~Dr.~ J. W. Firmenich
in Berlin
und
~Dr.~ J. G. L. Rosegarten,
ord. Professor der Theologie
in Greifswalde,
so wie meinen lieben Landsleuten in Westphalen
sammt und sonders gewidmet.
'n Afbeld längst vergaun'ner Titen
Un wat de Aulen seggt un daun'n,
Schall milnen leewen Landeslüüen
Liifhaftig hier vor Augen staun'n.
Kräftig und ungeschminkt, wie der Zögling der Natur, -- der Landmann
ehemaliger Zeit --, ist auch seine Sprache; wer ihm einen ~frac à
la mode~ anlegt, der hat Beide nicht kennen gelernt und stellt ein
ungenügendes Bild dar.
Dies zur Rechtfertigung mancher in diesen Darstellungen vorkommenden,
dem heutigen Geschmacke vielleicht nicht mehr zusagenden
Kraftausdrücke; die, wollte ich anders den Landmann älterer Zeit und
seine Weisen richtig zeichnen, nicht zu vermeiden waren. Dann Platt
is _platt_ un mot platt bliiwen, _süß is't nin Platt_, un _Bispriöke
gahet in Holsken un niemet nin Blatt vor't Muul_. -- Darum trat
ich in dieser kleinen Ährenlese auf einem urkräftigen, erst wenig
beackerten Sprachfelde, die ich gleichwohl für nichts mehr und nichts
Besseres ausgeben mag, als für einen, von allen im Laufe der Zeit
eingeschwärzten Überläufern und modernen Beimischungen freien Beitrag
zur Kenntniß unserer so kernhaften westphälischen Muttersprache, ohne
Bedenken gerade heraus mit dem Volkstone und eben darum konnten auch
die einfachen Skizzen, in denen ich die frühern Gewohnheiten und Sitten
der Landleute darzustellen versucht habe, nur in naturgetreuen Umrissen
und im entsprechenden hausmachenen Gewande gegeben werden.
Vorbericht.
Auf dem Lande geboren und erzogen, habe ich schon früh vielfache
Gelegenheit gehabt, nicht allein die Sprache der Landleute Westphalens
in allen ihren Eigenthümlichkeiten zu belauschen und genau kennen zu
lernen, sondern auch das Thun und Treiben derselben zu beobachten,
und da auch meine späteren Lebensverhältnisse vielen Verkehr mit
den Landbewohnern herbeiführten, so sind mir ihre Weisen und die
Veränderungen, welche selbige in neueren Zeiten durch Sitten- und
Sprachverfeinerung -- die stets gleichen Schritt halten -- erlitten,
nicht fremd geblieben, so daß ich mir getrauen darf, im Stande zu
sein, sowohl die früheren Gewohnheiten des Landmannes, als auch die
Eigenthümlichkeiten seiner Sprachweise zutreffend zu schildern. Ich
habe damit einen Versuch gemacht, indem ich einige Erzählungen,
Gedichte u. s. w. zusammengetragen, die ich dem Drucke übergebe. Ich
glaube, daß die noch lebende ältere Generation, (ich meine damit die
im vorigen Jahrhundert, oder doch vor der französischen Invasion,
welche, im Zusammenhange mit den ihr nachgefolgten Zeitläuften und
Ereignissen, so vielen Einfluß auf die Veränderung der alten deutschen
Sitten und Gewohnheiten im Allgemeinen, und namentlich auch in
Hinsicht auf die Bewohner des platten Landes ausgeübt hat, Geborenen
und Herangewachsenen) mich überall verstehen werde; wogegen der
Jüngeren wohl Manche in meinen Darstellungen vorkommende Ausdrücke
und Redensarten schon nicht überall mehr verständlich sein mögten.
Für diese habe ich erklärende Noten beigefügt. Jedes Wort habe ich
absichtlich genau so geschrieben, wie es zuerst buchstabirt und nachher
ausgesprochen werden muß, daher die vielen Doppelbuchstaben und
Vorklänge, was nicht von Allen, die plattdeutsch schreiben, genugsam
beobachtet wird.
Die plattdeutsche Sprache hat eine Menge ausdrucksvoller, scharf
bezeichnender, witziger Redensarten, weshalb sie, anerkannt, zu
humoristischen, aus dem Leben gegriffenen Darstellungen ganz vorzüglich
geeignet ist, und diese Seite habe ich bei meinen Darstellungen
besonders im Auge gehalten.
Man hat überall eingesehen, daß es _eben noch Zeit sei_, die immer
mehr verhallenden Klänge der plattdeutschen Mundarten, soviel deren
in ihrer ältern Eigenthümlichkeit noch vorhanden sind, zu sammeln
und deshalb hat dieser Gegenstand der Wissenschaft, _auch eben in
unsern Tagen noch zu rechter Zeit_, die Aufmerksamkeit der Gelehrten
erregt, so daß sich ihrer Viele dem gewiß eben so verdienstlichen als
patriotischen Geschäfte widmen, die Idiome der plattdeutschen Mundarten
vor der Vergessenheit zu schützen. Unter solchen verdienen besonders
der Herr Professor ~Dr.~ _Rosegarten_ in Greifswalde und der Herr
~Dr.~ _Firmenich_ in Berlin hervorgehoben zu werden, von denen der
Erstere sich die verdienstvolle Aufgabe gestellt hat, ein =allgemeines
Wörterbuch= _der niedersächsischen oder plattdeutschen Sprache älterer
und neuerer Zeit_ zu bearbeiten, während der Letztere der gesammten
deutschen Nation in seinen »=Völkerstimmen Germaniens=« _ein gediegenes
und ächtes deutsches National-Werk_ übergeben wird. Beide haben
mich mit dem Vertrauen beehrt, mein thätliches Interesse für ihre
Unternehmungen in Anspruch zu nehmen und daraus ist die Veranlassung
zu der Niederschreibung der Darstellungen hervorgegangen, durch deren
Herausgabe ich den vielen Freunden der plattdeutschen Sprache um so
mehr einen Dienst zu erweisen glaube, als es meine Aufgabe gewesen
ist, _eine möglichst große Menge solcher Sprichwörter und Redensarten
zusammen zu bringen, die größtentheils schon jetzt nur selten mehr
gehört werden_, weil sie meistens nur noch in dem Munde abgängiger
Großväter anzutreffen sind und von welchen eben dieserhalb zu vermuthen
ist, daß sie bald ganz verschwinden, oder, wie ich mich ausdrücken
mögte, _aussterben_ werden.
Besseren Verständnisses halber sind diese Sprichwörter in ein
erzählendes Gewand gewebt und die besonderen Redensarten und
Sprichwörter mit gesperrter Schrift gedruckt worden. Als Anhang habe
ich noch einige, theils von mir, theils von Anderen herrührende
Gedichte u. dgl. beigegeben und bemerke nur noch, daß ich mich überall
streng des Osnabrücker Idioms bedient habe.
_Osnabrück_, im März 1844.
=Lyra=,
Canzlei-Registrator.
Der Herr Canzlei-Registrator Lyra ist mir bereits längst bei
mehrfältigen Gelegenheiten als ein Mann bekannt geworden, der die
plattdeutsche Sprache in allen ihren Eigenthümlichkeiten genau und
vollkommen kennt. Es steht ihm dabei auch zugleich die Gabe zu Gebote,
das, was er giebt, mit äußerst gemüthlicher Laune darzustellen. Ich
habe die von ihm zum Druck bestimmten Briefe u. s. w. im Manuscript
theilweise durchgesehen und kann aus vollster Überzeugung die
Versicherung geben, daß sie Jedem, der sich für die plattdeutsche
Mundart interessirt, gewiß gefallen werden. Ein größeres Verdienst aber
besteht darin, daß namentlich in den Briefen eine Menge Sprichwörter
und besonderer Redensarten, in ein humoristisches Gewand gekleidet,
und dadurch zugleich leichter verständlich gemacht, niedergelegt sind;
so daß das Werkchen, wie es daliegt, für sich allein schon fast ein
vollständiges Idiotikon, besser wenigstens als das _Strodtmannsche_[A],
ist.
Wenn der Herr Herausgeber mir an meinem Namenstage den 24. Februar
1842 sagte: »He begreipe nich, wo ick sau viele schäune Leeder to haupe
kriegen harre un se vor saune Schnüüsterigge weggiewen mogte, un dat
he'r wual wat ümme schüllig sien wolle, dat he't auck sau verstönne;«
so kann ich nicht umhin, demselben jetzt das Zeugniß zu geben, »dat
he se nau vüllig sau goot uut'r Mowwen schüdden kann, as icke un dat
ick der Meenunge bin, he miöte den grauten Schatt, den he to'm Besten
gift, nich sau spottwualfeil uutdoonen. -- Man daarunner folget he
mi, as't schint, daarmet'r Jeddereene, un auck de minneste Landmann,
lichtferriger to kuomen kann. -- Ick wünske van Hartensgrunde, dat'r en
hauge uppackeden Miölenwaagen vull van na allen Kanten der Welt gaunen
müüge, un segge met eenen Waarde: _dat Book is aller Rekummedation
mäutig[C] un unner Bröörs 12 Ggr. werth_; dann Buur un Börgersmann,
saugaar Edellüüe kiön't'r sick anne ergetzen un'r hen un wier na wual
wat uut leeren.«
=Seling=,
Pfarr-Caplan zu St. Johann in Osnabrück.
[A] Zu bedauern würde es sein, wenn wirklich Jemand zu Forschungen und
Arbeiten in unserer plattdeutschen Mundart etwa das Strodtmannsche
Idiotikon von 1756 zu Rathe gezogen haben mögte, indem eine blos
flüchtige Ansicht desselben Jedem, der mit dem hiesigen Dialekte nur
einigermaßen bekannt geworden ist, sofort die Überzeugung gewähren
muß, daß ein bedeutender Theil der darin vorkommenden Wörter unrichtig
gegeben, geschrieben und interpretirt, die wenigen darin aufgenommenen
Sprichwörter und besonderen Redensarten aber fast durchweg falsch
und sinnwidrig erklärt sind; was auch schon der verstorbene ~Dr.~
_Klöntrup_, der mit vollem Rechte als bewährter Kenner und fleißiger
Forscher in plattdeutschen Idiomen dasteht, in dem Vorberichte zu
seinem im Manuscripte hinterlassenen, vor Kurzem in die Bibliothek des
hiesigen Rathsgymnasii übergegangenen, überaus vollständigen und eben
deshalb sehr schätzbaren Wörterbuche der niederdeutsch-westphälischen
Mundart bemerkt, von welchem sehr zu beklagen ist, daß es bisher nicht
zum Drucke gelangte[B].
Ich erachte es für angemessen die betreffende Stelle aus der
Klöntrupschen Einleitung hier abdrucken zu lassen, so wie ich es
auch nicht für überflüssig gehalten habe, von dem bei Strodtmann
angetroffenen wenigen Guten, die in einem Anhange zu seinem Idiotikon
beigebrachte, bei der Flachs- und Leinwandgewinnung in Westphalen
gebräuchliche, mittheilungswerthe Nomenclatur am Schlusse dieses
Büchleins _berichtigt_ aufzunehmen, zumal das Strodtmannsche Idiotikon
selbst sich nur in wenigen Händen befindet.
(_der Verfasser._)
* * * * *
»In der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts gab der Herr Strodtmann,
dermaliger Rector am Gymnasio zu Osnabrück, ein osnabrücksches
Idiotikon heraus, welches nachher nebst dem hamburgischen Idiotikon
des Herrn Professor Richey die Grundlage zu dem bekannten bremischen
Wörterbuche ausmachte. Von jenem Idiotikon des Herrn Strodtmann läßt
sich nicht viel Gutes sagen; der Herr Rector, der selbst kein geborener
Osnabrücker war, hatte es durch seine Schüler sammeln lassen, er hat
es blos in Ordnung gebracht. Daher ist es denn gekommen, daß zwei
Drittel der darin aufgenommenen -- im bremischen Wörterbuche mit ~S~
bezeichneten Worte entweder unrichtig geschrieben, oder falsch erklärt
sind. Hat nun der Herausgeber des bremischen Wörterbuchs bei dem
Richeyschen Idiotikon -- das ich, da ich den hamburgischen Dialect
nicht so genau kenne, nicht beurtheilen kann -- eine eben so üble Wahl
getroffen, so steht es schlecht um das bremische Wörterbuch, wie auch
sonst am Tage liegt.
Indessen ist es wohl _hohe Zeit_ an ein brauchbares niederdeutsches
Wörterbuch zu denken. Kenne ich doch Rechtsgelehrte in meiner
Vaterstadt, denen ich die Schuhriemen aufzulösen nicht werth bin,
die aber nicht im Stande sind eine Urkunde aus den Zeiten des
Bischofs Philip Sigismund zu lesen. Die niederdeutsche Sprache kömmt
unter den gebildeten Classen immer mehr außer Gebrauch, und sogar
Kindermädchen und Ammen werden angewiesen mit den Kindern hochdeutsch
zu rothwelschen. Das giebt denn freilich ein hübsches Deutsch,
aber das geht mich nichts an; ich bedaure nur den Untergang unsers
altsächsischen Idioms, den wir in der Folge nur noch theilweise aus dem
Holländischen werden erklären können.«
_Klöntrup_, ~Dr.~
[B] Der Herr Professor ~Dr.~ _Rosegarten_ theilt mir so eben mit,
daß er aus dem _Klöntrup_schen Manuscripte alles Wesentliche in sein
Wörterbuch aufnehme; weshalb dasselbe auch für uns Westphalen ein
berücksichtigungswerthes Werk werden dürfte.
