Bei den Wasserfällen

Enlich bin ich doch ein ser brafer Junge. Ich habe Henschens Mutter

gesagt, wi leid es mir tut das ich so unforsichtig wahr un ihm den Fuß

gebrochn hab. Ich hab in Sakunasche bereit, was ich tat, wi ich die

Maus ausliß un diese alberne Medchen die Schtadthalle inbrand setztn,

so eine Ausgabe fir di Schteierzahler. Ich kennte nich dazu bewegt wern

im Ballohn zu fahrn, nich wenn man mirs umsons erlaubn mecht. Nein,

wirklich nich. Ich hab mich sehr bekert selbs meine Schwester Elsbett

sagt, sie erkennt ihrn kleinem Bruder kaum wider. Der Grund dafon is,

das mir ein schreklicher Zufall passihrt is, der leich hedte sehr erns

wern kennen -- nur das es nich geschen is -- mir kommen die Threnen in

die Augn, wenn ich denk, wi sich meine Mutter gekrenkt hedt, wenn ihr

einzger Sohn auf so einer schrekliche Weise durch Ertrinkn ums Lebn

gekommen wer.

Weißt du libes Tagbuch, ich hab nemlich mit meine Eltern einen

Sommerausfluhg gemacht. Wi Mamma sagte, wahrn Lily un Susann fort,

Elsbett ferlobt (Tellergrafnbeamter) so das sie sich auf ihre Lorbehrn

ausrun konnte; sie fihlte sich gans erschepfft mit di Familjensorgn --

besonderst Schorschi, weil sie die Woche nie ganz iberwindn konnte,

wo er im Ballohn ferlorn wahr un sie dachte Papa kennte sie zu ihrer

Gesundheitt auf Reisn mitnemen, un er schlug die Nigijara Wasserfelle

for un wir alle sagtn, es sei eine großartige Ideh. Nur Elsbett

schtreibte sich un sagte, sie leßt si nich fort, wenn sie mich nich

mitnemen. Sie sagte, sie will nich ferantwortlich sein fir das, was

geschiht, wenn ich zuhaus bleib un Papa fort is.

Elsbett is famohs; sie weiß was was is. Ich lif gleich henaus im Hof

un schtellte mich aufn Kopf wi sie sagtn, das sie mich wern mitnehmen

missn. Karoh kam dazu un waklte mit seinen Schweif un ich sagte:

»Karoh, kusch dich un bleib ruig un du solls auch mitfahrn,« was ihm

sehr fergnigt machte. Wir fuhrn am nechstn abns, nachdem es schon dunkl

wahr, damit wir werend der Nach fahrn. Karoh un Elsbett, ihr Ferehrer

un noch ein pahr kamen mit zum Deppoh um uns wegfahrn zu sehn. Es wahr

ein Ekspreßzug, der anhilt um Wasser zu schepffn, un wi er hereinfuhr

wi der Blitz, fing Mamma an sich zu sorgn un unruig zu sein, wi di

Fraun immer thun.

»Schorschi! Schorschi! Du wirs zurikgelassn wern! Wo is nur der

Junge? Wenn du schon so anfengst, so winsche ich, wir wern gar nich

gegangn. Muß du immer wartn bis der Zug wider in Bewegun is, befor du

einschteigst, mein Kind?«

»Es is alles rech,« antwortete ich, wi wir uns auf unsre Sitze gesetzt

un uns bekwem gemacht hadtn, un ein pahr Meiln weit warn, »ich blib

nur zurik, um Karoh an der Akse fom letztn Wagn anzubindn -- er wollte

greßlich gern mit uns kommen.« Dann lehnte sie sich zurik, schaute aus,

wi wenn ihr unwol wer un fing an zu schrein: »Haltet den Zug an! Haltet

den Zug!«

»So ein Lerm!« »Was gibts denn?« »Wer is ferlezt?«

»Zihn sie an der Allarmglocke!« »Wir fahrn in einen andern Zug hinein!«

»Mein Godt, ein Zusammschtoß!«

Di Fraun schrin, die Menner warn blaß, ein pahr zogn an der Klingl, der

Zug ging immer langsamer un der Konduktehr schtirzte henein: »Wer hat

dem Zug angehaltn? Was gibts?«

»Mein Sohn hat unsern Hund an den letztn Wagn gebundn,« echste Mamma.

»Oh, redtn sie ihm, wir habn ihm fihle Jaare gehabt un habn ihm sehr

lib!«

Der impertenenter Konduktehr schaute auf mir, wi wenn er mich aufressn

wollt.

