Kapitel VIII

Im Wehen des Föhns, bei blitzendem Tropfenfall und in Sonne,

schmetterten vier Hifthörner die Sautodweise durch den Untersteiner

Wald. Auf rotfleckigem Schnee, zwischen der grünmaskierten

Fürstenkanzel und dem mannshohen Stellnetz, lagen die drei zur Strecke

gebrachten hauenden Schweine, festlich aufgeheitert, mit Fichtengrün

bekränzt, mit kirschroten Seidenmaschen an den Lusern und an den

zottigen Schwänzen. Die graulivrierte Stiftsjägerei war in Reihe

gestellt, und rings um die erlegten Keiler gaben die weiß und braun

getigerten Saurüden in ihren dick unterfütterten Barchentpanzern

Standlaut. Nach einer vierstimmigen Fermate schwiegen die Hörner, um

gleich darauf die sanfte Dianenweise zu beginnen, die zu Ehren der

edlen Aurore de Neuenstein geblasen wurde. Mit Grazie kam der Hofzug

durch den Schnee geschritten, voraus der Fürstpropst Anton Cajetan

mit der Allergnädigsten _en titre_. Nach französischer Vorschrift für

ein Eingestelltes Treiben auf Wildschweine trug er ein hechtgraues,

reich mit Silber besticktes Jägerkleid, an dem zwei kleine Bäffchen

den Priester unvordringlich andeuteten, und darüber einen offenen,

kostbaren Pelz, der durch den degenförmigen Hirschfänger vom Körper

abgespreitet wurde. Unter dem silberbetreßten Dreispitz quoll ein

geschnörkelter Lockenbau hervor. Zwischen den Haarschnecken spitzte

sich ein weißes, tadellos rasiertes, schon greisenhaftes Schmalgesicht

heraus, launig lächelnd, ein bißchen spöttisch und nicht ohne Energie.

