8 und 11,

welche in malerischer Wirkung der Abdrücke gegen die übrigen

zurückstehen.

Dürer hat ohne Zweifel einzelne Stiche dieser Folge verkauft, ehe das

ganze Werk vollendet war, auch scheinen mehrere der Blätter, namentlich

B. 3, 13 und 17, welche sich besonders zu dem damals gebräuchlichen

Einlegen in die Gebetbücher eigneten, bedeutend häufiger als die übrigen

abgedruckt zu sein, da in den vollständigen Exemplaren dieser Folge,

auch in den sonst gleichmäßigsten, diese drei Stiche häufig matter zu

sein pflegen als die übrigen. Eine Ausnahme davon macht indeß das

wundervolle Exemplar in der Königlichen Kupferstich-Sammlung in

Copenhagen, wo grade diese Abdrücke fast die schönsten sind.

Dieses schöne Werk, von Dürer in seinem Tagebuche »die Passion in

Kupffer« genannt und für 10 Stüber (einen halben holländischen Gulden)

verkauft, hat sich vielfach in guten Abdrücken bis auf unsere Zeiten

erhalten, zu den Seltenheiten gehören indeß _ganz gleichmäßige_

Exemplare.

Einzelne sehr schöne Abdrücke findet man auf Papier mit dem

Wasserzeichen des Ochsenkopfes, doch habe ich bei den guten recht

gleichmäßigen Abdrücken _des ganzen Werkes_ in der Regel immer Papier

mit der hohen Krone angetroffen, und glaube daher: daß diejenigen von

Dürer auf seiner Reise in den Niederlanden verkauften, nach seinem

Tagebuche recht zahlreichen Exemplare, auf diesem Papier abgedruckt sein

werden.

Das Berliner Kupferstich-Cabinet und die vortreffliche Dürer-Sammlung

des Herrn Commeter in Hamburg bewahren wohlerhaltene besonders

gleichmäßige Exemplare auf Papier mit dem Wasserzeichen des Reichsapfels

mit Stern, Nr. 5, doch sind solche in Farbe nicht ganz so kräftig, wie

die vorhin bezeichneten auf Ochsenkopf- oder Kronen-Papier.

In anderen Sammlungen findet man auch wohl gleichmäßige aber schwächere

Abdrücke, welche einer späteren Zeit angehören. So kommen auf Papieren

mit dem Wasserzeichen des Kruges, Nr. 10, oder der Thürme mit Mauer, Nr.

14, ganze Folgen manchmal mit breitem Papier-Rande vor, welche aber in

Kraft den früheren Abdrücken weit nachstehen. Die Platten sind überhaupt

bis auf das äußerste abgenutzt worden, wie die ansehnliche Zahl völlig

werthloser Abdrücke beweist, welche sich in manchen Sammlungen

umhertreiben.

B. 19. Christus im Gebet im Oelgarten. 1515.

Dieses ist eine sehr häufig vorkommende Radirung, da die Platte sich bis

auf die neueste Zeit erhalten hat und zuletzt im Besitze von Heller

war[7]. Die alten reinen, ganz rostfreien Abdrücke auf Papier von feiner

weißer Masse mit einem Abstande der Drahtstriche von 13½ Linien oder mit

dem Wasserzeichen der zwei verbundenen Thürme sind indeß selten.

Die neueren Abdrücke trifft man oft schwarz und voller Rostflecke, die

Papiere derselben sind von geringer Güte.

B. 20. Der Mann der Schmerzen mit ausgebreiteten Armen.

Ein schönes, in recht kräftigen Abdrücken, sehr seltenes Blättchen,

welches Heller mit Unrecht zu den früheren Arbeiten Dürer’s rechnet.

Es unterscheidet sich von diesen durch die sorgfältigere, durchgebildete

Behandlung des Vorgrundes und ich möchte, nach der großen

Uebereinstimmung in Gefühl und Ausdruck mit dem folgenden Blatte,

glauben: daß es nicht früher als dieses gearbeitet sein wird.

Der größere Theil der schönen Abdrücke ist auf Papier mit der hohen

Krone, doch habe ich auch einzelne auf Ochsenkopf-Papier angetroffen.