»Ich winschte, der Junge wer selbs an der Akse angebundn worn,« brummte

er; aber er bemihte sich umsons, es wahr nich sofil fom Hund mehr

ibrig, das es sich auszahlte, dem Eilzug deswegn anzuhaltn -- nur ein

Schtik Schnur un 1 Ohr. Es that mir sehr leid um Karoh, weil er ein

sehr treier Hund wahr. Ich dachte, es wird ihm frein, mitzukommen.

Wenn ich schnachn mecht, wi manche Leite thun, ich mechte nie in meinen

Lebn reisn. Papa sagt es is eine Betriegerei, drei Dollars fir einer

Abteilung im Schlafwagn zu zahln un dann nich imschtand sein, schlafn

zu kennen. Diese Persohn wahr in der obern Abteilung iber meiner, un

ich fersuchte ihm aufhern zu machn, damit meine arme Mamma ein bischen

schlafn kann. Ich tappte henum un schtekte ihm eine Schpennadl bis

zum Kopf in Arm, dann legte ich mich geschwind zurik un schlif so

fest ein, das er nich wußte, was ihm weh getan hat, wi er in dem Gang

henausschprang.

»Diner! Diner!« schrie er, »es will mich jemann ermordn un ausraubn!«

»Unsinn,« sagte der Diner, »Sie habn filleich Albdrikn gehabt.« »Kann

sein,« sagte ein Kerl fon der andre Seite, »weil er sich selbs heiser

geschnacht hat.«

Dann schtektn ein pahr den Kopf herfor un lachtn un er kletterte wider

zurik un lag filleich eine Schtunde oder so was ruig.

Ich wahr greßlich durstig, wi ich immer bin, wenn ich auf der Eisnbahn

fahr un grad wi alles wider ruig wahr, mußte ich rufn: »Sie, Diener,

bitte bringen sie mir ein Glas Wasser.« Er brachte mir eins, aber

ich war noch immer durstig. Ich wollte die Leite nich noch eimal mit

meinen Rufn schtern, so schlipffte ich ganz leise henaus un nahm mir

selber. Dann ging ich wider ganz ruig zurik un kroch wi eine Maus ins

Bedt, wi mir auf eimal ein solches Geschrei grad ins Ohr kam, das ich

beina um der Fernunff kam un ich wurde henausgeschtoßn un flog wi das

Donnerwetter am Gang henunter. Jede lebende Sehle im Wagn schtekte dem

Kopf herfor. Der Diner klaubte mich auf un schidtlte mich, wi wenn

er glaubte ich bin ein schtaubiger Rok un ein Frauenzimmer, die ihre

falsche Zehne untern Pollster hadte un ganz kaalkepfig wahr seifzte un

weinte un sagte, sie hat geglaubt ich bin ein Mann. Mir scheint ich

wahr in einen unrechtn Kupeh gekommen. Aber nach un nach legtn sich

alle wider schlafn un alles wahr Fride un siße Treime bis es Tag wurde.

Es is sehr schlecht, wi Menner fluchn, wenn sie zornig sin -- Damen

thun das nich. Di Menner in unsern Schlafwagn sagtn greßlich schlechte

Sachn, wi sie sich in der Frih anzihn wolltn un grad fir nix; nur

das der armer Diner ihre Schue durcheinander gemischt hadte in einer

ganze Konfuhsjon -- keiner hadte seine eigne oder 2 gleiche. Der Diner

sagte, sie wahrn alle ganz recht, nachdem er sie gepuzt hadte un ein

Par fon ihnen schautn deswegn ganz wild auf mir armen Schorschi, der

sich grad anzog, so samft wi Marichens Lamm, aber ach! es is sehr fiel

Ungerechtikeit in der Welt, wi die Bicher sagn.

Es tut mir sehr leid, das Karoh nich gelebt hat, um die Wasserfelle

zu sehn. Die Werter fehln mir. Sie sin außerornlich unmeßlich in der

Greße un mann kann den Lerm ein par Meiln weit hern. Es is ein Regnbogn

un ein par anre intressannte Sachn in der Gegnd. Die Felle habn fier

Seitn -- die Außnseite, die Innenseite (wo man henuntergehn kann)

di kanahdische un die amerkansche Seite. Es is ein Bild fon ihnen

in meiner Gografih aber es fehlt bei den das Getehs wi Donner, das

sie bei Tag un Nach machn. Ich glaube, wenn Herr Barnem sie mit auf

Reisn nemen kennt, wi den Tom Deimling un sie in alle große Schtedte

ausschtelln mecht, sie wern sehr beleerend fir kleine Bubn, weil sie

die Greße der Natuhr fon der beste Seite zeign. Aber di Fihrer sin

risig theier. Papa sagt ihre Forderungen sin noch schtaunenswehrter wi

die Nigiarafelle. Er hedte keinen Fihrer mitnehmen solln.