Ehe Herr Anton Cajetan im vergangenen Jahr von den sieben Stiftsherren

zum Fürstpropst gewählt wurde, war er durch zwei Jahrzehnte als

Dekan des Stiftes ein geschäftiger Vorkämpfer der Kapitularen um

ihre Selbständigkeit gewesen, um ihre Loslösung von der mönchischen

Regel, um ihre Verwandlung in freie Chorherren mit allen weltlichen

Vorrechten edler Geburt. Da hatte er scharfe Worte, nicht nur gegen

die begründeten Ansprüche des wohlmeinenden Churfürsten von Bayern,

auch gegen den Papst geredet und geschrieben. Im Streite gegen die

>evangelischen Rebellen< hatte er eine aus Vorsicht und Konsequenz

gebildete Faust erwiesen. Während aus dem Salzburgischen die

>gottsfeindlichen Landsverräter< zu vielen Tausendscharen ausgewiesen

wurden, statuierte Herr Anton Cajetan als Dekan und Propst nur ein

paar abschreckende Exempel und hatte, wie er noch immer glaubte, seine

Stiftslande frei erhalten von einem staatsgefährlichen Anwachsen

des Schwarmgeistes. Seit Beginn des evangelischen Aufruhrs im

Salzburgischen hatte der Fürst, um alle aufreizenden Nachrichten von

außen abzusperren, jede Straße durch einen Grenzriegel von Musketieren

verschlossen. Daß dadurch der Wohlstand im Lande sank, aller Handel

unterbunden war und die Steuerkraft der Bauern, Handwerker und

Kaufleute vermindert wurde, das zählte nicht. Wenn nur die Landsruh

und der reine Glaube erhalten blieb! Bis wieder bessere Zeiten kamen,

konnte man borgen. Aber wo? Die Schulddokumente des Stiftes füllten

schon viele Schränke, erschreckend wuchsen von Jahr zu Jahr die Kosten

der höfischen, aus Standesrücksichten unerläßlichen Pariserei, und

immer bedrohlicher begannen die hilfreichen Brunnen zu versiegen, um

so mehr, je übler es der Berchtesgadnische Hof mit dem Churfürsten von

Bayern verschüttet hatte, der früher dem Berchtesgadnischen Land ein

hilfsbereiter Schutzfreund gewesen war. Die Frage, wo neue goldene

Hilfsquellen zu erschließen wären, verursachte Herrn Anton Cajetan

schlummerlose Nächte. Das Bauerngerede, daß der Allergnädigste nicht

schlafen könne, weil ihm der allzuviele Wein den Magen versäuere, war

eine Verleumdung. Im Gegenteil: Herr Anton Cajetan bedurfte reichlich

der spiritualen Beruhigung, weil ihm die gähnende Kassensorge den

Schlummer verwehrte.

Diesen Regierungsgram hatte er nicht zur Wildschweinhetze mitgenommen.

Er blickte heiter in die Sonne, und das leise Spottzucken seiner

Mundwinkel war feingalantes Vergnügen an der Tatsache, daß seine

hübsche Freundin _en titre_ sich gläubig einen weidmännischen Erfolg

hatte aufschwatzen lassen, den sie nur dem korrigierenden Beistand

der Domizellaren verdankte. Die zerschmetterte Wirbelsäule des einen

Keilers war einwandfrei ein Werk ihrer kleinen Dianenhände. Die

Blattschüsse der beiden anderen Keiler waren höfische Nachhilfe, die

von allen Schützen mit den heiligsten Eiden verleugnet wurde. Aurore de

Neuenstein war so geartet, daß sie an Männerschwüren niemals zweifelte.

Bei der grünen Fürstenkanzel hatte sich nach den fünf Flintenschüssen

ein galantes weidmännisches Gerichtsverfahren abgespielt, das den

Glauben der Allergnädigsten an die Unfehlbarkeit ihrer Geschosse

befestigt und Herrn Anton Cajetan sarkastisch erheitert hatte. Da er

seiner standesgemäßen Freundin gegenüber in anderer Weise nicht ganz

auf seine hohen Kosten kommen konnte, hielt er sich zuweilen dadurch

schadlos, daß er sich innerlich um so mehr über sie lustig machte, je

liebenswürdiger er sie äußerlich behandelte.

Unter den Klängen der Dianenweise führte er sie an hoch erhobener Hand

zur Strecke. Der Wind zauste ihre hechtgraue Pelzglocke und blies

den Puder aus ihren Locken. Glücklich und stolz, den geschminkten

Kreuzermund mit dem Schönheitspflästerchen vorgeschoben, stelzte

sie durch den zerwühlten, mit roten Flecken übersprenkelten Schnee,

in der Rechten das buntgebänderte Jagdspießchen führend, das einer

für Kinderhände berechneten Schäferschippe ähnlicher sah als einer

Saufeder. Dem hohen Paare folgte der Kapitular Graf Saur mit dem

Kanzler von Grusdorf, der die Regierungssorgen *nicht* zu Hause

gelassen hatte und zwischen den Lockenschnörkeln gallig in die Sonne

blinzelte. Seinen verwandtschaftlichen Beziehungen zur Allergnädigsten

verdankte er die bevorzugte Stellung am Hofe; doch weil er an Podagra

litt, verurteilte er weniger aus moralischen, als aus sanitären Gründen

diese häufigen Elefantenfahrten, die ihm kalte Füße verursachten. Den

Zug beschlossen die Domizellaren in hechtgrauer Junkertracht: die

drei Barone von Hausen, Stutzing und Kulmer, und der bildhübsche,

zwanzigjährige Graf Tige, der seit dem Weihnachtsspiel, in dem er als

Partner der Allergnädigsten den heilbringenden Engel dargestellt hatte,

ihr bevorzugter Günstling war.

