»Ja, es ist keines.«
Da bekreuzigt sich Luka und sagt:
»Nun ist es aus. Jetzt ist keine Zeit, es auszubessern. Dieses Wunder
hat der Engel der herrschenden Kirche vollbracht, und ich weiß weshalb.«
Damit stürzt Luka in die Kirche, drängt sich in den Altarraum, wo man
den Erzbischof eben entkleidet, wirft sich ihm zu Füßen und spricht:
»Ich bin ein Gotteslästerer, und das habe ich getan!« Und er erzählt ihm
alles. »Nun befehlen Sie, daß man mich in Ketten legt und ins Gefängnis
abführt.«
Der Bischof hört voll Würde alles an und antwortet:
»Durch Betrug habt ihr das Siegel von eurem Engel genommen, unser Engel
hat es selbst von sich genommen und dich hergeführt.«
Luka erwidert:
»Ich sehe es, Eminenz, und erbebe. Befehlen Sie nur rasch, daß man mich
dem Strafgericht überliefert.«
Aber der Erzbischof antwortet in vergebendem Tone:
»Kraft der mir von Gott gegebenen Gewalt vergebe ich dir und spreche
dich los. Bereite dich vor, morgen Christi allerreinsten Leib zu
empfangen.«
Nun, und weiter, meine werten Herren, glaube ich, daß ich Ihnen nichts
mehr zu erzählen habe. Luka Kirillow und der alte Maroi kehrten am
nächsten Morgen zurück und sagten:
»Väter und Brüder, wir haben die Herrlichkeit des Engels der
herrschenden Kirche gesehen, die Vorsehung Gottes über ihr und die Güte
ihres Hierarchen; wir sind selbst von ihm mit dem heiligen Öl gesalbt
worden und haben heute bei der Messe den Leib und das Blut des Erlösers
empfangen.«
Ich trug in mir schon lange, seit dem Besuch beim Starez Pamwa, das
Verlangen, mich im Geiste mit ganz Rußland zu vereinigen und rief:
»Und wir gehen mit dir, Onkel Luka!«
Und so versammelten wir uns alle zu einer Herde, wie Schäflein unter
einem Hirten, und hatten kaum begriffen, wozu und wohin der versiegelte
Engel uns alle geführt hatte, warum seine Wege zu Beginn verworren
waren, und wie er sich dann der Menschenliebe willen entsiegelte, die
sich in jener schrecklichen Nacht offenbarte.