Sei zufrieden! Schon ringt sich der Abendstern aus totem Sonnenrot.
Schmale Sichel des Monds schwimmt am gotischen Fenster vorbei.
Das farbige Traumbuch des Tags entblättert im Wind.
Atem des schlafenden Kinds eilt den Sternbildern voraus.
Siehe, ich harre der göttlichen Huld dieser Nacht,
Denn sie löst mir von Gliedern der trotzigen Ketten Geklirr
Und ich wandre im schneeigen Licht vormitternächtigen Schlafs
Lämmerumtanzt zu den äußersten Küsten der Seele.
Überm veilchenfarbigen Segel am Fährenrand
Dehnt sich im Sternengewoge das Meer der Unendlichkeit.
Meine Harfe am schäumenden Kiel erbraust in die Nacht.
Eure Hände, Geliebten, die einst ihr wart,
Mischen sich still in atmender Saiten Geflecht.
Nachtviolengeranke, so flicht sich der Sang um das Boot
Und mich besitzt die Gemeinschaft der Erdeentschwerten.
Aber schon dringen vom anderen Ufer Geräusche, erwacht,
Helios schirrt die blendenden Rosse zur morgigen Sonnenfahrt.
Und ich erwache zum Wissen der ärmlichsten Traurigkeit.
Langsam wachse ich wieder ins Kettengefüge des leiblichen Tags.