[C] angemessen, würdig, werth.
An de gestrengen Heerens.
Ick rieke, wann de _Finnenkiikers_[1] düt Breefken liäset, dat se mi
dann met Leiwe lauten[2] un mi to'm Minnsten nich alls to butt[3] un
balstüürig[4] up't Fell kuomen schiölen; dann se kiönet'r uut sehnen,
dat'k mi de Mööte nich verdreeten lauten hebbe, miine Schriiwerigge
met mehr Lüüen düür to niemen, daar ick van uäwertüüget was, dat se
de plattdüütske Sprauke un den aulen Bedriif[5] nowwe[6] kinnet. Un
deswiegen steht düt Breefken hier, met der fründlicken Bidde, dat
Jeddereene de düt of dat bieter weet as icke un de Annern, de ick frägt
hewwe, 't mi bedierwe[7] in't Ahr flispern[8] un'r nich faarts sau'ne
unwiise Raarerigge[9] van maaken wille, as de Wat[10] wual dooet.
Me plegt friilick wual to seggen: _De sick anbaut, des Laun was nich
graut_; man'n ault Jeddewaart[11] segt auck: _De'r dööt wat he kann, is
werth dat he liewet ..._
Miin leewe Muus!
Bist du to Huus,
Dann si sau nett
Un doo'n Trett,
Wann't ichtens[12] geht
Un di ansteht,
Na miinen Huuse.
Den Dokter Kruse
Un Westermann,
De auck dat Platt
Sau wat verstaa't,
De dreppst Du dann
Hier auck wual an;
Dann Du bist klööker
As ick; un Bööker,
De in de Welt
Uutdraawen[13] schiöl't,
De mot me rieken[14]
Vorhier besprieken;
Süß[15] gift 't all'nhand
'N Misverstand
Un dat is wiss'[16]
Herneigest miss[17]. --
Et gaa' Di wual!
Ick sitt' in'n Stall
Un kann nich kruupen,
Dann 'k heww'n Huupen
Van Seer[18] un Piine.
Ick bin de Diine.
[1] _Finnenkiikers_: (_Finnen_, eine Krankheit der Schweine)
Finnensucher, fig: Recensenten.
[2] _met Leiwe_: in Ruhe.
[3] _butt_: unhöflich, unsanft, grob.
[4] _balstüürig_: ungeschlacht, unbändig.
[5] _Bedriif_: Betrieb, Hergang.
[6] _nowwe_: genau.
[7] _bedierwe_: sacht, sanftmüthig.
[8] _flispern_: flüstern.
[9] _Raarerigge_: Lärm, Geschrei.
[10] _de Wat_: Einige.
[11] _Jeddewaart_: Jedermannswort, Sprichwort.
[12] _ichtens_: irgend.
[13] _uutdraawen_: austraben, auslaufen.
[14] _rieken_: gehörig, ordentlich.
[15] _süss_: sonst.
[16] _wiss'_: nicht wahr? ist's nicht so?
[17] _miss_: mißlich.
[18] _Seer_: Gebrechen.
An de günstigen Liäsers.
Geneegde Liäser! Seh't, hier bee' ick Jeddermann,
To Lehr' un Tiidtverdriif 'n lütken[1] Bidrag an
Un huape siekerlick, et schiöle sick gebüüren[2],
Dat Mancheen' in düt Book, 't si achter oder vüüren,
Wual Een of Ander sind't, dat em mich heel[3] misfällt
Un dat em Nauricht gift, wo't ehrdaags in der Welt
Togaunen is ... Dach wel de Schnurren nich mag liäsen,
De legg' se an de Siit', un stiäke siine Niäsen
In söcke Saaken, daar he leewer mag an ruuken,
Ick will'r mi vorwahr 't Haar nich üm uut luuken[4];
Dann'k weet, wel Bööker schrift, of wierket up den Wiegen,
De sind't de meesten Tiidt 't Volk to Spiit[5] geneegen;
Dat is de Moode sau, apart in uusen Daagen; --
Wo kann auck wual 'n Wierk der ganzen Welt behaagen?
Waar sind't me wual den Kack, de sau 'ne Brögge mäckt,
De Jeddermann gefällt un allen Tungen schmeckt?
Dach scholl'k de Frööde sehn, dat Ji düt goot upneimen
Un miine Breefkes hier un daar to Ehren kweimen,
Dann heww'k'n aulen Rock met ruume, griise Mowwen[6],
De b'öwe[7] ick vorwahr 'n Käären[8] man to klowwen[9],
Dann kümmt'r allebatt[10] wat Nigges vor'n Dag
Un kann auck drücket weer'n, vor den, de't liäsen mag.
[1] _lütken_: kleinen.
[2] _gebüüren_: zutragen, ereignen.
[3] _heel_: ganz und gar, gänzlich.
[4] _uutluuken_: ausreissen, ausraufen, ausziehen.
[5] _Spiit_: Spott, Hohn.
[6] _Mowwen_: Aermel.
[7] _b'öwe_: (behoewe) brauche, darf.
[8] _'n Käären_: ein Wenig, etwas.
[9] _klowwen_: kratzen, reiben.
[10] _allebatt_: allemal, jedesmal.
Antwoort an miinen Fründ N. N., as he mi den Vorschlag e daun harr,
met em na'n Baarendiike to gaunen un em, bi'n Schäulken Kaffe, wat van
miine »Plattdüütsken Breewe, Vertellsels un Leeder« vortoliäsen.
Sau geer'n ick auck wual woll, de Dokter mag mi schlaunen!
Sau kann ick dach vorwahr na'n Baarendiik nich gaunen.
De siäl'ge Lazarus satt wual nich sau vull Piine
As ick in düsser Tiidt; 't is baule dat ick griine[1];
Dann baule tuck't't mi misfährlick in'n Koppe
Un baule priek't[2] 't mi as Süwwels[3] in'n Hoppe[4].
Kurzum, kurzam ick bin upstunds wat quiälk[5] un leige[6],
Wann dat nich wenner riss't[7], geht't wual met mi to'r Neige.
Dach träust' ick mi met Gatt, -- vergatt de je 'n Düütsken?
Wen He nich ey'ken[8] will, den krigt He vor de Pütsken. --
Mag ick 'n Vorschlag doon, un 'k meen' he kiön' bestaunen,
Sau lat us, wann Du wult, na'n Muusenbörger gaunen;
Daar hümp'l'k na wual hen met miine lammen Schuaken[9]
Un Du weest sülwenst wual, de Muus kiön't Kaffe kuacken
De auck nich leige is ... -- De Biergmannske in Ehren. --
Wat ducht di, schiöl' wi us daar Muaren es henkehren?
Daar kweim' ick na wual hen, met miine piil'ken[10] Schinken,
Willt nich met Springen gaun, sau gaa et dann met Hinken.
Man is't di nich to Kopp' sau donne bi[11] to kruupen,
Un most du dann p'rfass'[12] bi Biergmanns Kaffe suupen,
Sau stüür' mi man Bescheed düür diine aule Triine,
Dann kiön' wi je d'rnau, bi'n Glaase Beer of Wiine,
Up'r Muusenbuorg auck wual 'n Praus[13] bi Eene sitten
Un uäwer Haug' un Platt un Düt un Dat us stritten.
Wann di dat sau gefällt, lat mi de Tiidt bescheen,
Dann schall'r mi miin Suöhn' unner'n Aarme auck hen leen[14]
Un dann will wi den Schnack es na Gebühr düürplüüstern[15];
Ick riecke Fründ, du schast'r hen un wier bi schmüüstern[16]. --
Si man nich quaut[17], miin Fründ, üm düsse Saabeliggen[18],
Ick mot met Söckes wat mi Tiidt un Piin vertiggen[19].
De Annern sittet All' bi Tengens schwaaren Disken
Un ick bedrööw'de Schelm mot mi'r't Muul vor wisken! --
_Osnabrück_, den 18. Juni 1844.
I, i! -- Nu fällt mi't in; vor niigentwintig Jahren
Üm düsse Tiidt harr ick 'r wual 'n Eed up schwuaren,
Dat'k auck wual sau bito 'n Daalschlag vor de Köllen[20]
Af anners[21] kriigen harr', as miine Fründe föllen.
Miin' Schülligkeit heww' ick'r redlick auck e daunen,
Daar heww' ick Breewe up, de kiön't'r vor bestaunen[22]. --
Uuse Hauptmann wöörd des schwaaren Daages Büüte,
De Cameraaden föllen mi to'r Siidte;
Man[23] den Jüng'sten dää'n se Nicks ... Ick leede[24] miine _Helden_,
Sau goot ick ichtens konn ... Met Rohm vor se to melden:
»_Wual Jeddern den to'm Siege ick e föhrt,
Na hüüt' de Dank des Vaaderlands geböhrt._«
(Up miinen Wammse hänkt nich vooren,
De Steern, daar Viele met stolzirt,
Afgliick he mi wual auck gebührd'
Un mehrmals to e luawet wooren....[25]
Je nu! -- de Wüstheet[26] trüü vulldauner[27] Plicht
Is auck e noog;... des Teekens b'höft[28] 't nich. --)
Et is sau auck al goot.... Uuse Herrgatt si e priesen!
Ick frögge mi alldach, dat ick'r bi e wiesen
Un dat ick'r miin Fell auck nett[29] to hier e giewen,
Dat wi wier Düütske sind, de ruhig _konnen_ liewen. --
Heww' ick'r auck de Piin un Pliiten[30] bi upsacket,
De mi al hen un wier sau röokelaus[31] anpacket;
Sau blift mi dach de Traust: Wann us de Kuulengriäwer[32]
'T leste Bedde ree't[33], sind alle Piine uäwer.
In miinen Sankbook steht: Heft di hier Naut e drücket,
Werst du in jener Welt 'r duwwelt vor beglücket. --
Wöör'k nich sau jeewe frisk[34] un fröhlick na van Harten,
Wöör' ick wual längst vergaun, vor allen Leid un Schmarten,
Un wöör' wual längst al duuk't[35] van alle Seer[36] in'n Liiwe
Un harr' den Dag nich sehn, daar ick düt Breefken schriiwe.
Dach kann me sick all'nhand wat uut'n Sinne schlaunen
Un hält den Kopp man risk, dann blift' m'r auck na gaunen. --
'T was'n stuuren Dag[37], 'n rechten Knuakenfiller[38],
Dann dat vergrell'de[39] Volk schlöög wunnerlicke Triller;
Se keiken gaar nich wier[40], de Saatans, waar se schööten.
Ji Rackers, kuomt es wier!... Se schiöl't ju bett[41] wual mööten[42]. --
_Nauschrift._
Na Eeens: Miin leewe Fründ, fank nich faarts[43] an to schnawwen[44],
Wann miine Blaage di toviel woll vor rawawwen[45];
Du weest wo Kinner sind, de küür't[46] wat düür'n eene,
Dach manng'sens[47] wegt't 'n Pund un heft auck Kopp un Beene. --
Wann't di nich heel[48] misfällt, dann help em up de Fööte,
Dann heww' ick di auck leef, met dankbaaren Gemööte.
Wel up de Liiftucht[49] mot, den werd nich Viel tohaulen,
Wann he dann sülw'st Nicks kann, dann laut' he sick wat maulen[50]. --
Man ick verzaage nich ... Ick will'r mi to giewen
Un schriiwen vor as nau wat uut'n Minskenliewen;
Dat schall mi dann, met Gatt! den Kopp wual buawen[51] haulen,
Un de mi't dann afkaup't, will'k na Verdenste praulen.
Wann'k spüüre, dat't fligg't[52], doo ick't met Moot un Lussen[53],
Man weer'k'r met beöwt[54], will ick Ju bett wat prussen[55].
[1] _griine_: weine.
[2] _priek't_: prikkelt, sticht.
[3] _Süwwels_: Pfriemen.
[4] _Hopp_: Hüfte.
[5] _quiälk_: quälerig, unwohl, schwach.
[6] _leige_: übel, elend.
[7] _nich wenner risst'_: nicht bald verzieht.
[8] _eyken_: liebkosen, an den Backen streicheln.
[9] _Schuaken_: Schenkel.
[10] _piil'k_: kränklich, schwächlich.
[11] _donne bi_: nahe bei.
[12] _p'rfass_: par forçe.
[13] _'n Praus_: eine Weile.
[14] _leen_: leiten, führen.
[15] _düürplüüstern_: durchstöbern.
[16] _schmüüstern_: lächeln.
[17] _quaut_: verdrießlich, böse.
[18] _Saabeligge_: Geschwätz.
[19] _vertiggen_: vertreiben.
[20] _de Köllen_: die Stirn.
[21] _af anners_: oder anderswo.
[22] _'r vor bestaunen_: es bezeugen.
[23] _man_: doch, indeß, blos, nur, aber.
[24] _leede_: führte.
[25] _to luawet_: verheißen, zugesagt, versprochen.
[26] _Wüstheet_: Bewußtsein.
[27] _vulldaun_: erfüllt, vollbracht.
[28] _behöft_: bedarf.