An dem Tag, wi wir hinkamen, wollte grad ein Franzohse auf einen Seill

kwer iber di Felle gehn. Mamma sagte, er muß toll sein, aber mir schin

es nich so -- er schaute ganz gutmithig aus, wi ich ihm sah. Sie

wollte nich hingehn un bat Papa mich auch nich einem einzgen Momment

aus die Augn zu lassn -- nein, nich einem einzgen! Er fersprach ihr,

das er mich festhaltn wird, wi Pech un so liß sie uns gehn, werend sie

sich niderlegte, um ein bischen zu schlafn weil sie in der Nach im

Schlafwagn so geschtert worn wahr.

Es wahr ein famohser Schpaß, wirklich ganz aufregnd, ihm in einen

Korb hinibergehn zu sehn -- dann in den Schtrimpfn mit der englische

un amerkansche Fahne -- un zuletz fragte er, ob filleich jemann einen

hibschn kleinen Ausfluhg in einen Schibkarrn hinibermachn will? Er

wollte eine Persohn sicher heniberbringen oder 500 Doller zaln, wenn

er es nich imschtand is, un sie ertrinkn. Ich dachte es were hibsch,

sicher heniberzukommen, oder wenn nich, das Geld zu krign. Papa redete

eiffrig mit einen Herrn, dem er unferhofft bei die Felle getroffn

hadte. Ich sah das er nich ach gab un schlipffte leise weg zu den

Kinstler un wisplte ihm zu, ich will mit ihm gehen.

»Söhnchen,« sagte er, »es wird dir nich leid thun, denn du wirs dein

Lebnlang berihmt sein. Denk dir nur! der einzge kleine Junge der je in

einen Schibkarrn iber die Schtromschnelln gefihrt worn is.«

So schtig ich also ein un er gab mir 2 kleine Fahnen zum haltn un

sagte: »Mach nur die Augn zu, wenn du schwindlig wirst, iberlaß nur

alles anre mir, du bist grad so sicher, als wenn du in deinen Federbedt

zuhaus legst.«

Aber der heßlicher Pollezeibeamter kam hin un schtiß mich henaus un

fragte, wo meine Eltern sin -- er wollte sie arretihrn lassn, wegn

Grausamkeit gegn Kinder -- un Papa kam gelaufn un wollte dem Franzohsn

peitschn. So kam ich um meiner Fart. Es wahr zu dumm. Mamma sagte, sie

will mich nich einen Augnblik aus ihre Augn lassn, so lang wir beim

Nigjarra sin. Es machte sie schaudern das ich so mit genauer Not der

Gefahr engangn wahr. Den nechstn Tag kaufftn wir ein Nadlpollster fir

Elsbett fon di Indjahnerfraun un einen Bogn un Feile fir mich un fuhrn

zur Zigninsl, aber ich sah dort gar keine Zige. Man mechte es nich

glaubn, wi schnell dort das Wasser geht. Wenn mann ein Schtik Papir

oder Gras heneinwirfft, dann siht mans. Es wahr auch eine Dame dort,

prachfoll angezogn di einen greßlich komischn Moppshund mit einem

rosaband trug un sie liß mich mit ihm schpiln un ihm eine Weile haltn

um sich ein bischen auszuruen.

Ich weiß um alles in der Welt nich wis passihrte, aber wi sie auf

etwas schaute, was Mamma ihr zeigte, fihl Nelly (das is der Mopps) ins

Wasser. Ich sah grad nur fir eine halbe Sekkunde eine rosa Schleife,

dann sah ich nichs mehr. Man hedte glaubn kennen, es is ein Bubi wi

sich das Fraunzimmer benahm! Wenn Papa sie nich feßgehaltn hedt, ich

glaub sie wer dem Mopps nachgeschprungen. Weil sie nun nich konnte,

krigte sie Krempfe un man mußte sie im Hotell tragn.