B. 21. Der Mann der Schmerzen mit gebundenen Händen. 1512.

Dieses, durch den tiefen leidensvollen Ausdruck höchst ergreifende, mit

der kalten Nadel gearbeitete, oder geritzte[8] Blatt, ist in schönen

Abdrücken höchst selten und kommt in voller Kraft und Wärme nur in sehr

wenigen Sammlungen vor. Die besseren Abdrücke sind auf Papier mit dem

Wasserzeichen des Ochsenkopfes, die späteren werden zuletzt, fast bis

zur Unkenntlichkeit, matt.

B. 22. Der Mann der Schmerzen sitzend. 1515.

In ersten, ganz reinen Drucken gehört diese Radirung zu den größten

Seltenheiten, ist dann aber so schön, wie eine Federzeichnung Dürer’s.

Ein solches Exemplar wird dem Herrn Dr. Nagler nicht vorgelegen haben,

wenn er, im dritten Hefte seiner Monogrammisten, pag. 158 und 159,

dieses Blatt, verglichen mit der mit dem Monogramm und der Jahreszahl

1510 bezeichneten Copie, für eine Nachbildung, jene aber für das

Original zu halten geneigt ist. Eine Vergleichung guter Abdrücke von

beiden läßt, meines Erachtens, an der Ursprünglichkeit der mit der

Jahreszahl 1515 bezeichneten Radirung durchaus nicht zweifeln, auch

stimmt hiermit überein: daß Dürer erst nach seiner im Jahre 1515 nach

Augsburg unternommenen Reise die Aetzkunst ausgeübt hat[9]. Die ersten

Abdrücke dieser Platte sind auf sehr festem Papier, dessen Drahtstriche

eine Entfernung von 13¼ bis 13½ Linien haben.

Auch von diesem Blatte, wie von der vorher bezeichneten Copie, giebt es

zahlreiche spätere Abdrücke mit Rostflecken und Schmutz.

B. 23. Die Kreuzigung oder der Degenknopf.

Von den kleinen eminent seltnen Kupferstichen Dürer’s kommt dieses

berühmteste seiner Blätter noch am ersten, auch in Privat-Sammlungen,

vor.

Das Original ist jetzt, durch die von dem um die Kunst hochverdienten

Inspector Passavant angegebenen Merkmale leicht zu erkennen.

Ich habe davon 18 Exemplare in Händen gehabt, darunter 5 in Wien, ohne

jedoch im Stande gewesen zu sein: mit Sicherheit über das dazu verwandte

Papier ein Urtheil zu fällen.

Der Festigkeit desselben nach glaube ich darin das Papier mit dem

Wasserzeichen der hohen Krone zu erkennen, auch möchte dieser

vortreffliche Stich wohl in die Periode von 1510 bis 1514 zu setzen

sein.

Die Abdrücke sind ziemlich gleichmäßig, nie sehr voll in Farbe, einige

sind indeß matter, auch wohl verwischt.

Die Copie A nach Passavant, nach Bratsch das Original, ist fast eben so

selten als das vorstehende Blättchen; in der Detmold’schen Auction wurde

dieselbe mit 60 Thlr. bezahlt.

Die Abdrücke sind weniger gleich und manchmal gering.

Uebrigens ist die gestochene Silberplatte, von welcher die

Original-Abdrücke herrühren, ursprünglich nicht für die Vervielfältigung

auf Papier bestimmt gewesen und gearbeitet. Dieses beweiset: daß in den

Abdrücken nicht nur die Schrift am Kreuze INRI verkehrt erscheint,

sondern auch die ganze Composition, gegen alle anderen Darstellungen der

Kreuzigung durch Dürer, eine entgegengesetzte Anordnung zeigt; indem

hier Johannes links vom Kreuze und die Mutter rechts von demselben

stehen, während sonst stets das Umgekehrte stattfindet.

Es unterliegt wohl keinem Zweifel, daß diese Platte zur Verzierung des

Schwertes Kaiser Maximilians gedient hat und auch von Dürer zu diesem

Zwecke gestochen ist. Inzwischen hat sie nicht den Knopf desselben

geziert, sondern den Handgriff.

