Mit solcher Sicherheit und Bestimmtheit wie beim Storch kann man

heute wohl noch bei keiner anderen Vogelart eine Zugskarte entwerfen,

obwohl es vielfach geschieht. Man hat z. B. auch Krähen und Lachmöwen

massenhaft beringt, aber beide sind eigentlich mehr Strich- als echte

Zugvögel, und schon deshalb kann hier der Versuch nicht so klare

und weitreichende Ergebnisse zeitigen. Immerhin ergab sich bei den

Lachmöwen die interessante Tatsache, daß sie möglichst den Anschluß

an eine Hauptstraße zu gewinnen suchen und dabei auch Umwege in

scheinbar ganz verkehrter Richtung nicht scheuen. So ziehen manche

binnendeutsche Möwen, deren Zug überhaupt stark auseinander strahlt,

im Herbst zunächst den Rhein abwärts, also gen Norden, um erst einmal

in Holland die Hauptstraße zu erreichen. Ähnlich war es bei meiner

Heimatstadt Zeitz, wo die an Zugstraßen sich haltenden Arten im Herbst

zunächst die Elster abwärts zogen, also nach Norden, um erst einmal

Anschluß an das Elbetal zu erreichen, und im Frühjahr von dort aus

kamen, also das letzte Stück ihres Weges südwärts flogen: gerade

umgekehrt, als man erwarten sollte. Die in breiter Front ziehenden

Arten dagegen flogen einfach südwestwärts. Auch in Württemberg suchen

viele Arten zunächst einmal das Neckartal zu gewinnen, um dadurch den

Schwarzwald, der von ihnen nicht gern überflogen wird, nördlich zu

umgehen und in die große Zugstraße der Rheinebene zu gelangen. Ich habe

den Versuch gemacht, diejenigen europäischen Zugstraßen, die wir nach

dem heutigen Standpunkte der Vogelkunde einigermaßen sicher kennen,

auf einem Kärtchen einzutragen, muß aber immer wieder ausdrücklich

betonen, daß es sich bei allen Vogelzugskarten vorläufig immer nur

eben um Versuche handeln kann, daß sie also stets ~cum grano salis~ zu

nehmen sind und durch zukünftige Forschung wahrscheinlich mancherlei

Richtigstellungen erleiden werden. Begründer der Zugstraßen-Theorie ist

der berühmte finnische Forscher J. A. Palmén, der sich hauptsächlich

auf das Vorkommen seltener nordischer Schwimmvögel zur Zugzeit stützte

und bereits verschiedene Arten von Zugstraßen als marine, litorale,

fluviatile usw. unterschied. Obgleich seine Begründung mancherlei

Mängel aufwies und namentlich E. F. v. Homeyer heftig Sturm gegen ihn

lief, hat sich der geistreiche Finnländer doch siegreich durchgesetzt,

und heute leugnet wohl niemand mehr das Bestehen bestimmter Zugstraßen,

die aber — wohlgemerkt! — nur für einen Teil unserer Vogelwelt Geltung

haben. Besonders deutlich treten sie natürlich in Gebirgsgegenden

hervor, wo sich die Vögel an die tiefer eingeschnittenen Pässe

