Lisette. Das Fräulein.
Das Fräulein. Hätte ich's doch nicht geglaubt, wenn ich's nicht
selbst gesehen hätte. Du läßt dich küssen? und noch dazu vom Vogt?
Lisette. Ich weiß auch gar nicht, was Sie für Recht haben, mich zu
belauschen? Ich denke, Sie gehen im Garten mit dem Fremden spazieren.
Das Fräulein. Ja, und ich wäre noch bei ihm, wenn der Papa nicht
nachgekommen wäre. Aber so kann ich ja kein kluges Wort mit ihm
sprechen. Der Papa ist gar zu ernsthaft--
Lisette. Ei, was nennen Sie denn ein kluges Wort? Was haben Sie denn
wohl mit ihm zu sprechen, das der Papa nicht hören dürfte?
Das Fräulein. Tausenderlei!--Aber du machst mich böse, wo du mich
noch mehr fragst. Genug, ich bin dem fremden Herrn gut. Das darf ich
doch wohl gestehn?
Lisette. Sie würden wohl greulich mit dem Papa zanken, wenn er Ihnen
einmal so einen Bräutigam verschaffte? Und im Ernst, wer weiß, was er
tut. Schade nur, daß Sie nicht einige Jahre älter sind: es könnte
vielleicht bald zustande kommen.
Das Fräulein. Oh, wenn es nur am Alter liegt, so kann mich ja der
Papa einige Jahr älter machen. Ich werde ihm gewiß nicht
widersprechen.
Lisette. Nein, ich weiß noch einen bessern Rat. Ich will Ihnen
einige Jahre von den meinigen geben, so ist uns allen beiden geholfen.
Ich bin alsdann nicht zu alt, und Sie nicht zu jung.
Das Fräulein. Das ist auch wahr; das geht ja an!
Lisette. Da kömmt des Fremden Bedienter; ich muß mit ihm sprechen.
Es ist alles zu Ihrem Besten--Lassen Sie mich mit ihm allein.--Gehen
Sie.
Das Fräulein. Vergiß es aber nicht, wegen der Jahre--Hörst du,
Lisette?