[29] _nett_: redlich, gutwillig.
[30] _Piin un Pliiten_: Schmerz und Beschädigungen.
[31] _röökelaus_: ruchlos.
[32] _de Kuulengriäwer_: der Todtengräber.
[33] _'t leste Bedde ree't_: das Grab bereitet.
[34] _sau jeewe frisk_: so leidlich frisch, munter.
[35] _duuk't_: erlegen.
[36] _Seer_: Weh, Gebrechen.
[37] _'n stuuren Dag_: ein schwerer Tag.
[38] _'n Knuakenfiller_: ein Knochenschinder; fig.: Strapatze, schwere
Arbeit.
[39] _vergrelld_: erboßt, wüthend.
[40] _wierkiiken_: umsehen, zusehen.
[41] _bett_: (~bis~) ein ander mal, nächstens.
[42] _mööten_: entgegentreten, zurücktreiben, abwehren.
[43] _faarts_: gleich.
[44] _schnawwen_: auffahren, unwillig anlassen.
[45] _rawawwen_: lärmen.
[46] _küür't_: sprechen, schnacken.
[47] _mang'sens_: manchmal, oft.
[48] _heel_: ganz.
[49] _Liiftucht_: Leibzucht, Ruhestand.
[50] _dann laut' he sick wat maulen_: dann sehe er, wie er fertig wird.
[51] _buawen_: oben.
[52] _fligg't_: hilft, nützt.
[53] _Lussen_: Lust.
[54] _beöwt_: angeführt, betrogen.
[55] _prussen_: niesen.
Druckfehler und Verbesserungen.
Pag. 4, Zeile 12 von Oben -- statt _dal_ lies: »_daal_«
» 7, Note 7 statt _fort_, lies: »fest«
» 9, Zeile 1 von Unten -- statt _brunket_, lies: »_bruuket_«
» 9, » 4 » Oben -- » _schnien_, lies: »_schniien_«
» 12, » 3 » » -- » _se_, lies: »_he_«
» 12, » 5 » » -- » _sinen_, lies: »_sienen_«
» 14, » 7 » » -- » _Putzeree_, lies: »_Putze ree_«
» 18, » 5 » » -- » _an elegt_, lies: »_an e legt_«
» 22, » 3 » » -- » _eenmaal_, lies: »_eenmal_«
» 25, » 1 » » -- » _h m_, lies: »_he em_«
» 29, Note 3 » » -- » (_bis_), lies: »(_~bis~_)«
» 31, Zeile 11 » » -- » _schollt_, lies: »_scholl't_«
» 42, » 5 » Unten -- » _ji_, lies: »_Ji_.«
» 43, Note 3 » » -- » _Präbandebrod_, lies:
»_Präbendebrod_«
» 48, Zeile 6 » » -- » _Truanen_, lies: »_Truaaen_«
» 50, » 11 » Oben -- » _stridden_, lies: »_Stridden_«
» 57, Note 1 » » -- » _Hagetülße_, lies: »_Haagetülße_«
» 65, Zeile 6 » » -- » _bäunen den_ etc., lies:
»_bäunen, den_ etc.«
» 71, » 2 » » -- fehlt hinter _wuöhntlick_ ein
Comma
» 71, » 6 » » -- » _wual as_, lies: »_wual es_«
» 75, » 2 » » -- » _heft_, lies: »_hebb't_«
» 75, » 8 » Unten -- » _antragen_, lies: »_antragn_«
» 79, » 9 » » -- » _Sldauten_, lies: »_S'ldauten_«
» 87, » 12 » » -- fehlt hinter _nöömede_ ein Comma
» 92, Note 2 -- statt ~Confostancia~, lies: »~Confortantia~«
» 93, Zeile 14 von Oben -- statt _haupe't_, lies: »_huape't_«
» 98, Zeile 3 » Unten -- fehlt hinter _lauten_ das »
» 103, » 3 » Oben -- » _to Jahr_, lies: »_To Jahr_«
» 103, » 5 » » -- » _kwam bi_, lies: »_kwam ick bi_«
» 108, » 9 » » -- » _de eene_, lies: »_de Eene_«
» 111, » 4 » » -- » _Tiit_, lies: »_Tiidt_«
» 111, » 12 » Unten -- » _bedriewet_, lies: »_bedriiwet_«
» 112, » 3 » » -- » _Jue_, lies: »_Juue_«
» 125, » 6 » » -- » _tüsken n_, lies: »_tüsken'n_«
» 127, » 4 » » -- » _kan_, lies: »_kann_«
» 135, » 8 » Oben -- » _Ümmestande_, lies:
»_Ümmestände_«
» 139, » 4 der Noten von Oben statt _achter sick na_, lies
»_achter sick an_«
» 140, » 4 von Unten -- statt _äuwer_, lies: »_uäwer_«
» 150, » 8 » » -- » _Schwiiene_, lies: »_Schwiine_«
»Uut der Sprauke, uut 'n Liewent,
Sii dat Fruömde heel verbannt«
'T is mi al sint 'ner Riige van Jahren sau af un an düür'n Kopp
e dwaalet[1], wat dach wual an'tleste uut uuser gooen, aulen,
plattdüütsken Sprauke un Wiise weeren schiöle, de dach alle Beede
sau leige[2] nich sind, dat me se sick to schiämen hewwe, un daar
de grundgeleerde graute Schoolmester _Friedr. Gedicke_ to Berlin
vor langen Jahren al van schreif: »Ach wöör 'n uuse Lüüe dach bi'n
Plattdüütsken bliiwen! etc.« Deswiegen heb 'k't auck nich lauten
konnt, in düssen Bööksken allerhande Saaken düür to niemen, daar ick
van wünske, dat se, sau Gatt un de Lüüe willt, 'r Aart[3] to bidriägen
müügen, dat de aule Bedriif un aparte de deftige[4], trüühartige
plattdüütske Sprauke nich heel unner de Fööte kweimen, un fange miine
Wäärde met 'n Capittel vor Alle, dat het vor Buur un Börgersmann an.
Mogten de Landlüüe un Alle, den 't süß to kümmt, dach eere aule
ehrlicke Moorsprauke nich heel verläugnen willen un fliitig gooe
plattdüütske Bööker liäsen, dann schollen se wual insehnen, dat se 'r
bieter anne dääen bi eerer angebuarenen natüürlicken Prauterigge to
bliiwen, as sick'r met to elennigen[5], Hauge un Platt un auck wual
gaar annere uutländske Tuutertaaterigge düür'n Eene to quaasken[6],
dat 'ne vorwahr sau wunnerlick n lut[7], dat 'r 'n anner ehrlick
Minske de'r 't Anlustern[8] van het, siin Schmüüstern[9] nich bi
lauten kann un dat se sick faaken[10] sülw's auck wual nich verstahet
un sick alle in Eene hen fraugen miötet: Wat siäest du daar? Wo hett
dat? Wat verstehst du unner de niggelken[11] Wäärde? u. s. w. Ick
rieke[12], 't schiöle auck na wual wier in Upnahme kuomen, just sau
goot as unner de Vorneimen hüüt to Daage de aulen Mooden nich sawual
in 'n Tüüge alleine, as auck in 'n Huusgeraae, Stöölen, Schäppen,
Schreenen etc. wier vor'n Dag kuomet. Dann wann me de Afbeldungen
van de hunnertjährsken Antke-Aulen süht un de jetzige Kleidaage 'r
tiigen hält, kümmt 't baule nett[13] uäwereens wier uut un söck ault
Huusingedöönte[14] werd upstunds uut allen Hööken[15] un Rumpelkaamern
nau e socht un sau unwiise düür betaalt, dat 'k mi wual wünsken
mogte, dat'k 'r man 'n Paar Heu-Balkens van vull liggen harre; dann
woll 'k vorwahr wual 'n riiken Keerl weeren un den besten Buuren
fraugen: Wat wullt du vor diine Stiie[16] hebben. -- Dat heetet se den
_Rokokko-Geschmack_. -- Wann me se dann in eere aulen Dragt, man[17]
sünner Puuderköppe un Zöppe in der Nacken, de se sick dach schiämet,
in de aultfränksken Fuulstööle[18] sitten süht un häär't se daarbi,
_das zarte zimperzierliche Hochteutsch_ sprieken, dann fallet eene de
Aarm's an'n Liiwe daal, dat me nich weet, wat me 'r to seggen schall.
'T liik't[19] miiner Seele auck nett tohaupe, _as Fuust up't Auge un
Rüüter up de Suugen_; dann schall de Rokokko vullstännig sien, sau
häärt'r, schlau mi de Donner! auck' ne riekene Schnuut' vull echt ault
Plattdüütsk to, süß is un blift 't alldach man 'ne halfböördige[20]
Geckerigge.
Ick, vor miinen Kopp, kann nich anners ordeelen, as dat 't Plattdüütske
'ne leeflicke, trüühartige, bidoon'ske[21] Sprauke vor alle dejenigen
sii un bliiwen miöte, de se recht binnen hewwet un begriipet; de sick
auck jüst in eerer aulen, reggenen Natüürlickheet un unverfälskeden
Wiise, un anners nich, vor de ehrlicken Düütsken up 'n Besten schicket;
un dat heb't 'r upstunds mehr klooke Lüüe insehnen, deswiegen giewet
'r sick de Gelehrden auck met Macht anto, dat se se geeren wier up de
aulen Hacken bringen willt. Dat is na miinen Begriepe auck nütte[22] un
goot, dann ick mot liike uut[23] seggen, dat 'n Buuren dat Nauaapen un
aparte de hüütige wunnerlicke, verfumfeyede[24] Mengel-Küürerigge nich
't minnste kledt.
Sau vertellde mi kortens 'n Buure, _de't in 'n Koppe harr, as de Gaus
in 'n Knee_ un bi Geliegenheet auck geeren grätts'k doonen[25] mogte,
dann he was 'r hauge anne un was Kierken-Pr'viiser[A] de Geschichte
van Münchhuusen, as he es uäwer'n Schnei reit, de sau hauge fallen
was, dat alle Hüüser 'r unner begraawen wöören, up half Hauge un half
Platt... Dat hedde sau: »Münchhausen gunk es in 'n Winter uff Reesen,
as 'n gewaltig hoger Schnei gefallen was, dann her[26] was von 'n
guter Freund to 'n'r freundschaftliken Supfen inviteert, nett as ich
heute auck bei Sie. Her reit un gallopierte alle in eine hin vuörwes,
abers her kunnte unnerweggens gaaraus keen Dorf un auck nich es ein
enkelt Haus andreffen, daar her inkehren dääte. Anzuletzte sag her
'n Paul[27] aus den Schneie kiiken; solcher Paul was abers nin Paul,
sondern 'n Kirchzurm. Her steig von siiner Miären ab un gedachte, daar
kannst du se wual 'n Bisken an binden. Solches daat her un legte sick'r
nebens daal un vertiärde sein Fruhstuck. Man mit des funk das Pierd an
to strunssen, dat der Schnei anfung ßu schmelten un der schmolt sau
lange, bis der Heer von Münchhausen, de über das Essent und Drinkent
ingeduuselt was -- dann her soff sehr, as Sie wisse wol bekannt sein
wird -- unter bei die Kirchen achter die Geerkaamer[28] bes uff die
Grund daalgesacket was un uff die kalten Steene lag. Als her ufwachte,
reibte her sich die Augen un sochte sein Ferrt, man als her die Miäre
buawen an 'n Kirchzurm hangen sach, besunnte her sich nich lange, zaug
'ne geladene Scheetbestollen aus 'r Tasken un schaut met'n Schnappe
das Ferrt 'n Halfter bei'n Koppe ab, daß es an de Grund daal störten
mußte, un daar bleibte her mit seiner Miären beliggen, bis der Schnei
zuhaufe geschmolten was, daß her fortan reiten konnte. Sein Ferrt dat
was so'n kiddelig Aus[29], dat sich nich gerne uffsteigen ließ und sich
jümmeran eerst uff die Achterbeene[30] stellen däät, wenn her uffsitzen
woll. Dann mußte her es allemal erst gute Woorte geben un sagen: Tüs,
tüs[31], Wittfoot! stelle dir man nich so nabel an, züüf[32] doch 'n
Bisken un gönne mich doch den Verwank[33], daß ich 'r eerst uff n
komme, un wann her 'r dann anzuletzste uff n saß un 's wollte sich
noch nich ßugeben, dann daskete[34] her es seinen Branntwiens-Buddel
schwisken die Ohren kaput; man wann her dann herneigest 'n Tag[35] aus
der Pullen duuen wollte, fung her ganz röökelause met das arme Ferrt an
ßu schelten, daß her nu keinen Schluck mehr hatte un dann kiddelde her
es met die langen Spuaren so unbarmhartig in de Ribben, daß es, will
ick Sie versiekern, vor Straffe abers auch so lange in eenen Galoppe
laufen mußte, bis her an 'n Werthshaus kam, daar her stille höölt un
seine Gallen mit 'n farssen Drunke daal[36] spolde etc.«
Nu segget es uprichtig, wo lu't[37] Ju dat? Man se kiönet 't hen un
wier nau na bieter, aparte wann se 'r auck na uutländske Bröckskes met
tüsken[38] raaket un dann versteht me 't eerst recht nich.