halten müssen, wie wir Menschen ja auch, und wo ihr Erscheinen oder

Nichterscheinen das wirtschaftliche Wohlergehen ganzer Volksstämme

in hohem Maße beeinflußt. Nicht umsonst errichten die italienischen

Vogelmassenmörder ihre größten und erfolgreichsten Roccoli am

Ausgang der Alpenpässe. Das hier beigegebene Kärtchen des im Vorjahr

verstorbenen Schweizers Gustav v. Burg, der in der Erforschung der

Zugverhältnisse in den Alpen seine Lebensaufgabe erblickte, ist auf

Grund jahrzehntelanger unmittelbarer Beobachtung entworfen und gibt

einen ganz anschaulichen Begriff, mag es auch in den Einzelheiten

hier und da anfechtbar sein. Selbst wenn man wie v. Burgs Landsmann

und wissenschaftlicher Gegner Bretscher nach der Datenmethode

arbeitet, kristallisieren sich doch beim Eintragen möglichst

langjähriger Durchschnittsdaten der Ankunft im Frühling auf die Karte

deutlich gewisse Zugstraßen heraus. Wir sehen auf dem Kärtchen von

Südwestdeutschland, wie die ersten Bachstelzen im Rheintal auftauchen,

also offenbar aus Westen oder Südwesten ankommen, und wie dann erst von

hier aus etwas später die Hardt und die Vogesen besiedelt werden, wie

die Vögel deutlich im Rhein-, Main- und Neckartal und etwas später im

Donautal entlang ziehen und zuletzt im Fichtelgebirge, Bayrischen Wald

und in den Voralpen wahrgenommen werden. Beigefügt sind weiter Versuche

zu Zugskärtchen aus der Dobrudscha, die ich nach eigenen Beobachtungen

entwerfen konnte, und vom Kaspi, wo ich die grundlegenden Forschungen

des Altmeisters Gustav Radde bestätigt fand. Die westsibirischen Vögel

halten zumeist eine streng nord-südliche Richtung inne, z. B. die

dortigen Wachteln, während die Ostsibirier mehr nach Südosten abbiegen,

um im südlichen China zu überwintern und zum Teil sogar über Japan

nach der Inselwelt des Stillen Ozeans gelangen. Das tibetanische „Dach

der Welt“, die gewaltigen Höhen der asiatischen Zentralmassive und die

furchtbare Wüste Gobi werden nicht überflogen, sondern umgangen. In

Nordamerika weist östlich der Felsengebirge die allgemeine Zugrichtung

nach ~SO~ oder ~SSO~, und die Wanderer gelangen schließlich über die

Randländer des Golfes von Mexiko oder über die westindischen Inseln

zur Nordküste Südamerikas, ziehen aber zum Teil bis in die gemäßigten

La-Plata-Staaten hinunter. Westlich der großen Gebirgsscheiden finden

wir hauptsächlich Küstenwanderer, also die litoralen Zugstraßen Palméns.

[Illustration: +Ankunftsdaten der Bachstelze im südwestlichen

Deutschland+

nach Bretscher, „Mitteilungen über die Vogelwelt“, Jahrg. 1925/26]

