Da schrie der Spucht: »Bist du geheuer oder nit?«

Der Dullhäubel stand wie der Teufel da. »Wo nebelst du herum, Longinus?

Zieht dich das Gewissen her?«

»Bauer, Gnad und Erbarmen! Verrat mich nit!« flehte der Spucht.

»Die Soldaten suchen dich, Longinus, zwölfhundert Mann mit einer Kanon,

der Feldmarschall Laudon führt sie an. Der Kaiser darf sich den Schimpf

nit gefallen lassen.«

»Ich renn über die bayrische Grenz,« stöhnte der Spucht.

»Dann wird ein Kriegsfall draus; der Laudon verlangt, daß du

ausgeliefert wirst.«

»Mein Gott, soll unschuldiges Blut auch noch rinnen! Und ich hab es ja

nit bös gemeint. Was soll ich tun? Bauer, sag mir einen Ausweg!«

»Stell dich reumütig dem Richter!«

Und der Dullhäubel stolperte davon und jodelte:

»Ich bin mit dem Kaiser

von Östreich in Stritt,

der Scherg will mich fangen,

er hat mich noch nit.« --

* * * * *

Frühtags stand der Spucht wie ein Schlottergeist in der Amtsstube des

Landschergen Anton Zinkinker in Blaustauden.

Der Scherge legte sich gerade in der Kammer daneben das

kaiserlich-königliche Gewand an. Inzwischen schaute sich der Spucht in

der Stube um.

Verweisend blickte das Bild des Kaisers von der Mauer herab, und

darunter drohten ein Schleppsäbel und eine Doppelflinte. Über dem

Schreibtisch in geschnitztem Rahmen hing ein Schriftstück, darauf waren

Gewehre und Säbel, gekreuzte Pistolen und kriegerisch gefiederte Hüte

aufgemalt, und es flog den Spucht geradezu ein Frost an, als er die

blutgierigen Dinge so hart bei einander sah. Und über all dem wilden

Werkzeug stand geschrieben:

Fuxloh; oder, Die Taten und Anschläge des Kasper Dullhäubel: Ein Schelmenroman · 第 36 / 62 题