Er kommt zum Bruder des Grafen. Vor dem Spiegel brennen schon die
Kerzen, und auf dem Tische liegen wieder zwei Pistolen und daneben
Dukaten, aber nicht zwei, sondern zehn, und die Pistolen sind diesmal
mit tscherkessischen Kugeln geladen.
Der Bruder des Grafen sagt:
»Ich habe gar keinen Pudel, verlange von dir aber folgendes: richte mich
so her, daß ich ein mutiges Aussehen bekomme. Du kriegst dafür zehn
Dukaten; wenn du mich aber schneidest, bist du auf der Stelle tot.«
Arkadij überlegte sich die Sache und machte sich plötzlich daran, --
Gott allein weiß, was über ihn gekommen war, -- den Bruder des Grafen zu
frisieren und zu rasieren. Im Nu war er mit seiner Arbeit fertig,
steckte das Geld in seine Tasche und sagte:
»Leben Sie wohl.«
Jener antwortet:
»Geh! Ich möchte aber nur das eine wissen: wie hast du dich dazu
entschließen können?«
Arkadij aber sagt:
»Warum ich mich dazu entschlossen habe, das weiß nur mein Herz in der
Brust.«
»Oder bist du vielleicht kugelfest oder kennst irgend einen Zauber, so
daß du selbst die Pistolen nicht fürchtest?«
»Die Pistolen sind das wenigste, an die habe ich gar nicht gedacht.«
»Was? Wagtest du denn zu denken, daß das Wort deines Grafen mehr gilt
als das meinige und daß ich dich, wenn du mich schneidest, nicht
erschieße? Wenn du nicht kugelfest bist, so wärest du auf der Stelle
tot.«
Als Arkadij den Namen seines Herrn hörte, fuhr er zusammen und sagte wie
aus dem Schlafe:
»Ich bin nicht kugelfest, Gott hat mir aber Vernunft verliehen: noch eh
du die Hand nach der Pistole ausstrecktest, hätte ich dir mit dem
Rasiermesser die Gurgel durchschnitten.«
Mit diesen Worten stürzt er hinaus und kommt ins Theater noch gerade zur
rechten Zeit, um mich herzurichten. Er zittert am ganzen Leibe, und wie
er sich über mich beugt, um eine Locke zu wickeln, flüstert er mir zu:
»Hab nur keine Angst, ich werde dich entführen.«