A jas! a jas![39] is dat auck wat vor 'n ächten Düütsken? Bliiwet dach
Düütske un vor Allen bi Juuer gooen aulen, ehrlicken plattdüütsken
Moor-Sprauke[40]; dat annre, un aparte de uutländske Niggelaut[41],
kledt Ju nich un häärt'r auck nich to, wann Ji den trühartigen Buuren
nich stump[42] verläugnen willt.
»'n Aape is un blift 'n Aape, un drööge he auck siidene Schliepkleer un
goldene Kiien un Spangen.«
»Sett't me 'ne Pogge auck up 'n golden'n Stool,
Se sprinkt alldach wier in den Pool.« --
Willet mi abers daaranne nich misverstaunen; dann geeren bin 'k't Ju
günn't, dat Ji allens Nigge, dat Ji vor goot erkinnet un dat Ju, wann
Ji't eerst met Verstande uutprobeert hewwet, to Passe kümmt, auck
anniemet. De Welt rägt sick in allen Deelen, se will vuörwes un se mot
auck wiider; man daarbi kann't alldach goot bestaunen, dat Ji Aaperigge
un unkledsaame Bibärigheeden[43] achter lautet, de Ju antleste de Köppe
verdregget.
De Kierkenp'rviiser was alldach 'n allerwelts Keerl un satt aller
Schnurren vull un konn 'ne ganze Sellskup alleine met siine schnaaksken
Tuäge[44] upmuntern. Wann he half beschonken[45] was, schüddede he se
een na'n anner'n uut'r Mowwen un kwam 'r alle sau putzig[46] met vor'n
Dag, dat me alle wisse weg[47] in stännigen Lachen bleif.
Wer in uuser Giigend bekannt is, weet dat se hier Schwartbraud
backet, dat de Uutlänners Pumpernikkel heetet, daar de Buurenwichter
de schäunen, schneihaagelwitten Tiäne van hebbet un dat in allen
Weltdeelen van de Vorneimen met Lickemündkes as de söötesten Kooken
gieten un sagaar van Ossenbrügge in bleckernen Kistens na Engeland,
Brasilgen, Amerika, na de Hanaakenvölker u. s. w. schicket werd. Sau'n
Braud, dat uut gruawen Roggenmiäle backet werd, daar se hen un wier,
aparte in düüren Tiien, auck wual Haawern- un Tiecke-Baunen-Miäl[48]
to settet, is wual twee, dree Foote lank un breet, un 'n Foot of
annerthalf dicke un wegt insgmeen vertig bes füftig Pund. Wann 't
ordentlick gaar uut e backet is, heft 't elendige harte Kosten un is
nietske[49] ungemackelk to schnieen, dat'r vorwahr wual 'n reselut
Mest[50] un'n farssen Keerl[51] achter häärt, wann 'r 'n Palten[52]
af e kläwt weeren schall. Nu is't de Moode bi'n Buuren, dat, wann se
an'n Disk gaaet, unners dat Lütke-Maaged vorbiäet, -- daar bito et de
schnoopsken Fierken-Suugen auck wual es 'n Holsketrett in de Ribben
gift un 'r Schwö, schwö! bi seggt, -- dat graute Maaged de Beckens
vull schleit[53], un de Moor 't Fleesk indellt, de graute Knecht dat
Braud vorschniien mot. De settet dann den lüchtern[54] Foot up 'n Kloß,
nimmt dat Braud up't Knee, legt 'r sick met 'r Bost tiigen, packet
dat schaarpe, bree Mest n twas un wisse[55] met'r Fuust un ritt met
aller Macht van 'n büütersten Ende bes na'r Bost to düür dat Braud,
dat he'r glatte, talldicke[56] Schniien van krigt un stiönet un seggt
'r he! bi, as wann he 'ne hunnert Punds Ramme to regeeren harr. De
Moor sitt allewisseweg, 't Becken up de Knee, bi 'n Potte un frägt
'n biilings[57]: Himmännken, is't Becken liig? Auleed, lüstet[58] di
na wat? Geerd, schall 'k'r di na wat in doonen? bes't het: Jau, ick
woll 'r na wual 'n Schlart[59] in hewwen, sauwiit as't schieterig
wiesen is; ick auck; vor mi auck na 'n paar Schnuut' vull; bes se alle
vulldaun[60] sind; de Leste krigt't Sööteste, 't Pottschräpsel, met
in 'n Kaup, dann de Buuren lautet niks ümmekuomen, un dann mag in
unseligen[61] Hüüsern de Suuge wual driisten wier n kuomen un den Pott
ungestraffet vordan reggen licken ... Schwiinefoot's lütke Stöfferken
faund es wat in siinen Mööskenschaarte, dat he nig kinnede. He lööp'r
met na der Inschläunersken[62] un fröög wat dat wual wööre; man de
harr't to drocke[63], as dat se tokiiken konn un siä, 't si wual aart
Anback. Moor siä de Junge, heft Anback auck Fööte? Man dau wöörd he
anschnawwed met »Jackhals, halt 't Muul! Anback schmeckt sööte.« Dann,
mende de goothartede Junge, moste he 't wual der aulen Bessemoor[64]
bringen, de he geeren alle 't Sööteste un Lickmäutigste[65] tohiegede.
He packede 't met spitzige Finger an un taug 'r 'ne breetpanzede[66],
schmoorde Ütze[67] bi 'n Achterbeenen uut.
Wann de Lustigmaaker an den Veerhachtiidts-Gasteriggen[68] bi miinen
siäligen Vaar to Diske satt un de schmööen Priemtroggens[69] un
Krintenstuuten in Kurreln[70] schneit, föllt em allemal in, dat siin
Antkevaar[71], es 'n Knecht hatt harr, de up 'ne wunnerlicke Wiise
van'r Welt kuomen wööre. De Knecht harr auck es 'n hartkösterig[72]
Braut anschniien wollt un'r siin Mest nütte to wettet[73] un den Foot
up'n Fäskegrund[74] vor 'n Kohstalle settet hatt. As he follt harr',
dat de Koste unwiise hart si, harr' he'r bi in de Fuust e spigget,
dat he farsse ansetten woll; man he harr'r auck met Ens sauviele
achter daunen, dat he sick faarts bi 'n eersten Tuage sülwest in eenen
Rattse[75] midden met düür schniien harre, sau dat de buäweste End
van 'n Knechte, met 'n Meste in der eenen un met'r Braud-Schniien in
der annern Hand, voruäwer in den Kohstall stärtet un de Eesend up'r
Diälen liggen bliiwen wööre. Sintdessen wööre 'r Befell e kuomen, dat
de Braudschniiers jedesmal 'n hölten Brett vor de Bost setten schiölen,
dat'r söck Unglücke nich wier vorkuome.
De wiise Köster woll't em abers siin Liewe nich recht to gläuwen un
siä: Nu lüüg Du un de Düüwel! Man wat'n Buuren van siinen Vorfahren
vertellt is, dat lät he sick nich baule uutseggen un dann tiärgeden[76]
sick de Beeden, bes miin siälge Vaader 'n toproostede[77], un 'n met'n
sööten Drunke 't Muul stoppede. Dat harr he in siinen jungen Jahren in
'n Klub to Minden leert, waar damauliger Tiidt de gooe Bruuk was un
auck nau na wual sienen mag, dat, wann sick 'n Paar in der Sellskup
vertöörenden un nich naulauten wollen sick to kibbelkawweln[78], de
Presidente 't Glas nam un Proost! siä. Wann se dann na nin Gemack
haulen wollen, wöören se'r tohaupe uut e daunen.
* * * * *
Wer ichtens tüsken den Buuren waaget un 'r in Verkehr met staunen
heft, de schall wual baule to der Insicht kuomen sien, dat de Landmann
faarts 'n bieter Totrüwwen to Denjenigen faatet, daar he sick up siine
gewuohnde Wiise met behebben kann. Un wo maanig Verhältniß in der Welt
is'r nich na bewennt, dat 't goot is, wann me sick met allen Lüüen
faarts stellen, un se met'n Mundvull Wäärde, daar se nich lange bi to
booksteveeren un to jahnen bruuket, totrüwwesk un bidoonsk e maaken
kann. --
Dat 't vorwahr allmanngsens auck mislick is, wann Männer deren Beroop
't met sick brinkt, dat se met 'n Landmanne ümme gaunen miötet, nich
saviel Platt verstaaet, dat se sick verständlick maaken kiönet, daar
dann leider Gattes allerhande Vorfälle uut entstaunen kiönet, de auck
wual es leige uutloopet, kiöne Ji uut düsser wahren Begiiwenheet
afniemen.
'N Buuren Schniider harr van den vielen Krummsitten, dat he kortens
daun n harr, dann't gönk na Wihnachten to, dat he viel to doonen harr,
saune unwiise Hartliiwigkeit e kriegen, dat'r vor alle Gewalt Nicks
mehr rissen[79] woll un he gaar nich mehr achter der Nauteln sitten
konn. An'tleste, as he sick vor Wehdaage un Kniipen in'n Kalduunen
stump[80] nich mehr redden konn un alle in eene hen joolde as 'n
Meybolze, siä siine Aulske, de 'ne al lange vergiiflick allerhande
Huusmiddel, as Waarmölge[81], Tuunrööwen, Siemesbliär, Liinölge, un
sagaar Piipenlüllsel[82] in e giewen harr: Ick haule'r vor, Jan-Hierm,
dat du dach man na'n Dokter löppst un läst di wat upschriiwen, ehr dat
du stump[83] van Unner to gehst.
Jan-Hierm nam den Raut an un as he bi 'n Dokter kwam, klaagede he em
siine graute Naut un Unsachtigheet; man de mende, dat woll he na wual
ens wier läs stuackern. Ich werde Euch Etwas aufsetzen, das laßt Euch
auf der Apotheke geben und handelt genau nach der Vorschrift, wie es
auf der Signatur zu lesen seyn wird. Ihr könnt doch lesen, sonst will
ich Euch sagen, daß Ihr von der Mixtur, die Ihr bekommen werdet, alle
zwei Stunden einen Eßlöffel voll nehmen und damit fortfahren sollt,
bis Wirkung erfolgt. Seyd mäßig im Essen und haltet Euch warm. Nehmt
allenfalls auch ein Pfund _Pflaumen_ mit, die machen Euch inwendig
geschmeidig und helfen der Medizin in ihrer Wirkung nach. Habt Ihr mich
wohl verstanden, so gehet mit Gott, ich hoffe dies Mittel werde Euch
Erleichterung verschaffen; sollte es aber nicht der Fall seyn, so kommt
nur wieder, dann werde ich Euch noch etwas Kräftigeres verordnen, denn
ich kenne Eure Natur noch nicht genau.
Ganz goot, Heer Dokter, ick bedanke mi auck eerst, siä de Schniider;
wann Se es wat to neggen hebbt, dann günnen Se mi dach auck es wat,
ick will't Se jüst sau goot maaken, as de beste Arrewant van Pariis
(~arrivant de Paris~), un gönk na'r Apteeken un lööt sick siine
Meddeziin torechte röören. As de Pillendregger en afferriget harr, lööp
he na'n Huäcker un födderde sick 'n Pund _Floomen_[84], dann dat harr
he uut 'n Dokter siine Wäärde verstaunen un konn't je auck nich to
bieter wieten, dat de Dokter 'r _Pruumen_[85] met e ment harr, as he
siä, die machen Euch inwendig geschmeidig; daar moste he dach absluut
wual Schmier af Fett unner verstaunen hebben, dann dat glitt goot un
wat is 'r wual schmieriger un schmiidigender als Schwiinefloomen?
As he wier inne was, nam he faarts 'n grauten Liepel vull van der
Meddeziin in, man de gönk em twas[86] düür'n Hals un he vertröck 't
Gesichte, as wann he Raamenroot[87] in't Muul kriigen harre, man he
fratt'r auck gliiks dat heele Pund Floomen achter nau. As he dat 'n
Praus[88] bi sick hatt harr, fönk't em an to ramenten in'n Liiwe, as
wann he'r 'n ganz Regement Poggen inne harre un met ens gaf sick de
Natuur läs, dat he anners nich 'n wende, as de Dokter harrt 'r up an
e leggt, dat he sick faarts ganz weg lasseeren schiöle; man 's annern
Muarens was he wier up de aulen Hacken, dann he harr 'r Luft na kriigen
un mende, dat si dann dach 'n heelen Meister van 'n Dokter, as 'r in
ganz Engeland wual nin Bietern to fiinen sienen mogde. He lööt de
Meddeziin staunen un dachte, de kanst'e in Fall der Naut, wann't di
wual es wier sau tostäuten scholl, na wual ens wier bruuken.
Kort 'r nau kwam den Schmedt in 'n Duarpe auck saune Plauge up'n Balg.
As den Schniider dat to Ahren kwam, siä he: Kasper, daar will 'k di
wual gawwe[89] wier met torechte helpen. Kumm man met mi, ick hewwe
na van der Meddeziin wat staunen, de mi de Dokter lest up e settet
heft, as ick't jüst sau harr as du't nu hest; daar will'k di 'n Liep'
vull[90] van doonen[91], mehr bruukest du nich; man du most di auck 'n
Pund Floomen haalen lauten, de schluckst du'r dann faartsens achter in
un dann schallt'r di uut gaunen as uut'r linnenen Schatthuasen[92],
segg'k di man.
