Ich sagte: »Fräuln Agnes, kennen sie Pinafohr?«

»Oh ja, sehr gut!« sagte sie.

»Erinnern sie sich an dem rihrenden Schtik, wo er sagt:

»Mein Godt! es wahr di Katze!«

Das is grad dasselbe, wi es in Ladn fom Dokter war. Un jetz Fräuln

Agnes, glaubn sie es is ehrnhaff un gerecht fon ihm, meiner Schwester

das Herz zu brechn, blos weil di Katz ein paar fon seine schundige

Medezihnflaschn zerbrochn hat? Ich mechte das sie ihm heit abens sagn,

wenn er herkommt, das ich ihnen erzehlt hab, das Susi nich zu der

Helfte fon di Malzeitn kommt, sie hat den ganzn Apptit ferlorn un die

Kleider sin ihr schon alle zuweit. Der Grund warum sie lachte is, weil

sie einen hesterischn Anfall hadte, so erschrekt war sie un hesterische

Leite missn lachn, wenn sie auch noch so wenig Lust dazu habn. Es is

eine Schande, wi er sie behandlt hat un ich will ihm wegn gebrochnen

Freschprechn ferklagn, so wahr ich lebe un atme, un wenn ich groß bin

muß er sich mit mir duellihrn, er wird mir nich auskommen!«

Grad da hilt mir jemand fon rikwerts di Hand aufn Mund hob mich dann in

der Hehe un setzte mich auf der Aksl un wi ich henunterschau, wahr es

der Dokter selbs! So was!

»Nein, Schorschi,« sagte er, »wir wolln uns nich duellihrn, wir wollns

liber gut sein lassn un wider Freundschaff schlißn. Mir gehts grad so

wi deiner Schwester. Ich glaub, das beste was ich thun kann is, das

ich mit dir nachaus geh un ihrs selber sage, wenn Fräuln Schtein uns

enschuldign will.« Also gingen wir.

Wie wir dort wahrn, sagte ich: »Gehn Sie im Sallohn, Herr Dokter, ich

will henaufgehn un sie rufn. Sie weint sich obn in finstern die Augn

aus. Die Leite sin im Wohnzimmer.«

Dann lif ich henauf, schprang in ihr Zimmer un schrih: »Wo bis du Susi?

Du solls schnell hinunterkommen. Im Sallohn is eine Auschtellung. Das

große Wunder hir is fon Barnem ausgekommen!«

Sie pakte mich so fest bein Arm, das er noch jetz blau un schwarz is.

»Was sags du, Schorschi?« fragte sie ganz atemlos.

»Ich sage, wer zuletz lacht, lacht am bestn.«

Dabei flog si schon die Treppn hinunter wi der Wind. Ich lif so schnell

nach, wi ich konnte, aber ich kam nich so schnell henunter als ich

wollte, weil ich schtehn blib, um die Uhr im Forhaus aufzuzihn, aber

sie zerbrach, weil sie den Tag früer aufgezogn worn wahr un jetz wird

sie wahrscheinlich reprihrt wern missn; wi ich enlich henunterkam, wahr

eine Ssene im Sallohn! -- aber ich lasse dem Forhang falln. Schorschi

schteht mommentahn in hoer Gunst. Sie brummtn nich eimal, wi sie das

greßliche Loch in den Hochtzeitkuchn sahn, das irgend eine Maus gemacht

hat. »Wir kennen einen andern machn,« sagte Susann ganz gleichgilltig.

Die Zermonih soll for sich gehn, wenn das Flaster fon dem Dokter seiner

Nase geht.

Tagebuch eines bösen Buben · 第 29 / 43 题