»Du unforsichger Junge!« sagte Mamma, »das is der zweite, seit wir fon

zuhaus fort sin!«

Ich weinte beina selbs -- so ein herzeges kleines Geschepff, refarbig

mit einen lokign Schweif un einer schpaßige schwarze Schnautze; aber

ich beruigte mich damit, das ich jetz wußte, das Wasser macht fast eine

Meile in der Sekkunde. Der Wissnschaff missn Opfer gebracht wern, sagt

mein Leerer.

Aber es is Zeit, mein Tagbuch, das ich dir fon meinen eignen knappn

Entwischn erzehl. Ich wahr in tetliche Gefar. Das Blut erschtarrt mir,

wenn ich nur drann denk. Wenge Jungen fon meinen Alter kennen so ein

Erlebniß erzehln. Die Wasserfelle sin groß -- sehr groß -- risig, aber

es ligt mir nichs drann, sie noch eimal zu sehn, hechstns mit einen

Redtungsgirtl. Am 2ten Tag wi wir Fische zu midtag hadtn fihl mir ein,

das es schpaßig sein mißte, in dem Fluß zu fischn un ich blib ruig,

bis Mamma mich in ihr Zimmer nahm, un mir sagte, ich soll mir ein

Buch nemen un einsweiln lesn, wehrend sie ihre Sjesta helt, wi jedn

nachmitags.

Zimlich bald schlif sie ein. Ich schaute aus den Fenster -- der Himml

war blau, die Sonne schihn hell. Ich sehnte mich, draußn zu sein. Ich

kroch auf dem Feranderdach, glischte auf einer Seile henunter, kauffte

mir in einen kleinen Ladn iber der Schtraße ein par Angl un lif weg.

Ich ging weit am Fluß hinauf, wo das Wasser ganz ruig un langsam floß.

Dort setzte ich mich nider un fischte. Ich fing aber nichs un ging

noch ein gutes Schtik weiter henauf -- bis ich zu einer Mihle kam,

wo ein kleines Boht in einer Buch angebundn wahr. Es schaute nimann,

also borgte ich mir das Boht aus. Ich dachte, ich wer heniberrudern

un schaun, ob auf der kanahdische Seite mehr Fische sin. Wi ich ein

kurzes Schtik hinausgerudert wahr, fing das Unglick mit den ferteifltn

Boht schon an -- es drehte sich herum un irgnd etwas riß mir die Ruder

aus der Hand, grad wi wenn ein pahr Hende henaufgereicht un sie mir

fortgezogn hedtn. Ich flog so schnell den Fluß hinunter, das ich an dem

Mopps mit den Rosaband denkn mußte, aber mir scheint dismahl hadte ich

nich sofihl Intresse an der Wissnschaff -- ich fergaß zu rechnen, wi

geschwind es ging un fing an zu schtaunen, was ein kleiner Junge alles

denkt, wenn er iber dem Niagjarafall fligt, um zu ertrinkn. -- Es wahr

mir schlecht im Magn un ich winschte, ich wer zurik in Mammas Zimmer,

ruig mit den Buch in der Hand, wi ein brafer Junge.

* * * * *

Ich sehe aus di Zeitungn, das das damals ein sehr aufgeregter Tag

wahr am Nigijarra. Ein pahr Menner sahn einem kleinen Jungen in einen

kleinen Boht eine einsahme Farth den Niagjarra henunter machn; sie lifn

un schrihn, aber das half nichs. Anre Leite sahn das Boht un schrihn

un lifn, aber auch das half nichs. Der tafferste Mensch auf der Welt

hedte den kleinem Jungen nich helfn kennen. Weiter un weiter ging es.

Oh es wahr greßlich! greßlich! Er schtrekte seine arme, kleine Hende

aus zu den Leitn am Ufer. Er machte die Augn zu un sagte ein Gebeht.

Er ferschprach seinen Fatter un Mutter zu ehrn, seiner Schwester zu

folgn un nih wider in einer Patsche zu kommen, un ein brafer Junge zu

wern. Ich glaube die Forseung herte dem kleinen Schorschi un wollte es

noch eimal mit ihm probihrn. Wenn alle schlechte Jungen frih schterbn

mechtn, so blib keiner ibrig um groß aufsuwaksn un Presedennt fon die

fereinigte Schtaatn zu wern. Das Boht fom kleinen Schorschi rannte auf

einem scharfn Felsn un blib dort schtekn.