Die Hörner schwiegen, der Wildmeister sagte in einer Sprache, die er

nicht verstand, seinen gereimten Spruch auf -- französische, *sehr*

galante Verse, die Graf Tige verfaßt und dem Wildmeister eingelernt

hatte wie einem Papagei. Dann nahm Herr Anton Cajetan die drei

grünen Brüche, die ihm der Wildmeister auf dem Dreispitz hinbot, und

befestigte sie am Busen der holdselig lächelnden Diana. Das vollzog

sich auf eine Weise, daß es auch bei einer _Chasse royale_ im Parke

zu Fontainebleau nicht graziöser hätte geschehen können. Unter dem

schmachtenden Rondo der Dianenweise schloß sich an dieses stilgemäße

Jagddrama noch ein improvisiertes Satyrspiel. Einer der erlegten Keiler

hatte im Verenden unter Todesqual noch eine letzte irdische Verrichtung

vollzogen. Was dabei aus dem Leib des Tieres umfangreich in die Sonne

getreten war, faßte Graf Tige lachend auf eine Fichtenborke, beugte

elegant das Knie, hob die nach dem Weidmannsgeschmacke der Zeit mehr

bewundernswerte als anrüchige Sache bis vor das zarte Näschen der etwas

erschrockenen Diana und zitierte aus dem »_Livre de la chasse du Grand

Seneschal_« die berühmten Verse:

»_En la saluant humblement

Mes fumées lui presentay.

Elle me respond doulcement:

Et à vous! dont me contentay._«[B]

[B]

Ich bot ihr ehrfurchtsvolle Grüße

Mit meinen Weidmannsdüften hin --

»Dank Euch,« so sprach zu mir die Süße,

»Von dem ich sehr befriedigt bin!«

Der Doppelsinn dieser Reime im Zusammenhang mit den galanten

Beziehungen, die zwischen Graf Tige und der Allergnädigsten _en

titre_ bestanden, weckte heiteres Gelächter. Auch Herr Anton Cajetan

schmunzelte. Ein bißchen boshaft. Und Aurore de Neuenstein, halb

verlegen, halb geärgert, schmollte mit ihrem Zwitscherstimmchen:

»_Ingrat! Vous parlez trop par métaphores!_«

Scherzend senkte sie die Klinge des von Bändern flatternden

Jagdspießchens gegen die Herzstelle des knieenden Junkers und mimte den

Todesstoß einer zürnenden Göttin. Lächelnd erhob Herr Anton Cajetan die

wehrende Hand: »_Ma chérie! Vous changez les rôles contrairement à la

nature des vos enfantillages._«

Neues Gelächter. Unter den Klängen des Herrengrußes kamen die

Schlitten vorgefahren. Die Heimreise begann in munterer Laune und

mit schicklicher Platzverteilung: der Fürstpropst nahm den Grafen

Saur zu sich in den Schlitten, und Aurore de Neuenstein schmiegte

sich wieder an ihren frierenden Elefanten. Weil Herr von Grusdorf das

Französische nur mangelhaft beherrschte, mußte die Allergnädigste bei

dieser Klingelfahrt sich ihrer heimatlichen Sprache bedienen. Geboren

in der Gegend von Dillingen, schwäbelte sie ein bißchen. Das klang sehr

niedlich. Doch plötzlich verstummte ihr Gezwitscher, und verwundert

sah sie die alte Bäuerin an, die aus kleinem Gehöft einen plumpen, mit

rauchendem Kuhmist beladenen Hörnerschlitten herauszog. Kindlich fragte

Aurore: »Warum schaut denn dees Weible so bös?«

Herr von Grusdorf erwachte aus seinen Regierungssorgen. »So schauen

sie hier alle. Die Untersteiner sind von unseren Subjekten die

Obstinatesten. Ich besorge, daß sich da wieder ein evangelischer

Provokativus remarkabel macht. Wir haben Suspizien auf einen _vulgo_

Hasenknopf.« Das edle Fräulein lachte über den sonderbaren Namen und

zirpte: »Laß ihne doch alle die Köpf runterschlage! Da habe mer Rueh,

und der Glaube bleibt rein erhalte.«

Bei den letzten Häusern von Unterstein stockte die Schlittenzeile.