De Schmedt dää as em de Schniider seggt harr, man de wöörd na dat
Middel sau unsachte un leige[93], dat se man Hals uäwer Kopps na'n
Dokter loopen mosten. As de kwam, fröög he: Aber mein Gott! was
geht hier vor, lieber Meister; was habt Ihr begonnen? Dau anwerde
de Schmedt, he harr' man eenen Liepel vull van de Meddeziin nuamen,
de lestens den Schniider faarts sau goot e holpen hewwe un dat Pund
Floomen harr he 'r auck achter up e settet, man em wollt' aparte Nicks
nich e helpen.
Was versteht Ihr unter Floomen, fröög de Dokter. De Schmedt tröck sick
'n paar Mal un harr jüst na saviel Tiidt, dat he 'n Dokter anwern
konn: _Schwiinefett_. Dau jappede he na ens un Schnapps! was de leste
Aum[94] 'r uute.
De Dokter schlöög de Hänne uäwer 'n Koppe tohaupe un rööp: Wie ist's
möglich! Wie hat der Schneider mich so mißverstehen können, da ich ihm
doch deutlich sagte, er möge sich ein Pfund Pflaumen kaufen. Man de
Schniider, de'r just up to kuomen was, as de Schmedt verendede, moste
sick na up't Meeste wünnern un as he den Dokter den T'saamenhank uut'n
Eene[95] settet un em seggt harr dat he nich anners verstaunen hewwe,
as dat he em Floomen verorneert hewwe, un dat Dat, wat he Pflaumen
nömmt harr, bi eer Aart Lüüen _Pruumen_ hedde, siä he: Nu kann me dach
seh'n, dat 'n Schniider, vor sau licht me 'n auck hält, alldach na 'ne
taubästigere[96] Natuur n heft, as 'n Iisenfriäter van 'n Schmedt.
Düsse Dokter gönk in sick un leerde na up siinen aulen Dag Plattdüütsk
un bestönd'r auck uppe, dat alle siine Kinner 't auck leeren mosten,
dann he mende, me kiöne nich wieten, in wat vor Ümmestände de in
eeren Liiwen kuomen kiönen un sint dessen is em sau'n bedrööwet
Misverständniß auck nich wier vor e kuomen.
Leeret dach Alle Plattdüütsk, de Ji van 'n Buuren liiwen, of'r tüsken
wanken un waagen[97] miötet; dann daar vergiewe Ji Ju na Nicks miie un
kiönet 't met Rechte un gooen Gewieten auck wual nich es verlangen, dat
se Ju to Gefallen Haugdüütsk leeren schiölen, daar 'n aparte van Natuur
de Bill[98] nich na steht, un giiwen Ju 'r na wual Geld to, wann se Ju
nich es verstaunen konnt hebbet.
De siälige graute Twankmester, Keiser Napoligum, de Förstenkinner
böstede un Böstenbiiner förstede, konnt' je nich es ree[99] kriigen,
dat de Buuren met siine S'ldauten fransk sprööken, un he most'r
sick kristlick in e giiwen, dat wi vor as nau bi uuser eerlicken
plattdüütsken Moorsprauke bleiwen. Man wat se hebben wollen, wüsten se
alldach wual to kriigen un wollen 't Eene auck wual baule begriip'lk
maaken. Wann se tom Bispell 'n wacker Wicht säugen, siäen se man »vor
di vor mi« un faarts was de Putze ree; abers't gaf hen un wier dach
auck wual es 'n Misverstand.
Eenerwieges födderden se es ~soupe de poules~. Man de Weert de siinen
schwarten Puudel, den he siine leewen Wüörmkes to'n Vermaak[100] un vor
Tiidtverdriif sau bito allerhande Kunststückskes leert harr, vor 'n
Düüwel nich geeren missen woll, mende, 't wööre'r wual liike nau[101]
un se schiölen't sau baule wual nich mierken, wann se den aulen Spitz
bi'n Hals kreigen un'r _Puudelsuppen_ van kuakeden. As se de Suppen
vor sick harren, föngen se an to tuutertaatern un to fuutern, dat de
Aulske sau'n Eesen[102] un Hartebiiten[103] kreig, dat se eeren Mann
rööp un grein[104] un siä: Wi aarmen, unglücksken Kinners, nu will't
us grundlause leige gaunen, dat wi de Keerels sau bedruagen hebbt; wel
scholl sick daar auck wual vor höt hebben, dat se söcke fiine Tungen
harren, dat se't faarts schmicken konnen, dat 't man 'ne Suppe van
'n witten Spitze si; me scholl dach seggen, 'n Rüüe si 'n Rüüe un de
schmickeden wual sachte auck uäwer eene. Du most den Puudel auck man
to'r Läär[105] e giewen, sau nääe[106] du 'ne auck wual missen wullt,
dat de vergrelleden Kerrels sick man wier togiiewet, süß sin wi'r na
wual unglückelk met in 'n Huuse, dann se roopet ganz düütelk, dat 'k't
goot verstaunen kann:
~Madame! bien vite, des épices à la soupe. Hola, vilain~
Verdammt! 'n witten Spitz in der Suppen. Hallo, wi willt'n
~bougre d'hote, cela va sans dire: point de repas sans~
Buuren daut schlaun, dat Zankdier . . . . . du Riepaus van 'n
~beurre et fromage. Mort de m'amie! de la vieille bière~
Buuren eegest wat in to Maarse un de Moor miie. Wi willt den Bäär
~lucide encore et puis-ça de l'eau de vie. Avez vous~
de Ahren luusen un pisacken'n met Luaaen[107] un Wiien[108]. Begriipe ji
~compris icelles?~
dat, ji Iisels?
Vor de Schniiders haule ick 't met 'n Dokter L . . . . . goot, dat se
meestig all tohaupe graute Leefhebbers van 'n Danssen sind; dann van de
Bucksprünge, de se daar bi maaken miötet, gaaet 'n de tohaupe kniäeden
Kalduunen af un an dach es wier uut'n Eene.
* * * * *
In der Rankordnunge kümmt № 6 de Baa'moor[109] vor. Daar fällt mi auck
wat bi in.
Miinen eersten Vadderstand[110] most' ick miinen F'rier[111] to
Gefallen doonen, de, as wi uut Franckriik wier trügge kuomen wöören,
gliiks, as Viele Annere auck, siine aule Bruut wier upsogte, de em trüü
e bliewen was, in 'r Wiil eer unnersdessen nin Anner'r kuomen was.
Se kräupen auck baule bi eene, un as de eerste Junge kwam, harr de
F'rier de Leewde to mi, dat he mi to'n Vadder bidden lööt.
De Baa'moor siä mi de Frööde an, man ick was ganz unerfahren unner
söcke Saaken, dessenthalwen fröög ick dat aule Wiif, wat ick'r
eegentlick bi wahrtoniemen harre? Dau kreig ick to'r Antwoort: Dat is
sau lästig nich, Heer Lüütenant, un 'r sind nich sauviele Ummestände
bi, as de wat[112] wual meenet. Kuomen Se man 'n Sönndaage Muaren
bi[113] elwen Uhren na'r Kierken, dann willk'r mi na inrichten dat
'ck'r 'n Trett eher met'n Kiinde un met'n Steertvadder[114] auck bin un
will Se vor der Klocktaarens-Düüren afwachten. Den P'stooren hebb 'k
all Bescheed to stüürt, dat'k geeren 'n Kiind kasselt[115] hebben woll
un 'n vorneimen Vadder metbrachte; dann wann dat de Fall is, mot'k't
em alltiidt tovüüren to wieten doonen, dat he'r sick 'n bieten anners
met siine Wäärde na inrichten kann, as 't bi'n gemeenen Manne näudig
is. De schall'r dann auck wual to rechter Tiidt sienen. Dann triäe wi
tohaupe in die Kierken na'n Füntelsteene[116] un wann de P'stoor 't
Teeken gift, dat de hillige Handelunge läs gaunen schall, dooe ick Se
dat Kiind up de Aarm's, dat Se 't 'n P'stoor tohaulet. Man Se schiölet
sick jau nich verfehren[117] wann 't vellichte an to schreggen un to
spalkern[118] fänkt, wann't sick dat Suckerpüppken wual uut'n Munde
mümmeln mogte, of wann 'k em dat Müssken van den naakeden Koppe riite
un de P'stoor 'r em dat kaule Waater up güt, dann 'k hewwe faarts wual
mierket, dat 't 'n kritzigen, gnatzigen[119] Soldauten-Jungen is, daar
de Aulen na wat met to beliewen kriigen kiönet.
Man dat was 't eegentlick nich wat 'k geeren van den aulen Wiiwe wieten
woll, deswiegen fröög ick wiider, af ick nich auck Geld wieten möste?
Dat schiölet Se je wual sachte to bieter kinnen, siä de riäterige
Saabeltriine[120], dat de Geestlicken Nicks ümmesüß n dooet un dat'r
nin Minske sünner Betaalen up of van der Welt kümmt. Ick dachte se
scholl mi faarts düütlicker bescheen, wat ick to offern harr, man daar
woll se van sick sülwenst nich recht met vor 'n Dag; deswiegen bat ick
se, se mogte 't mi dach met'n paar Wäärden Riige bi Riige toseggen,
dann woll 'k 't mi upschriiwen, dat 'k 't nich vergeite. Dau kreig ick
abers wat to häären, dat 'k'r mi baule vor verfehrt harre. Se un de
P'stoor siä dat unnewietene[121] Wiif, göngen in eenen Rank un dann de
Köster un 't Aarmenbecken, un wann'k eer un den P'stoor jedder'n wual
'n Spetzigesdaaler geiwe un den Köster un 'n Aarmenbecken jidder 'n
halwen Kroondaaler, dann konn 'k'r wual sau schickelk met bestaunen,
un dann kreige ick van Uänern in'n Dööpelhuuse auck 'n lecker
Schäulken Kaffe, daar nine Sigurgen to wöören, met Suckerkringels un
Krintenstuuten, saviel as mi man lüstede, un wat 'k daar dann der
jungen Kraummoor[122] vor verehren woll, dat stönne ganz in miinen
Gefallen.
Gatt's duusend Süüke! dacht ick in miinen Sinne, dat is de Dokter
schlau, dann dach wual 'ne uutverschiämde, inbellske[123] aule Hexe
van'r Baamoor, de wo nich mehr, to'm minnsten dach jüst sau viel sien
will, as de P'stoor. Man 't kostede mi alldach miin Geld, nett[124]
as se 't mi vor seggt harr, dann 'k woll mi van der leigmuul'den
Flaarschnuuten nich geeren wat nau driiwen lauten; un 't Leigeste
was na buawen batt[125], dat 'k 't vor düsse eene Keer[126] faarts
sau goot inerichtet harr, dat de grappsgierige[127] Draake mi nau
den düssen, alle Niäsenlank in'n Huuse leig un mi to'n Vadderstande
näudigede, bes 'k'r dann dach an'tleste 'n resoluten Grentel[128]
vorschauf, dat se mi nich bett kuomen doste[129], dann 't aunde mi,
dat se't'r nett up an e legt harr, dat se mi met anner Lüüe Blaagen
alle miine Kroondaalers afgäusken[130] woll, dat 'k to leste man met'n
Stanke rüümen[131] un met'n witten Stocke uut'n Lanne loopen konnt
harre.
Der Kraummoor gaf ick auck 't Eere[132] un luawede[133] bito vor
den Jungen bes 'n Uutspriöke[134] alle Jahr to Wihnachten 'n
K'rintenstuuten uut, daar 'n dicken Daaler in e backet sien schiöle,
daar ick auck eerlick Waart unner haulen hebbe; dann miin Luatelwaart
is alltiidt wiesen: _Metdeelen un Baate giewen aarmet nich_[135].
_'N Schwiin knüffket[136] na wual, wann me em entmodt of vorbigeht_;
man de unbeschufte[137] Junge heft 't mi van siin Liewedaages nich
es met 'n bittersten[138] Waarde Dank e wüst. Je nu! Lat 'ne 'r met
loopen; he schall de Welt na wual es kennen leeren.
_Jan, wult du düür de Welt,
most du di schmiigen un büügen._
[1] _dwaalen_: irren, umherirren.
[2] _leige_: schlecht.
[3] _Aart_: Etwas, einigermaaßen.
[4] _deftig_: kräftig, stark, heftig.
[5] _elennigen_: elend machen, abquälen.
[6] _quaasken_: läppisch, ungereimt reden.
[7] _lut_: lautet.
[8] _Anlustern_: Anhören.
[9] _Schmüüstern_: Lächeln.
[10] _faaken_: oft.
[11] _niggelken Wäärde_: sonderbaren Worten.
[12] _Ick rieke_: ich denke, halte dafür.
[13] _nett_: ganz, eben, genau, gerade.
[14] _Huusingedöönte_: Hausgeräth.
[15] _Hööken_: Ecken, Winkeln.
[16] _Stiie_: Stätte, Bauergut.
[17] _man_: aber, doch.
[18] _Fuulstööle_: Lehnstühle.
[19] _'t liik't_: es paßt.
[20] _halfböördig_: unächt, verbastardet, unvollkommen.
[21] _bidoon'ske_: zutrauliche, anschmiegende.
[22] _nütte_: nützlich.
[23] _liike uut_: gerade heraus.