Außer der orohydrographischen Gestaltung der zu durchmessenden

Länderstrecken kommen aber noch mancherlei andere Faktoren bei der

Herausbildung von Zugstraßen in Betracht. Manche Arten, denen die

bisherigen Verbreitungsgrenzen zu eng werden oder die verloren

gegangene Gebiete wieder erobern möchten, stoßen in der Hitze des

Frühlingszuges über die seitherigen Brutbezirke hinaus und versuchen

sich weiter nördlich seßhaft zu machen. Hierher gehört es z. B.,

wenn unversehens einmal Bienenfresser in Hessen brüten, wenn ich zu

meinem Erstaunen einmal bei Rossitten den Mittelmeersteinschmätzer

erblickte, wenn ebenda einmal ein Steinrötel sich dreist auf den Zaun

der Vogelwarte setzte und herabgeschossen wurde, wenn fast alljährlich

Nachtreiher am Bodensee sich einstellen und wenn vor wenigen Jahren

wieder einmal ein ganzer Schwarm Edelreiher in der Bartschniederung

auftauchte und alle Anstalten zum Fortpflanzungsgeschäft traf. Leider

werden alle solche Ansiedlungsversuche, soweit es sich um größere

oder farbenschöne oder angeblich schädliche Vögel handelt, regelmäßig

vereitelt durch gewisse „Jäger“, die nichts Lebendes sehen können und

es verlernt haben, sich an den köstlichen Gaben der Natur zu erfreuen,

ohne gleich die Schrotspritze sprechen zu lassen. Nur kleinen oder

unansehnlichen Vogelarten gelingt eine solche Erweiterung ihres

Verbreitungsgebietes, und so haben z. B. in den letzten Jahrzehnten

Girlitz, Hausrotschwanz, Bergstelze und Halsbandfliegenfänger ihre

Grenzen bedeutend nach Norden vorgeschoben. Soweit sie Zugvögel sind,

gehen sie dann aller Wahrscheinlichkeit nach im Herbst genau auf der

Einwanderungslinie wieder rückwärts, womit ihnen also ihre Zugstraße

vorgeschrieben ist. Nicht immer decken sich die Frühjahrszugstraßen mit

denen des Herbstes, sondern öfters werden andere Wege eingeschlagen,

wobei das Streben nach möglichster Abkürzung der Gesamtreisestrecke

unverkennbar ist. Wo der Zug im Herbst erst von Ost nach West führt und

dann fast rechtwinklig nach Süden umbiegt, wird im Lenz dieses Dreieck

nicht ausgeflogen, sondern die Vögel ziehen auf seiner Hypotenuse. Dies

gilt z. B. für die sibirischen Laubsänger, die im Herbst nach Helgoland

kommen, sich aber im Frühjahr dort nicht wieder blicken lassen, weil

sie dann quer durch Deutschland ziehen, wo sie natürlich nur durch

einen besonders günstigen Zufall festgestellt werden können. Aber im

allgemeinen wird doch nicht nur die Zeit, sondern auch der Raum beim

Vogelzug mit erstaunlicher Regelmäßigkeit eingehalten. Es ist, als ob

richtige, für die Vögel sichtbare Wege durch das wesenlose Luftmeer

führten. Jeder erfahrene Jäger weiß ja, an welchen Stellen seines

Reviers er auf Schnepfenstreich rechnen kann und wird sich deshalb

immer wieder an denselben erfolgversprechenden Plätzen anstellen;

jeder aufmerksame Spaziergänger wird bald dahinter kommen, daß die

überwinternden Krähen bei ihren täglichen, oft ziemlich ausgedehnten

Flügen von den Nahrungs- zu den Schlafplätzen und umgekehrt immer

genau dieselben Luftstraßen einschlagen, und jeder Vogelschützer macht

die Wahrnehmung, daß die Meisenschwärme im Spätherbst jeden Tag die

gleiche Runde machen und mit Sicherheit zu einer bestimmten Stunde

an einem ganz bestimmten Orte anzutreffen sind. Oft bleiben bei der

gleichen Vogelart die weiter südlich wohnenden Stämme den Winter

über in der Brutheimat zurück und werden von ihrer weiter nördlich

siedelnden Sippschaft überflogen, nicht aber machen jene diesen Platz

und räumen ihnen ihre Sitze ein, wie man vielfach fälschlich behauptet

hat. Das Eintreffen im Frühjahr erfolgt keineswegs für alle Individuen

derselben Art in einer Gegend gleichzeitig, sondern verteilt sich

sprungförmig auf einen gewissen Zeitraum, der um so ausgedehnter ist,

je frühzeitiger die durchschnittlichen Ankunftsdaten für solche Vögel

liegen. Erst kommen die Vorposten, sogenannte „Spione“, die oft wieder

verschwinden, nachdem sie sich kurz umgesehen haben, dann folgt die

Hauptmasse, auch diese oft in mehreren Abteilungen, und endlich die

Nachzügler. „Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer“, sagt sehr richtig

das Sprichwort.