Herr Anton Cajetan sprach mit einem Musketier, der aufgeregt dem

Fürsten entgegengelaufen war. Auch der Landesherr schien in Erregung zu

geraten. »Grusdorf! Da bringt man uns eine höchst mirakulöse Nachricht.

Die Bäuerin im Haynacherlehen soll ein Mißgeschöpf geboren haben, das

zur Hälfte weiß ist und zur Hälfte schwarz.« Aurore de Neuenstein in

ihrer holden Unschuld erfaßte sofort den Humor der sonderbaren Sache

und erklärte eine solche Farbenmischung für _complètement incroyable_,

da doch kein Neger im Lande wäre.

Flink begannen die vier Klingelkisten zu jagen. Man unterhielt sich

lustig und rief graziöse Späße von Schlitten zu Schlitten, ohne zu

ahnen, daß man Scherz trieb mit dem Schicksal eines Menschen, dessen

junges Hausglück sich verwandelt hatte in etwas Grauenhaftes.

Ehe die Hofschlitten das Haynacherlehen erreichten, hatten in Christls

Gehöft schon viele Menschen sich angesammelt. Die Bauern, Weiber und

Kinder der Nachbarlehen standen in Gruppen beisammen, und vom Sudhaus

waren die Pfannenknechte herübergesprungen. Was in dem kleinen Haus

geschehen war -- an sich eine natürliche Sache, nur mißraten unter

einem seltenen Irrtum der Natur -- verwandelte sich für die schwer

erschrockenen Leute zu einem ungeheuerlichen Ding, das die Gehirne

verwirrte und die Gemüter verstörte. Weil die Haustür verriegelt war,

drängten die Leute sich klumpenweis um die drei kleinen Fenster. In

der Stube sahen sie die Wiege mit dem weinenden Bübchen, sahen auf dem

Tisch was liegen, bedeckt mit einem rotfleckigen Leilach, und sahen

die blasse Hasenknopfin hin und her laufen, immer mit einer irdenen

Wasserschüssel zwischen den Händen. Am Kammerfenster war nichts zu

erspähen. Man hatte innen das rote Vorhängelchen zugezogen. Nur vier

Stimmen waren zu hören: das Gestammel der Hasenknopfin, die ängstliche

Stimme Lewitters, die Klagelaute des jungen Bauern und eine ruhige

Frauenstimme, die mit gläubiger Inbrunst zu beten schien. Leute, die

am Fenster lauschten, verstanden einzelne Worte der Haynacherin. Einer

fragte: »Was betet denn die?« Andere erkannten die Worte, die sie

heimlich schon oft gelesen hatten -- im verbotenen Paradiesgärtl --

und diese anderen schwiegen, Ergriffenheit in den harten Gesichtern.

Sie wußten: daß die unsichtbare Haynacherin in ihrer Todesstunde eine

Sichtbare wurde.

Ein klobiges Mannsbild, einer von den fürstpröpstlichen

Pfannenknechten, schrie: »Der Tod bringt's an den Tag. Die Haynacherin

ist irr im Glauben. Der Christl hat's geduldet in seiner verruckten

Lieb. Jetzt hat ihn der Herrgott gestraft.« Und ein aufgeregtes Mädel

kreischte: »Die Hälft am Kindl hat christliche Unschuldsfarb! Der

Haynacherin ihren Halbteil hat die Höll verschwärzt.« Ein alter Bauer

mit grauem Bart -- der Fürsager aus dem Stall der Unsichtbaren von

Unterstein -- sah die beiden Schreier mit zornfunkelnden Augen an:

»Ihr zwei? Ihr tut euch Christen schimpfen? Ja? Und hundertmal sagen

im Tag: von nun an bis in Ewigkeit? Ja?« Der Pfannenknecht brüllte:

»Bist du auch einer, du?« Er sprang auf den Alten zu und packte ihn an

der Schulter. Gleich drängten sich Fünfe, Sechse zwischen die beiden

und deckten den alten Mann. Auch der Knecht fand Kameraden, und es

wäre zu einem üblen Handel gekommen, wenn nicht am Stubenfenster ein

Kinderstimmchen gerufen hätte: »Jetzt kommt der Jud!« Die Leute guckten.