Dieses reich gearbeitete Kaiser-Schwert ist noch jetzt in der Ambraser

Sammlung in Wien vorhanden, und der rund geformte Knopf desselben bietet

keinen Platz für eine solche Platte, wohl aber der umfangreiche an

beiden Seiten flach gearbeitete Handgriff. Auf der einen dieser Seiten

ist in der Mitte ein etwas kleineres Rund mit dem auf das sauberste in

Email gearbeiteten Wappenschilde eingelassen, auf der andern Seite aber

war dieses Crucifix eingefügt, wie der auf das genaueste mit dem Umfang

desselben übereinstimmende Rand einer geringen Vertiefung beweist.

Diese Vertiefung ist gegenwärtig durch ein altes in Silber getriebenes

Schaustück, ungefähr gleicher Größe, ausgefüllt, anscheinend

byzantinischer Arbeit, welches aber weder zu dem Styl, noch zu den

übrigen Verzierungen des Schwertes, noch genau in den Rand der

Vertiefung paßt und augenscheinlich später, nur mangelhaft, eingesetzt

ist. Nach mündlichen Ueberlieferungen soll die Dürer’sche Platte, ihrer

Schönheit wegen, schon in früheren Zeiten aus ihrem ursprünglichen

Platze herausgenommen und in die Kaiserliche Schatzkammer in Wien

gebracht sein, aus welcher sie indeß spurlos verschwunden ist[10].

B. 24. Christus am Kreuze sterbend. 1508.

Von diesem Stich, welchen Dürer »das Creuz« benennt und in seinem

Tagebuche mehrfach erwähnt, habe ich einzelne Abdrücke von ganz

bewundernswürdiger Kraft und Wärme gesehen. Sie sind auf Papier mit dem

Wasserzeichen des Ochsenkopfes, doch kommen auch sehr gute Abdrücke auf

Kronenpapier vor. Das Blatt muß sehr beliebt gewesen sein, denn man

findet Abdrücke von der schon sehr abgenutzten Platte, auf Papiersorten,

welche noch der Lebens-Periode Dürer’s angehören.

B. 25. Das von zwei Engeln getragene Schweisstuch. 1514.

Dieser schöne Stich wird von Dürer in seinem Tagebuche als »die

Veronicam« bezeichnet. Er ist nicht häufig, besonders in vollkommen

schönen Abdrücken. Das Papier mit Entfernung der Drahtstriche von 13½

Linien, entspricht demjenigen mit dem Wasserzeichen der hohen Krone.

B. 26. Das Schweisstuch, von einem Engel in die Luft gehalten. 1516.

Nicht so häufig als B. 19 ist diese Radirung, doch kann man nur die

ersten, ganz rostfreien Abdrücke als selten bezeichnen. Ihr Papier ist

weiss und fest, mit einer Entfernung der Drahtstriche von 13 Linien.

Spätere Abdrücke findet man auf Papier mit dem Wasserzeichen der

verbundenen Thürme, Nr. 14, mit nur 11 Linien Abstand der Drathstriche.

B. 27. Die Dreieinigkeit,

übergehe ich, als eine entschiedene Arbeit _nach_ Dürer von fremder

Hand.

B. 28. Der verlorene Sohn.

Ein schönes und sehr beliebtes Blatt, zu welchem sich der nur theilweise

ausgeführte Entwurf mit der Feder im Printroom des British Museums

befindet. Es wird schon von Vasari rühmend erwähnt, welcher besonders

die schönen Baulichkeiten hervorhebt.

Unter den großen Blättern, welche Dürer in seinem Tagebuche der Reise

nach den Niederlanden namhaft gemacht hat, kömmt dieser Stich nicht vor,

auch sind die frühesten Abdrücke mit dem Wasserzeichen des Ochsenkopfes

oder des Reichsapfels, Nr. 5, sehr selten.