— — — — — — — — — —

Herr Rechnungsrat Meyer befindet sich seit dem 1. April im Ruhestande

und macht nun täglich, ehe er sich zu seinem Dämmerschoppen

am Stammtisch im „Roten Löwen“ begibt, seinen behaglichen

Nachmittagsbummel durch die hübschen Anlagen des Städtchens nach

dem nahen Buchenwäldchen, wobei er mit Vorliebe auf die Stimmen

der gefiederten Sänger lauscht, denn er ist ein alter „Vogelnarr“,

nebenbei gesagt eine der sympathischsten Klassen des im allgemeinen

ziemlich ekligen Menschengeschlechts. Heute am 24. April ist es

besonders schön draußen. Den Äckern entsteigt der kräftige Geruch

der umgepflügten Erdscholle, die Wiesen prangen in frischem Grün

und sind von unzähligen bunten Blümlein durchstickt, die Obstbäume

haben ihre schneeige Blütenpracht entfaltet, die weißleuchtenden

Birkenstämme ihren zartgrünen Spitzenschleier übergeworfen, die bis zum

Platzen angeschwollenen Buchenknospen warten nur darauf, vom nächsten

Sonnenstrahl wachgeküßt zu werden zu neuem Leben, das Buschwerk in Wald

und Flur hat seine jungen Blätter entrollt, und von allen Zweigen,

aus allen Hecken tönen die jauchzenden Frühlingshymnen der täglich

um neu eintreffende Arten sich vergrößernden Vogelschar. Das Herz

voll sonniger Lenzesstimmung ist Herr Meyer schon auf dem Heimwege

begriffen. Leise senkt sich die Dämmerung hernieder. Der Weg führt

an dem alten Wallgraben der ehemals freien Reichsstadt entlang, der

jetzt von Gärten und Anlagen ausgefüllt ist. Plötzlich bleibt der alte

Rechnungsrat wie verzückt stehen und hält lauschend die Hand an das

schon etwas schwerhörig gewordene Ohr. Unendlich süße Töne schallen zu

ihm herauf aus dem jungen Grün eines alten Fliederbusches, kunstvolle

Läufe, jauchzende Triller, prachtvolle Kadenzen. Die Nachtigall

ist wieder da! An diesem Tage ist der Herr Rechnungsrat erst mit

erheblicher Verspätung an seinem Stammtisch erschienen. Die Freunde

maulten, denn sie vermochten es nicht zu begreifen, daß man eines

Vogelliedes wegen den geliebten Männerskat oder die Bierbankpolitik

versäumen könne. Die Nachtigall aber sang unentwegt weiter, fast die

ganze laue, vollmondüberflutete Frühlingsnacht hindurch. Auch die

nächste und übernächste. Mit der Macht ihrer melodienreichen Kehle

will sie sich durchaus das ersehnte Weibchen herbeizaubern. Wie

das jauchzt und klagt, wie das trillert und flötet, wie das fleht

und wirbt, bald in den zartesten Molltönen ersterbend, bald mit

schmetternder Kraft schier gellend ausgestoßen! Es ist das Hohelied der

Liebe! Und endlich — in der vierten Nacht —, da fliegt ein unscheinbar

graues Vögelchen schon stundenlang einsam über Berg und Tal, über Feld

und Wald dem Lichtschimmer des Städtchens zu. Als die sehnsüchtigen

und wehmütigen Triller aus dem Fliederbusch an sein Ohr schlagen, da

stutzt es, schwenkt um, läßt sich tiefer herab und fällt endlich im

Nachbarbusch ein, bewillkommt von einer prachtvollen Jubelfanfare des

harrenden Männchens. Sie haben sich wiedergefunden an der vorjährigen

Stätte ihres Glückes nach der langen, gefahrvollen, getrennt

vollführten Reise. Innig schmiegen sich die beiden Vögelchen auf ihrem

Zweige aneinander. Brust an Brust verfallen sie nach durchwanderten

oder durchsungenen Nächten in den tiefen, wohltuenden Schlaf völliger

Ermattung. Sie träumen von Minne und Liebe, von Nestbau, Brüten

und Kinderfüttern. Wonniges Glücksgefühl durchzittert die kleinen

leidenschaftlichen Vogelherzen. Sind sie doch nach so viel Fährnissen

endlich wieder vereint in der Heimat!

