Das Fräulein und die Vorigen.
Lisette. Nun, warum sollte es nicht wahr sein?
Der Baron. Komm, meine Tochter, komm! Verbinde deine Bitte mit der
meinigen: ersuche meinen Erretter, deine Hand, und mit deiner Hand
mein Vermögen anzunehmen. Was kann ihm meine Dankbarkeit Kostbarers
schenken, als dich, die ich ebensosehr liebe, als ihn? Wundern Sie
sich nur nicht, wie ich Ihnen so einen Antrag tun könne. Ihr
Bedienter hat uns entdeckt, wer Sie sind. Gönnen Sie mir das
unschätzbare Vergnügen, erkenntlich zu sein! Mein Vermögen ist meinem
Stande, und dieser dem Ihrigen gleich. Hier sind Sie vor Ihren
Feinden sicher und kommen unter Freunde, die Sie anbeten werden.
Allein Sie werden niedergeschlagen? Was soll ich denken?
Das Fräulein. Sind Sie etwa meinetwegen in Sorgen? Ich versichere
Sie, ich werde dem Papa mit Vergnügen gehorchen.
Der Reisende. Ihre Großmut setzt mich in Erstaunen. Aus der Größe
der Vergeltung, die Sie mir anbieten, erkenne ich erst, wie klein
meine Wohltat ist. Allein, was soll ich Ihnen antworten? Mein
Bedienter hat die Unwahrheit gered't, und ich--
Der Baron. Wollte der Himmel, daß Sie das nicht einmal wären, wofür
er Sie ausgibt! Wollte der Himmel, Ihr Stand wäre geringer, als der
meinige! So würde doch meine Vergeltung etwas kostbarer, und Sie
würden vielleicht weniger ungeneigt sein, meine Bitte stattfinden zu
lassen.
Der Reisende (beiseite). Warum entdecke ich mich auch nicht?--Mein
Herr, Ihre Edelmütigkeit durchdringet meine ganze Seele. Allein
schreiben Sie es dem Schicksale, nicht mir zu, daß Ihr Anerbieten
vergebens ist. Ich bin--Der Baron. Vielleicht schon verheiratet?