[24] _verfumfeyede_: vernachlässigte, verdorbene.
[25] _grätts'k doonen_: großthun, prahlen.
[26] Das gewohnte »_he_« verleitet den Landmann, wenn er hochdeutsch
sprechen will, dazu, dem »_er_« ein h vorzusetzen.
[27] _Paul_: Pfahl.
[28] _Geerkaamer_: (Geräthekammer) Sakristey.
[29] _kiddelig Aus_: kitzliches Aas.
[30] _Achterbeene_: Hinterbeine.
[31] _Tüs, tüs!_: ruhig, stille, sachte!
[32] _(züüf) tööf_: warte.
[33] _Verwank_: Gelegenheit.
[34] _daskete_: drosch.
[35] _Tag_: Zug.
[36] _daal_: herunter.
[37] _lu't_: lautet.
[38] _tüsken_: zwischen.
[39] _A jas, a jas!_: Pfui, Pfui!
[40] _Moorsprauke_: Muttersprache.
[41] _Niggelaut_: das Neue, Ungewöhnliche.
[42] _stump_: gänzlich.
[43] _Bibärigheeden_: Albernheiten, Fratzen.
[44] _Tuäge_: Aufzüge.
[45] _beschonken_: berauscht, angetrunken.
[46] _putzig_: schnurrig, lustig, possierlich.
[47] _allewisse weg_: in einem fort, beständig.
[48] _Tieckebaunen Miäl_: Pferdebohnen-Mehl.
[49] _nietske_: sehr, tüchtig.
[50] _Mest_: Messer.
[51] _'n farssen Keerl_: ein starker Kerl.
[52] _'n Palten_: ein Fetzen, Schnitte.
[53] _de Beckens vull schleit_: die Näpfe füllt.
[54] _lüchtern_: linken.
[55] _'n twas un wisse_: queer und fest.
[56] _talldicke_: zolldicke.
[57] _'n biilings_: der Reihe nach.
[58] _lüstet_: beliebt, gefällt.
[59] _'n Schlart_: ein Klacks, Haufen.
[60] _vulldaun_: satt, gesättigt.
[61] _unseligen_: schmutzigen.
[62] _Inschläunerske_: Aufgeberin.
[63] _drock'_: eilig.
[64] _Bessemoor_: Großmutter.
[65] _Lickmäutigste_: was weich, zum Lecken ist.
[66] _breetpanzede_: breitbauchige.
[67] _Ütze_: Kröte.
[68] _Veerhachtiidds Gasteriggen_: vier hohen Festtags-Schmäuse.
[69] _Prie'mt'roggens_: Präbendebrod, eine Art weißes Roggenbrod in
Westphalen.
[70] _Kurreln_: Rollen, Scheiben.
[71] _Antkevaar_: Urgroßvater.
[72] _hartkösterig_: hart von Rinde.
[73] _siin Mest nütte to wettet_: sein Messer tüchtig dazu geschärft.
[74] _Fäskegrund_: Riegel- (Gitter) Grund -- (Faschinen).
[75] _in eenen Rattse_: mit einem Risse.
[76] _tiärgeden_: zerrten, neckten.
[77] _toproostede_: zutrank.
[78] _kibbelkawweln_: widersprechen, zanken.
[79] _rissen_: rutschen, fortgehen.
[80] _stump_: durchaus, gar.
[81] _Waarmölge_: Wermuth.
[82] _Piipenlüllsel_: Tabacks-Pfeifenjauche.
[83] _stump_: ganz und gar.
[84] _Floomen_: Schweinefett.
[85] _Pruumen_: Pflaumen, Zwetschen.
[86] _twas_: queer.
[87] _Raamenroot_: Ruß aus dem Schornstein.
[88] _'n Praus_: eine Weile.
[89] _gawwe_: geschwind.
[90] _'n Liep' vull_: einen Löffel voll.
[91] _doonen_: geben.
[92] _Schatthuasen_: Strümpfe ohne Fußende.
[93] _leige_: schlimm, elend.
[94] _Aum_: Athem.
[95] _uut'n Eene_: aus einander.
[96] _taubästig_: zähe; eigentlich hart von Rinde.
[97] _wanken un waagen_: verkehren.
[98] _Bill_: Schnabel.
[99] _ree_: fertig.
[100] _siine leewen Wüörmkes to'n Vermaak_: seinen lieben Kinderchen
zum Vergnügen.
[101] _'t wööre'r wual liike nau_: es wäre wohl einerlei.
[102] _Eesen_: Grauen, Furcht, Entsetzen.
[103] _Hartebiiten_: Gewissensangst.
[104] _grein_: weinte.
[105] _to'r Läär giewen_: zum Besten geben.
[106] _nääe_: ungern.
[107] _Luaaen_: Loden, Zweige.
[108] _Wiien_: Weiden.
[109] _Baa'moor_: Hebamme.
[110] _Vadderstand_: Gevatterstand.
[111] _F'rier_: Fourier.
[112] _as de wat_: als Einige.
[113] _bi_: gegen.
[114] _Steertvadder_: Nebenpathe.
[115] _kasselt_: getauft.
[116] _Füntelsteen_: Taufstein.
[117] _verfehren_: erschrecken.
[118] _spalkern_: zappeln, trampeln.
[119] _gnatzig_: grämlich.
[120] _de riäterige Saabeltriine_: die rappelige Schwätzerin, die
geschwätzige Plaudertasche.
[121] _unnewieten_: unbescheiden, zudringlich.
[122] _Kraummoor_: Wöchnerin.
[123] _inbellske_: eingebildete, stolze.
[124] _nett_: gerade.
[125] _buawen batt_: überdem.
[126] _vor düsse eene Keer_: mit diesem einen Male.
[127] _grappsgierige_: habsüchtige.
[128] _Grentel_: Riegel, Vorreiber.
[129] _doste_: durfte.
[130] _afgäusken_: ablocken, abzwacken; eigentlich: Jemandes
Gutmüthigkeit benutzen.
[131] _met'n Stanke rüümen_: einen Quark zurücklassen, kahl abziehen.
[132] _'t Eere_: das Ihrige.
[133] _uutluawen_: vermachen, zusagen.
[134] _Uutspriöcke_: Confirmation.
[135] _aarmet nich_: macht nicht arm.
[136] _knüffket_: grunzt.
[137] _unbeschuft_: unmanierlich, unbehobelt.
[138] _bittersten_: geringsten, kleinsten.
[A] bi mi to Lanne is de Rankornunge ungefeer de Düsse:
1. de Heer B'stoor; 2. de Heer Vuaget; 3. de Schoolmester; 4. de
Kierken P'rviiser's; 5. de Unnervuaget, of de Twankmester, as se 'ne
auck wual heetet; 6. de Baaemoor; 7. de Schniider; 8. de Schwiinehee'r,
met'n grauten Häären; 9. de Baartschräpper un Haarkläuwer; 10. de
Bittker; 11. de Nachtwiäker met'r Riätern.
An miinen Landsmann N. N.
Eerste Breef.
As ick Ju vergaunen Meitiidt tospröök, leigen Ji mi an, dat 'k Ju dach
af un an es wier saunen aarigen Breef up Plattdüütsk to schriiwen
mogte, dann Juue Ölste harr 'sick an den vorrigen elennige[1] ergetzet
un 'r mächtige nau verlanget, dat 'k dach bi Tiidt un Geliegenheet es
wier 'n Paar Riige uut'r Fieren loopen lauten mogte. Den Gefallen will
'k Ju geeren doonen, dann de eene Leefde is wisse der Annern werth un
wi sind je auck sin Liewe,[2] van Schöölers Tiien an, dicke Fründe
wiesen un de Ölste was aparte alltiidt sau 'n leeflicken[3] Kinnergeck,
dat 'k 't em nau na Dank weet, wo he us jümmeran Allens geern to Willen
dää, daar he van wüste, dat 't us man ichtens[4] vergnöögen konn. Nu
bin 'k 'r faarts'n Sönndage Uänern[5] bi an e fangen un schicke Ju hier
den eersten Breef, daar, wann uuse leewe Herrgatt Liewen un Gesundheet
lät, na wual 'n Paar achter nau kuomen kiönet.
Bi der lesten Dansserigge, waar se sick alltohaupe sau elennige
goot[6] verlusteert harren un bes up den bedrööweden Hiilenkiiker[7]
van 'n Wichte, dat'r den ganzen uutspiirigen[8] Auwend in eene
hen sau betüntelt[9] un piilik[10] 'n hier satt, _as 'ne Uule in
Stierwensnääen, dat van Teewes un Meewes Nicks n wüste_ un p'rfass
nich uptodeggen was, me mogt'r auck met anstellen wat me woll, sau
seelenvergnööget wöören, -- nu, daar was et je auck schlichtens[11] up
an e legt und en Jedereene dröög'r je auck't Siine geeren to bi, --
menden de Fruuslüüe, daar ick aparte van all' miin Liewe lank geeren
met schnacket un hanteert hebbe, dat ick et Plattdüütske dann dach
na nich heel verleert harre un et duchte mi auck, as wann se miine
Naaskerigge na wual sau jeewe[12] geeren anlustern mogten.
Miin beste Vermaak harr'k alldach met Juuer Aulsken, dann _de was_
den ganzen Auwend _sau küürsk, und harr't alle in eene hen sau drock
un hille[13], as 'ne Katte de siewen Pötte met ens to licken het_. Se
was alltiidt all'n ranketank, beliewet Wicht, as wi na tohaupe in'n
Kergissem[14] wöören un et gefällt eene, wann me Söcke na der Hand es
wier n süht un sick uäwertüüget, dat de fröhlicke Sinn'r dach na sau
wat inne bekliiwen bliewen is. Mi is't up'n Handvull Nooten sin Liewe
auck nich an e kuomen, wiete Ji wual, un ick gläuwe vorwahr, wann wi
auck de heele Nacht düür e daasket[15] un rawawwet[16] harren, wi
wöören't aparte na nich mööe wooren. _Putzen[17] un Kortswiile miötet
'r af un an driiwen weeren, harr jener Mann wisse auck seggt, un harr
siine Fruwwen met'r Meßfuarken kiddelt_; man ganz _sau butt streiken
wi den Baß dach nich_, dat schall us nin Minske nauseggen; dann wann
ick'r es Eenen tüsken schmeit, _wöören Ji'r auck faarts met allerhande
aardige Aepsen un Himphamperiggen[18] uut'r Ölgemiölen achter inne_,
dat't alle man in eenen Vergnöögen togaunen moste.
Wat harren sick de Wichter abers auck up e tämt un wacker maaket[19]!
_Se stööken eene vorwahr in de Augen, as Wihnachtspuppen un Pauskegger_
un _säugen se nich alltohaupe uut, as wann se uut Hengelspötten drunken
harren_? Man _de fiinen Stadtheerens wöören'r auck alle in eene hen
ümme to to klucken, as de Hahnens ümme de Leggehööntkes_, un mi ducht
de Aulen dääen'r auck wual sau ganz unrecht nicht anne, wann se af un
an es na der Jügde ümme keiken, dann de is unerfahren un däärlik, un 't
is wual 'n wahr Luatelwaart[20], dat'r seggt: »_Wann de Voss anfänkt to
preddigen, mot me de Gauseküüken in Achte niemen._«
Abers 'r wöören auck sau'n Paar loorske _Schleisters un
Bissewentken_[21][22] manken, de wual nich to biister viele[23] met
der gooen aulen Tiidt mehr in'n Sinne hebben mogten, _as de Koh na
Büntke und de Bulle Joost hedde; dann de keiken uut hauge Fensters_
un harren sieker wual all Husaaren in 'n Quarteere hatt, de eer ann're
Tucht un Tüürlüüre[24] leert harren. De hüütige Welt is nu eenmal nich
anners, un me weet leider wual, _wo mehr 'me de Katten striepet, wo
häuger se den Steert hält_. -- Et is al goot, dat me de Kinner wat
leeren lät, man et docht in 't Geheel nich, wann me de Wichter _in de
Welt jahnen lät, as in 'n hallen Pott_, dat se to viele nigge Tenten
sehet un hääret; dann weeret'r lichte Allerhööntkes van, to'm Minnsten
bliiwet se nich resolut un natüürlick _un me mot'r herneigest sau
schliie, schliie[25] met ümme gaun, as met'n Egge up'r Schwingen_.
Na miinen butten Begriepe dooet de Aulen up 'n Besten, _wann se eer
de Brautläupen[26] bi Tiien aart häuger hanget un ninen Minsken wat
up't Lickebrett[27] legget_, dann _wann me de Düüfkes met Annisölge
bestrickt, sind de Aarende'r auck faarts achter. De Rüüens de 'n Braaen
ruacken hebb't, will't 'ne auck geeren belicken. Waar Knuäckskes
sind de düüget, dar gift't auck Rüüens de se müüget_; seggt 'n ault
Spreckwaart un _de 't Schmantpöttken[28] nich vor de Katten waaret,
werd beschnoopet un beschlickert_[29]; daarümme _is et vull bieter vor
de Wichter, met'r Uulen to sitten, as met'n Jäckster[30] to wippen_.