Sachweiser

Alpen, Frühlingszug durch die 69

Aufbruchszeit 28

Bachstelze, Ankunftsdaten der 71

Bergfinkenheer 47

Brachvogel 21

Depressionen, Einfluß der 43

Eiszeiten 16

Entstehung des Vogelzugs 15

Europäische Vogelzugstraßen 65

Flugleistungen einiger Zugvögel 57, 58, 59

Fortpflanzungsinstinkt 17

Gefahren beim Zuge 50

Geheimer Vogelzug 42

Hausstorch 68

Herbstzug 56

Höhe des Vogelzugs 51

Instinkt 17

Irrgäste 39

Isepiptesen 44, 45

Keilform 10

Kranichzug 9

Kreuzschnabel 31

Kuckuck 25

Laufende Zugvögel 60

Luftdruck und Vogelzug 43

Luftstraßen 73

Nachtwanderer 22, 58

Nächtliches Wandern 20

Nebel und Vogelzug 38

Normaler Zugtag 12

Orientierungsgabe 23

Paarungsstationen 63

Palméns Zugstraßen 66, 67

Psychisches Verhalten 30

Raststationen 62

Richtsinn 22

Rückkehr zum alten Nest 28

Rückzüge 45

Sammelstationen 61

Schnelligkeit d. Vogelzugs 55

Schwimmende Zugvögel 60

Seidenschwanz 31, 33

Sibirischer Tannenhäher 9

Singen die Vögel in der Winterherberge? 26

Storchenzug 13

Südwestdeutsche Zugstraße 48

Tagwanderer 58

Trennung nach dem Alter 24

Trennung n. d. Geschlecht 26

Toben der Käfigvögel 18

Verbreitungsgrenzen 72

Vogelzug in der Dobrudscha 19

Vogelzug im Pontisch-Kaspischen Gebiet 35

Vogelzugsforschung 7

Vorausahnen des Wetters 33

Wärme und Vogelzug 44

Wanderung 8

Wassertreter 31

Wettersturz 47

Wind und Vogelzug 34

Witterung, Einfluß der 32

Zigeunervögel 14

Zug 8

Zugsinstinkt 17

Zugstraßen 64

Zurechtfinden 12

⁘ ~KOSMOS~ ⁘

Gesellschaft der Naturfreunde in Stuttgart

Die Gesellschaft Kosmos bezweckt, die Kenntnis der Naturwissenschaften

und damit die Freude an der Natur und das Verständnis ihrer

Erscheinungen in den weitesten Kreisen unseres Volkes zu verbreiten.

— Dieses Ziel sucht die Gesellschaft durch Verbreitung guter

naturwissenschaftlicher Literatur zu erreichen im

⁘ ~KOSMOS~ ⁘

Handweiser für Naturfreunde

Jährlich 12 Hefte mit 4 Buchbeilagen

Diese Buchbeilagen sind, von ersten Verfassern geschrieben, im guten

Sinne gemeinverständliche Werke naturwissenschaftlichen Inhalts. In dem

Vereinsjahr 1928 gelangen zur Ausgabe:

Dr. Kurt Floericke, Vögel auf der Reise R. H. Francé, Urwald Wilhelm

Bölsche, Drachen H. Günther, Eroberung der Tiefe

⁘

Jedes Bändchen reich illustriert

Diese Veröffentlichungen sind durch alle Buchhandlungen zu beziehen, wo

auch Beitrittserklärungen entgegengenommen werden. Auch die +früher+

erschienenen Jahrgänge sind noch erhältlich

Geschäftsstelle des Kosmos: Franckh’sche Verlagshandlung, Stuttgart

Freude am Leben

und sichere Grundlagen für eine moderne

Weltanschauung

findet jeder in der

Natur

⁘

Zum Beitritt in den

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Gesellschaft der Naturfreunde

laden wir

alle Naturfreunde

jedes Standes, sowie alle Schulen, Volksbüchereien, Vereine usw. ein

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Die Mitglieder erhalten laut § 5 der Satzung als Gegenleistung +für

ihren Jahresbeitrag im Jahre 1928 kostenlos+:

I. Die Monatsschrift Kosmos, Handweiser für Naturfreunde. Reich,

z. T. mehrfarbig bebildert. 12 Hefte im Jahr

II. Die ordentlichen Veröffentlichungen. 4 Buchbeilagen. 1928 sind

vorgesehen: Dr. Kurt Floericke, Vögel auf der Reise :: R. H.

Francé, Urwald :: W. Bölsche, Drachen :: H. Günther, Die

Eroberung der Tiefe

III. Vergünstigungen beim Bezuge von hervorragenden

naturwissenschaftlichen Werken

Jedermann kann jederzeit Mitglied werden.

Bereits Erschienenes wird nachgeliefert

Anmeldungen bei jeder Buchhandlung oder durch die Geschäftsstelle des

+Kosmos+, Stuttgart, Pfizerstraße 5

Satzung

§ 1. Die Gesellschaft Kosmos (eine freie Vereinigung der Naturfreunde

auf geschäftlicher Grundlage) will in erster Linie die Kenntnis

der Naturwissenschaften und damit die Freude an der Natur und das

Verständnis ihrer Erscheinungen in den weitesten Kreisen unseres

Volkes verbreiten.

§ 2. Dieses Ziel sucht die Gesellschaft zu erreichen: durch die

Herausgabe eines den Mitgliedern kostenlos zur Verfügung gestellten

naturwissenschaftlichen Handweisers (§ 5), durch die Herausgabe

neuer, von hervorragenden Autoren verfaßter im guten Sinne

gemeinverständlicher Werke naturwissenschaftlichen Inhalts, die sie

ihren Mitgliedern unentgeltlich oder zu einem besonders niedrigen

Preise zugänglich macht, usw.

§ 3. Die Gründer der Gesellschaft bilden den geschäftsführenden

Ausschuß, den Vorstand usw.

§ 4. Mitglied kann jeder werden, der sich zur Bezahlung des

jeweiligen, mäßig gehaltenen Beitrags verpflichtet. Andere

Verpflichtungen und Rechte, als in dieser Satzung angegeben sind,

erwachsen den Mitgliedern nicht. Der Eintritt kann jederzeit

erfolgen; bereits Erschienenes wird nachgeliefert. Der Austritt ist

gegebenenfalls bis 1. Oktober des Jahres anzuzeigen, womit alle

weiteren Ansprüche an die Gesellschaft erlöschen.

§ 5. Siehe vorige Seite.

§ 6. Die Geschäftsstelle befindet sich bei der +Franckh’schen

Verlagshandlung, Stuttgart, Pfizerstraße 5+. Alle Zuschriften,

Sendungen und Zahlungen (vgl. § 5) sind, soweit sie nicht durch eine

Buchhandlung Erledigung finden konnten, dahin zurichten.

~KOSMOS~

Handweiser für Naturfreunde

Erscheint jährlich zwölfmal und enthält:

Aufsätze in klarer, fesselnder Sprache vom Leben und Wirken der

Naturkräfte.

Bilder und farbige Kunstdrucktafeln, die das geschriebene Wort noch

anschaulicher und lebendiger machen.

Regelmäßig unterrichtende Nachrichten von Forschung und Fortschritt auf

allen Gebieten der Naturwissenschaft.

Auskunftsstelle. Wertvolle kleine Mitteilungen.

Mitteilungen über Naturbeobachtungen, Vorschläge und Anfragen der

Mitglieder. Experimentierecke.