Die Leite schtandn zu hunderte am Ufer un schtarrtn auf ihm, wi wenn er

ausgeschtellt wer. Ein Mann rif ihm zu, sich anzuhaltn un das wahr sehr

gescheit. Die Sonne ging langsam unter un er dachte, wi firchterlich

es sein muß in finstern unterzugehn; er glaubte seine theire Mutter

zu sehn, wi si mit den Hendn winkte un ihm Kisse zuwarrf. Oh, wi sehr

winschte er, er hedte ihr immer gefolgt! Wi traurig wirde es sein Lils

Babi nih widerzusehn. Er winschte, er hedte nih fersucht, es aus der

Kanohne zu schißn. Das warn ein pahr fon di Gedankn des armen Jungen.

Ich weiß nich genau, wi es gescha, aber der kleiner Schorschi wurde

geredtet. Der Franzohse that es. Sie schossn ein Seill iber dem Fluß

un machtn es auf beidn Seitn fest; dann ging der Franzohse auf dem

Seill qweriber, bis iber das Boht, warf eine Schleife iber Schorschi

un sagte ihm, er soll sie sich unter der Aksl fest machn un nur ganz

ruig bleibn; dann zog er ihm henauf, befal ihm di Augn zuzumachn un

schtillzuhaltn -- Forsich wirde das ibrige tun. Un er brachte es fertig.

So eine Ssene! So ein Hurrageschrei un gejauchze! Mamma umarmte dem

Seilltenzer, wi wenn er ihr lang ferlorner Bruder wer un fihl wi tot

in Ohmach un di Leite brachtn sie un mich im Hotell. Papa gab ihm auf

der Schtelle einem Scheck fir 500 Doller un sagte, er is ein taffrer

Kerl. Aber Papa sagte mir innsgeheim, er glaubt, es kostet mer mich

großzuzihn, als ich werth bin -- er hedte gelesn, das es 5000 Doller

kostet, ein gewehnliches Kind zu erzihn, aber ich hedte ihm bis jetz

schon finfmahl mehr gekostet -- abgesehn, was ich noch anre Leite

gekostet hab, un di Bricke, die ich in der Lufft geschprengt hab un die

Schtadthalle.

Ich glaube, er hedte mich nich gleich am erstn Abns fon meiner

wunderbahre Redtung scheltn solln -- aber so sin schon undankbahre

Eltern. Mamma hadte in der Nach noch ein pahr Ohmachsanfelle; der

Dokter sagt, der Schrek hedte sie tetn kennen, sie wirde es fir langer

Zeit nich iberwindn. Ich hedte wirklich das Boht nich genomen, wenn ich

nich gans unschuldig ein bischen fischen un meinem Fater mit ein par

Fische hedte iberaschn wolln, un das Wasser schaute so gladt un ruig

aus. Das ergste dran is, das ich mein neies Taschnmesser ferlohrn hab

-- es wird nie gefundn wern, weil ich es dort falln liß, wo das Wasser

schreklich schnell geht.

Wir kahmen so schnell nachaus am nechstn Tag, als wir nur konntn un

Mamma ligt jetz zu Bedt. Es war thericht fon ihr, so zu erschrekn,

befor sie wußte ob ich geredtet wern kann. Es schihn fir dem Franzohsn

ganz leicht mich zu redtn -- obwol es das lezte fom kleinen Schorschi

gewesn wer, wenn das Boht nich an dem Felsn hengn geblibn wer.

Jetz also hat mich Elsbett ferschprechn lassn das ich mich ender un

ich hab es auch -- follkommen; un weil du jetz, libes Tagbuch, schon

follgeschribn bist, will ich dir auf lang Lebwol sagn, bis ich ein

anres bekomm.

Fertrocknet is di Dinte mir, es fehln mir di Gedankn --

Meine Lib allein zu dir, di wird nimmer wankn.

=Schorschi.=

NB. Die Leite sin schreklich aufgeregt wegn die Wahln. Mein Papa is

einer fon di Schtimmenzehler un ich un Henschen habn einen Plahn

gemacht, damit wir ein bischen Schpaß habn. Ich will es nich erzehln,

befor es losgeht. Wir habn ein Teerfaß un eine Menge Zindhelzer hinter

der Scheine. Kann sein, das wir Mulys Kalb bratn, wenn si nich wi

gewehnlich am Markplatz einem ganzn Oksn bratn -- aber nur nichs aus

plauschn! Wir wolln unsre Familjen iberaschn.

Tagebuch eines bösen Buben · 第 39 / 43 题