De wiisen Aulen höölen'r al vor, _me miöte de Ziegen den Steert nich
to lank wassen lauten un me kiöne ehr 'n Pott vull Fläue hööen, as 'ne
Bissewentke van 'n Wichte_. Wann me se eerst waarschuwwen[31] mot un
seggen: »_Kättken, hööt diine Kläuntkes_,« is't de meesten Tiidt al to
laate. _Sau me de Gäuse wuöhnt, sau gaaet se, un 'n Jäckster hüppelt,
all waar he geht._
He-Ji dat vosshärige Aapengesichte van 'n Jungen auck wual 'n Käären
betüürt[32], de sick sau viele up siin Danssen inbell'de un sau 'n
Narre was, dat he alle in eene hen vordanssen woll? He harr achter
auck na Platz e noog hatt un daar häärde he eegentlick auck hen.
_De tralthackede Abelhans haspelde sick un gönk spradden[33], as 'n
Gaante[34], de 'n Liepel in 'n Steerte heft_, un woll dat graute
Waart jümmeran alleine föören un _daarbi schneit he alle wisse weg
up[35] dat de Balkens knappeden_. Antleste verdraut he mi dach, dann
wann se 'n Menewett, oder 'n Schleifer födderden, _speerde sick de
loorske[36] Jantke vor allen Düüren as 'n Schruuthahne_ un woll
allemal 'n Jägerschottsken, 'ne Hacke -- se -- se, 'n Radwasker un
alle söcke Knuackenfillers hebben, un _daar gneesede[37] he bi,
as 'n Iisel de 'n Pund Braud kriigen harr_. Man _ick schneit'r em
baule met'r Twassaagen_[38] düür un siä: »Hanfentken! _Diine Uptüäge
sind hier nich an e bracht, dann se klappet as 'n Kohdreck in 'n
Gaarenkietel_; deswiegen raae ick di, _maack di man nich allstogröön,
Du Eckeltiewe[39], süß mogten di de Ziegen frieten.« Dat konn de
Quieksteert[40] an siin seere Been[41] biinen._
_Buttke bi Buttke_; dat het: 'n Jeder bi siines Gliiken; dann Ordnunge
regeert de Welt, de Knüppel de Hunde un de Kantschoo de Russen. Waar
Colonus Schwalenbierg vordansset, entfeerne sick 'n Jedder, de nich to
'n haugen Buurenstande häärt, _siä'k man; dau wöören siine Gärte[42]
baule gaar_.
He mormelde na 'n Mundvull Wäärde in'n Baart un _harr' siinen Kraul[43]
wual geeren na ens wier begunnen_, un mende, he wöör't wual aart fiiner
gewuohnt, man ick maakede em begriiplick, _dat't up'r Baßviolen[44]
nich fiiner 'n gönge_, aparte wann me'n Keerl vor sick hebbe as he,
_de van vorn 'n Iisel un van achter 'n Osse si_. Dat schlauck he daal
un schnupps was he beet un fönk an vor sick hen to miimern[45], as
wann he uäwerliä, wat bi söcke Ümmestände 't Beste to doonen sii.
Antleste, as he nau nich rissen[46] woll, siä 'k em sachte in't Ahr:
Du Schlunkenschleef[47] _hest sin Liewe na nin goot Gaaren spunnen un
mendest, hier wual de Jäcksters up 'n Neste to fangen_, man _söcke
Bieten sind vor diinen Bill nich wuossen_. Wann du nu nich wenner
uutneggest, _will'k di den Steert es upbiinen un di es 'n Käären
kasterviolen[48], dat du nich wieten schast, waar du henkruupen wult_.
Dau mogte em dann dach bedünken, dat't wual't Klöökste wööre, _dat he
sick man nich länger twasbäumen lööte un den Düüwel man bi Tiien up'r
Nacken neime, dann begiignede he em herneigest nich_. He schmeit den
vössigen Kopp in de Nacken un siä met 'n haufärrigen Gebähr, _dat em
jüst anstönd, as wann 'n Kaulhaase sick tiigen 'n Waarwulf steggert:
»Auck de Löwwen miötet sick vor de Müggen waaren.« Dat schlut as 'ne
Tange up't Fierken_, entmodde ick em un daarmet greip he na siinen
Pollendeckel un _wiege was de aabele Praulhans, as wann he weg e
puußet wööre_. Söcke Lifflaffers[49], daar me wual van seggen kann:
»_Puchers un Praulers sind nine Fechters_,« süht me wual faaken,
dann se bisset[50] allerweggens herümme, daar se meenet dat 't wat
to haseleeren giewe; me kann se abers baule mööten; _se wiiret sick
meestig met'n korten Stocke_ un me kann se baule sau tamm kriigen, dat
me se up de Hand setten un wegpuußen kann, as'n Flüüsen. Me het se hier
un daar met'n rechten Naamen: »_Kaptein-Muule_.« -- Sau geh't't, wann
Gielgäuse[51] sick met Lüüen gemeen maaken will't, daar se nich tüsken
häärt un sick nich na regeeret --
Grüüßet Liisken duusent mal van mi. Wo is't met den däärlicken Wichte,
is't auck na sau auwiisig[52] un eesig[53] vor Gaffeltangen[54] un
Iweditzen[55]? Wi leigen Jungens hebb't dat aarme Lüüt'r faaken[56]
noog met e quielet un ick kann't mi nau baule sülwent nich vergiewen,
dat'k, as wi verbolgenen Niegenmäuners[57] eenes Daages in'n
Haasebrooke herümme ränkstert[58] un Miike[59], Pielpoggen[60]
Sprinkstaapels[61] Läuwerkenpünße[62], Iweditzen un alle söcke
unnüsele[63] Undeerte fangen harren, em es saunen Lanksteert un e
wieten[64] in de Hand dää, _daar et van in'n Eene schaut[65], as
wann'r 'n Schneischiöte[66] van 'n Dacke stärtet_. Wann 'k 'r nau
wual es an denke, wat wi Düügenichte dat fromme Lüüt allmanngsens
röökelause[67] beleidigeden; wann wi em de krawweliggen[68] Eckeltiewen
und Jockäuseangeln[69] achter't Bösken[70] schmeiten, un den ganzen
Kopp me't Kliewen[71] todeckeden un se em achternau in de langen Haare
to vertalterden[72] dat 't 'n heelen Dag wat wier uuttoreen[73] un
uuttofliggen[74] harr, dann kann 'k 't mi nu nagraae auck ganz goot
begriipen, dat 't us all manngsens nütte lüük[75] to weeren moste
un sick vorwahr auck wual geeren verschulkede[76], wann wi leigen
Jackhälse[77] ankweimen; man in 'n Grunde harren wi dat sööte Kniip in
't Hertken dach sau leef, _dat wi em wual Sucker mümmeln mogt harren_.
Af et 'r na wual es an e denket, dat ick em, wann wi Beeden alleine
wöören, sau geeren 'n Küßken gaf?.. Daar kam mi Meggers Hiermken es
up to; de fröög mi, wo mi de Lickerigge grauts lüsten kiöne? Man ick
mende, wat 't dach wual Sööters up'r Welt n geiwe. Dau siä de Schlapps
van 'n Jungen, dann hest du sin Liewe na wual nine Schwiineknuäckskes
gnaaget[78]?... Nu Söckes is e wiesen, un _Jungens sind Jungens un
Fliegels togliik. De Eene is van Rüggenstrau, de Annere is iewen sau.
Verstand un Naugedanken kuomet nich vor Jahren_ un _de Jügde mot eerst
'n ittelke Paar Narrenschoo verschliiten, vor dat se wiis werd_.
"_Ungetuagene Kinner,
gaaet to Wierke as Rinner._"
Et gaae Ju toaupe wual! Neigstens mehr van söcke Saaken.
[1] _elennige_: ist eigentlich ein in der westphälischen Mundart viel
gebräuchliches Vergrößerungswort, z. B. _elennige wacker_: überaus
hübsch. _elennige niederträchtig_: sehr herablassend.
[2] _sin Liewe_: stets, sein Lebelang.
[3] _leeflick_: liebreich, freundlich.
[4] _ichtens_: irgend.
[5] _Uänern_: Nachmittag (Engl. ~after noon~.)
[6] _elennige goot_: besonders, sehr gut.
[7] _Hiilenkiiker_: langgewachsener Mensch.
[8] _uutspiirig_: ganz, völlig; _ganz uutspiirig_, ist ein
~pleonasmus~, wie sie im Plattdeutschen oft vorkommen.
[9] _betüntelt_: albern.
[10] _piilik_: ängstlich.
[11] _schlichtens_: lediglich, blos, hauptsächlich.
[12] _jeewe_: einigermaßen, erträglich.
[13] _drock un hille_: eilig und geschäftig.
[14] _Kergissem_: Catechismus.
[15] _daasken_: dahlen, schnacken.
[16] _rawawwen_: schäckern, laut vergnügt sein.
[17] _Putzen_: Possen.
[18] _Aepsen un Himphamperiggen_: Affereien, lächerliche Geberden,
Kurzweil.
[19] _up e tämt un wacker maaket_: aufgeputzt und zierlich gekleidet.
[20] _Luatelwaart_: Losungswort, Sprichwort.
[21] _Schleisters un Bissewentken_: _Bissewentke_, ein leichtfertiges
Frauenzimmer, eine Lauftasche; _Schleister_ ist noch etwas schlimmer
als Bissewentke; etwa liederliches Geschöpf.
[22] Bei der Niederschreibung dieser Briefe bin ich auf zwei Wörter
gestoßen, die sich mit unsern Buchstaben nicht wohl so schreiben
lassen wie sie eigentlich ausgesprochen werden. Es sind die Wörter:
»Zissen und Bissen (Bissewentke, Zissemänntken,)« in denen das darin
vorkommende ss äußerst weich auszusprechen ist. Ich getraue mir nicht,
irgend einen andern Buchstaben unsers Alphabets zu substituiren. Den
der französischen Sprache Kundigen schlage ich das französische ~ç~
(Cedille) vor, welches, obgleich es auch wohl nicht völlig paßt, meines
Dafürhaltens der Sache am nächsten kommt. Sonst wird das ss in der
Regel sehr scharf ausgesprochen: z. B. bissen, missen, rissen etc.
[23] _nich to biister viele_: nicht gar zu viel.
[24] _Tucht un Tüürlüüre_: Zucht und Lebensart; Sitten; von _tüüren_:
betrachten, beobachten, und _Lüüe_: Leute; vielleicht auch aus dem
Französischen: ~tirlirer~ oder ~tournure~.
[25] _schliie, schliie_: leise, leise; sachte.
[26] _Brautläupe_: ein rundes hölzernes Brodgefäß, statt des Brotkorbes.
[27] _Lickebrett_: ein Brettchen, worauf den Hunden und Katzen ihr
Futter gegeben wird.
[28] _Schmantpöttken_: Rahmtöpfchen.
[29] _beschnoopet un beschlickert_: (sind gleichbedeutend) benascht.
[30] _Jäckster_: Elster.
[31] _waarschuwwen_: warnen.
[32] _betüüren_: beobachten.
[33] _spradden gaun_: sich spreitzen, brüsten.
[34] _Gaante_: Gänserich.
[35] _upschniien_: aufschneiden, lügen.
[36] _loorsk_: läufisch, liederlich.
[37] _gneesen_: grinsen.
[38] _Twassaage_: Queersäge.
[39] _Eckeltiewe_: Maykäfer.
[40] _Quieksteert_: Bachstelze.
[41] _seere Been_: dürres, trockenes krankes Bein. Spillbein.
[42] _Gärte_: Grütze.
[43] _Kraul_: _Choral_.
[44] _Baßviole_: Baßgeige.
[45] _miimern_: Gesichter schneiden. (vielleicht von ~mimus~)
[46] _rissen_: abgehen, fortgehen.
[47] _Schlunkenschleef_: ein langweiliger fauler Kerl.
[48] _kasterviolen_: prügeln, peinigen.
[49] _Lifflaffers_: läppische, abgeschmackte Menschen.
[50] _bissen_: umherlaufen.
[51] _Gielgäuse_: Goldammer; fig. Gelbschnäbel.
[52] _auwiisig_: albern, verzogen, eigensinnig.
[53] _eesig_: grauhaft, furchtsam.
[54] _Gaffeltangen_: Ohrwürmer.
[55] _Iweditzen_: Eidechsen.
[56] _faaken_: oft.
[57] _verbolgenen Niigenmäuners_: verwegenen Neuntödter.
[58] _herümme ränkstert_: herumgesprungen, gelärmt.
[59] _Miike_: Eggerlinge.
[60] _Pielpoggen_: die jungen noch geschwänzten Frösche.
[61] _Sprinkstaapels_: Heuschrecken.
[62] _Läuwerken-Pünße_: _Läuwerken_: Lerchen; _Pünße_: noch nackte
junge Vögel.
[63] _unnüsel_: schmutzig, eckelhaft.
[64] _un e wieten_: unbemerkt, unbewußt; in anderer Bedeutung auch
gewissenlos, begehrlich.
[65] _in 'n Eene scheeten_: zusammenfahren, erschrecken.
[66] _'n Schneischiöte_: ein herabstürzender Haufen Schnee; Lawine.
[67] _röökelaus_: ruchlos.
[68] _krawwelig_: krabbelnd.
[69] _Jockäuse-Angeln_: _Jockäuse_: (von Jucken und Aas) Hagebutten;
_Angeln_: Grannen; also die Grannen welche um den Kernen der Hagebutten
sitzen und ein heftiges Jucken auf der Haut hervorbringen.