Man erkennt die ersten davon daran: daß links oben in der Luft von der

Einfassungslinie bis auf die Dächer der Häuser, so wie unten rechts

durch die Schweine mehrere perpendikuläre Kritzeln der Platte fast

störend sichtbar sind, welche bei den bessern späteren Abdrücken noch

wahrgenommen werden, dann aber immer mehr verschwinden. Die Platte muß

übrigens sorgfältig erhalten sein, denn es kommen von diesem Stich,

welcher der ersten Periode Dürer’s angehört, noch gute Abdrücke mit den

späteren Wasserzeichen des Kruges, Nr. 10, des stehenden Hundes, Nr. 13,

der Thürme mit Mauer, Nr. 14, auch des Wappens der Stadt Schrobenhausen,

Nr. 15, vor.

B. 29. Die heilige Anna und die Jungfrau.

Dieses liebliche Blättchen, in recht schönen Abdrücken nicht häufig, hat

dann Papier mit dem Wasserzeichen des Ochsenkopfes, man findet es indeß

auch auf Papier mit dem Wasserzeichen des Kruges.

Die späteren Abdrücke sind oft sehr abgenutzt und kraftlos.

B. 30. Die Jungfrau mit langem Haar.

In den recht vollen und warmen Abdrücken ist dieser Stich ausnehmend

schön, aber man sieht ihn so nur höchst selten. Selbst in den klaren,

weniger kräftigen Abdrücken ist er nicht häufig.

Ich habe diese Platte, übereinstimmend mit Heller, unter die Arbeiten

der ersten Periode aufgenommen, doch scheint sie erst später häufiger

zum Abdruck gekommen zu sein.

Nur selten findet man einen Abdruck mit dem Wasserzeichen des

Ochsenkopfes im Papier, dagegen sehr schöne auf Papier mit der hohen

Krone. -- Spätere gute aber weniger kräftige Abdrücke haben Papier mit

dem Wasserzeichen des Kruges.

B. 31. Die Jungfrau mit der Sternen-Krone. 1508.

Dieses Blatt kömmt zuweilen in außerordentlich kräftigen Abdrücken auf

Papier mit dem Wasserzeichen des Ochsenkopfes vor, jedoch selten. Sie

haben Kritzeln in der Kupferplatte und Plattenschmutz rechts unten neben

dem Monogramme. Andere gute Abdrücke haben Papier mit 13½ Linien Abstand

der Drahtstriche. Dieser Stich scheint, wie alle die kleinen Madonnen

Dürer’s, welche auch von Vasari besonders rühmend erwähnt werden, schon

früh starken Absatz gefunden zu haben, denn man findet Abdrücke der

schon sehr abgenutzten Platte auf alten, guten Papieren.

B. 32. Die Jungfrau mit Sternen-Krone und Scepter. 1516.

Die alten kräftigen Abdrücke haben ein sehr festes Papier, dessen

Drathstriche 13¼, auch 13¾ Linien von einander entfernt sind.

B. 33. Die Jungfrau mit kurzem Haar. 1514.

Das Blatt gehört nicht zu den eigentlich seltenen, doch trifft man davon

nicht häufig die recht warmen, harmonischen, dann aber sehr schönen

Abdrücke auf Papier mit 14 bis 14¼ Linien Entfernung der Drathstriche.

Einige ausgezeichnete Abdrücke kommen auch auf Papier vor, welches sehr

fest ist, dessen Drathstriche aber nur 13¼ Linien entfernt sind.

B. 34. Die das Kind säugende Jungfrau. 1503.

Einer der frühesten Stiche, welchen Dürer mit der Jahrszahl bezeichnete

und der von Vasari an der Spitze der Dürer’schen Kupferstiche gerühmt

wird.

Der Stich ist in den seltenen ersten Abdrücken sehr kräftig und schön,

auf Papier mit dem Wasserzeichen des Ochsenkopfes. Auch auf Papier mit

der hohen Krone kommen einzelne gute, jedoch weniger warme Abdrücke vor.

Die späteren Abdrücke sind meist matt und schlecht.

Das Berliner Kupferstich-Cabinet bewahrt einen Probedruck dieses

Blattes, welcher noch nicht das Täfelchen mit der Jahreszahl hat.