Simeon Lewitter, mit der Ledertasche in der Linken, eingehüllt in

seinen dicken Fuchspelz, trat aus der Haustür, die hinter ihm von

der Hasenknopfin wieder verriegelt wurde. In seinem erschöpften,

kreidebleichen Gesichte mischte sich scheue Ängstlichkeit mit Zorn

und Trauer. »Seid doch verständig, Leut, und geht zu euren Dächern.

In des braven Christls Haus ist das Unglück eingekehrt. Vergönnt ihm

aus Erbarmen den Frieden, den er nötig hat!« Zwanzig, dreißig Stimmen

redeten durcheinander und verstummten plötzlich. Ein Peitschenknall,

ein heitertönendes Schellengeklingel. In der rotwerdenden

Nachmittagssonne kamen die vier Hofschlitten angefahren. Der Vorreiter

sprengte durch das Zauntor: »Platz für den allergnädigsten Herrn!« Das

Gehöft war leer. Die Leute rannten hinter den Schuppen, kletterten über

den Zaun, wateten durch den schlammigen Ackerschnee und verschwanden

hinter den Hecken.

Simeon Lewitter blieb. Nicht gerne. Er nahm das Käppchen von seinem

weißen Haar und täppelte zögernd dem ersten Schlitten entgegen.

Sorge wühlte in ihm. Was er in dem kleinen Haus getan, das hatte er

tun müssen aus Barmherzigkeit für den verstörten, von Grauen und

Verzweiflung zerbrochenen Christl. Aber er fühlte: was er tun hatte

müssen, konnte sich für ihn selbst in eine Gefahr verwandeln. »Wär ich

nur schon daheim in meiner Kinderstub!« Da hielt der Schlitten des

Fürsten. Der zweite Schlitten fuhr dicht an den ersten heran, weil

Aurore de Neuenstein hören *wollte* und der Kanzler von Amtswegen

hören *mußte*. Aus den zwei andern Schlitten sprangen die Domizellaren

heraus und wateten lachend durch den Schnee. Lewitter verbeugte sich

tief.

»Simeon? Du?« Der Fürstbischof schmunzelte ein bißchen. »Ist das wahr?

Daß die Haynacherin ein Kind geboren hat, halb weiß, halb schwarz?«

Der kleine Mann schüttelte kummervoll den Kopf. »Es ist noch ärger,

gnädigster Herr! Nur mit den Farben stimmt es. Das eine Kind ist weiß

wie ein Rösl. Das andere ist schwarz -- vom Brand.«

Das letzte Wort überhörend, fragte der Fürst verwundert. »*Zwei*

Kinder?«

Lewitter nickte. Dann sagte er's in kurzen Worten: daß es mit der

Haynacherin drei Wochen über die Zeit gewesen wäre. Seit vier Nächten

hatte sie unter furchtbaren Wehen gelitten. Und vor einer Stunde gebar

sie zwei Mädelchen, ganz natürlich entwickelt, mit allen Gliedmaßen,

doch von der Schulter bis zur Hüfte aneinander gewachsen -- das eine

tot, schon erloschen unter dem Herzen der Mutter, während das andere

nach der Geburt noch Spuren von Leben gezeigt, noch offene Augen und

ein schlagendes Herz besessen hatte -- Leben, unlösbar mit dem Tod

verwachsen.

»_Quelle chose effroyable!_« lispelte Aurore de Neuenstein erblassend

und vergaß ihrer pariserischen Bildung. »Dees ischt ja doch nit zum

glaube!« Und der Fürstpropst fragte erschrocken: »Gibt es das?«

»Ein seltenes Ding!« sagte Lewitter mit schwankender Stimme. »Ich weiß

nur noch von einem einzigen Fall. Er hat sich zu Regensburg ereignet,

vor vierhundert Jahren. Ganz der gleiche Vorgang war es. Auch damals

mußten Kinder und Mutter sterben.«

Das große Jagen · 第 31 / 98 题