Zu beziehen durch jede Buchhandlung oder

durch die Geschäftsstelle des +Kosmos+, Stuttgart, Pfizerstraße 5

Kosmos-Buchbeilagen 1928:

[Illustration: Dr. Kurt Floericke

Vögel auf der Reise]

Alljährlich wandern die Zugvögel im Herbst nach Süden und kehren im

Frühjahr zurück. Über diese rätselhaften Reisen, über ihre Wege und

Ziele, über den geheimnisvollen Trieb, der die Vögel dazu veranlaßt,

berichtet dieses Bändchen aus der Feder des bekannten Vogelkenners.

[Illustration: R. H. Francé

Urwald]

Das Bändchen ist der Niederschlag einer längeren Studienreise, die

der bekannte Naturforscher zu den Urwäldern in Ceylon, Australien,

Polynesien und Südamerika unternommen hat. Dieses persönliche Erlebnis

gibt dem Buch seinen besonderen Reiz und Wert.

[Illustration: Wilhelm Bölsche

Drachen]

Alte Sagen berichten von furchtbaren Drachen, die einst die Menschen

bedrohten. Aus Versteinerungen wissen wir, daß vor Jahrmillionen

riesige Echsen gelebt haben, deren Aussehen stark an die sagenhaften

Schilderungen der Drachen erinnern. Ist wohl der Mensch noch solchen

riesigen Sauriern begegnet?

[Illustration: Hanns Günther

Die Eroberung der Tiefe]

Seit den ältesten Zeiten versucht der Mensch in die Tiefen des Meeres

vorzudringen, vor allem um die Schätze der untergegangenen Schiffe zu

heben. Das Bändchen schildert diese Versuche von den allereinfachsten

Anfängen an bis zur modernen Tauchtechnik in der Hanns Günther eigenen

anschaulichen Art.

Für Mitglieder kostenlos

Folgende seit Bestehen des Kosmos erschienene Buchbeilagen erhalten

Mitglieder, solange vorrätig, zu Ausnahmepreisen:

[Sidenote: 1904]

Bölsche, W., Abstammung des Menschen. — Meyer, Dr. M. W.,

Weltuntergang. — Zell, Ist das Tier unvernünftig? (Dopp.-Bd.). — Meyer,

Dr. M. W., Weltschöpfung.

[Sidenote: 1905]

Bölsche, Stammbaum d. Tiere. — Francé, Sinnesleben d. Pflanzen. — Zell,

Tierfabeln. — Teichmann, Dr. E., Leben u. Tod. — Meyer, Dr. M. W.,

Sonne u. Sterne.

[Sidenote: 1906]

Francé, Liebesleben d. Pflanzen. — Meyer, Rätsel d. Erdpole. — Zell,

Streifzüge d. d. Tierwelt. — Bölsche, Im Steinkohlenwald. — Ament,

Seele d. Kindes.

[Sidenote: 1907]

Francé, Streifzüge im Wassertropfen. — Zell, Dr. Th., Straußenpolitik.

— Meyer, Dr. M. W., Kometen und Meteore. — Teichmann, Fortpflanzung und

Zeugung. — Floericke, Dr. K., Die Vögel des deutschen Waldes.

[Sidenote: 1908]

Meyer, Dr. M. W., Erdbeben und Vulkane. — Teichmann, Dr. E., Die

Vererbung. — Sajó, Krieg und Frieden im Ameisenstaat. — Dekker,

Naturgeschichte des Kindes. — Floericke, Dr. K., Säugetiere des

deutschen Waldes.

[Sidenote: 1909]

Francé, Bilder aus dem Leben des Waldes. — Meyer, Dr. M. W., Der Mond.

— Sajó, Prof. K., Die Honigbiene. — Floericke, Kriechtiere und Lurche

Deutschlands. — Bölsche, W., Der Mensch in der Tertiärzeit.

[Sidenote: 1910]

Koelsch, Pflanzen zw. Dorf u. Trift. — Dekker, Fühlen u. Hören. —

Meyer, Welt d. Planeten. — Floericke, Säugetiere fremd. Länder. —

Weule, Kultur d. Kulturlosen.