B. 35. Die sitzende Jungfrau, welche das Kind an sich drückt. 1513.

Die Composition dieses Blättchens, von dem man sehr schöne und warme

Abdrücke trifft, könnte zu der Vermuthung führen, daß unser Meister von

dem schönen Gemälde Raphaels -- die Madonna del palazzo Tempi --

Kenntniß gehabt habe.

Die mir durch die Hände gegangenen Abdrücke hatten ein Papier mit 13¼

und 14 Linien Entfernung der Drathstriche, wovon das letztere, der Masse

nach, das Wasserzeichen der hohen Krone vermuthen ließ.

B. 36. Die Jungfrau mit dem Kinde an der Brust. 1519.

Bartsch las die Jahreszahl irrthümlich 1512, welches schon Heller

berichtigt. Dieser Stich hat nur selten so kräftige und volle Abdrücke

gegeben, wie viele der früheren Grabstichel-Arbeiten Dürer’s.

Die guten alten Abdrücke haben ein sehr festes Papier mit 13¼, 13¾, auch

14 Linien Abstand der Drahtstriche, letzteres anscheinend Kronenpapier.

B. 37. Die Jungfrau von einem Engel gekrönt. 1520.

Dieses, wie das folgende Blatt, gehört zu den letzten Arbeiten Dürer’s

vor der Reise nach den Niederlanden und beide werden von ihm in seinem

Tagebuche »die zwei neuen Marienbildt« genannt.

Man hat von dieser Platte schöne, scharfe, jedoch selten sehr warme

Abdrücke, ich habe solche nur auf Papier mit dem Wasserzeichen des

Kruges, Nr. 10, angetroffen, und wäre es möglich, daß Dürer dieses von

ihm nach der Rückkehr aus den Niederlanden zu seinen Kupferstichen fast

ausschließlich verwandte Papier in dem Jahre 1520 zuerst in Gebrauch

genommen hätte.

B. 38. Die Jungfrau mit dem gewickelten Kinde. 1520.

Weit vollere harmonische Abdrücke, wie von dem vorhergehenden, findet

man von diesem Stich, sie sind auf Papier mit dem Wasserzeichen des

Ochsenkopfes oder auch des Kruges.

Geringere Abdrücke sind von dieser Platte weniger selten als von B. 37.

B. 39. Die Jungfrau von zwei Engeln gekrönt. 1518.

Die Abdrücke dieses Blattes sind in der Regel gut, man trifft aber

einzelne von besonderer Schönheit, kräftig und silbertönig. Das Papier

habe ich mit einer Entfernung der Drathstriche von 12¾ und 13½ Linien,

einmal auch mit dem Wasserzeichen der durch eine Mauer verbundenen

Thürme gefunden.

B. 40. Die Jungfrau am Fusse einer Mauer sitzend. 1514.

Die Behandlung dieser ernsten, schönen Composition erinnert sehr an den

berühmten Stich der Melancholie von demselben Jahre. Die vorzüglichen

Abdrücke sind, wie bei dieser Platte, mehr durch Zartheit und Harmonie,

als durch große Kraft und Schwärze der Farbe ausgezeichnet. Ich habe bei

diesen ein sehr festes Papier getroffen, dessen schwer kenntliche

Drathstriche 13¼ Linien von einander entfernt waren.

B. 41. Die Jungfrau mit der Birne. 1511.

Der hübsche Stich ist nicht selten, in schönen, wohlerhaltenen

Exemplaren jedoch sehr gesucht. In England traf ich, zur Zeit der

Kunst-Ausstellung in Manchester, auffallend oft schöne Abdrücke davon.

Die vorzüglichsten haben das Wasserzeichen des Ochsenkopfes, auch

zuweilen dasjenige des Ankers im Kreise, Nr. 7, sonst ein festes Papier

von feiner Masse und 14¼ bis 14¾ Abstand der Drathstriche.

B. 42. Die Jungfrau mit dem Affen.

Albrecht Dürer's Kupferstiche, Radirungen, Holzschnitte und Zeichnungen · 第 1 / 12 段