[70] _Bösken_: Brustlatz.
[71] _Kliewen_: Kletten.
[72] _to vertalterden_: festrieben.
[73] _uuttoreen_: auszukämmen.
[74] _uuttofliggen_: auszureinigen.
[75] _lüük_: empfindlich, mistrauisch, böse.
[76] _verschulkede_: verbarg, versteckte.
[77] _Jackhals_: ungezogener Mensch.
[78] _gnaaget_: genagt, abgenagt.
Tweede Breef.
Ji wöören des Auwends wisse auck 'n Praus[1] met de Solospielers in
'n Gange, man mi duchte, _Juue Pannkouke gönk auck up Stelten un wat
Ji wünnen, daar schall Juue Schattsteen[2] wual nich grauts[3] van
rauken_, dann Ji harren alle wisse weg de Hände in der Tasken un keiken
in eene hen ümme, _af de Katte Juuen Schliipsteen na nich brachte_;
man de woll Ju wat prussen[4]. Wel in 'n Spelle nin Glücke hebben
schall, mot'r sick nich to lange met afgiewen un konn he miinswiegen
auck bes an 'n Ellenbuagen in't Geld tasten, un ick meene dat 't up'n
besten was, dat Ji'r Ju bi Tiien bi weg bisseden, süß harren Ji auck
wual sachte 'n Paar Gott mit uns verjunkern un verklautfiägen konnt;
dann daar was aparte een Kunkelfuusert met bi, _de harr't in 'n Griepe
as de Pracher de Luus un meggede Ju alltohaupe dat Gres vor 'n Fööten
weg_; dann wann he 'n ganzen Haup wunnen harr, sackede he bi un wann
he dann elenniget un iäckstert[5] wöörd, woll he antleste auck wual 'n
Niäsendrüppel wier in 'n Gruwwelgrawwel schmiiten[6]; dann 't was Eene
van de De[7], _de nich eher schiitet, se miöten dann eerst vull'nkuomen
'ne Maultiidt wier wieten_. Vor Söcke mag me sick aparte wual hööen,
dann _dat sind de rechten Finnenkiikers_[8].
Wann 'k wual es hier un daar Geliegenheet wahrnieme up Spielers un
eer Bedriif to achten, fiine ick'r de meesten Tiidt Een of Annern
manken, den ick 'ne maagere Mügge heete. »_De maagern Müggen biitet[9]
schaarp_«, as Ji wual wietet, un wann me se geweeren lät, un se
sick satt un vull suagen hewwet, fleeget se antleste singend un
triumpheerend weg. Nich 'n Spiir anners maaket 't de »maagern Müggen«
daar ick van küüre, auck. Se pöttket'r[10] eerste sau goot asse gaar
Nicks bi un achternau gaaet se'r man schlichtens[11] up uut, dat se de
annern Metspielers uutsuuget un wan se hebbt wat se kriigen kiönet,
dooet se nett as de Müggen auck, se lachet in eer Füüstken un ---
sühdaar gaaet se hen, bes se wier schmächtig[12] sind; dann kuomet se
sachtkes wier an e schlieken, un settet sick hällekens[13] wier daal,
waar se't desmaulens sau goot toliggen hatt harren; man dann kriiget se
auck insgemeen bi Tiien 'n Tick an 'n Poll[14], dat 'n dat Blootsuugen
bett[15] vergeht. _Up den Kaarten stahet Krüüße_, seggt 'n wahr
Luatelwaart[16]. Wann dat dach 'n Jeder bedenken mogte! --
De't Spell nich kann,
de bliiw 'r van;
Dann 't is 'n leigen Kraum,
Dreegsam Huapen un 'n waaken 'n Draum.
Daar fällt mi 'n Spaas bi in, den 'k Ju bi düsser Geliegenheet dach
auck to'm Besten giewen mot. Hüütiges Daages scholl söckes wat es
vorkuomen, _dann scholl 'ne de Huuk[17] vorsieker wual lichtet weeren_.
Een P'stoor, de Nicks leiwer n dää, as dat he alle Auwend met de
grauten Buuren Soolo spielde, kwam auck es up 'n hilligen Wihnachts
Auwend met siine K'rnuuten in 'n Werthshuuse tohaupe. Se spielden bes
in de deepe Nacht henin un rööpen alle wisse weg[18] »Trumf uut! Trumf
uut!« Man antleste keik de eene Buur na der Klokken[19] un siä: Heer
P'stoor, et is allenhand[20] wual Tiidt, dat wi innehaulet, dann de
Köster schall wual wenner[21] na'r Kasuchte[22] lüüen, un wi kiönet
je Muaren bi Tiien wier anfangen. Man de P'stoor siä: »Na ens _Trumf
uut_!« -- Dau baut em de Megger 'ne Wedde an, dat he dat uäwer 'ne
halwe Stunne in der hölten 'n Bücksen[23] nich seggen drofte. Man de
Paape nam de Wedde an. He lööp gawwe[24] na'r Weeme[25], stöök siine
Beffkes[26] vor un hönk de schwarten Manteln ümme, un met 'n Ümmesehens
stönd he up 'n Priekestoole un _sag sau fromm un sau barmhartig[27]
uut, as wann he siin Liewe nin Waater flöömet[28] harre_. De Buur
siines Deels satt auck ganz andächtig in siinen Stoole un luurde,
afscheuns he wual schlaupensmaute was, as 'n Pinkstoss, wat'r kuomen
woll. Dau fönk de Paape siine Wäärde an met: »Trumf uut! Trumf uut!«
sagen die lästerlichen Spieler, die leider oft bis zum hellen Morgen
in den Wirthshäusern sitzen und an Gott und sein heiliges Wort nicht
denken; ich aber, ich rede anders: »Triumph! sage ich, Triumph und
nochmals Triumph! uns ist heute der Heiland geboren;« etc. un daarmet
harr he siine Wedde rieken[29] wunnen.
De P'stöörs up 'n Lande hebb't 't dann dach allmangsens röökelause suur
un leige, aparte wann 'r viele Süükte un Stierflickheet unner'n Lüüen
is un dat gebüüret sick[30] meestig bi Wintersdaagen, wann de Buur
nich buutenwierken[31] kann, dat he upp 'n Besten gewuohnt is, un in
de räukerigen Kaamern, de 't heele Jahr uut un in nich e lüftet weeret
un daar se bi Uawenstanke[32] un Luchtequalm, faaken met'n half Stiige
Köppe un mehr, in e piekelt sittet, as de Heeringe in der Tunnen, un
uchtewierket[33] un spinnet den ganzen Dag düür bes 'n laaten Auwend,
dat se in de Piöle[34] kruupet. Daar böötet[35] se dann sau unwiis bi
in, dat'n dat Schweet jümmeran van'n Köppen dobbelt[36]. Dann wann de
Buur inbott, bott he auck faarts wisse[37] in, dann he ment, he miöt 'r
auck wat van spüüren kiönen, dat'r Füür in'n Uawen sii. Un wann 't 'n
dann antleste allstoheet werd, trecket se'r de Wämmse un Huasen[38] bi
uut. Mot'r dann es Eene na Buuten, dann thüüt he siin Wammes nich eerst
lange wier an un löpt sau bläutet un glöönig as he is, hen waar he wat
to doonen heft, scholl't auck in 'n Keller of buuten's Huuses sien. De
Uawens, de de Buuren hewwet, sind meestig Pottuawens un ümme Kuäle of
Holt to bespuaren, werd'r auck faaken na den ganzen Dag vor Minsken un
Vee up e kuaket un dat gift tohaupe 'n Qualm, de in der Helle wual nich
duller sienen mag. Gemeen hen is auck de Duurk[39], of de Schlaupstiie
der Aulen un Kinner, de meestig alle tohaupe in eenen Bedde ligget,
sau feer de Duurk nich düürschiiret is, met in 'n Stuawen, de lät
sick friilick na der Diälen to wual uapen doon, dat de Huusheere 's
Nachts up 't Huus passen kann, wann den Vee wat ankümmt of süß wat
vorfällt, dat 'n verducht; man in 'n Winter dooet se 'ne nich baule
läss, dann 'r gönge toviele Wiermte met verluaren un de Buur hält 'r
aparte vull van, dat me Nicks ümme kuomen lauten un de Wiermte, de'r
eenmal inne sii, tohaupe waaren miöte. Dat se sick bi söcke Ummestände
dann auck baule allerhande Leigheet to trecket, kann 'n vernünftig
Minske hennige[40] begriipen; man den Buuren mag me vorpreddigen wat
me will, he kann van siinen aulen Trant[41] nich aflauten un blift 'r
stiifköppig bi, dat de Aulen 't auck sau maaket hebben. (Man met'r
Haufarth is 't alldach 'n anner Dink, as Ji in'n veerden Breewe sehn
schiölet). Deswiegen sind de Wintermaunde auck alltiidt de Besten vor
de Dokters un Kuulengriäwers un de unsachtesten vor de Geestlicken.
Ick weet na wual dat miin siälige Vaader mangsens wual twee of
dreemal in eener Nacht na'n Kranken to'n Bericht[42] e haalet wöörd;
man dann is't gemeeniglick auck Matthei am Lesten. Ens nam he mi es
met, dat ick de Lüchten driägen moste, _as de aulen Wiiwer kortens
sauviele Heeen tocket harren_[43], dat'r 'n unwiise deepen Schnei
lag; dann he gönk nich geeren alleine un uuse Au'm-Hinnerk[44] de al
van 'r Attemstiidt[45] hier stännig quiinet un süüket harr, harr sick
jüst auck e legt. As miin Vaader an't Seekenlaager tratt, fröög he
den Kranken: Nun, mein Freund, wie ist's mit Euch? Dau siä de Aule
vellichte to'm eersten Male in siinen Liiwen de Wahrheit, dann he
anwerde: Ach Heere, _ick düüge nich viel_.
As he siin Amt nu verrichtet harr, bat he de Aulsken ümm 'n Käären[46]
to drinken vor sick un vor mi. De Buuren in uusen Kaspel sind van
Natuur nütte goothartig un dat was de Aulske auck. Se haalde faarts
'n eeren Becken met sööte Mielke; man dat Becken was van der lesten
Maultiidt hier na wual nich wier upe wuosken, dann 'r satt nau sa'n
dicken Gniist[47] van'r Middageskost inne, dat't eene aneekelde un sau
weenig miinen Vaader as mi'r mehr na lüsten konn. Wi siäen: Mielke
drünken wi nich geeren, dann de balgede[48] to viele; se mogte us dach
leewer 'n Glas klaar Waater haalen. Dat konn' wual scheenen, mende de
Aulske, man dat scheine eer dach aparte alsto minne; se woll, dat se
us ichts wat Bieteres verehren konn'. Se gönk'r wier uut un brachte 'n
graut Beerglas, daar wual hunnert duusent Fleegentippels inne seiten un
dat harr se up Buuren Wiise sau e faatet, dat se dree Finger in't Glas
stieken un de annern beeden 'r buuten lauten harr. Met der Hand harr
se sau luuter iewen vor uusen Augen den Kranken Aulen verrenoveert[49]
un't begript sick, dat us dat Glas Waater na mehr to wiiren was, as de
Mielke in den fuulen[50] Nappe. Man dat Möörken woll us alldach geeren
wat to Gooe doonen un woll wual all' dat Beste hiergiewen, dat 't man
harr'; 't sochte un raakede allerweggens herümme un kwam antleste met
'n lütken Medeziin Glaase an, daar 'ne Baartfiere[51] inne satt un siä
to miinen Vaader: Ick harr 'n Sönndaage en halwen Oort Bostwiin vor den
Aulen van 'n Schiermegger haalen lauten, daar streik ick em sau hen
un wier met de Baartfieren 'n Käären van up de Tungen, wann he allsto
amböstig[52] ankede, dat he sick af un an es 'n Lütk[53] verännern
scholl un et duchte mi auck, as wann he'r anteerste auck wual 'n lütk
Uprücksel[54] na kreig; man nu he't Nachtmaul binnen heft, schall'r de
Aum[55] auck wual wenner[56] uut gaunen un as ick ne't leste Mal uäwer
de Tungen tröck, aunde[57] he'r aparte al sau recht Nicks mehr af. Den
Buddel stieke he in de Tasken un striike he'r sick unnerwieges hen un
wier wat van uäwer de Tungen, dat he sick in den leigen Wiere 'n bieten
vernöchtert. Un hier hebb'k auck wat vor den lütken Willem. Den schall
de wiie Weg aparte wual nütte suur[58] e wooren sien; un daarmet gaf se
mi 'n Kröömken Suckerkanngen, den se in 'n aulen Plünnen to e wickelt
harr un uut'r Bilaaen[59] in 'n Schreine kreig. Uuse Aule konn't nich
mehr in 'n Munde hebben, siä se, deswiegen most' ick't'r em eersten
wier uutniemen; ick hebb't sau goot af e drägt as 'k man konn, dat't
nich heel wegschmelten scholl, man ganz dräuge schall't aparte na wual
nich sienen, deswiegen steck du't leewer faarts achter de Kuusen[60];
't schall nütte goot vor 'n Hoosten sien; de Wiind geht alldach hüüte
elennige schrau un streffe[61] un ick hewwe aparte eersten wual häärt,
dat du allmangsens 'n Käären anstäst.