[Sidenote: 1911]

Koelsch, Durch Heide und Moor. — Dekker, Sehen, Riechen und Schmecken.

— — Bölsche, Der Mensch der Pfahlbauzeit. — Floericke, Vögel fremder

Länder. — Weule, Kulturelemente der Menschheit.

[Sidenote: 1912]

Gibson-Günther, Was ist Elektrizität? — Dannemann, Wie unser Weltbild

entstand. — Floericke, Fremde Kriechtiere und Lurche. — Weule,

Die Urgesellschaft und ihre Lebensfürsorge. — Koelsch, Würger im

Pflanzenreich.

[Sidenote: 1913]

Bölsche, Festländer u. Meere. — Floericke, Einheimische Fische. —

Koelsch, Der blühende See. — Zart, Bausteine des Weltalls. — Dekker,

Vom siegh. Zellenstaat.

[Sidenote: 1914]

Bölsche, W., Tierwanderungen in der Urwelt. — Floericke, Dr. Kurt,

Meeresfische. — Lipschütz, Dr. A., Warum wir sterben. — Kahn, Dr.

Fritz, Die Milchstraße. — Nagel, Dr. Osk., Romantik der Chemie.

[Sidenote: 1915]

Bölsche, W., Der Mensch der Zukunft. — Floericke, Dr. K., Gepanzerte

Ritter. — Weule, Prof. Dr. K., Vom Kerbstock zum Alphabet. — Müller, A.

L., Gedächtnis und seine Pflege. — Besser, H., Raubwild und Dickhäuter.

[Sidenote: 1916]

Bölsche, Stammbaum der Insekten. — Sieberg, Wetterbüchlein. — Zell,

Pferd als Steppentier. — Weule, Krieg in den Tiefen der Menschheit

(Dopp.-Bd.).

[Sidenote: 1917]

Besser, Natur- u. Jagdstud. i. Deutsch-Ostafrika. — Floericke, Dr.,

Plagegeister. Hasterlik, Dr., Speise u. Trank. — Bölsche, Schutz- u.

Trutzbündnisse i. d. Natur.

[Sidenote: 1918]

Bölsche, Sieg des Lebens. — Fischer-Defoy, Schlafen und Träumen.

— Kurth, Zwischen Keller u. Dach. — Hasterlik, Dr., Von Reiz- u.

Rauschmitteln.

[Sidenote: 1919]

Bölsche, Eiszeit und Klimawechsel. — Floericke, Spinnen und

Spinnenleben. — Zell, Neue Tierbeobachtungen. — Kahn, Die Zelle.

[Sidenote: 1920]

Fischer-Defoy, Lebensgefahr in Haus u. Hof. — Francé, Die Pflanze als

Erfinder. — Floericke, Schnecken und Muscheln. — Lämmel, Wege zur

Relativitätstheorie.

[Sidenote: 1921]

Weule, Naturbeherrschung I. — Floericke, Gewürm. — Günther,

Radiotechnik. — Sanders, Hypnose und Suggestion.

[Sidenote: 1922]

Weule, Naturbeherrschung II. — Francé, Leben im Ackerboden. —

Floericke, Heuschrecken und Libellen. — Lotze, Jahreszahlen der

Erdgeschichte.

[Sidenote: 1923]

Flaig, Kampf um Tschomo-lungma. — Floericke, Falterleben. — Francé,

Entdeckung der Heimat. — Behm, Kleidung und Gewebe.

[Sidenote: 1924]

Floericke, Käfervolk. — Henseling, Astrologie. — Bölsche, Tierseele und

Menschenseele. — Behm, Von der Faser zum Gewand.

[Sidenote: 1925]

Lämmel, Sozialphysik. — Floericke, Wundertiere des Meeres. — Henseling,

Mars. — Behm, Kolloidchemie.

[Sidenote: 1926]

Vögel auf der Reise · 第 6 / 7 段